Menschenfotografie – 10 wertvolle Tipps

16. November 2021November 18th, 2021Ein Kommentar
Menschenfotografie

Foto: Michael Omori, Model: Mike F.

Menschenfotografie oder Porträtfotografie ist eine der spannendsten Bereiche der Fotografie.

Die Herausforderung: Menschen, die kein Model sind und das erste Mal vor einer (professionellen) Fotokamera stehen, fragen oft:

Und was soll ich jetzt machen?“

Als Fotograf hast du dann die richtige Antwort parat.

10 bewährte Tipps für die Menschenfotografie

1. Souveränität ausstrahlen

Unsicher ist die Person vor deiner Kamera schon selber. Wenn auch der Fotograf unsicher wirkt, verstärkt sich die Nervosität weiter und es wird schwierig, gute Ergebnisse zu erzielen.

2. Angst abbauen

Menschen machen sich oft vor dem Shooting Gedanken:

  • „Wie stelle ich mich an?“
  • „Wird man meine Problemzonen auch nicht zu deutlich sehen“
  • „Ich kann das doch gar nicht!“, „Wie konnte ich mich darauf bloß einlassen?“.

Selbst wenn diese Zweifel nicht offen ausgesprochen werden, liegen sie häufig in der Luft und der Fotograf ist gut beraten, mit einfühlsamen Worten und vor allem mit seiner Persönlichkeit diese Ängste behutsam abzubauen.

3. Druck abbauen

Häufig setzen sich die Leute selber unter Druck.

  • Jetzt muss ein tolles Bild entstehen.
  • Jetzt muss ich voll da sein.
  • Ich möchte mein bestes Lächeln zeigen.

Manchmal wird unter einem solchen Druck genau das Gegenteil erreicht.

Ein guter Fotograf baut diesen Druck behutsam ab und weist beispielsweise darauf hin, dass wir hier bei keinem Modelcontest oder einer Leistungsschau sind.

Der Fotograf vermittelt die absolute Gewissheit, dass erstklassige Bilder entstehen werden, selbst wenn er kein Topmodel vor sich hat.

4. Ausreichend Zeit für die Menschenfotografie nehmen

Manche Menschen brauchen eine gewisse Zeit, um aufzutauen. Eine Fotosession unter Zeitdruck ist keine gute Idee.

5. Posen vormachen

Auch als männlicher Fotograf kann man der Frau vor der Kamera Posen und Bewegungen vormachen.

Wenn der (nicht mehr ganz sportliche) Fotograf die berühmte S-Kurve in der Hüfte demonstriert und den Po herausstreckt, führt das nicht selten als positivem Nebeneffekt zu einem befreienden Schmunzeln.

Menschenfotografie
Foto: Michael Omori, Model: Sabrina Lawson (FacebookInstagram)

6. Spiegel nicht in Sichtweite

Im Umkleidebereich ist ein Spiegel erforderlich. Beim Shooting selber sollte man aber darauf verzichten, ansonsten geht der verunsicherte Blick zu häufig dorthin, anstatt in die Kamera.

7. Nicht zu lange mit der Technik beschäftigen

Der Fotograf beherrscht seine Technik im Schlaf und hat alle Lichteinstellungen schon vor dem Shooting ausgetestet.

Wenn er dagegen während des Shootings mit der Technik hadert, kopfschüttelnd auf das Kameradisplay schaut oder endlos lange an den Kameraeinstellungen herumprobiert, wirkt das nicht sehr souverän (siehe Punkt 1).

8. Pausen machen

Es ist für viele Menschen schwierig, über einen längeren Zeitraum „voll da“ zu sein und sich auf das Shooting zu konzentrieren.

Der erfahrene Fotograf merkt das rechtzeitig und schlägt eine Pause vor.

9. Begleitpersonen

Einen Fotografen sollte die Anwesenheit einer Begleitperson nicht stören, solange sich diese zurückhält und nicht zu sehr in das Geschehen eingreift.

Ich überlasse es den Leuten selber, zu entscheiden, ob ihnen eine Begleitperson hilft und Sicherheit gibt, oder ob sie eher ablenkt.

10. Shooting nicht zu lange ausdehnen

Insbesondere Kinder verlieren nach einiger Zeit das Interesse und die Konzentration. Das sollte man rechtzeitig spüren und bis dahin seine besten Bilder im Kasten haben.

Aber auch bei erwachsenen Personen, die die Arbeit vor der Kamera nicht gewohnt sind, ist irgendwann die „Luft raus“.

Der Zauber der Menschenfotografie

Die Menschenfotografie ist eine Herausforderung, aber auch ein großes Geschenk.

Die Person vor der Kamera bekommt Fotos von sich, die ihr Selbstbewusstsein geben. Und die Person hinter der Kamera darf das Model auf diesem spannenden Weg begleiten und beim Abliefern der Fotos in leuchtende Augen blicken.

Über Michael Omori Kirchner

Nach vielen Jahren als Berufsfotograf arbeite ich heute als Mentor und Coach für kreative Unternehmer. Mehr über mich

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