Hochzeitsfotografie

Was tun, wenn die Hochzeitsfotos misslungen sind?

Von 28. September 2014 29 Kommentare


Das ist ein Beitrag aus der Reihe „Fragen an FOTOGRAFR“.

Heike und Johannes schreiben mir:

Hallo Herr Kirchner,

wir bräuchten dringend einen Ratschlag zu folgender Situation: Wir sind beide begeisterte Hobbyfotografen und legen viel Wert auf gute Bilder. Daher beauftragten wir für unsere Hochzeit im August 2014 eine Berufsfotografin, die den ganzen Tag begleitete und auch ein ca. einstündiges Shooting mit uns beiden einbaute.

Inzwischen holten wir die Bilddateien ab und stellten zu Hause fest, dass einerseits die Shooting-Fotos sowie auch generell die Außenaufnahmen wunderschön geworden sind, die Innenaufnahmen (Kirche und Feier) jedoch sehr enttäuschend und unserer Auffassung nach größtenteils falsch fotografiert sind. Ca. 80% der Bilder sind vermutlich mit Porträtobjektiv fotografiert, sodass zwar wir beide meist gestochen scharf zu sehen sind, die Personen um uns herum bzw. die Umgebung jedoch unscharf. Bei einer Hochzeitsreportage geht es aber doch auch um den Gesamteindruck, die Gesamtsituation und auch um die Gäste, die mitfeiern. Man kann doch nicht immer nur das Brautpaar scharf fotografieren und den Rest verschwommen.

Außerdem sind viele Bilder überbelichtet und geben die Stimmung im Raum (wirkt z.B. taghell bei gedämpftem Licht und Kerzenschein) nicht wieder, so wie es tatsächlich war.

Zu guter Letzt fehlen wichtige Basics wie ein Gesamtbild vom Brauttisch, ein Gesamtbild vom Buffet, Vorderansicht der Hochzeitstorte, auf der man alles lesen und auch die Tortenfiguren richtig erkennen kann… Um genau solche Dinge zu vermeiden, wollten wir niemanden von den Gästen zum Fotografieren abstellen, sondern lieber das Geld in eine Berufsfotografin investieren…

Im Vorfeld und am Hochzeitstag selbst machte die Fotografin einen sehr professionellen und sympathischen Eindruck auf uns. Sie ist Fotografenmeisterin und ihr Geschäft ist ein bereits seit Jahren bestehender Familienbetrieb. Wir sind nun ratlos, verärgert, enttäuscht und wissen nicht, was wir machen sollen. Der vereinbarte Preis ist bis auf 300,-€ bereits bezahlt, dafür steht noch ein großes Wandbild aus, das wir erhalten sollen.

Auf eine vor 10 Tagen geschriebene E-Mail, in der wir unsere Begeisterung über die Außenaufnahmen einerseits und unsere große Enttäuschung über die Innenaufnahmen andererseits schilderten, hat die Fotografin bis heute nicht geantwortet.

Nun unsere Fragen:
Wie ist die rechtliche Lage bzgl. des vereinbarten Preises, wenn ein Fotograf nicht die Leitung erbringt, die eigentlich zu erwarten gewesen wäre? Die Situation einer Hochzeit ist leider nicht mehr nachzuholen wie ein Studioshooting.

Und was können wir tun? (Außer zu versuchen, bei Familie und Freunden alles an Bildern zusammenzutragen, was von anderen fotografiert wurde…)
Vielleicht haben Sie ja eine Idee und können uns weiterhelfen.

Hallo Heike und Johannes,

danke für Eure Anfrage, die ich aus meiner eigenen Sicht beantworten möchte. Ich freue mich aber über weitere Meinungen in den Kommentaren, denn ich weiß, dass viele erfahrene Hochzeitsfotografen unter meinen Lesern sind, die sicher noch kompetenter darauf antworten können.

Am meisten irritiert mich bei Eurer Schilderung, dass bisher keine Kommunikation mit der Fotografin stattgefunden hat. Warum hat sie auf Eure eMail nicht geantwortet? Ist die eMail vielleicht im Spam-Ordner gelandet oder sonstwie verloren gegangen? Vielleicht gebt Ihr der Fotografin noch eine Chance und ruft einmal an und vereinbart einen Nachbesprechungstermin.

Aufnahmen mit sehr offener Blende sind bei Hochzeitsfotos üblich und von den meisten Kunden auch gewünscht, da sie sehr schön die Stimmung an diesem Tag einfangen und malerisch wirken. Daher empfehle ich allen Hochzeitspaaren, im Vorfeld genau die bisherigen Fotos des Fotografen zu betrachten und einen Dienstleister auszuwählen, der mit seinem Bildstil den eigenen Vorstellungen am nächsten kommt.

Natürlich hat die Fotografin darüber hinaus die Aufgabe, Wünsche und Vorstellungen der Kunden zu erfragen und sich soweit möglich danach zu richten. In der Realität ist das aber immer ein Abwägen aus eigener Handschrift und künstlerischer Freiheit des Fotografen und den konkreten Vorgaben des Kunden.

Aus Euren Schilderungen kann ich (ohne die Bilder gesehen zu haben) keine groben „Pfusch“ erkennen, auch wenn es danach aussieht, als wenn die Kommunikation nicht optimal geklappt hat. (Das Artikelbild oben ist natürlich nur ein Symbol-Bild, das nichts mit Eurem Shooting zu tun hat).


Meine Tipps an Euch:

  1. Nehmt unbedingt noch einmal Kontakt mit der Fotografin auf und besprecht in aller Ruhe Eure Kritikpunkte.
  2. Eine zu helle Entwicklung der Fotos kann man nachträglich korrigieren (was die Fotografin wahrscheinlich anbieten wird), eine offene Blende ist aber leider nachträglich nicht zu ändern.
  3. Und ganz wichtig: Freut Euch an den Fotos, die gelungen sind, und lasst Euch die Erinnerung an diesen wunderbaren Tag nicht verderben.

Und nun die Frage an meine Leser: Was würdet Ihr dem Paar raten?

Das wird Dir auch gefallen:

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

29 Kommentare

  • Elion sagt:

    Wie immer bei solchen Themen ist das natürlich schwer nachzuvollziehen ohne die Seite der Fotografin zu kennen.
    Grundsätzlich sehe ich es aber wie bereits geschrieben. Offenblende ist halt einfach üblich (nicht nur weil es eine schöne Unschärfe macht, sondern weil die Lichtverhältnisse es in Kirche und Standesamt oft erfordern, wenn man nicht blitzen will). Blitzen ist ja oft entweder von den Paaren oder von den Standesbeamten auch nicht unbedingt erwünscht.

    Und auch die fehlenden Motive sind für mich nicht so kritisch. Ein Gesamtbild vom Buffet würde ich z.B. auch nie machen, weil es entweder kaum möglich ist (Gäste, Sercive-Kräfte usw. stehen im Bild) oder weil es einfach scheiße aussieht und in 20 Jahren doch eh kaum mehr wen wirklich interessiert. Dann lieber ein paar nette Details wo man auch was von den Speisen erkennt (und dann später sagen kann – „Oh ja – dieses Tiramisu war ja so lecker damals“).
    Wenn man aber Wert auf sowas legt, dann sollte es natürlich kommuniziert werden.
    Die Tortenfiguren und Aufschrift hätte ich aber vermutlich auch im Detail fotografiert.

  • Dieter Fröhling sagt:

    Muß so für mich sagen, habe es bislang so gehalten „fotografier alles was die Leute Geld kostet“ Und die Gäste. Und dafür ein Standardzoom und auch Blitz. Das ist Basisarbeit und wird meiner bescheidenen Kenntnis nach von den Assistenten der Fotografen wenn denn erledigt. Und wenn das nicht besprochen worden ist, dann muß es nicht fotografiert werden 🙂 Weil das zeitliche Arbeit ist, die so nicht vereinbart worden war. Mach mal Gästetische mit 12 Personen und davon 10. Sind drei Bilder minimal pro Tisch…

    Und ganz wichtig ist die Kommunikation. Was will das Brautpaar im Bild haben neben den üblichen Bildern. Was nicht besprochen worden ist… und raten tut keiner. Im Nachhinein das zu vermitteln ist sehr schwierig…
    Und was für den Auftraggeber die unausgesprochen „üblichen Bilder“ sind, mag für die Fotografin was völlig anderes sein.

    Thema Buffet und Tischdeko. Habe mich selbst immer mit der Küchencrew oder dem Cateringservice besprochen und hatte als erster die vollen Platten vor der Linse. Danach bekam der Bräutigam die Info „ist fertig“
    Und Übersicht und Details der Deko. Meine Verwandschaft und die Freunde brauchen mich nicht danach zu fragen, das hab ich dann schon aufgenommen 🙂 Ist allerdings auch ein Faible von mir. Das mag anderen völlig abgehen.
    Auch hier: Im Vorfeld besprechen schafft klare Verhältnisse.

    Es ist nie verkehrt, bei Reklamationen einen Tag später zu telefonieren. Stichwort Spamordner.

    Zu helle Bilder? Die Lichtstimmung sollte so sein wie empfunden? Das ist ein schwieriges Feld. Das ist Geschmackssache.

    Es scheint mir, das sind unausgesprochene Erwartungen auf ein bewährtes Standardpaket getroffen. Das kann nicht funktionieren. Mal zusammen an einen Tisch setzen und drüber reden.

    Und ein Tipp: Klärt mit dem Fotografen ab daß (wenn) einer der Gäste (der mit dem Fotofimmel UND genügend Erfahrung) sich um „Ambiente und Gäste“ auch bildermäßig künmmert mit dem Fotoapparat. Das kann klappen, manchmal auch nicht. Geht um eine Zweiteilung. Hochzeitsbilder und Feierreportage.

  • laderio sagt:

    Also offene Blende muss natürlich bei Hochzeitsbildern auch sein.
    Ein paar Bilder von den Gästen gehören aber auch dazu.
    Lichtstimmung ist schon schwieriger. Sollte in der Kirche nicht aussehen wie am Strand, aber schon etwas heller für die Bilder.
    Bin aber nur Amateur!

  • Ralf Nöhmer sagt:

    Es ist schwer, aus der Entfernung einen gescheiten Kommentar dazu abzugeben. Ich habe durch die Schilderungen den Eindruck, dass es nicht nur nach dem Shooting Kommunikationsprobleme gab.

    Wenn man selber fotografiert und konkrete Vorstellungen von seinen Hochzeitsfotos hat, dann muss man das dem Auftragnehmer im Vorgespräch auch mitteilen. Das scheint in diesem Fall aber nicht so gewesen zu sein, denn dann wären ja die dem Paar wichtigen Aufnahmen (Torte, Tisch, usw.) gemacht worden.

    (Wobei ich natürlich sagen muss, dass solche Aufnahmen eigentlich zum Standardrepertoire gehören sollten.)

  • Josef sagt:

    Offenblend und hoher Iso in der Kirche finde ich persönlich normal, den ich will nicht dass das Brautpaar die ganze Zeit die Augen zu hat wegen der ganzen Blitzerei. Die Kommunikation scheint bei Euch eine andere Rolle zu spielen, als die Erwartungshaltung was Ihr an Aufnahmen „zu bekommen“ habt. Stellt sich mir die Frage, wie klar habt Ihr ausgesprochen was euch wichtig ist und unbedingt auf den Fotos zu sehen sein „muss“?? Bin selber Hobbyfotograf und mir wurde heuer 2x das Vertrauen von Freunden entgegengebracht ihre Hochzeiten abzulichten. Beide Pärchen wussten dass ich noch keine Hochzeit begleitet hatte, aber ich habe mich jeweils 4x mit den Brautpaaren getroffen und mit Ihnen über alles geredet was Ihnen wichtig ist und sie unbedingt haben wollten. Somit war es für mich leichter und ich musste nicht überall gleichzeitig sein, da ich es besser einteilen konnte.
    Deswegen setzt Euch nochmal mit der Fotografin in Verbindung, am Besten persönlich, und sprecht offen mit Ihr darüber, habt aber auch ein offenes Ohr für Ihre Argumente warum sie dieses oder jenes nach Ihrem Stil gemacht hat und nicht nach Euren Erwartungen. Wenn man etwas will muss man es aussprechen und kann nicht erwarten das dein Gegenüber richt oder erfühlt was du dir vorstellst.

  • Anastasia sagt:

    Für die Fotografin ist es bestimmt auch nicht leicht zu erfahren, dass sie die Hälfte „falsch“ gemacht hat. Sie hat, würde ich meinen, wie immer gearbeitet und die Kunden haben etwas erwartet, was sie so nicht machen würde/könnte/wollte. Wenn sie sich vorher getroffen haben sollten, müssten die Kunden doch gewusst haben, wie der Stil sein wird? Wenn sie blind gebucht haben ist es nicht das Problem des Dienstleisters, so sehe ich es. Bei Vorbesprechungen zeige ich immer mein Portfolio und erkläre meine Arbeitsweise. Außerdem sage ich auch klar, was man von mir nicht erwarten soll, z.B. s/w Bilder mit roten Rosen oder so was (wird ja immer noch gemacht…….).
    Die Fotografin unbedingt versuchen zu erreichen (möglicherweise ist sie im Urlaub und hat keinen Zugang zu den Mails?). Vielleicht gibt es eine Kulanz-Lösung.

  • Uwe Reinert sagt:

    Im unbeding nötigen Vorabgespräch mit BEIDEN Brautleuten hilft mir ein vorereitetes DIN A4-Blatt: Oben die Kopfdaten (Namen, Datum, Ort, Zeit, Kontaktdaten) und darunter Kästchen zum Ankreuzen: Standesamt, Kirche, Buffet, Portraits, Gruppenbilder, SW, ColorKey, usw. Darunter mindestens eine halbe Seite für Bemerkungen und zum Schluß: Datum der Besprechung.

    Dies wird im Beisein des Brautpaares mit Kaffee oder Tee und Keksen ausgefüllt. In das Gespräch wird eingebaut wie die Brautleute auf mich gekommen sind. Ob es die Bilder waren, die ich veröffentlicht habe (dann kennen sie meine Stil) oder auf Empfehlung. Die Übergabe der Dateien/Bilder erfolgt ebenfalls persönlich. Hier kann man noch einmal besprechen ob beim Shooting alles so lief wie geplant. Am Hochzeitstag selber hat das Paar meistens keinen Kopf mehr hierfür.
    Als konkreten Tip für den o.g. Fall: a) das direkte Gespräch mit der Photographin suchen und b) beim der nächsten Hochzeit vorher besser kommunizieren.

  • Nik sagt:

    Meine Meinung :
    Vorher über den Bildstil des Fotografen informieren (anhand des Portfolio) und dann erst buchen.
    Ich muss auch oft feststellen das Leute mich buchen, ich dann meinen „Bildstil“ (wenn man das schon so nennen kann) einbringe und die Leute genau das Gegenteil erwarten bei den Ergebnissen. Dann muss ich sagen „Sorry, aber warum bucht ihr dann mich?“. Ich kauf mir ja auch keinen SUV wenn ich spritsparend Auto fahren will 😀

  • THOMAS sagt:

    Das Hauptproblem scheint tatsächlich darin zu bestehen, dass die Geschmäcker von Fotografin und Kunden nicht zusammen passen. Ich fotografiere sehr viel mit Offenblende, weil das meine Kunden schätzen. Gerade die selektive Unschärfe konzentriert den Blick auf die Gesichter des Paares, zeigt ihre Emotionen ganz nah, ihre Blicke zueinander. Dieses Zu- und Miteinander, dieses Gefühl zwischen den beiden rüber zu bringen, das ist es, was ich persönlich versuche einzufangen. Das ist mir als Fotograf in dem Moment wichtiger als ein Foto, wo alle in der Kirche scharf abgebildet sind. Manchmal lässt es die Lichtsituation auch gar nicht anders zu, als dass man mit Offenblende fotografiert. Der Pastor erlaubt das Blitzen nicht. Also, was willste machen als Fotograf?
    Eine Grundregel bei Reportagen, so habe ich es gelernt, ist immer vom Großen zum Kleinen fotografieren. Also Gesamtübersicht für die lokale Einordnung, dann immer kleinteiliger werden. Also auf die Details konzentrieren. Das muss nicht chronologisch passieren. Man kann das große Ganze auch am Schluss fotografieren. Nur vergessen sollte man es nicht. Das scheint die Fotografin wohl leider zu haben. Aber das kann ich nicht wissen und das Brautpaar auch nicht. Es ist ärgerlich aber vielleicht erklärbar. Dass die Fotografin sich nicht meldet, ist nicht so gut. Vielleicht einfach nochmal nachhaken liebes Brautpaar.
    Ich frage mich manchmal, wenn ich Hochzeitsfoto-Portfolios von Mitbewerbern sehe, wer solche Art der Fotografie gut findet, wo kaum eines der Fotos eine interessante Perspektive aufweist (alle Fotos aus Kinnhöhe des Fotografen aufgenommen), wo alles mit direktem Blitz „abgeschossen“ wird (der Fotograf Joe McNally hat mal gesagt, wer direkt blitzt fotografiert nicht, sondern fotokopiert ;0), wo jedes in Tonnen knisternder Plastikfolie eingewickelte Geldscheinbastelarrangement fotodokumentarisch abgehakt wird (man sieht durch die reflektierende Folie sowieso meistens kaum, was da eigentlich drin ist). Aber auch diese Fotografen finden ihre Kunden. Weil die Geschmäcker (Gott sei Dank!) verschieden sind. Nur in diesem Falle haben Fotografin und Paar wohl leider nicht zusammen gepasst.
    Mit Kulanz-Lösungen und preislichem Entgegenkommen wäre ich als Fotograf vorsichtig. Wenn sich das herum spricht, finden plötzlich alle Paare meine Fotos so doof, dass ich mindestens 20 Prozent Rabatt geben muss, damit es nicht mehr so weh tut. Wenn die Fotografin einen ordentlichen Vertrag gemacht hat, wird dort drin stehen, dass der Fotograf bezüglich der Bildauffassung sowie der künstlerisch-technischen Gestaltung frei agiert und dass diesbezügliche Reklamationen ausgeschlossen sind. Ansonsten kann ich nur Michaels Rat ans Brautpaar zustimmen: Freut Euch an, dem was Ihr habt und ärgert Euch nicht über das, was Ihr nicht habt. Wenn ich eine Liste machen würde, was auf Hochzeiten schon alles schief gegangen ist (von umgestürzter Torte, DJ hat eben abgesagt, Friseurin hat Termin vergessen und ist im Urlaub, falscher Brautstrauß, unverhofftes Anhassen und Anschreien der geschiedenen Brauteltern etc. etc.), dann wäret Ihr vielleicht heilfroh, dass es bei Euch „nur“ einige Fotos sind, die Euch nicht so gefallen.

  • Eine ausführliche Vorbesprechung bei Hochzeitsaufnahmen ist das A und O damit die Aufnahmen gelingen und den Vorstellungen des Brautpaares entsprechen.
    Meine Erfahrung ist das gerade bei einem lockeres Gespräch im Vorfeld sich Vorstellungen, Wünsche und eigene Ideen des Brautpaares besprechen lassen. Auch lernt man sich kennen und merkt ob das Zwischenmenschliche funktioniert.

    Ich hatte auch schon Hochzeiten zu fotografieren wo wegen der Entfernung nur telefonischer Kontakt war.
    Und das Kennenlernen erst bei den Aufnahmen möglich war. Das ist dann schwieriger.
    Am besten ist der persönliche Kontakt vorher.
    Bei Reportagen gibt es einen Grundgedanken. So wie das Brautpaar es auch sagt.
    Wichtig sind die Gäste. Und das man sie möglichst alle natürlich und erkennbar fotografiert.
    Ich nutze oft die Möglichkeit wenn die Gäste hereinkommen, oder sich ungezwungen unterhalten.
    Auch spricht nichts dagegen kleine Details mitzufotografieren. Hochzeitstorte und Anschnitt ist Pflicht.
    Auch kann man das Brautpaar animieren sich mit den gästen fotigrafieren zu lassen.
    Und seien wir mal ganz ehrlich, das Brautpaar möchten einfach schöne Bilder von ihrer Hochzeit und den Gästen.

    Und wenn mal was nicht so ist wie es sein sollte. Zur Klärung immer das persönliche Gespräch suchen.
    E-Mail und Co. sind nicht gut.

  • Ralf Badera sagt:

    Für mich ist das ebenfalls ein klarer Fall eines Kommunikationsproblems. Im Vorfeld scheint nicht genau besprochen worden zu sein, wie der Umfang der Fotos bzgl. der Inhalte aussehen soll. Allerdings gehören m.E. natürlich ein paar Pflichtaufnahmen dazu, aber das kann jeder anders sehen, insbesondere wenn es nicht detailliert abgesprochen wurde. Die Checkliste von Uwe Reinert scheint mir diesbezüglich ein wichtiges und sinnvolles Hilfsmittel zu sein – für beide Seiten.
    Sich hinterher über das Fehlen nicht abgesprochener Fotos zu beschweren, dürfte zumindest rechtlich problematisch sein. Deshalb ist auch mein Tipp: Kontakt (telefonisch) mit der Fotografin suchen, das Fehlen der erhofften und die (vermeintlich?) überbelichteten Fotos sachlich ansprechen und schauen, wie sie reagiert.

  • Die Schilderung liest sich ja so, als wenn die Fotografin ihr Handwerk versteht, ansonsten wäre ein großer Teil der Bilder ja wohl nicht gelungen. Auch von den Innenaufnahmen klingt es so, als wenn diese fotografisch durchaus solide gemacht wurden.

    Es klingt für mich eher so, als wenn seitens des Brautpaares eine klare Erwartungshaltung vorgelegen hat, diese aber der Fotografin nicht ausreichend kommuniziert wurde. Das ist überall und jederzeit gefährlich. Sich darauf zu verlassen, dass jemand anders genau das liefert, was man will, ohne es ausdrücklich zu sagen.

    Sofern also nicht in den Vorgesprächen ausdrücklich darauf hingewiesen wurde, welche Art Fotos erwartet werden, kann man wohl kaum von einem Fehler der Fotografin ausgehen.

  • Frank sagt:

    Hmmm für mich klingt das Ganze nicht nach schlechter Arbeit der Fotografin sondern schlechte Absprache im Vorfeld.

    Aufnahmen in der Kirchen mit Offenblende sind eigentlich total üblich. Möchte man das nicht: Im Vorfeld besprechen.
    Sind dem Brautpaar bestimmte Details wichtig und müssen unbedingt fotografiert werden: Im Vorfeld besprechen

    Wenn es eine gute Fotografin war, hat sie sicherlich in RAW gearbeitet. Sprich eine Belichtungskorrektur ist ganz leicht machbar und wieder nur eine Sache der Absprache.

    Ich persönlich finde, wenn man selbst als Brautpaar Hobbyfotograf ist, die Ansprüche natürlich höher sind als bei einem normalen Kunden. Aber auch hier muss halt dann auch drüber gesprochen werden.

    VG
    Frank

  • Michael Quack sagt:

    Uns kann kein Paar buchen daß nicht vorher zum ausführlichen Vorgespräch ohne Zeitdruck bei uns war. Das Paar sitzt so daß es einen guten Blck auf eine Slideshow mit fast 1000 unserer Fotos in Zufallsreihenfolge auf einem sehr grossen Fernseher hat. Wir sprechen sehr detailliert darüber was wir da gemacht haben, warum wir das so gemacht haben, was die Alternativen wären und warum wir ggf einige der Alternativen ablehnen. Nach dem Gespräch wissen die sehr genau was sie erwartet, wir wissen was sie von uns erwarten, und nicht selten bekommen sie Hausaufgaben mit die sie zu einem zweiten Gespräch ein oder zwei Wochen vor der Hochzeit noch einmal zur Diskussion mitbringen. Offenblende……. Unschärfe allein ist kein Gestaltungsmerkmal, es muss auch zum Motiv passen. Daß das allgemein üblich ist hilft nicht wenn der Kunde was anderes will und es am Motiv nicht gut aussieht. Und wenn es sackfinster wird dann muss man eben eine Kamera verwenden die mehr ISO-Speed liefern kann damit man auch ein bisschen abblenden kann. Ja, alles was Geld gekostet hat oder Zeitaufwand verschlungen hat wird fotografiert. Und alle Gäste soweit möglich auch, sowohl als Einzelportrait und mit dem jeweiligen Partner dabei. Ich sage vorher klar daß ich nicht garantieren kann wirklich jeden drauf zu haben, und lasse mir eine Shotlist geben von den Leuten die auf jeden Fall drauf sein müssen (Kooperation vorausgesetzt) sowie eine/n Ansprechpartner/in der/die alle kennt und Feuerleitoffizier machen kann. Bei solchen Vorbereitungen gibt es keine großen Überraschungen mehr.

  • HL-Photo.com sagt:

    Wie sehr oft hat halt jeder Fotograf seine eigene Sichtweite (was auch sehr gut ist) und seine eigene Art zu fotografieren. Ich mache es genauso. Der Kunde sollte vor Auftragsvergabe an einen Berufsfotografen dessen bisherigen Arbeiten ansehen und dann entscheiden, ob diese Art zu fotografieren seinen Geschmack trifft.
    Ich fotografiere meine Hochzeiten auch viel mit Offenblende (2.8), aber natürlich nur dort, wo es der Situation entspricht (Paarshooting, Portraits etc.). Zum Glück haben viele Fotografen ihre eigene Art zu fotografieren, sonst wäre es ja der typische Einheitsbrei, den keiner will. Nur so entstehen wunderbare einzigartige Bilder, die der Kunde immer wieder gerne betrachtet.
    Liebe Heike, lieber Johannes!
    In eurem Fall denke ich mal, habt ihr euch wahrscheinlich zu wenig mit dem Fotografier-Stil eures Wunschfotografen auseinandergesetzt, sonst hättet ihr schon vorab gesehen, wie diese Fotografin fotografiert. Soll aber in keinster Weise abwertend gemeint sein, sondern einfach nur ihr eigener Stil, welcher euch nicht so gefällt aber anderen Kunden sehr wohl!

  • Ich denke, es handelt sich eindeutig um ein Kommunikationsproblem zwischen dem Brautpaar und der Fotografin. Um solchen Missverständnissen vorzubeugen, bespreche ich als Hochzeitsfotograf im Vorfeld alles bis ins kleinste Detail mit dem Brautpaar. Danach erstelle ich einen Hochzeitsvertrag, indem alle Leistungen konkret beschrieben sind. Diesen Vertrag lasse ich vom Brautpaar unterschreiben und mir zurücksenden. Somit bin ich als Hochzeitsfotograf auf der (rechts)sicheren Seite.

  • Dominik sagt:

    Hallo Heike und Johannes,
    Eure Entäuschung ist gut nachvollziehbar. Mir selbst ging es bei meiner eigenen Hochzeit ähnlich, der Fotograf hatte „vergessen“ unsere Candy Bar und wichtige Details zu fotografieren, auch einige Gäste fehlten auf den Bildern.
    Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir teilweise selbst auch eine Teilschuld hatten, da wir zwar ein Vorgespräch mit dem Fotografen hatten, aber unser Wünsche und Vorstellungen nicht deutlich genug zum Ausdruck gebracht haben. Nicht in Ordnung ist es aber, wenn offensichtliche Details, wie in unserem Fall die Candy Bar oder Must-Have-Aufnahmen fehlen.
    Mittlerweile arbeite ich selbst nebenberuflich als Hochzeitsfotograf und treffe mich mit meinen Paaren immer min. 1x zu einem ausführlichen Vorgespräch. Ich frage hier ganz aktiv und konkret nach den Wünschen und sage auch offen, wenn etwas nicht geht oder nicht meinem Stil entspricht. Genauso gehört es für mich aber auch dazu, sehr gut zuzuhören und das Paar kennenzulernen, um vielleicht auch versteckte Wünsche zu erkennen.

    Rein technisch ist es übrigens sehr schwierig in der Kirche mit einer größeren Tiefenschärfe und einem Teleobjektiv zu arbeiten. Zu leicht sind die Bilder durch eine lange Verschlusszeit verwackelt. Ich liebe es daher auch mit dem Weitwinkel zu arbeiten bzw. einige Aufnahmen damit in der Kirche zu schießen. Hier ist die Tiefenschärfe ja von vornherein größer als bei einem Tele. Das Tele ist bei den heutigen Hochzeitsreportagen aber sehr wichtig, um die notwendige Distanz während der Zeremonie zu bewahren. Sonst stört man als Fotograf den ganzen Ablauf.

    Unprofessionalität in Eurem Fall ist es aber, dass die Fotografin nicht auf Eure Anfrage reagiert hat. Möglicherweise ist Eure Mail tatsächlich im SPAM Ordner gelandet oder hat die Fotografin unbewusst „gekränkt“. Wir Fotografen und Fotografinnen sind da manchmal etwas leicht zu treffen, wenn es um unser Handwerk geht 😉

    Ich würde Euch raten das direkte Gespräch zu suchen, ob per Telefon oder persönlich und die Sache diplomatisch zu lösen. Als Berufsfotografin sollte sie ein Interesse haben, Euch als Kunden zufrieden zu stellen. Mundpropaganda ist bei Fotografen Jobs sehr wichtig.

    Aber: Bei Hochzeiten läuft doch so vieles anders als erwartet und erhofft. Seit also nicht zu verärgert und genießt die Bilder, die Ihr habt umso mehr. Und die Bilder im Kopf werden Euch ja auch noch ein Paar Jahre begleiten.

    Liebe Grüße und alles Gute
    Dominik

  • Hauke sagt:

    Aus meiner Sicht ist es wohl an zwei Dingen gescheitert: Unklarheit über das Portfolio der Fotografin und fehlendes Erwartungsmangement. Beim zweiten Punkt würde aber weder das Brautpaar noch die Fotografin verantwortlich machen. Ich sehe es zwar als Aufgabe der Fotografin, zu erfragen, welche Art von Bildern die Paare erwarten bzw. sich wünschen. Aber Punkte wie „offenblendig oder geschlossen“ frage ich bei meinen Hochzeiten auch nie ab, das fällt bei mir unter „eigener Stil“. Detail- bzw. Gesamtfotos hingegen sehe ich auch als Standart, was eigentlich dabei sein sollte (ein Bild vom gesamten Büffet hingegen nicht, weil meist unmöglich).

  • Markus sagt:

    Das „Problem“ ist das groteske Geschisse, das heute um Hochzeiten gemacht wird. Da wird sich totorganisiert, Pinterest Pinwände mit zog Brautkleidern und Tischdekos vollgepflastert, die Gäste mit brknackten Spielen gefoltert und jede Spontanität im Keim erstickt. Choreografien für Fotos und Videos geplant und eines bleibt komplett auf der Strecke: Das eigentliche, persönliche Ereignis.

  • Thomas sagt:

    Fotografiere die Reportagen ohne Offenblende mit einem einfachen Zoom. Der Kunde kann bei mir aussuchen ob ich mit Zwei Festbrennweiten oder mit Zoom oder viel mit Weitwinkel arbeiten soll. Dazu habe ich Fotobücher bereitstehen.

  • Mario Torres sagt:

    Hallo Heike und Johannes,
    ich möchte mich bei diesem Thema nur sehr kurz einmischen.
    Ich finde genau so wie Dominik es schildert ist es wirklich. In der Kirche die nie so viel Licht hergibt, damit man bei geschlossener Blende freihand (denn anders machts auch keinen Sinn) noch knackscharfe Bilder mit Details in der hinteren Bank zu erhalten ist gänzlich unmöglich.
    Blitzen „ein NO GO“ was zählt ist die Stimmung, und das Brautpaar, die Zeremonie, ansonst hätte eine zweite Person in den Gängen die Gäste fotografieren können.
    Ja wie schon geschrieben nur kurz, ich denke die Fotografin hat das bestimmt so gut gemacht wie es nur geht, kontaktiert sie sprecht sie an und wie es auch viele schreiben lasst euch nicht von sowas die Stimmung verhageln.
    Gruß Mario

  • Holger Reich sagt:

    Darum mache ich es so, daß VOR der Hochzeit a)mindestens ein Vorgespräch mit Protokoll b) ein „Probeshooting“ (Bilder können z.B. für Einladungen genutzt werden!) stattfinden muß.

    KOMMUNIKATION ist hier wohl das Zauberwort. Formulierungen, wie „was man erwarten sollte“ sind da wenig realistisch, da hier jeder seine eigene Erwartungshaltung und Maßstab hat. Insbesondere, wenn sich Kunden selbst halt halbe Profis verstehen, MÜSSEN sie ihre Wünsche klarer umreißen können – oder dem Fotografengespür vertrauen.

    Schlußendlich gbt es aus o.g. darstellung keinen echten Reklamationsgrund in Richtung Fotografen (soweit man dies aus o.g. Infos entnehmen kann!)
    Gruß aus Wuppertal

    Holger Reich

  • Als Hochzeitsfotograf bekommen man oft schwierigkeiten, wenn die Lichtverhältnisse schlecht werden, eine Dunkle Kirche oder Standesamt ist nicht Hell genung. Die Kamera stellt nicht automatisch scharf und viele weitere kriterien. Und wenn das blitze auch noch nicht erwünscht wird, ist es natürlich nicht so toll und man kommt schnell in die Hektik. Nun ja das wichtigste ist ruhe bewahren. Wenn das Blitzen nicht erlaubt muss man die ISO zahl hochdrehen, leider liefern nur sehr professionelle Reportage Kamera einigermaßen akzeptable Aufnahmen wie z.B. Canon 1d x.
    Max empfohlene ISO 800 und versuchen die belichtungszeit so weit unten zu halten das die Bilder scharf sind. Versuchen SIe in solche Fall einen Weitwinkel Objektiv zu verwenden, bei Weitwinkel-Objektiven kann man mit längeren Verschlusszeiten schärfere Bilder bekommen als z.B. bei Standard 50mm. Man sagt immer die längste Verschlusszeit Freihand entspricht der Brennweite. 50mm 1/50 20mm 1/30. In solchen Belichtungsspielräumen kann man auch die ISO-Zahl etwas reduzieren ca. auf 400 ISO dadurch erreicht man weniger Bildrauschen.
    Wenn aber keine Möglichkeiten mehr gibt, sehe ich leider keine andere Möglichkeit als trotz verbot zu blitzen, wenigsten bei Ringetausch 😉 und das das Blitzen nicht so stört am besten gegen die Decke den Blitz reflektieren lassen und ja meistens beschwert sich niemand, wenn man nicht ständig blitzt.
    Ich hoffe mein Tip kann euch weiter helfen 🙂 Schöne grüße aus Bayern.
    http://www.fotografie-loban.de

  • Ja was soll man da jetzt noch machen?

    Die Kundin wird nicht einsehen, dass es so nun doch richtig war und die Fotografin wird diese Bilder nicht nochmal neu machen können.
    Für mich gibt es da nur einen Weg und den geht man vorher! Ich rede so oft mit Kollegen und sage immer wieder kalkuliert die Zeit für ein vernünftiges Kennenlernen mit ein. Lernt euch kennen und zeigt ganz klar was von euch erwartet werden kann. Habt Beispiele dabei und steht für Fragen immer zur Verfügung. Ich klopfe auf Holz, dass ich bisher wirklich immer der Anforderung gerecht werden konnte. Dies liegt aber Sicherheit auch daran, dass meine Paare einfach vorher Wissen was sie erwartet.
    Im Interview mit Michael für Fotografr.de gehts auch genau darum! Schaut euch die Wohnung an, lernt das Paar kennen und macht sie glücklich. Der Beste Kunde ist nicht der Kunde sondern der Evangelist, denn der empfiehlt dich nicht nur überall weiter, nein er ergreift Partei und besteht darauf das du der Beste ist. Ich weiss das klingt jetzt alles nach Wusa und Tee Sit-ins im Schneidersitz aber es gibt keine bessere Werbung als absolut zufriedene Kunden.
    Ich wurde neulich auf meiner FB Seite angeschrieben, dass die neue Followerin eigentlich selbst Hochzeiten fotografiert aber auf ihrer letzten ein ehemaliges Brautpaar von mir war, welches dermaßen von mir schwärmte, dass sie mir nun folgen müsse 😉
    Besser kann die Werbung doch nicht sein oder? Natürlich kostet sowas Zeit aber hey, dann macht eben 5 Hochzeiten weniger preist die Gespräche ordentlich mit ein und habt zufriedene Kunden, dies ist einfach langlebiger.
    So ich glaube nun habe ich genug Romane verfasst und lege mich besser mal ins Bettchen bevor ich mich hier noch um Kopf und Kragen rede 😉

  • Steffen sagt:

    Ich fotografiere sehr wenige Ganztagesbegleitungen genau aus solchen Gründen.
    Mir braucht keiner erzählen das bei einer Tagebegleitung alles nach Plan läuft und er alles so hinbekommt wie das Brautpaar es gerne hätte.
    Wenn man 12 Stunden permanent fotografiert und ständig konzentriert sein muss, ist meiner Meinung nach beim Fotografen irgendwann die „Luft“ raus.
    Hinzukommt das die meisten Fotografen so einen Tag alleine bestreiten, also ohne Assistenten. Da kann es schon passieren das sich Gäste vor dem Fotografieren drücken oder für das Brautpaar wichtige Sachen einfach nicht schnell genug erkannt werden da man mit anderen Sachen beschäftig ist, wie Gäste fotografieren.
    Wenn ich eine Reportage in einer Kirche mache fotografiere ich auch mit einer relativ offenen Blende. Wenn interessiert den wie wer in der Kirche schaut?
    Die Konzentration sollte auf dem Brautpaar liegen und das ist scharf! Auch mit Blende 2,8!
    Oft hat man in der Kirche auch nicht den besten Platz als Fotograf. Da steht dann noch der Videofilmer rum, der Herr Pfarrer sorgt auch dafür das man sich nicht so bewegen kann wie es vielleicht nötig ist! Also alles nicht immer so wie es sich das Brautpaar vorstellt.
    Man sollte aber auf jeden fall ein genaues und intensives Vorgespräch führen! Wenn nötig auch öfter.
    Ein Muss ist es sich vorher die Gegebenheiten anzusehen. So kann man sich perfekt auf den Tag einstellen…was brauch ich für Objektive, wie viele Kameras braucht man usw.
    Ich finde man sollte nur Sachen anbieten die man auch gerne macht, den nur so kann man die richtige Leistung, für den Kunden und einen selbst, bringen.

  • Andreas sagt:

    Hört sich für mich aus der Ferne eindeutig nach einem Kommunikationsproblem an. Gab es ein Vorgespräch bei dem die Wünsche angesprochen wurden? Man darf nie davon ausgehen, dass der andere die gleichen Vorstellungen von gelungenen Fotos im Kopf hat, wie man selbst. Dieses „Bild“ muß vorher ab- bzw. angeglichen werden. Unbedingt!
    Deshalb überschütte ich meine Paare beim persönlichen Gespräch sprichwörtlich mit Fotos und frage, ob das das ist, was sie sich vorstellen.

  • Ohne die Bilder zu sehen kann man sich kein Urteil bilden.Offenblende ist normal.Und das Brautpaar ist auch wichtig,besonders in der Kirche.Nun gut…es wäre besser wenn ev noch ein Assistent dabei gewesen wäre,um halt von oben und von vorne noch ein paar Aufnahmen mit einem Weitwinkel gemacht hätte um die Gäste noch abzubilden.Alleine das einige Familienmitgleider mal aufstehen und miten im Gang mit ihrem Handy BIlder machen erschwert einem die Arbeit oder wenn der Pfarrer das Blitzen verbietet.Da steckt man nicht drin.

  • Angelika sagt:

    Mein Mann ist auch Hobbyfotograf. Wir haben uns zu unserer diesjährigen Hochzeit einen Fotograf ausgesucht, der uns auf den Internetseiten mit seinen Fotos ansprach, d. h. nicht immer „das gleiche“ darstellte. Wir hatten das persönliche Gespräch im Vorfeld gesucht, gezielt Wünsche z. B. keine Schwarz-weiß-Fotos abgesprochen, extra jemanden aus unserem Heimatort genommen, da wir glaubten, dass somit Orte für Foto-Shooting bekannt sind. Im Vorfeld haben wir vom ausgewählten Ort der Fotos selber Bilder gemacht und ihm zugeschickt. Somit konnte er sich auf die Gegebenheiten einstellen. Ein guter Fotograf fährt sogar vorher dorthin, um sich selber schon mal vor Ort einen Eindruck zu verschaffen. Leider fehl am Platze.
    Am Tag der kirchlichen Trauung haben wir unserem Fotograf Tipps gegeben, wie, was und wo fotografiert werden könnte. Wir wiesen nochmals drauf hin, warum werden bei Aufnahmen Füße/Hände abgeschnitten, Fotos von Details wurden gar nicht gemacht bzw. bekamen wir erst gar nicht zu sehen. Wo viele Fotos gemacht wurden, auch diese bekamen wir nicht zu sehen. Insgesamt haben wir für 6 Stunden 1000 € lt. Vertrag im Voraus bezahlen müssen. Wir wollten ja auch nicht am Tag der Hochzeit ohne Fotograf dastehen. Nun sind wir ziemlich enttäuscht und sauer. Wir haben eine E-Mail an den Fotografen geschickt, mit den Gründen für eine Nachbesprechung. Welche Möglichkeiten haben wir rechtlich. Aus unserer Sicht, wie hier im Internet der Fotograf seine Bilder darstellt weicht gewaltig von unseren Hochzeitsfotos ab. Wer und wie wird geprüft, ob das hier überhaupt alles rechtlich ok ist?

    • Liebe Angelika,

      eine Rechtsberatung ist hier leider nicht möglich. Ich würde das persönliche Gespräch mit dem Fotografen suchen und ihm Deine Unzufriedenheit erläutern.

      Bedenke dabei aber bitte auch, dass 1.000 Euro zwar eine Menge Geld ist, aber für einen Hochzeitsfotografen wegen des großen Aufwands und der Verantwortung bei der Hochzeitsfotografie eher am unteren Ende der Preisskala liegt.

      Viel Erfolg
      Michael

Hinterlasse eine Antwort

shares