Tierfotografie

Hundefotografie: 3 Natürliche Posen, die mit jedem Hund gelingen

Von 18. April 20215 Kommentare
Hundefotografie

Von Patricia Spyra

Die Hundefotografie ist der Kinderfotografie nicht unähnlich. Wir Fotografen brauchen hier neben Geduld und einer ruhigen Ausstrahlung viel Fingerspitzengefühl.

Genauso wie bei der natürlichen Kinderfotografie, werden in der Hundefotografie Szenen inszeniert, die so im wahren Leben hätten stattfinden können. Solche Fotos sind authentisch.

Auch hier geht es um den Blick, um die Emotion, die bei uns Hundeeltern ausgelöst wird, und darum, Wesenszüge einzufangen.

Und wie funktioniert das Ganze nun?

Im Grunde verwendet man das natürliche Verhalten des Hundes als Pose.

Betteln, neugierig sein, oder sich etwas holen wollen, sind schöne Hundeposen, die sogar recht einfach inszeniert werden können.

Hundefotografie Pose 1: der bettelnde Blick

Dieser Blick bringt die Herzen von uns Hundehaltern zum Schmelzen.

Wir sehen diesen Blick, wenn wir vor unserem Hund essen. Manchmal auch, wenn wir auf dem Sofa sitzen und unser Hund mit rauf möchte. Oder wenn wir im Bett liegen … usw.

So gelingt dieser Blick

Man zeigt dem Hund etwas, dass er sehr gerne haben möchte. Das kann ein geruchsintensives Leckerli oder ein Stück Fleisch sein, oder das heißgeliebte Spielzeug. Sollte das nicht genügen, dann wird das Objekt der Begierde noch angepriesen. Z.B. durch ein „willst du`s?“ oder „ooohhhh, schau mal“. Die Tonlage ist hier entscheidend. Manche Hunde reagieren hier auf hohe Töne, andere auf tiefe. Einfach ausprobieren.

Hundefotografie Pose 2: Männchen machen

Niedlicher geht es auf natürliche Weise kaum. Der Blick des Hundes muss nicht immer direkt in die Kamera gehen. Auf diesem Bild sehen die Proportionen des Hundes in dieser Position angenehm aus. Bei einem frontalen Blick in die Kamera, war die Linienführung unschön.

So gelingt diese Pose

Ähnlich wie beim oberen Bild, wird dem Hund etwas ganz Tolles gezeigt.

Das Objekt der Begierde wird dem Hund immer wieder kurz vor die Nase gehalten, und dann schnell auf die Höhe des Objektivs gebracht. Ein „oh, hol es dir“ in einer hohen Stimmlage animiert sogar sehr brave und ruhige Hunde. Hier ist Schnelligkeit gefragt. Eine schnelle Ausrüstung ist hilfreich. Diese ist aber mit ein wenig Übung nicht zwingend notwendig. Wer den Hund aufmerksam beobachtet, bekommt schnell ein Gespür für den richtigen Moment, in dem Ausgelöst wird. Diese Pose geht auch bei größeren Hunden. Hier benötigt man eventuell eine Leiter. Umso größer der Hund, umso lustiger sieht so ein Bild aus. Besonders herrlich – lange Ohren.

Hundefotografie Pose 3: der interessierte Blick

Wenn ein Hund sich etwas interessiert ansieht, schaut das immer sehr süß aus.

Dabei ist die Rasse vollkommen egal. Alle Hunde sehen süß aus, wenn sie neugierig sind.

Ältere Hunde haben, wenn sie interessiert sind, eine jugendliche Ausstrahlung, die uns Hundehaltern Freude bereitet.

So gelingt diese Pose

Am besten funktioniert das, wenn man den Hund an einer hübschen Stelle sitzen lässt, und ihm dann etwas interessantes zeigt. Raschelnde Blätter sind immer interessant. Doch hier muss der Fotograf schnell sein. So mancher Hund verliert hier sehr schnell das Interesse.

Mein Tipp:

Macht zuerst Testbilder ohne Hund. Macht euch Gedanken darüber, wie und wo der Hund sitzen soll. Sobald ihr euch entschieden habt, und ihr eure Kameraeinstellungen vorgenommen habt, könnt ihr den Hund platzieren. Dann klappt das auch mit Hunden, die nicht brav sitzen bleiben möchten.

Über Patricia Spyra

Fotografie Bildwerk Bayern

Ursprünglich war Patricia im Gesundheitswesen tätig. Als Ausgleich zu ihrem Berufsalltag in Krankenhäusern erstellte sie Fotografien nach dem Motto „halte fest was du liebst“.

2015 entschied sich Patricia dazu, die Fotografie zu ihrem Beruf zu machen und holte ihren Abschluss als Fotografin extern nach.

Soziales Engagement ist für Patricia wichtig. Als Fotografin unterstützt sie ehrenamtlich Vereine wie die Tapferen Knirpse, Tierheime und einen Fotoclub.

Webseite: https://www.bildwerk.bayern/

Über Autor

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5 Kommentare

  • Marion Christ sagt:

    Sehr schön geschrieben und der Vergleich zur Kinder Fotografie finde ich sehr passend ?

  • Sarah sagt:

    Wow! Mit diesem tollen Leitfaden, so gut beschrieben und einfach und anschaulich erklärt, ist es die perfekte Unterstützung für jemand wie mich, einer Neueinsteigerin in der Fotografie! Auch die tollen Beispielbilder veranschaulichen es noch zusätzlich. So trau auch ich mich an die Hundefotografie!
    Danke

  • Christof sagt:

    Super Leitfaden, muss ich heute Nachmittag gleich ausprobieren. Danke schonmal.

  • Jenny Meißner sagt:

    Wunderschöner Beitrag zur Tierfotografie. Es ist nicht immer einfach ein Tier zu fotografieren, aber hier wird in wenigen und einfachen Schritten erklärt, wie man die Aufmerksamkeit eines Tieres für sich gewinnen kann. Vor allem für Einsteiger aber auch fortgeschrittenen ein sehr hilfreicher Beitrag.

  • Patrick sagt:

    Ich fotografiere selbst meist nur aus der aktuellen Laune heraus, aber Tierfotos gehen fast immer!

    Die Tipps werde ich nächste Woche beim Verwandtschaftsbesuch gleich mal austesten. Danke!

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