Studiotechnik

PocketWizard FlexTT5 Blitzauslöser

Das ist ein Gastbeitrag von dem Fotografen Michael Gelfert. Er hat das Buch „Fashion-Fotografie„, erschienen in der Edition Profi-Foto, geschrieben.

Auf seinem Blog Licht(in)former gibt er Tipps zur Modelfotografie und auch bei Twitter ist er aktiv.

PocketWizards dürften jedem, der sich mehr oder minder professionell mit Fotografie beschäftigt, ein Begriff sein. Sie galten bisher als Quasi-Standard für die Funkauslösung von Blitzen. Diesen Ruf begründeten vor allem die Plus, Plus II und MultiMax-Transceiver, die als sehr zuverlässig, robust und reichweitenstark gelten.

Als LPA Design dann den FlexTT5-Transceiver (und den MiniTT1-Transmitter) vorstellte, sorgte das für einiges Aufsehen. Zum ersten Mal brach man mit dem klobigen, vertikalen Design, dem strikten „All Transceiver“ – Konzept und auch dem Einsatzzweck. MiniTT1 (nur Sender) und FlexTT5 (Sender und Empfänger in einem) übertragen nämlich nicht nur schlichte Auslösesignale, sondern auch (aktuell nur) Canon-ETTL-Signale.

Pocket Wizard FlexTT5

Nun gut, nicht jeder braucht das. Da die FlexTT5 sich aber trotz einiger versprochenen technologische Schmankerl preislich nur wenig von den einfachen PlusII-Transceivern unterscheiden, war das für mich Grund genug, die Geräte einem Praxistest am Studioblitz (also ohne (E)TTL-Funktion) zu unterziehen. Zur Verfügung gestellt wurden mir die Geräte (2 FlexTT5) vom offiziellen deutschen Vertrieb Profoto. Vielen Dank dafür!

Pocket Wizard FlexTT5 montiert auf der Kamera

Verpackung & Inhalt

Ob des Markenrufes waren meine Erwartungen hoch. Die sehr stabile schwarze Kartonverpackung, die mit einem Deckel verschlossen ist, macht auch einen hochwertigen und professionellen Eindruck. Etwas enttäuscht war ich vom Packungsinhalt (das ist immer die Gefahr von cool wirkenden Verpackungen).

Neben 1 Gerät befinden sich darin 2 AA-Batterien, ein kurzes USB-Kabel und eine Schnellstartanleitung. Vermisst habe ich neben einem ausführlichen Handbuch und einer Software-CD irgendein Verbindungskabel, daß mir auch den Anschluss an einen Studioblitz ermöglicht. Ebenfalls nicht enthalten ist eine Kordel oder ein Bändchen zum Anhängen des FlexTT5 z.B. an ein Stativ. Eine Öse dafür ist am Gerät eingebaut.

Dokumentation & Software

Der FlexTT5 bietet viele Einstellmöglichkeiten, was man herausfindet, wenn man erst einmal das vollständige Handbuch von der Website geladen hat. Unglücklicherweise muß man dazu auf die ausschließlich englischsprachige Homepage. Für deutsche Fotografen ohne gute Englischkenntnisse also ziemlich ungünstig. An der selben Stelle findet man auch die Software, die man für diese Einstellungen benötigt. Auch diese ist komplett englisch, sehr verwirrend und – ganz ehrlich – schrecklich hässlich.

Ist der PocketWizard per USB mit dem PC verbunden, kann man die Einstellungen in der Software vornehmen. Bei eingeschaltetem „Funker“ sieht man auch dessen Restbatterie-Kapazität. Erfreulicherweise funktioniert das Konfigurieren aber auch bei ausgeschaltetem PocketWizard – dann wird das Gerät über USB mit Strom versorgt. Das erspart einem die Erfahrung von leeren Batterien, weil man nach der letzten Konfiguration das Ausschalten
vergessen hat.

In der Software gibt es 2 separate, inhaltlich identische Reiter für die vielen Einstellungen. Man kann also 2 komplett unterschiedliche Sets an Einstellungen wählen und speichern. Sehr löblich.

Verarbeitung & Handling

Mittels eines Schiebeschalters mit 3 Positionen (C1, C2, aus) wählt man das Einstellungs-Set direkt am FlexTT5 aus. Dieser Schalter ist, wie der für die 3 vorwählbaren Gruppen im TTL-Modus, mein größter Kritikpunkt bei der Verarbeitung der Geräte. Sie fühlen sich schlicht sehr billig an und sind dann in der Praxis auch äußerst hakelig zu bedienen.

Pocket Wizard FlexTT5

Pocket Wizard FlexTT5

Mehr als einmal war nicht klar, welches Set nun genau eingestellt war, oft befand sich der Schalter sogar zwischen 2 Positionen. Ich war natürlich so „gemein“, die für mich relevanten Funktionen im Einstellungsset 2 zu hinterlegen, was der mittleren Einstellung des Schalters entspricht.

Auch die ausklappbare Antenne bzw. deren Haltemechanismus im eingeklappten Zusatnd hat mich nicht vollständig überzeugt. Bei einem der beiden Empfänger hielt das nämlich nicht mehr und so bewegte sich die Antenne immer etwas aus der flachen Position nach oben. Befinden sich die Geräte in einer (Foto)Tasche, kann man beim Auspacken dan leicht daran hängenbleiben – und die Tasche, anderes Equipment oder die Antenne selbst dabei beschädigen.

Eine weitere „Kleinigkeit“, die mich doch sehr geärgert hat, ist der Blitzschuh auf der Oberseite des PW. Hier passt ein 580 EXII mit dem (eigentlich schon gar nicht mehr so) neuen Schnellverschlußsystem einfach nich richtig. Er lässt sich aufsetzen, aber nicht vernünftig verriegeln – zumindest nicht, ohne den Dichtungsgummi ziemlich stark zu beanspruchen. Wenn man einen Funksender/-empfänger speziell für eine Kameramarke baut, sollte man sowas schon beachten.

Auf die Funktionen des Blitzauslösers geht Michael Gelfert im nächsten Teil des Artikels ein.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

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