Tierfotografie

Hundefotografie: Tipps & Tricks

Von 26. April 2016 11 Kommentare
Hundefotografie

Gastbeitrag von Aleksandra Kielreuter

Ich heiße Aleksandra, bin 22 Jahre alt und arbeite seit 2015 als Fotografin in Berlin. Meine absolute Leidenschaft ist die Tierfotografie, meine Werke findet ihr hier www.aleksandrakielreuter.de.

Da man auf vielen Blogs kaum Beiträge zu diesem Schwerpunkt findet, möchte ich euch hier einen kleinen Überblick zum Thema Hundefotografie verschaffen.

Meine Ausrüstung zur Hundefotografie

Ich selbst arbeite fast ausschließlich mit Festbrennweiten, dies ist allerdings Geschmacksache

Wer sich in der Tierfotografie ausprobieren möchte, dem empfehle ich eine kürzere Linse wie z.B. ein 50mm/85mm und eine längeres Tele-Objektiv für die Bewegungsbilder, ich arbeite hier meistens mit 200mm.

Gerade für Fotos von rennenden Hunden ist auch die Serienbildgeschwindigkeit der DSLR nicht zu vernachlässigen. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Schnelligkeit der Linse, daher sollten die Objektive dafür einen Motor verbaut haben.

Für den Anfang muss es keine Kamera im hohen Preissegment sein, da die Objektive wichtiger sind als der Body selbst.

Vor dem Hundefoto-Shooting

Outdoor-Fotos leben durch die richtige Wahl der Location.

Am besten ist diese ruhig gelegen, ohne störende Elemente und mit etwas Vielfalt, egal ob es der heimische Wald ist oder der Park um die Ecke. Zu bestimmten Jahreszeiten kann man Kirschbäume, Mohnblumen und Löwenzahnwiesen nutzen.

Ich selbst fotografiere maximal 1,5 Stunden nach Sonnenaufgang oder vor Sonnenuntergang, zu dieser Zeit steht die Sonne am tiefsten. Allerdings muss ich generell sagen, dass ich den Schatten immer bevorzuge und direkte Sonneneinstrahlung auf dem Tier vermeide.

Kleiner Tipp für die Hundebesitzer unter euch: Ganz fleißig das Kommando „BLEIB“ üben, Spielzeug einpacken und gute Leckerlies.

Hunde Fotografie

Beim Hunde-Fotoshooting

Um hechelnde Hunde zu vermeiden, starte ich mit Portraits. Beim Fotografieren selbst liege ich auf dem Boden und somit in Augenhöhe, dies ist wohl die wichtigste Regel in der Hundefotografie! Eure Hosen werden leiden, aber es lohnt sich.

Ich fange erst an, wenn alle Einstellungen stimmen und ich diese durch ein Testfoto überprüft habe, dadurch vermeide ich unnötige Wartezeit beim Tier. Wenn alles stimmt, wird der Hund positioniert.

Auch wenn es Tiere sind, sollte man auf „richtige Posen“ achten, damit der Hund nicht kreuz und quer auf der Stelle liegt, vergleichbar mit der Menschenfotografie, wo eine richtige Körperhaltung äußerst wichtig ist.

Ich werde oftmals auf die Freistellung und das Bokeh in meinen Bildern angesprochen, dies verdanke ich meinen lichtstarken Objektiven, dem Blick für die richtige Location und der Entfernung zum Hintergrund. Ich versuche schon im Vorfeld Plätze auszuwählen, die z.B. durch eine lichtdurchflutete Buschreihe ins Auge stechen.

Der Hund wird ausreichend weit davon positioniert, damit er sich gut vom Hintergrund abhebt, außerdem sollte der Fokus immer auf den Augen liegen. Anschnitte von Körperteilen sind zu vermeiden, außer (wie bei meinem Bild am Anfang des Artikels) wenn z.B. Kopfportraits gewünscht sind.

Ihr merkt: Es gibt immer wieder Parallelen zur Menschenfotografie, auch wenn nicht alles direkt übertragbar ist.

Hundefotografie

Tipps für Hunde in Bewegung

Nach dem selben Prinzip, wie oben beschrieben, wähle ich die Rennstrecken für die Bewegungsbilder. Da der Hund auf mich zurennt, bieten sich Waldwege, Sandstrecken und Wiesen an, die ausreichend Platz bieten.

Kurze Verschlusszeiten von mindestens 1/1000 sind Pflicht, genauso wie die Reihenaufnahme und AI Servo (Canon) bzw. AF-C (Nikon), die restlichen Einstellungen werden passend gewählt.

Nun kommt der Spaß: Der Hund wird hingesetzt, ihr entfernt euch so weit, dass der Hund nur noch einen kleinen Part des Bildes einnimmt, der Hund wird abgerufen und sobald er fast formatfüllend das Foto einnimmt, wird fotografiert. In der Anfangszeit ist es allerdings ratsam schon etwas früher abzudrücken, um keine schönen Momente zu verpassen.

Bewegungsbilder verlangen viel Übung und ein gutes Gespür für die richtige Laufphase, denn prinzipiell sind immer die „Auf-Phasen“ gewünscht, kurz bevor der Vierbeiner wieder landet. Mit fliegendem Spielzeug kriegt man einige Hunde sogar zum Fliegen, dafür ist eine Helferperson ratsam.

Bildbearbeitung

Auch in der Tierfotografie kommt man nicht um eine professionelle Bildbearbeitung herum. Es fängt beim Stempeln von Leinen an, geht über das Aufhellen von Körperpartien bis hin zur selektiven Bearbeitung der Augen, um diese strahlen zu lassen. Generell versuche ich auf ein richtig belichtetes RAW zu setzen, allerdings hat man nicht immer die Möglichkeit auf perfektes Wetter zu warten und muss im nachhinein etwas mehr bearbeiten.

Auch hier spielt der eigene Geschmack eine große Rolle. Ich arbeite grundsätzlich mit Lightroom zur Entwicklung der RAWs und mache alle speziellen Bearbeitungsschritte mit Photoshop.

Die Autorin dieses Gastbeitrags, Aleksandra Kielreuter, arbeitet als Tier-Fotografin in Berlin und Brandenburg.

Zur Website von Aleksandra

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