Foto-Business

Kann man mit Drohnenfotografie Geld verdienen?

Das ist ein Beitrag aus der Reihe „Fragen an FOTOGRAFR“.

Jürgen fragt mich

Servus Herr Kirchner,

ich bin vom Hobby-Fotokopterpilot zum na ja sagen wir semiprofessionellen Fotokopterpilot evolviert.

D.h. in besitze eine Aufstiegsgenehmigung, Versicherung usw. und behersche nach ca. 1,5 Jahren meinen Kopter ganz gut.

Ich würde gerne, als Drohnenpilot die Hochzeitsfotografenprofis unterstützen bzw. diesen Service anbieten. In keinster Weise würde ich mich als Hochzeitsfotograf verkaufen wollen, da ich das Geschäft nicht gut genug kenne. Es steht nun für mich eine weitere Investition mit ca. 3500 Euro ins Haus (neuer Kopter mit 4k Video) und logischerweise wäre es für mich interessant mein Tätigkeitsfeld entsprechend zu erweitern.

Glauben Sie als Profi, dass manch ein Hochzeitsfotograf daran interessiert wäre bei Kirchenauszügen und ählichen Situationen zusätzliche Bilder/Videos von der Luft anzubieten?

Besten Dank für Ihre Einschätzung.

Danke für Deine Frage, Jürgen.

Der Bereich der Drohnenfotografie ist in großer Bewegung. Im letzten Jahr habe ich mit einem Drohnen-Piloten gesprochen, der sich im Jahr zuvor für 25.000 Euro eine hochwertige Drohne gekauft hatte und es nicht geschafft hat, innerhalb eines Jahres den Kaufpreis mit seinen Aufträgen zu erlösen (von seinem eigenen Arbeitsaufwand einmal abgesehen). Und mittlerweile war der Wert der Drohne wegen der fortschreitenden technischen Entwicklung deutlich gesunken.

Sicher wird es möglich sein, mit Drohnenfotografie Geld zu verdienen. Ob aber Hochzeitsfotografen die richtige Zielgruppe sind, wage ich zu bezweifeln. Die meisten Fotografen sind selber technische Spielkinder und kaufen sich, wenn sie einen Bedarf sehen, selber eine DJI Phantom mit Gimbal für gerade einmal 1.000 Euro, anstatt einen spezialisierten Drohnenfotografen zu beauftragen.

Ich selber würde es zwar anders machen und im Bedarfsfall einen Spezialisten beauftragen, aber ich bin da wahrscheinlich eher die Ausnahme.

Aber wo ist das Problem?

Du hast alle Genehmigungen und bist auch technisch gut ausgestattet. Bevor Du jetzt weitere 3.500 Euro investierst, teste doch selber den Markt mit Deiner bestehenden Technik (die sicher Full-HD Video liefern kann). 4K – Videos braucht im Moment kein Hochzeitsfotograf.

Gehe auf Hochzeitsfotografen zu und biete Deine Leistung an. Dann wirst Du sehr schnell merken, wie groß der Bedarf ist und ob Deine Dienstleistung nachgefragt wird.

Mein Tipp also:

Erst einmal kein weiteres Geld investieren, sondern mit der bestehenden Technik arbeiten und Aufträge abwickeln, bis Du ein Gespür für den Markt bekommst.

Was sagen die Hochzeitsfotografen unter meinen Lesern zu diesem Thema? Würdet Ihr Jürgen buchen? Und wenn ja, was wäre Euch die Dienstleistung wert?

Ich freue mich auf Eure Kommentare!

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

15 Kommentare

  • anton sagt:

    ich halte das für ausgeschlossen, selbst wenn ich alleine nicht in der Lage wäre, solche Bilder zu erzeugen würde ich mich nie darauf einlassen, dort einen anderen einzuführen. Und das liegt nicht an der Tatsache, dass ich vom potentiellen Honorar nicht etwas abgeben möchte! Der entscheidende Faktor ist, dass ich über die Bilder Kontrolle haben möchte.
    Wenn der Dienstleister mir die Daten als Rohmaterial übergibt und ich sie zur Ästhetik der restlichen Serie anpassen würde, dann könnte es etwas werden.
    Aber dann ist der Drohnenpilot eigentlich auch nur ein befehlsempfangender Dienstleister. Und den habe ich mit dem Assistenten sowieso dabei.

    • Hallo an alle,
      wir sind ein Team von Hochzeitsfotografen und wir filmen auch sehr viele Hochzeiten und haben uns schon öfter mit dem Thema Drohne auseinandergesetzt und sind zum Schluss gekommen, dass die Qualität der Drohnen leider noch nicht so gut ist, um sie sinnvoll einzusetzen.
      Leider sind die Drohnen immer relativ laut und somit nur im Aussenbereich einzusetzen. Das Problem bei Hochzeiten ist, dass alles immer relativ schnell gehen muss und somit die Drohne eigentlich nicht sonderlich gut geeignet ist. Wenn, dann nur als Ergänzung.

      Hat irgenwer von Euch schon Erfahrung in der Umsetzung von Hochzeitsvideos mit Drohnen? Würde mich persönlich ehrlich gesagt sehr interessieren, vor allem welche Modell Ihr habt?

      Liebe Grüße
      Andreas

  • Kkk sagt:

    Dazu kommt ja auch noch, dass die Drohne leider einen gewissen Krach verursacht, das wäre auf einer Hochzeit wohl eher störend

  • Schneller und besser als von oben bekommt man keine Gruppe fotografiert, bei der jeder schön zu erkennen ist. Und selten bietet sich dem Fotografen vor Ort die Gelegenheit, dafür auf natürlichem Wege ein oder zwei Stockwerke hoch zu gelangen. Soweit das „Pro“ zur Drohne.
    Der Nutzen dieser aufwändigen Aktion (Genehmigung holen, Anfahrt, Aufbau, Arrangement) sind doch bestenfalls 3 Gruppenbilder, dann wird’s langweilig, wiederholt sich und weiterer Einsatz wirkt sich störend auf die Feier aus. Was sollen diese 3 Bilder das Paar kosten?
    Ich selbst wurde in vielen Jahren der Hochzeitsfotografie nie nach diesem Service gefragt und habe nur ein mal den Einsatz eines Dronenspezialisten miterlebt. Das auch nur weil es ein Freund des Brautpaars war. Als interner Service von Hochzeitsfotografen evtl. von Vorteil, extern eher nicht.

  • Frank sagt:

    Ich finde Hochzeiten sind hier irgendwie die falsche Zielgruppe. Eher das Fernsehformat oder Industriefotografie. Bei Gallileo hat inzwischen fast jeder dritte Beitrag Aufnahmen von Drohnen.

    VG
    Frank

  • Markus sagt:

    Fast überall wo im Außenbereich Fotos oder Videos benötigt werden, kann auch ein Kopter eingesetzt werden. Und deswegen zähle ich die Begleitung einer Hochzeit sehr wohl zu einer Zielgruppe.
    In erster Linie jedoch, sehe ich die entstandenen Aufnahmen mehr als Ergänzungsmaterial für ein Hochzeitsvideo, für ein Fotoalbum usw.
    Ich kann mir solche Aufnahmen gut vorstellen, wie sie toll wirken. Man müsste ein Referenzfilm erstellen, um zu testen wie es ankommt. Ich glaube, das seine Chancen gebucht zu werden steigen, wenn er sich nicht nur auf die Drohnenfilmerei konzentrieren würde, sondern auch auf dem Boden Hochzeiten per Video begleiten würde.
    In dem Fall kann der Hochzeitsfotograf einen Hochzeitsfilm in sein Programm mit aufnehmen. Ob der Erlöss dieses Filmes nun die Kosten des Drohnenpiloten deckt, ist natürlich fraglich.

  • Ich würde mir die Zusammenarbeit mit einem fähigen Kopterpiloten sehr wünschen. Es gibt einige spezielle Szenen, die ich mir für Hochzeitsfilme dabei gut vorstellen kann. In Deutschland ist das aber noch ein ganz kleiner Nischenmarkt.
    Auch im Bereich Unternehmensfilm machen sich einzelne Luftaufnahmen sehr gut. Und da ist der Markt deutlich größer.
    Um das professionell zu machen, reicht aber definitiv nicht ein DJI Phantom mit einer GoPro, sondern sollte schon ein Kopter sein, der eine Systemkamera mit Wechselobjektiven tragen kann, also eine Panasonic GH4 oder ähnliche.
    Außerdem braucht es entsprechende Kontrollmöglichkeiten (FPV-Monitor) vom Boden aus, damit das Ganze keine Glückssache ist und man gezielt die Bilder bekommt, die man für den Film braucht.
    Wer sich nicht vorstellen kann, wie das aussieht, kann hier mal bei Rob Adams gucken. Der aktuelle Startseitenfilm hat auch einige Luftaufnahmen.
    http://www.robadamsfilms.com/
    Da Jürgen ja eher eine Möglichkeit sucht, sein Hobby zu finanzieren, würde ich ihm da durchaus zuraten, wenn der Anspruch nicht da ist, die Investition innerhalb kurzer Zeit wieder einzuspielen.
    Und durch die erschwerten Genehmigungsverfahren kann das derzeit nicht jeder mal eben kommerziell anbieten.
    Ich wäre da an Jürgens Kontaktdaten durchaus interessiert…
    Grüße
    Hendrik

  • Jürgen sagt:

    Besten Dank für Eure konstruktiven Kommentare und für die Veröffentlichung meiner Frage.

    Der Drohnenmarkt bewegt sich sehr schnell im Moment und was vor 3 Jahren mit 20000Euro zu beziffern war ist heute für 4000Euro erhältlich. Wie auch immer, es wird auch komplizierter in Sachen Versicherung, Aufstiegsgenehmigungen, techn. Wartung (z.B. Firmware-upgrades) etc. ganz abgesehen vom Risiko eines Absturzes. Leider gibt es immer mehr Deppen, die mit irgendwelchen Aktionen das Image der Drohnenfliegerei extrem schädigen.

    Ich hatte die Möglichkeit mit 2 Hochzeitspärchen zu sprechen, und obwohl sie nicht danach fragten waren sie von der Idee begeistert. D.h. man muss wie z.T. in USA vorpraktiziert, sich erst eine Nachfrage schaffen indem man die Leute auf die Idee bringt. Ähnlich wie bei Baustellendokumentation, Immobilien, Tourismus, Veranstaltungen usw.

    Natürlich würde ich als „Drohnenfotograf“ dem Hochzeitsfotograf zuarbeiten. Man sollte einige Szenen oder Gruppenformationen vorab besprechen und dann von mehreren Perspektiven fotografieren. Bei Kirchenauszügen und anderen Aktionen kann ja ein Video guten Überblick verschaffen. Neuste Technik erlaubt bodennahes Fliegen indoor durch optische Sensoren (also ohne GPS) und ich kann meine Drohne durch eine 1m Türe fliegen – wenn’s sein muss ;-).

    Mein ursrünglicher Gedanke war eben, mit einem Profi zusammenzuarbeiten um Beispiele zu erstellen, die man potentiellen Kunden vorstellen kann. Die Nachfrage muss noch geschaffen werden, aber um Ferdinant Porsche in den 50er Jahren zu zitieren: „Wir bauen Autos, die niemand braucht aber jeder haben will“.

    Ich hab mich entschlossen technisch weiter aufzurüsten um gute Qualität outdoor sowohl indoor anbieten zu können. Mal gucken was draus wird.

    Besten Dank nochmal

    Jürgen
    http://www.skyimage.net

    • Hallo Jürgen,
      was mich besonders interessieren würde ist, wie Du innerhalb der Kirche eine Drohne zum Einsatz bringen möchtest? Habt Ihr das schon mal gemacht? Ich glaube uns würde der Pfarrer immer von der Kirche verweisen, wenn wir hier wirklich mal mit einer Drohne „antanzen“ würden?

      Danke für Deine Info!
      lG
      Andreas

  • Martin sagt:

    Würde auch sagen für Hochzeiten nicht so geeignet.
    Denke mal die Stärke liegt in der Architektur- und und Landschaftsfotografie.

    Gruß
    Martin

  • Karol sagt:

    Ich sehe es auch so das der Einsatz vom Kameradrohnen bzw. Mulicoptern nicht grade für Hochzeitsfotografie geeignet ist. Wie gesagt vielleicht als Ergänzung aber nicht mehr. Die Stärken von Luftaufnahmen mit einer Drohne liegen in der Fotografie von Landschaften Immobilien und Inspektionsflüge sowie Trailer für Werbezwecke.

    Gruß
    Karol

  • Eugen sagt:

    Meiner Meinung nach ist eine Hochzeitsfotografie von oben eine gute Idee! Ich hatte mir bei meine Hochzeit 2013 auch Fotos von oben gewünscht aber wir konnten leider niemanden finden, der uns mit seine Drohne Luftaufnahmen macht.

    Aber es gibt auch viele andere Einsatzmöglichkeiten, womit man mit seine Drohne Geld machen kann. z.B. Luftaufnahmen von Firmen oder einfach schöne Naturfotos, welche man dann z.B. auf Fotolia verkaufen kann.

  • Hallo Jürgen!

    Als Hersteller und Dienstleister im Bereich unbemannte Luftfahrt würde ich Dir den Tipp geben, sich anstatt auf Privatleute zu konzentrieren besser gewerbliche und industrielle Angebote zu entwickeln. Geheiratet wird i.d.R. ja nur 1 (bis 3) Mal im Leben. Hier also einen Auftrag zu bekommen bei dem regelmäßig Aufgaben durchgeführt werden müssen ist sehr unwahrscheinlich. Der Mehrwert ist hier das besondere Bild, was bei Privatleuten eigentlich immer der Fall ist.

    Im Gewerbe bzw. der Industrie ist der Mehrwert dagegen unmittelbar messbar! So z.B. wird die Durchführung einer Vermessung mit Drohnen in der Regel ca. 50 % günstiger als es ein Vermesser mit anderer Technik anbieten kann.

    Natürlich benötigt man auch hier seine Anlaufzeit, da besonders große Unternehmen in vielen Fällen erstmal träge sind. Das ist aber bei nahezu jeder Unternehmung der Fall. Man muss also auch hier guten Vertrieb machen.

    Für diese Anwendungen solltest Du aber besser mit Deinem Kollegen eine Partnerschaft knüpfen und mit der professionellen Drohne präsentieren und die Aufgaben durchführen. Selbst der Preisbereich um die 4.000 € reicht für viele Anwendungen nicht aus (zu geringe Nutzlast).

    Trotzdem ist es sicher auch möglich sich in der Hochzeitsfotografie einen Namen zu machen und Aufträge zu bekommen!

    Dir weiter viel Erfolg!

    Daniel Dirks

  • Wännä sagt:

    Hallo zusammen,
    Hätte auch gerne meinen Senf dazu gegeben, da ich mich zur Zeit sehr intensiv mit dem Thema auseinander setze.
    Neuem sollte man/frau sich erstmal nicht verschliessen (Bedarf schaffen, wie Jürgen schreibt).
    Wenn es um das Thema Drohnen Einsatz (mit professionellem Anspruch) bei Hochzeiten geht, sollten so meine ich folgende Punkte betrachtet werden:
    – Der Hochzeitsfotograph und der Drohnenpilot (er sollte m.E. nur in Ausnahmefällen als Fotograph agieren) arbeiten als Team. Hierfür gibt es Ausrüstungen, die genau für diesen Einsatz geeignet sind (na klar, ist nicht ganz billig)
    – Drohnen können nur bei einigermassen gutem Wetter zum Einsatz kommen (fällt die Hochzeit ins Wasser, fällt auch der Drohneneinsatz ins Wasser)
    – Je teuer die Drohne um so leiser (in der Regel). Eine Geräuschbelästigung stellt sie allemal dar.
    – Video sollte unbedingt eingebunden werden (da ist ja Jürgen auf dem richtigen Weg). Videos schaffen Emotionen in einer neuen Dimension (T’schuldigung für die kitschige Darstellung). Das Brautpaar kann z.B. 360 Grad umflogen werden.
    – Kann man/frau davon leben? Vielleicht … aber wie hier mehrfach erwähnt sollten auch andere Einnahmequellen erschlossen werden (ich für mich bin in der Entwicklung eines eigenen Businessmodells; das muss nicht 0 auf 100 in 5 Sekunden)
    – Noch ein Hinweis zu Systemkameras (da hier auch erwähnt). Klar, aufgrund des geringen Gewichts und Flexibilität gibt es ein paar Modelle, welche besonders im Drohnenhandwerk Anwendung finden. Aber … mal so schnell Objektivtausch ist nicht. Durch den Tausch wird sich der Schwerpunkt der Drohne ändern (Drohne muss kalibriert werden) und die Lager der Aufnahmeeinheit der Kammera könnten (auch bei korrekter Kalibrierung) beschädigt werden. Daher … keine Empfehlung!
    – So, und zum Schluss noch ein Gedanke zur Indoor Anwendung: In ein paar Jahren wird wie heute der Fotograph die besten Perspektiven um den Altar sucht, die Drohne ihre Kreise fliegen (klar wird es Widerstände geben). Zu beachten ist auch, dass i.d.R. für den professionellen Außeneinsatz andere Drohnen zum Einsatz kommen wie im Indoorbereich (auch wenn das Equipment deutlich günstiger geworden ist: Bei einem unvermeidbaren Back-up Bestand kommt da finanziell ganz schön was zusammen).
    Ich schliesse mich den Wünschen an. Viel Erfolg !
    Werner
    PS: Danke für die nützlichen Links

  • Hakan, sagt:

    Die letzte Antwort war die beste

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