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M42-Adapter auf Nikon Z Mount von K&F Concept (M42-NIK Z): Test

K&F Concept liefert einen M42 Adapter für die Anpassung von Objektiven mit M42 Anschluss auf Nikon Z Mount. Niels P. Carstensen (kunstwerkbild.de) hat ihn getestet

M42 Objektivgewinde

Simpel, zuverlässig und herstellerunabhängig: bis in die 1980er Jahre erfreute sich das M42 Objektivgewinde großer Beliebtheit. Vor allem die Kamera- und Optikhersteller jenseits des eisernen Vorhangs wie Praktika und Carl Zeiss Jena setzten auf diesen Objektivanschluss.

Foto Quelle sorgte für die Verbreitung dieser Kameras im Westen. Pentax fertigte professionelle Optiken mit dem M42 Anschluss, den auch Mamiya, Olympus und Fuji nutzten.

M42 Objektivadapter

Die Anpassung der M42 Objektive an moderne Digitalkameras ist nicht schwierig. In erster Linie muss der Adapter den Abstand des Objektivs zur Sensorebene korrigieren, das sogenannte Auflagemaß. Das Auflagemaß für M42 beträgt 45,46 mm, gemessen bis zur Oberfläche des Films, beziehungsweise 45,5 mm bis zur Filmandruckplatte.

In der Nikon Z sitzt der Sensor nur 16 mm hinter dem Bajonett (und verstaubt entsprechend rasch). Der Adapter muss das M42 Objektiv also einfach nur weitere 29,46 mm von der Kamera weg halten.

Mehr hat ein M42 Adapter nicht zu tun. Die meisten M42 Objektive verwenden einen kleinen Metallstift, um die Blende von der Kamera auf den gewählten Wert schließen zu lassen.

Der K&F CONCEPT Adapter drückt diesen Stift mechanisch und dauerhaft. Der M42 zu Nikon Z Adapter von K&F CONCEPT verbindet, wie die vergleichbaren Produkte von Novoflex, Pholsy oder Urth, M42 Objektiv und Nikon Z Kamera rein mechanisch.

M42 auf Nikon Z Mount Adapter

KENTFAITH hat mir für diesen Artikel einen Adapter “KF,M42-NIK Z” für M42 Objektive an Nikon Z Kameras überlassen. K&F liefert den Adapter in einer kleinen Kunststoffbox, eingepackt in Luftpolsterfolie. Ohne die Folie rattert der Adapter in seiner Schachtel etwas umher.

Anders als beim FTZ ist kein hinterer Objektivdeckel dabei. Es lohnt sich, einen LF-N1 zu erwerben und auf dem Adapter zu lassen. Damit steckt er fest in der Schachtel und man hat beim Objektivwechsel gleich einen Deckel zur Hand.

Der Adapter ist sehr gut verarbeitet und passt sanft aber exakt an das Bajonett meiner Nikon Z6. Das M42 Gewinde besteht aus einem separaten Stück Metall, das von vier kleinen Madenschrauben gehalten wird.

Diese Konstruktion wird von praktisch allen Adaptern aus dem Reich der Mitte verwendet. Nur Novoflex scheint seinen Adapter aus einem Stück zu fertigen. Ein eigenes Stativgewinde, wie der Nikon FTZ Adapter, hat der Adapter von K&F CONCEPT nicht. Zum Glück. So ist der Objektivwechsel bei auf dem Stativ montierter Kamera deutlich einfacher.

Für ein paar Testaufnahmen habe ich mein Asahi Pentax Super-Multi-Coated Takumar 35 mm f=3.5 von 1971 in den Adapter geschraubt. Wie erwartet drückt der Adapter den Blendenstift in das Objektiv; der AUTO / MAN Schalter des Takumar kann in der AUTO Stellung bleiben.

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Zum Vergleich habe ich einen M42 / Nikon F Adapter von Hama in den Nikon FTZ gesteckt und dasselbe Takumar an meiner Z6 auch mit dieser Kombination benutzt.

Die Z6 hat mit rein mechanischen Objektiven kein Problem. Außer der Vollautomatik können alle Funktionen für die automatische Belichtung verwendet werden und arbeiten immer als Zeitautomatik. In den Einstellungen können Lichtstärke und Brennweite des Objektivs eingetragen werden. Diese Informationen schreibt die Z6 allerdings nur dann in die Metadaten, wenn man den Nikon FTZ verwendet.

Ein Adapter ohne Chip, wie der von K&F CONCEPT, führt dazu, dass die manuell eingegebenen Objektivdaten nicht in den Metadaten der Bilddatei landen. Diesen Schritt kann man sich also sparen.

Ohne Autofokus

Natürlich gibt es keinen Autofokus. Es gibt auch keinen Schärfeindikator im Sucher, doch die Lupenfunktion fürs manuelle Scharfstellen funktioniert. Der elektronische Sucher liefert immer ein deutliches und helles Sucherbild, auch wenn das Objektiv stark abgeblendet wird.

An keinem Kameratyp sind diese alten Objektive einfacher verwendbar als an einer spiegellosen Digitalkamera wie der Z6, und kein modernes Nikon-Objektiv lässt sich so angenehm manuell fokussieren wie ein gut erhaltenes Takumar.

Erfahrungen mit dem M42 Objektiv-Adapter

Um zu prüfen, ob der K&F CONCEPT Adapter das Objektiv an der richtigen Stelle hält, habe ich mit der Z6 und dem Takumar 1:3.5/35mm einen Blick über die Liegeplätze im Rostocker Stadthafen geworfen.

Z Nikkor 3.5

Die markierten Ausschnitte entsprechen einer 200% Ansicht auf dem Bildschirm; wir betreiben Pixel-peeping auf hohem Niveau.

Am Fokusring des Objektivs musste beim Hama Adapter eine Entfernung zwischen 10m und Unendlich eingestellt werden, um den Hintergrund scharf abzubilden. Beim K&F Adapter musste ich den Fokusring des SMC Takumar 35mm bis zum Anschlag auf Unendlich drehen. 

Das SMC Takumar 35 mm liefert an beiden Adaptern bei Offenblende f=3.5 denselben Schärfeeindruck.

Z Nikkor 3.5

Die Aufnahme ganz rechts zeigt, welche Fortschritte das Objektivdesign in den letzten 50 Jahren gemacht hat. Schärfe und Auflösung des Nikkor Z 35/1.8S sind dem alten Pentax-Design sichtbar überlegen – sichtbar jedenfalls bei 200%iger Vergrößerung. Beim Abblenden auf f=8 steigert sich das Takumar zwar noch mal deutlich, erreicht die Leistung des neuen Nikkor aber nicht.

Wie sieht es mit der Bildqualität an den Rändern aus? Alle Optiken verlieren zum Rand hin an Schärfe, insbesondere bei offener Blende.

Z Nikkor 3.5

Die Korrekturlinse des Hama M42 / Nikon F Adapters erzeugt deutliche Überstrahlungen und Unschärfen. Im K&F Adapter beginnt der Hintergrund leicht zu verschwimmen, zeigt aber noch Details. Das moderne Z Objektiv liefert auch in den Randbereichen eine ausgezeichnete Abbildungsqualität.

Ich konnte noch zwei weitere M42 Objektive von Pentax am K&F CONCEPT Adapter testen. Bei meinem SMC Takumar mit 28mm Brennweite lag der Schärfepunkt für Unendlich kurz hinter der 7m-Marke. Ein anderes SMC Takumar 35mm fokussierte bereits kurz vor dem Anschlag auf Unendlich. Und auch ein SMC Takumar 1:2.5/135 musste nicht ganz bis an den Anschlag gefahren werden, um weit entfernte Objekte scharf abzubilden.

Am SMC Takumar 1:2.5/135 lässt sich, wird es ganz in den Adapter eingeschraubt, die Blende nicht mehr verstellen. Wie alle Pentax Takumare für Offenblendenmessung verfügt auch dieses über einen Hebel, der die Stellung des Blendenrings an die Kamera überträgt. Bei meinem Exemplar ragt dieser Hebel so weit in den Adapter, dass er sich dort festklemmen kann.

Tele-Takumar im Adapter

Vielleicht habe ich ein problematisches Exemplar des 135mm Objektivs erwischt. Bei den 35mm Objektiven und dem 28mm Objektiv trat dieses Problem nicht auf. Dort ist der Hebel kürzer und schmaler.

Der Hebel klemmt an dem Steg, der auf den Blendenstift drückt. Dieser Steg ist notwendig für M42 Objektive, bei denen man die Springblendenfunktion nicht abschalten kann (Objektive ohne A/M-Umschalter) und, soweit ich sehen konnte, bei allen M42 Adaptern üblich.

Fazit

Die Optiken der 70er waren nie für die Auflösung heutiger Sensoren konstruiert und selbst die exzellenten Takumare können modernen Standardoptiken (samt deren in die Kamera eingebauten Korrekturalgorithmen) nicht das Wasser reichen.

M42-Adapter für das Nikon F Bajonett verschlechtern konstruktionsbedingt die Bildqualität und lassen die alten Objektive wahrhaft alt aussehen.

Die Objektivhersteller haben in den 1970er Jahren den M42 “Standard” großzügig interpretiert. Mit all meinen Takumaren klappte die Fokussierung auf Unendlich einwandfrei, aber kleine Unterschiede gab es sogar zwischen verschiedenen Exemplaren derselben Optik.

Der von Pentax benutzte Übertragungshebel für die Offenblendenmessung passte bei drei meiner vier Takumare gut in den Adapter; bei einem blockierte er die Blende. Das sind nur die Unterschiede bei Pentax – es gab damals sieben verschiedene Lösungen für die Übertragung des Blendenwertes an die Kamera. Die Chancen, dass alles passt, sind gut, aber wer eigene Optiken mit dem Adapter verwenden will, sollte vor Ablauf der Widerrufsfrist prüfen:

  • Lässt sich das Objektiv auf Unendlich fokussieren?
  • Lässt sich die Blende auf alle Werte einstellen?

Wenn alles passt, holt man mit Adaptern wie dem M42 zu Nikon Z von K&F CONCEPT die bestmögliche Qualität aus diesen oft wertig und dauerhaft konstruierten Optiken.

Und wenn der Adapter in der Fototasche bleiben soll, einen hinteren Objektivdeckel besorgen!

K&F Concept M42-NIK Z Bajonettadapter Objektiv Ring für M42 Objektiv auf Nikon Z 7 und Nikon Z 6 Spiegellose Vollformatkamera
  • Mit diesem Adapter können Sie M42 Objektiv an Nikon Z Mount Spiegellose Vollformatkameras, z.B Nikon Z 7 / Nikon Z 6 verwenden
  • Die Fokussierung ins Unendliche ist mit diesem Adapter möglich
  • Kein Autofokus. Die Scharfstellung sowie die Blende-, Fokus- und Zoomeinstellung erfolgen manuell am Objektiv

* Amazon Links sind Werbelinks, letzte Aktualisierung am 25.02.2024

Autor dieses Beitrags ist Niels P. Carstensen

Niels Carstensen

Niels P. Carstensen unterstützt Künstler und Museen mit fotografischen Dienstleistungen. Dazu gehören Reproduktionen, Objektfotografie, Architekturfotografie, Künstlerporträts und die Dokumentation von Ausstellungen.

In Rostock baut er zur Zeit ein Fotolabor auf, um wieder klassische Gelatineabzüge von Filmnegativen anfertigen zu können. Für freie Arbeiten stellt er sich hin und wieder selbst vor die Kamera.

Website: kunstwerkbild.de

2 Kommentare zu „M42-Adapter auf Nikon Z Mount von K&F Concept (M42-NIK Z): Test“

  1. Lieber Herr Omori,
    vielen Dank für diesen Erfahrungsbericht. Dass die Eingabe der Objektivdaten sinnlos sei, stimmt nicht, zumindest im Fall der Brennweite. Denn auch wenn bei rein mechanischen Adaptern keine EXIF-Objektivdaten abgespeichert werden, funktioniert die Sensor-Bildstabilisierung trotzdem, und die ist ja auf die Information angewiesen, welche Brennweite das Objektiv hat. Bei meiner Z5 bin ich allerdings beschränkt auf die Auswahl der vorgegebenen Werte. Die alten Pentax-Brennweiten 40, 120 und 150 mm sind z. B. nicht dabei, aber sonst so ziemlich alles, was ich mir vorstellen könnte. Wie es bei den höheren Nikon-Modellen aussieht, weiß ich nicht. Und bei Zoom-Objektiven wird es natürlich müßig, aber m. E. liegt der Reiz sowieso eher in den Festbrennweiten. Nach einem Wechsel der Brennweiteneinstellung muss meine Kamera übrigens aus- und eingeschaltet werden, damit die Änderung wirksam wird.
    Beste Grüße

  2. Lieber Herr Theurer,

    vielen Dank für den Hinweis! Wenn der Bildstabilisator die Daten verwendet lohnt sich die Eingabe natürlich.

    Die Nikon D810 übernimmt die Daten mechanischer Objektive immer in die EXIF Daten – dafür ist der Menüeintrag SYSTEM -> Objektivdaten ja da. Bei der Z6 heißt dieser Menüpunkt sogar „Daten für Objektive ohne CPU“, benötigt aber offenbar doch die im FTZ verbaute Elektronik.

    Auch die Z6 und die D810 bieten nur eine Auswahl an Brennweiten an. Nach 35 kommt 43, nach 105 folgt 135, dann 180. Die notwendigen Kombinationen von Blende und Brennweite lassen sich für bis zu 20 Objektive speichern. Mit der Auswahl eines Objektivs ist die Änderung wirksam; ein Neustart ist nicht notwendig.

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