Bildbearbeitung

Ralf Mack: Erstellen einer Fotomontage

Von 11. März 2010 7 Kommentare

Das ist ein Gastbeitrag von Ralf Mack, der sich in seinem Werbe- und Fotostudio unter anderem mit Bildbearbeitung und Composings beschäftigt.

Ralf gibt sein Wissen in Seminaren zur Bildbearbeitung und Studiofotografie weiter und beschreibt in dem folgenden Artikel, wie er auf die Idee zu seinem Bild „Sensorreinigung“ gekommen ist und wie er sie dann umgesetzt hat.

Die Mörder- Idee – aber woher??

Das ist für viele Fotografen das eigentliche Problem. Ich werde immer wieder gefragt: Woher hast Du deine Ideen? Meine Antwort: Die liegen überall herum. Nehmen wir mal das Beispiel Sensorreinigung: Naheliegend für jeden Fotografen. Das haben viele schon selbst gemacht und viele trauen sich gar nicht dran. Es gibt eine Menge gute und schlechte Tutorials im Web wie das geht und was man dazu braucht. Ich habe aber noch nie ein Bild darüber gesehen. Die Idee kam mir als ich einem guten Freund geholfen habe, dessen Sensor zu reinigen. Dabei war ständig seine Angst: Hoffentlich klappt das, hoffentlich geht nix kaputt … Wir haben dann auch eine Menge Blödsinn geredet und dabei kam mir schon der erste Gedanke zu einer lustigen Montage.

Abwägen der Möglichkeiten

Dabei überlegte ich, welche Möglichkeiten ich habe und wo und wie ich die Idee umsetze. Durch meine gute Verbindung zu Sigma bekam ich einen Kamera-Totalschaden zur Verfügung gestellt. Als Location kam hier nur mein Studio in Frage und die Accessoires waren auch schnell in der Garage und im Fotoschrank gefunden. Ich musste mir nur noch einen weißen Malermantel und eine Kopflampe kaufen.

Ein Scribble hilft ungemein weiter

Vorher habe ich die Idee konkretisiert und einige Scribbles angefertigt um den Bildaufbau schon mal vorher zu testen.

Das Shooting

Ich wollte rieselnden Sand fotografieren und so habe ich die Kamera komplett zerstört und ein Loch durch das Gerät gebohrt (Video). Ich wollte den Sand im Shooting rieseln lassen und nicht als Montage hinzufügen. Also musste ich eine Konstruktion erstellen, die dies ermöglicht. Das war viel schwieriger, als ich mir das vorgestellt habe, denn der Sand hat eine Eigendynamik und ist nie so gerieselt, wie ich das wollte und außerdem war der immer ganz schnell durchgelaufen und musste oben wieder eingefüllt werden. Die Utensilien wurden aufgebaut und das Licht gesetzt.

Post Production am Rechner

Nachdem ich das finale Bild ausgewählt habe, ging es an die Bildbearbeitung. Hier ist mir die kontrastreiche Bildbearbeitung sehr wichtig, die ich auch schon bei der Fotografie durch Streiflichter von hinten vorgesehen habe. Aber nicht übertreiben! Auch von vorne muss genügend Licht vorhanden sein, um auf dem Rechner die Kontraste schön herauszuarbeitenund notfalls etwas korrigieren zu können.

Der Sand wurde aus einem anderen Bild übernommen und digital eingefügt. In den Hintergrund habe ich im Verrechnungsmodus „Weiches Licht“ eine Struktur eingefügt und mit einer Maske auf den Hintergrund begrenzt. Die erste leichte Kontrastkorrektur mit NIK Tonal Contrast angewendet.

Auch auf dem Tisch habe ich wie oben beschrieben Strukturen eingefügt und maskiert und das „Reinraum“-Schild im Hintergrund aufgrund fehlender Vorlage nach einem Internet-Thumbnail nachgebastelt.

Nun die Kontraste per Hand herausgearbeitet. Dazu lege ich eine neue Ebene an, fülle diese mit 50% grau und setze diese auf den Ebenenmodus „Weiches Licht“. Nun wird mit einem weichen Pinsel und geringer Deckkraft (ca. 10%) mit der Farbe weiß aufgehellt.

Am Schluss noch eine Prise Tonal Contrast und scharfgezeichnet mit „Unschärfe Maskieren“. Die Filterarbeiten und die Schärfung wende ich nie auf das gesamte Bild an, sondern immer nur auf die dafür vorgesehenen Bereiche mit einer Maske.

Das war´s dann auch. Insgesamt ca. 2 Stunden Fotoshooting und etwa 5 Stunden Photoshop.

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