Sportfotografie

Biathlon auf Schalke (Sportfotografie mit der Lumix G9)

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Biathlon World Team Challenge

Am 28. Dezember 2017 fand in der Veltins Arena Schalke bereits zum 16. Mal das Sport-Event „Biathlon auf Schalke“ statt. Das Besondere an dieser Veranstaltung ist, dass die weltbesten Biathleten in Zweier-Teams (bestehend aus einer Athletin und einem Athleten) gegeneinander antreten. Während der Rennen wird jeweils der (virtuelle) Staffelstab an den Partner übergeben.

Die Sportlerin des Jahres, Laura Dahlmeier, musste zwar krankheitsbedingt kurzfristig absagen, aber auch sonst war das Starterfeld hochklassig besetzt.

Sportfotografie

Auf Einladung von Panasonic, die mit dem Deutschen Skiverband eng zusammenarbeiten, konnte ich gemeinsam mit anderen Fotografen bei diesem Event die neue Lumix G9 in Verbindung mit dem Panasonic Leica DG Elmarit 200 mm 2.8 Power OIS (plus 1.4 fach Telekonverter) ausprobieren.

Meine Erfahrung in der Sportfotografie ist eher gering. Daher war es für mich eine große Herausforderung, mit einer unbekannten Kamera, einer für mich ungewohnten Brennweite (400 bzw. 560 mm auf KB umgerechnet) auf einem Sportevent zu fotografieren, dessen Abläufe und Besonderheiten ich nicht kannte.

Aber wie auch immer: Es hat viel Spaß gemacht und ich habe viel gelernt dabei. Bei meinem nächsten Sport-Event bin ich dann noch besser für die Aufgaben gerüstet.

Was ich gelernt habe

Erfahrung und Routine

Bei der Sportfotografie muss es oft sehr schnell gehen. Da sollte die Bedienung der Ausrüstung wie im Schlaf funktionieren, um nicht die wichtigsten Momente zu verpassen.

Belichtungszeit und ISO

Um auf Nummer Sicher zu gehen, habe ich meist mit einer Belichtungszeit von 1/2.000 gearbeitet. Das war vielleicht etwas zu vorsichtig und hat meist zu einer ISO Einstellung 3.200 oder 6.400 geführt .

Beim nächsten Mal werde ich lieber mit ISO 1.600 arbeiten.

Brennweite und Bildausschnitt

Da ich den Umgang mit der 400er/ 560er Brennweite nicht gewohnt war, habe ich teilweise auf das 35 – 100 2.8 Objektiv (umgerechnet 70 – 200 mm) zurückgegriffen. Dadurch hatte ich das Motiv sicher im Bildausschnitt, bekam aber auch relativ viel unnötiges „Fleisch“ um das eigentliche Bildmotiv herum. Die Bilder, die ich hier zeige, sind meist Ausschnittsvergrößerungen.

Beim nächsten Mal werde ich mutiger mit der langen Brennweite fotografieren und gleich den richtigen Bildausschnitt einfangen und damit auch eine bessere Bildqualität erreichen.

Üben, üben, üben

Als ich mich in das Thema endlich ein wenig hineingefunden hatte, waren die Rennen leider schon wieder vorbei. Schade, dass ich meine gewonnenen Erkenntnisse nicht gleich in die Praxis umsetzen konnte. Aber vielleicht ergibt sich demnächst einmal wieder die Möglichkeit, ein Sportevent zu fotografieren.

Auf jeden Fall habe ich erkannt, dass man sehr viel üben muss, um gute Fotos nach Hause bringen zu können.

Fotos vom Biathon Wettkampf

Biathlon-Schalke-01

Start des Hauptrennens

Das italienische Team Oberhofer / Windisch bei der Staffelübergabe

Die italienische Biathletin Karin Oberhofer (Lumix Vario 35 -100 f 2.8 1/2000 ISO 3200)

Rosanna Crawford / Kanada (Lumix Vario 35 -100 F2.8 1/2500 ISO 6400)

Julian Eberhard (links) und Brendan Green (rechts) (Lumix Vario 35 – 100 f2.8 1/1600 ISO 3200)

Erik Lesser (links) und Michael Rösch (rechts) (LEICA Elmarit 200mm f2.8 1/1600 ISO 3200)

Ondrej Moravec / Tschechien (Lumix Vario 35 – 100 f2.8 1/1600 ISO 3200)

Julian Eberhard (Österreich) (LEICA Elmarit 200 f2.9 1/1600 ISO 3200)

Michael Rösch / Belgien (LEICA DG Elmarit 200/F2.8 1/1600 ISO 3200)

Brendan Green (links) und Erik Lesser (rechts) (LEICA Elmarit 200 f2.8 1/1600 ISO 3200)

Mein Eindruck von der Lumix G9


Leider hatte ich nur wenige Stunden Zeit, mit der Lumix G9 zu arbeiten. Ein umfassender Test war daher nicht möglich.

Bedienkonzept

Eine wichtige Eigenschaft einer Kamera ist für mich die intuitive Bedienbarkeit. Hier haben mich die Lumix Kameras in der Vergangenheit nicht unbedingt überzeugt. Das ist mit der G9 nun deutlich besser geworden. Besonders hervorzuheben ist, dass man bei der G9 nun endlich auch den Fokuspunkt mit einem Joystick verschieben kann.

Bereits nach kurzer Zeit konnte ich die Kamera auch bei Dunkelheit sehr gut bedienen und nehme das als Beweis für das durchdachte Bedienkonzept.

Autofokus

Der Autofokus der Kamera hat mich wirklich überzeugt. Ich hatte nur 10% Autofokus-Ausschuss bei den Bildern, und auch dieser Ausschuss lag eher an dem Menschen hinter der Kamera und nicht an dem Versagen der Technik.

Eine solche Leistung kannte ich bisher von einer Systemkamera nicht. Auch wenn die Sportler in voller Geschwindigkeit auf mich zugerannt sind, funktionierte die Autofokusnachführung einwandfrei.

Ob der Autofokus in jeder Hinsicht mit einer Profi-DSLR von Canon oder Nikon mithalten kann, mögen die Sportfoto-Profis beurteilen. Auf jeden Fall ist der Abstand zu den Platzhirschen deutlich geschrumpft.

Mein Fazit zur Lumix G9

Panasonic wendet sich (im Gegensatz zur GH5, die ideal für Videofilmer ist) mit der Lumix G9 wieder mehr an die Fotografen, ohne die Videofunktionen zu sehr zu beschneiden. Die G9 ist etwa 300 Euro günstiger als die GH5 und ist damit, wenn man die technische Leistungsfähigkeit berücksichtigt, bei einem unverbindlichen Verkaufspreis von 1.699 Euro ein attraktives Angebot.

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

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