Zubehör

Applebox DIY für das Fotostudio selber bauen


Wer sich im Internet Schulungsvideos aus amerikanischen Fotostudios anschaut, wird sie sicher kennen: Allzweckboxen aus Holz, sogenannte Appleboxes. Sie gehören zur Standardausstattung aller amerikanischen Foto- und Filmstudios.

Äpfel kann man allerdings nicht hinein tun, denn die Boxen sind auf allen Seiten geschlossen. Sie dienen vielmehr dazu, um Höhenunterschiede auszugleichen oder um Dinge oder Personen darauf zu platzieren.

Möchte man beispielsweise ein Paar fotografieren, bei dem die eine Person erheblich kleiner als die andere ist, kann man die kleinere Person auf eine Applebox stellen.

Oder man nutzt eine Applebox, damit sich ein Model daraufsetzen kann. Es gibt unzähliche Anwendungsfälle.

Die originalen Appleboxen werden in Inch-Abmassen geliefert. So etwas ist in einem deutschen Fotostudio etwas unpraktisch. Daher habe ich bei meinem Selbstbau die Maße in Zentimeter umgerechnet und gerundet.

Meine Appleboxes haben die Abmasse 30 x 50 cm und die Höhe 10 cm bzw. 20 cm. Eventuell kommt später noch eine Box mit 30 oder 40 cm Höhe dazu

Die Materialliste für eine Box der Höhe 10 cm lautet:

Länge Breite
2 Stück Tischlerplatte 16 mm 30,0 cm 50,0 cm
2 Stück Tischlerplatte 16 mm 50,0 cm 6,8 cm
3 Stück Tischlerplatte 16 mm 26,8 cm 6,8 cm

Bei höheren Boxen verschieben sich die Maße entsprechend. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass höhere Boxen eine vielfache Höhe der kleinen Box und die gleiche Grundfläche haben, damit man die Boxen gut kombinieren kann. Die Box unten im sechsten Bild hat die Höhe 20 Zentimeter.

Die einzelnen Teile kann man sich beim Baumarkt seines Vertrauens auf Maß zusägen lassen. Anschließend müssen nur noch die Grifflöcher angebracht werden und alle Teile zu einer Box zusammengeleimt werden. Ich habe dazu Ponal Express-Leim verwendet, der bereits nach 15 Minuten fest ist. Anschließend werden die Kanten gebrochen und die Unebenheiten abgeschliffen.

Damit die Boxen nach einer Verschmutzung leicht wieder gereinigt werden können, habe ich sie mit Klarlack lackiert.

Was ich beim nächsten mal anders machen würde: Die große Box würde nicht ein großes Griffloch bekommen, sondern zwei schmale. Damit wird das Sitzen auf der Box angenehmer, wenn man sie hochkant stellt.

Adam Everett zeigt, wie sie eingesetzt werden. Wer keine Lust hat, die Box selber zu bauen, kann sie bei B+H bestellen. Sie ist aber nicht gerade preisgünstig.

Ist die Bauanleitung verständlich genug für Euch? Welche Hilfsmittel nutzt ihr im Fotostudio zum Ausgleich von Höhenunterschieden?

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als zertifizierter Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

13 Kommentare

  • Oliver Teske sagt:

    Hallo,
    im Grunde eine einfache Sache, aber doch sehr praktisch und hilfreich!
    Danke für die ausfühliche bauanleitung.

    Gruß
    Oli

  • Miinev sagt:

    Hallo Michael,

    du schreibst das bei der großen Kiste das Griffloch so groß ist das du es als störend empfindest.
    Als Alternative schlägst du 2 kleinere Grifflöcher vor. Aber ist dann die Funktion der Box nicht sowieso gestört, ich meine dafür ist sie ja nicht ausgelegt, für das vertikale sitzen.

  • Hallo Miinex,

    doch dafür ist sie ausgelegt.
    Schau mal in den Wikipedia-Link oben.

    Oder schau mal auf dieses Bild: http://starlife.com.ua/media/photo/big/0X2TMIX9Q1.jpg

    Gruß Michael

  • Henrik H. sagt:

    Hi,

    Da warste etwas schnell. Da hät ich gern direkt mitgebaut hätte auch ggf. Mengenrabatt gegeben. Naja, muss ich halt auch nochmal losziehen.

  • @Henrik: Glaube ich nicht, dass es da Mengenrabatt beim Bauhaus gibt, selbst wenn man 5 oder 10 Kisten bauen würde.

  • Ella sagt:

    Sehr hilfreich, vielen Dank! Bin grad dabei, die Einzelteile für ein volles Set zu bestellen. Nun frage ich mich, ob es die Grifflöcher überhaupt braucht? Ohne die Löcher wird das Handling ja nicht wirklich viel schwieriger, und der Zusammenbau wird etwas einfacher. Zudem kommt kein Staub hinein, wenn die Kiste ganz geschlossen ist. Übersehe ich da etwas?

    Liebe Grüsse
    Ella

  • Ella sagt:

    PS: wieso zwei schmale Löcher anstatt ein grosses ist mir auch nicht ganz klar. Man kann doch einfach 1 schmales machen? Ich sehe schon, dass die Originalboxen zwei schmale Grifflöcher haben. Hat das etwas mit Lüftung zu tun?

    Sorry wegen den zwei Posts, du kannst sie ja bitte zusammenführen. 🙂

    LG
    Ella

  • Hallo Ella,

    Lüftung ist sicher kein Thema. Es geht nur um das Handling.

    Viele Grüße
    Michael

  • Daniel Lisbona sagt:

    Hi,

    Sag mal im welchen Baumarkt hast du dir die Platten zuschneiden lassen?

  • Martin sagt:

    Wieso sich die Finger schmutzig machen?
    Solche Kisten gibts unter anderen bei creablocks.de, bei IKEA und in jedem gut sortierten Baumarkt.
    Wer unbedingt eine rundum geschlossene Box benötigt oder meint, dass das sinnvoll ist, der kauft sich die meistens optional dazu erhältlichen Deckel extra und verklebt diese mit Holzleim (Kanten bei lackierten Box zwecks Bindung vorher anschleifen). Ist deutlich kostengünstiger als die von B&H und man spart sich zudem noch die Arbeit. Ich hab mehrere davon – alle ohne Deckel im Einsatz -, die sind quasi unkaputtbar.

    • Na ja, gerade das rundum geschlossene ist das eigentlich praktische. Bei IKEA habe ich bisher nur offene Boxen gesehen.

      Gruß Michael

      • Martin sagt:

        Wo ist der Vorteil einer komplett geschlossenen Box? Meine sind durch die einseitige Öffnung absolut rutschsicher stapelbar, geschlossene Boxen können gestapelt verrutschen. Offene Boxen bieten bei nichtgebrauch zusätzlichen Stauraum. Also ich persönlich kann da keinen Vorteil erkennen.

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