Foto-Business

So bekommst Du als Fotograf die Kunden, die zu Dir passen

Von 4. April 2018 2 Kommentare
Hochzeitsfotografie

Gastbeitrag von Andreas Bender

Vor etwas über 20 Jahren habe ich ein Foto (auf Film) gemacht. Es war unscharf, verwackelt und zu dunkel. Es war das Foto meines Lebens. Ein Foto das ich so nie wiederholen konnte. Ein Moment, der für immer weg war. Es war das Foto meiner beiden Jungs am Morgen ihrer Geburt.

Mein Name ist Andreas Bender und ich schwor mir damals, dass mir das nie wieder passiert. Im April 2012 habe ich meinen Job in der Bank geschmissen. Seit dem bin ich als selbständiger Fotograf tätig. Heute bin ich 50. Ich lerne täglich dazu und entwickle mich immer weiter. Ich lese Bücher, die ich vor vielen Jahren noch als Hokuspokus und Geldmacherei abstempelte. Ich höre Podcasts erfolgreicher Menschen und gebe sehr viel Geld für Seminare aus.

Persönlichkeit

Ich habe es geschafft, in den letzten 5 Jahren meine Persönlichkeit zu ändern. Ich gehe auf Menschen zu. Ich begeistere meine Kunden. Als ich im Oktober 2013 bei der Masterclass vom Stilpirat war, sagte er damals zu mir „Du mußt deine Kunden infizieren!“ Ich hatte keine Vorstellung, wie das gehen soll. Heute bekomme ich einen Großteil meiner Aufträge über Weiterempfehlungen und lese in meinen Kundenfeedbacks immer wieder das Wort „begeistert“.

Habe ich mich früher eher hinter meiner Kamera versteckt, so arbeite ich heute an meiner Sichtbarkeit.

Meine fotografischen Schwerpunkte sind zu ca. 2/3 die Businessfotografie und zu ca. 1/3 Hochzeitsreportagen.

Hochzeitsfotografie

Bei Hochzeiten ist es mir super wichtig, dass die Chemie mit dem Brautpaar stimmt. Ich bin meist 10 bis 12 Stunden (auch länger) dabei, quasi im Windschatten der beiden. Das muß einfach passen! Ich muß auch Lust haben, die Hochzeit zu fotografieren. Auch muß dem Brautpaar mein fotografischer Stil gefallen. Ja, ich leiste mir den Luxus und suche mir meine Brautpaare aus.

Warum tue ich das? Weil es mir Spaß macht, Hochzeiten zu fotografieren. Hochzeiten sind der emotionale Gegenpol zu Businessaufträgen. Eine Hochzeit an sich ist meist schon sehr emotional. Außerdem gibt es eine Party und immer lecker Essen ?

Eine Hochzeitsreportage ist aber auch sehr anstrengend. 12 Stunden ohne Pause, immer auf der Suche nach dem nächsten besten Moment. Ständig unter Strom. Bei den Gruppenfotos den Animateur spielen und beim Brautpaarshooting den Kopf voller Ideen haben.

Ich kenne zu viele Kollegen, die inzwischen keine Hochzeiten mehr fotografieren, weil sie zuvor einfach zu viele hatten. Ich möchte niemals an einem Samstag mit dem Gedanken aufwachen, „Ohje, heute schon wieder eine Hochzeit.“ Dafür habe ich da viel zu viel Spaß dran. Da würde ich ja all die schönen Momente verpassen:

  • Das Brautpaar, das bei meiner kleinen Diashow der besten Fotos des Tages am Abend mit Tränen in den Augen vor meinem Notebook steht.
  • Die Brautmutter, die mir nach der Diashow um den Hals fällt und mir ’nen dicken Kuß auf die Wange gibt.
  • Die Braut, die mir erzählt hat, dass sie heulend auf dem Bett lag, weil das Budget nicht reichte, um mich zu buchen, bis ihr Verlobter es dann umschichtete und aufstockte.
  • Die emotionale Bildübergabe und die super Feedbacks meiner tollen Brautpaare.

Hochzeitsfotografie

Hochzeitsfotografie

Ich suche mir meine Kunden aus

Da ist aber noch ein anderer Punkt, den ich hier mal etwas überspitzt darstellen will. Angenommen, ich lass mich von der Location oder wem auch immer in einem All-Inclusiv-Paket vermitteln. Das Brautpaar sehe ich 10 Minuten vor der Trauung das erste Mal und nach 2 Minuten weiß ich, die Braut ist eine Zicke. Oder ich merke, dass ich dem Bräutigam unsympathisch bin. Dann lässt sich das für eine gewisse Zeit überspielen, aber keine 12 Stunden. Dann habe ich am Ende des Tages ein anderes Ergebnis. Fotos eines Bräutigams, der keinen Bock hat. Fotos einer Braut, die nur genervt aussieht. Am Ende fällt das auf mich zurück, denn ich werde für die Fotos bezahlt und muß liefern.

Ob die Baut eine Zicke ist oder nicht. Am Ende heißt es, der Fotograf war ein Fehlgriff. Das werde ich nie erleben, denn ich suche mir meine Paare aus. Denn ich will meinen Brautpaaren die schönsten Hochzeitsfotos, die wunderbarsten Erinnerungen liefern können, die ich für sie machen kann. Das ist mein Ziel!

Businessfotografie

In der Businessfotografie portraitiere ich Geschäftsführer und Mitarbeiter. Ich fotografiere Menschen in Gesprächssituationen und bei der Arbeit an Maschinen. Ich bilde die Geschäftsräume optisch ansprechend ab. Im Grunde erstelle ich fast alle Fotos, die ein Unternehmen in Flyern oder der Imagebroschüre benötigt. Darüber hinaus dokumentiere ich auch Veranstaltungen.

Bei der Fotografie von Menschen ist mir wichtig, dass ich mir Zeit nehmen kann für sie. Da steht nicht Heidi Klum vor mir, die auf Knopfdruck da ist, weil sie seit Jahren nichts anderes macht. Da stehen Mitarbeiter vor mir, die nicht unbedingt freiwillig da sind, sondern weil es der Chef angeordnet hat.

Wie oft höre ich von denen, dass sie jetzt lieber beim Zahnarzt wären, als sich von mir fotografieren zu lassen. Oder „Von mir kann man keine schönen Fotos machen.“

Da hilft mir „Ameisenscheisseeeeeeeee“ nicht weiter. Da brauche ich etwas Zeit gepaart mit Herzlichkeit, Empathie und Wertschätzung. Und wenn genau diese Leute dann ihre Bilder auf dem Notebook sehen und ihnen ein „Och, das sind ja doch schöne Fotos“ entwischt. Dann habe ich es wieder geschafft! Das sind die Momente, die ich in der Businessfotografie so liebe.

Businessfotografie

Businessfotografie

Gib den Menschen ein gutes Gefühl und du bekommst ein gutes Bild zurück

Das gleiche gilt bei Situationsmotiven in Gesprächssituationen oder am Arbeitsplatz. Auch von einer Arbeiterin an einer Maschine lasse ich mir zuerst erklären, was sie da genau tut und interessiere mich für das was sie macht. Dann baue ich das Bild auf und setze das Licht. In der Zeit wird die Arbeiterin von meiner MakeUp-Artist verwöhnt und kann etwas entspannen. Auch das gehört dazu. Da ist jemand, der sich darum kümmert, dass das „Model“ gut aussieht.

Auf dem Notebook hat die Agentur, das Model sowie der Kunde jederzeit die Möglichkeit einzugreifen, falls er Verbesserungsvorschläge hat. Und das Beste, hinterher kann keiner kommen ihm würde das Bild nicht gefallen.

Meine Werte

Aber auch hier gilt: der Kunde muß zu mir passen. Ich habe meine Werte und dafür stehe ich. Ich lasse mich nicht mehr verbiegen.

Mein Anspruch an meine Arbeit ist hoch. Braucht der Kunde nur billige Knipsbildchen, ist er nicht mein Kunde. Zum einen weil diese Art von Fotografie nicht zu meinem Anspruch passt. Mich nicht erfüllt und am Ende unzufrieden werden läßt. Zum anderen werden diese Fotos von meinem nächsten potenziellen Kunden gesehen, der vielleicht auch noch fragt, wer denn die Fotos gemacht hat. „Ach, der Bender… ne, dann frag ich mal lieber wen anderes.“ Geht gar nicht!

Wenn der Auftraggeber meint, es reicht aus, den Mitarbeiter nach einem unangenehmen Gespräch mit einem unzufriedenen Kunden aus dem Büro raus zu zerren, vor der weißen Wand „abzuschießen“ und wieder ins Büro rein zu stecken, dann ist das nicht mein Verständnis von Wertschätzung dem Mitarbeiter gegenüber.

Das werden auch nicht die Bilder, die ich machen möchte. Für die ich stehe. Die der Kunde auf meiner Homepage gesehen hat, weshalb er ja den Kontakt zu mir aufgenommen und mich letztendlich gebucht hat. Das werden andere Fotos.

Und wer war es am Ende? Ja, der Fotograf hat nichts getaugt, heißt es dann. Auch wenn ich den Job in diesem Moment vielleicht auch brauche, will ich ihn nicht, weil es irgendwann negativ auf mich zurück kommt.

Ich habe tolle Kunden. Kunden, die von mir, meiner Art und meinen Fotos begeistert sind. Kunden die mir super Feedbacks geben. Teilweise direkt von der Geschäftsführung, wo ich dann hinterher von der Sekretärin erfahre, dass sie es noch nie erlebt hat, dass der Chef selbst solch eine Dankesmail geschrieben hat. Ist das Geil!

Über Andreas Bender

Foto: Sarah Kastner

Andreas macht professionelle Businessfotos, mit denen seine Kunden aus der Masse der Mitbewerber herausstechen. Seine Bilder unterstreichen dabei die Professionalität seiner Kunden und ihren wertschätzenden Umgang mit Kunden und Mitarbeitern.

Als selbständiger Hochzeitsfotograf verewige Andreas die Traumhochzeit seiner Kunden auf besondere Weise in lebendigen Bildern.

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2 Kommentare

  • Sven sagt:

    Schöne, ehrliche Darstellung der Arbeitsweise.

  • Steffen sagt:

    Hallo Andreas,
    ein sehr schön geschriebener Beitrag – Hut ab. Und das Wichtigste: Ich stimme Dir voll und ganz zu. Ich kann für meinen Teil zwar nur von der Hochzeitsfotografie sprechen. Aber gerade hier im Umgang mit Privatkunden ist es enorm wichtig, dass das Brautpaar und der Fotograf zusammen passen. Gerade für meinen Stil der Hochzeitsfotos, die sicherlich nicht jeder gut findet, und das ist auch gar nicht schlimm, sollte man eben auch nur die Kunden ansprechen und gewinnen, denen das gefällt was man macht. Als Hochzeitsfotograf ist man klar auf Aufträge angewiesen und gerade für mich am Anfang ist es schwer genügend Aufträge zu bekommen, aber wenn sich beim Vorgespräch zeigt, dass Fotograf und Kunde nicht zusammenpassen sollte man dies offen und ehrlich ansprechen und nicht auf Teufel komm raus versuchen den Auftrag zu bekommen. Du kannst gerne einmal meine Fotos begutachten: http://www.photo-in-love.de Ich freue mich immer über Kritik sowohl positiv, als auch im negativen. In diesem Sinne
    Ganz liebe Grüße Steffen

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