Foto-Business

Verdient man als Fotograf genug Geld, um davon leben zu können?

Fotograf mit Kamera


Das ist ein Betrag aus der Reihe „Fragen an FOTOGRAFR“:

Sascha schreibt mir

Guten Abend Herr Kirchner,

vielen Dank für Ihren informativen und hilfreichen Newsletter.

Ich beschäftige mich seit längerem damit was die Fotografie in Zukunft erwartet. Gibt es da noch gute Aussichten auf einen Einstieg in die Selbstständigkeit ab dem Jahr 2014? Die technische Ausrüstung wird ja immer zugänglicher. Daraus resultiert auch meine Frage.
Für mich ist es auch ein aktuelles Thema, da ich auch den Einstieg vollziehen will.

Ich freue mich auf ihre Rückmeldung

Viele Grüße
Sascha

Danke, Sascha, für Deine Frage.

Es ist natürlich klar, dass es darauf keine allgemeingültige Antwort geben kann. Ich habe in den letzten Jahren viele Fotografen kennengelernt, die gut von ihrer Arbeit leben konnten, aber leider auch viele, die das nicht konnten.

Der Fotografenberuf ist ständig in Bewegung. Die Konkurrenzsituation ist hoch und wird immer stärker. Jeder, der Fotos braucht, hat einen Kumpel, der Fotograf ist und die gewünschten Fotos zum Freundschaftspreis liefert. Viele Fotografen bieten ein Fotoshooting zum Dumping-Preis an, um ins Geschäft zu kommen und Fotostudio-Ketten und Coupon-Vermittler machen ihre Umsätze auf dem Rücken der kleinen Fotografen.

In diesem Haifischbecken kann man nur überleben, wenn man ganz besondere Fähigkeiten hat. Die Ablieferung technisch und inhaltlich einwandfreier Fotos reicht schon lange nicht mehr. Eine gute Positionierung und ein konsequentes Selbstmarketing, das zur eigenen Zielgruppe passt, sind sehr wichtig. Dazu kommen betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie Fähigkeiten zur eigenverantwortlichen Planung und Organisation seiner Arbeit.

Viele dieser Themen schule ich in meinen Trainings.

Aber trotz aller Kenntnisse bleibt es schwierig, das Wissen in die Praxis umzusetzen und erfolgreich von der Fotografie leben zu können.

Wer unsicher ist und danach fragt, ob es sich lohnt, Fotograf zu werden, dem würde ich in jedem Fall abraten. Nur diejenigen Personen, die so sehr für die Fotografie brennen, dass sie sich um nichts in der Welt von diesem Weg abbringen lassen, werden es schaffen.

Das ist so ähnlich wie die Geschichte mit der Hummel:

Die Hummel hat 0,7 cm² Flügelfläche und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unmöglich, bei diesem Verhältnis zu fliegen.
Die Hummel weiß das nicht und fliegt einfach.

Eigentlich kann man in der heutigen Zeit als Fotograf nicht überleben. Aber es gibt Fotografen, die scheren sich nicht drum sondern machen es einfach 😉

Wie sehen das meine Leser? Kann man einem jungen Menschen heutzutage noch guten Gewissens empfehlen, Fotograf zu werden?

Das wird Dir auch gefallen:

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

31 Kommentare

  • Ich bin seit ca. 4 Monaten selbstständig und sehe das genau so. Um an interessante Aufträge zu kommen, bedarf es schon ziemlich viel Eigeninitiative und teilweise bin ich schockiert, wie niedrig die Tagessätze von richtig großen Firmen sind.

  • Frank sagt:

    Hihi…sehr gutes Zitat mit der Hummel :)))

    VG
    Frank

  • Ralf Schmitz sagt:

    Hey Michael.

    Cooler Artikel, spannende Gedanken. Wir haben uns ganz bewusst gegen die (teilweise) Selbstständigkeit entschieden. Wir wollen fotografieren, weil wir Spaß dran haben. Geld verdienen wir woanders, wo es leichter ist. Hat auch den großen Vorteil, dass ich zu 100% entscheiden kann, was ich fotografieren will. Ein bezahlter tut, was der Kunde will (sehr vereinfacht dargestellt). 😉
    Also steht für mich fest: Ich bleibe stolzer Hobbyfotograf und verdiene Geld woanders.
    Liebe Grüße

    Ralf

  • Medienbüro Nord sagt:

    Ich komme sehr gut damit klar, vor Ort von der Konkurrenz als „wilde Hummel“ bezeichnet zu werden 🙂

  • Ich sehe das wie Michael. Man sollte wirklich so sehr dafür brennen, dass man sich nichts anderes vorstellen kann. In einigen Fällen wurden Leute krank, weil sie es entgegen ihrer Überzeugung doch mit einem „vernünftigen“ Job versuchten (Michael hatte hier mal einen Blog verlinkt).
    Wenn es so weit ist, wird Geld nebensächlich und die Selbstständigkeit bringt wirklich Freude.
    (Und es gibt selbst dann immer mal schwache Momente, in denen man sich in ein warmes Büro mit festem Einkommen zurückwünscht. Dann braucht man das innere Feuer, um sich wieder aufzurichten.)
    Wer finanzielle Sicherheit sucht, hat wahrscheinlich mehr Spaß in einem „ordentlichen“ Beruf, der ausreichend Geld abwirft, dass man die Fotografie als intensives Hobby betreiben kann.

  • Bin selbstständige Fotografin und kann natürlich von meinem Arbeit leben, sonst hätte ich es nicht gemacht. Aber man muss wirklich, was wirklich Besonderes auf die Beine stellen um heut in der Branche zu überleben. Einer der einen kennt, um einen zu kennen,damit er zu dir kommt, so läuft das Heute. Als Angestellter Fotograf ist es aber wohl auch nicht besser! Ich kann nur jedem „Neuling“ sagen, das er die Tätigkeit als solche nicht als Hauptberuf sondern als Nebenerweb gestalten sollte um zu überleben!!

    Liebe Grüße Bianca

  • Oliver Wand sagt:

    „Gibt es gute Aussichten, wenn ich mich damit Selbstständig mache?“ ist in fast allen Bereichen der Selbstständigkeit heutzutage die falsche Ausgangsfrage. Es gibt kaum noch Nischen, die noch nicht Besetzt sind. Aber alles hat seinen Markt. Und Geld verdienen lässt sich immer. Die Frage ist vielmehr, wie man für sich „gute Aussichten“ definiert.
    Wenn man sich darüber bewusst ist, dass man mit Beginn der Selbstständigkeit per se erstmal deutlich weniger Geld zur Verfügung hat als ein Festangestellter, dass man dann 7 Tage die Woche richtig hart ackern wird müssen (und das für die nächsten JAHRE! – Verabschiede Dich mal vom Gedanken die nächsten Jahre entspannt mehrwöchigen Urlaub zu machen), dann stellt man sich die Frage nach einer „guten Aussicht“ eigentlich nicht sondern MACHT! 🙂

  • Die Frage lässt sich m.E. nur in zwei Teilen beantworten.
    Zum Einen: Was erwarte ich vom „Leben“ – soll heißen, welchen Lebensstandard strebe ich an?
    Zum Anderen: In welchem Bereich der Fotografie will ich versuchen, mein Geld zu verdienen?
    Reich und berühmt werden wohl heutzutage nur noch die Wenigsten. Schraubt man seine Ansprüche zurück, ist ein gutes Auskommen bei entsprechendem Talent und Fleiß möglich – wie wohl in nahezu jedem kreativen Beruf.
    Zunehmend schwieriger wird es wohl heutzutage, einen Bereich zu finden, der einem das angestrebte Einkommen dauerhaft sichert. Ein klassisches Porträtstudio ernährt heute nur noch schwerlich einen Fotografen und ggfs. seine Familie. Mit Stockfotografie reich wird wohl auch kaum noch jemand – das hat Yuri Arcurs schon erledigt. Industriefotografie? Erfordert einen hohen technischen Aufwand und verursacht entsprechende Kosten. Presse? Bis auf einige wenige Ausnahmetalente werden Pressefotografen heutzutage von den Verlagen nur noch ausgebeutet. …

    Klingt alles sehr negativ? Mag sein – ist aber wohl auch realistisch.
    Und trotzdem glaube ich, dass jemand, der Talent, ein wenig Glück und viel Fleiß mitbringt, heute noch als Fotograf das Fliegen lernen kann. 🙂

  • thomas sagt:

    Hallo Sascha,

    wie Dir ging es mir vor einigen Jahren. Ich habe damals VOR dem Selbstständigmachen genau geschaut, was ich für Möglichkeiten habe, Geld zu verdienen. Ich meine damit, dass ich eine befreundete Werbeagentur hatte, für die ich schon ein paar Sachen zuvor gemacht hatte. Dort, das wusste ich würde ich auch weiterhin Jobs platzieren können. Dazu war ich ganz gut im Geschäft bei einer Tageszeitung, die mich oft zu irgendwelchen Terminen schickten. Dazu habe ich mich am Anfang, um Geld zu verdienen, bei einem Schul- und Kindergartenfotografen verdingt. Das war, im Gegensatz zu den anderen Sachen, schrecklich, aber es hat hinterher wenigstens ein bisschen in der Brieftasche geraschelt. Widme Dich in der Zeit, die übrig bleibt dem Aufbau Deines Business.
    Dazu kommt, wie hier schon angeklungen ist, wie Du Deine Fotos am Markt platzieren willst. Bei einem Workshop zum Thema Hochzeitsfotografie habe ich eine Teilnehmerin klagen hören „Ich kriege immer nur die Hochzeiten in dunklen billigen Schützenhäusern mit den Plastikthermoskannen auf den Tischen und den Plastiksträußen als Deko. Ich will auch diese Hochzeiten mit Schloß, Rolls Royce und wunderschöner Braut“. Das Problem war, dass sie die Fotos von den Hochzeiten, die sie nicht wollte, als Referenzen auf ihrer Website hatte (mal ganz davon abgesehen, dass sie diese Hochzeiten hasste. und wie willst Du gute Fotos von etwas machen, das Dir tierisch auf den Keks geht?). Du kriegst, was Du anbietest.
    Und mach es nicht, wie viele Fotografen, die sich sagen „Ja, wenn ich das 85mm f1.2 hätte, dann könnte ich auch so gute Fotos machen.“ Also sparen sie auf das Teil monatelang, kaufen es und wundern sich, dass ihre Fotos noch genau so aussehen, wie vorher. Investiere neben Deinem Selbstmarketing (wie hier schon erwähnt) unbedingt auch in Dein Know-How. Lies Bücher. Nicht diese „Die besten Photoshop-Tipps der Profis“ oder „Wie mache ich prima Urlaubsbilder“, sondern eher solche wie zum Beispiel „Erfolg als Fotograf“ (wird hier im Blog auch angeboten ;0) oder als Beispiel zwei die BFF-Bücher „Basiswissen“ und „Verträge“.
    Mach bei Workshops mit. Such Dir Gleichgesinnte. In meiner Stadt gibt es monatlich einen Fotografenstammtisch, wo sich Fotografen aus der Gegend treffen und miteinander Kaffee trinken und sich austauschen. Ganz ohne irgendwelche Augenhackerei und Konkurrenzdenke. Einfach nur, weil so viele Fotografen allein vor sich hin frickeln und dabei auf der Stelle treten und Stunden damit verbringen im Internet nach Ihrem aktuellen Problem zu googlen, anstatt einfach mal einen erfahreneren Fotografen zu fragen.
    Und ich habe die Erfahrung gemacht, das viele gern von Ihrem Wissen abgeben. Vergnazt sind meistens die, die sich selbst nicht weiter entwickeln und glauben, dass sie mit ihren Konzepten, mit denen sie schon die vergangenen fünfundzwanzig Jahre Bilder verkauft haben, immer noch arbeiten können und dann neidvoll ätzen gegen alle, die besser sind als sie.
    Wenn das alles noch nicht ganz stimmig ist, dann warte vielleicht lieber noch ein bisschen mit dem Selbstständigmachen. Wenn Du Spaß dran hast, dann kann es immer noch einer der tollsten Jobs sein, die es so gibt. Wenn auch die Zeiten, in denen man mit Fotografie wirklich Geld verdienen kann, endgültig vorbei sind. Täglich, so habe ich mal gelesen, werden weltweit 8 Milliarden Fotos gemacht. Die Technik wird immer besser und intelligenter (oft sogar besser als die der Nutzer). Digitale Spiegelreflexkameras gibt es mittlerweile für ’nen Appel und ’n Ei. Dazu kommen Bildbearbeitungsprogramme, die auf Knopfdruck (fast) jedes vermurckste Foto noch halbwegs hinbekommen. Wozu sollte man Dich also überhaupt noch engagieren? Wenn Du darauf nicht spontan eine Antwort weißt, dann ist das nicht so gut. In meinem Umkreis hier gibt es einen Fotografen, der (zumindest seiner Website nach) sehr gute Hochzeitsfotos macht. Nun haben mir aber Leute erzählt, dass der menschlich eher ein Misantrop ist. Wenn sich das rumspricht, dann verliert der doch einen Haufen Jobs. Die Leute sollten Dich schon ein bisschen mögen, wenn Du Menschen fotografieren möchtest. Ansonsten fotografieren lieber Produkte oder so.

    So das war’s jetzt. Beste Grüße

  • Martin sagt:

    Ja, wenn du als Fotograf etwas anbietest, was Menschen haben wollen.
    Mein Freund Martin ist ein besonderer Weinmacher, seine Konkurrenz ist viel grösser als meine, denn seine Weine müssen nicht nur gegen Weine aus der Nachbarschaft bestehen, sondern auch noch gegen Weine aus Italien, Spanien, Portugal, USA, und und und. Er macht sich Gedanken wie seine Weine noch besser schmecken können und wie er mit ihnen bei möglichen Kunden sichtbar und schmeckbar wird.
    Es gibt tausende Fotografen, ein Teil davon ist so gut wie du, warum sollte ich mit dir zusammen arbeiten?
    Wenn du diese Frage beantworten kannst, werden es deine Kunden auch können und dann kannst du von deiner Fotografie leben. Ich wünsche dir viel Erfolg auf deinem Weg Sascha.

  • Pascal Meyer sagt:

    Das Zitat mit der Hummel finde ich sehr gelungen. „man mache es einfach“ kann aber auf beide Seiten interpretiert werden. Es gibt die, die die Preise kaputt machen, die keine Ahnung haben aber eine Kamera besitzen. Die machens einfach und oftmals nicht mal schlecht. Dann gibt es eben auch die, die es tun weil sie ihre Arbeit lieben und machens sogar sehr gut und leben gut davon. Auch hier sie machens einfach, weil sie das Auge, das Gefühl dazu haben.
    Ich glaube aber auch wenn man die Fotografie liebt und es unbedingt machen will, wird es gehen. Die Frage stellt sich hier dann aber was ist der Aufwand den ich betreibe und was ist mein Nutzen (monetär). Dann bin ich lieber angestellt und mache zwei, drei Aufträge im Jahr die gut bezahlt sind, da ich auch Nein sagen kann und nicht ja sagen muss.

  • Ralf Badera sagt:

    “ Die Konkurrenzsituation ist hoch und wird immer stärker. Jeder, der Fotos braucht, hat einen Kumpel, der Fotograf ist und die gewünschten Fotos zum Freundschaftspreis liefert. “ Der Kumpel muss nicht mal Fotograf sein. Ich sehe oft, wie begeistert die „Kundschaft“ von Fotos aus einer Spiegelreflexkamera (eines Bekannten/Verwandten) sind, obwohl diese technisch minderwertig sind und nur Erinnerungswert haben. Das heißt, die Ansprüche scheinen teilweise aufgrund der Flut der meist grottigen Handyfotos recht gering zu sein, was die Zahl der „Konkurrenten“ noch mal steigen lässt. Deshalb denke ich auch, dass es schwierig ist, an Kunden zu kommen, wenn man nichts Spezielles, Besonderes anbieten kann – oder natürlich über Vitamin B oder Hartnäckigkeit dran kommt. Vitamin B ist übrigens nicht zu unterschätzen – ich habe schon Publikationen gesehen, die hätte ich mich nicht getraut abzugeben, landeten aber u.a. auf Titel- und Doppelseiten von Katalogen einer namhaften Firma – weil der Fotograf selbst im (erweiterten) Vorstand ist.
    Hinzu kommt, dass man fotografieren muss, was man evtl. gar nicht will, um über die Runden zu kommen. Desweiteren muss man sich selbst einschätzen. Wenn sich nach dem 10. Hochzeitsshooting schon Ernüchterung und Routine einstellt – machen mir die nächsten 500 Hochzeiten dann überhaupt noch Spaß?
    Wer voll im (nicht-fotografischen) Beruf steht und sich überlegt, als Fotograf selbständig zu werden, fängt vielleicht besser mit einem Nebengewerbe an?

  • alexander sagt:

    Hallo Michael,
    Karl Taylor „how to get yourself noticed as a professional photographer“ – mit das Beste, was ich zu dem Thema bislang gehört habe. Viel mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen.
    http://www.youtube.com/watch?v=OmKcA7_jjv4
    Viele Grüße
    Alexander

  • Christian Zumbiegel sagt:

    Also wenn …… (Posting um ….) mit dem was auf ihrer Website zu sehen ist überleben kann, dann sollte es doch eigenltich jeder einigermaßen ambitionierte Hobbyist locker schaffen. Bianca: Bei deinen Preisen solltest Du Shotting lieber Shooting schreiben 😉

  • uli kose sagt:

    Ich kenne eine Menge Freiberufler auch in anderen Berufen, die gerade nur so ihr Auskommen haben. Das wichtigste ist mir allerdings, dass der Job auch nach gut 20 Jahren immernoch Spaß macht und mich regelmässig mit neuen Eindrücken versorgt.
    Wenn du es willst – mach es. . . . nur verabschiede dich von der Idee, ab sofort rund um die Welt zu jetten und nur noch“Traumjobs“ zu machen. Mit viel Glück kommt das vielleicht später

  • @Alex: Irgendetwas stimmte mit Deinem YouTube Link nicht. Ich habe ihn geändert, jetzt müsste er richtig sein. … 😉

  • Ich denke, bei jeder Selbständigkeit ist es ähnlich, nicht nur beim Fotografen. Nur wenn Du brennst, für das was Du tust, gar nicht genug Zeit hast, alle Vermarktungs-Ideen umzusetzen und Bock auf Business (als Selbständiger Was-auch-immer ist man nämlich zur Hälfte immer Unternehmer) hast Du eine Chance. Wer sich vor allem fotografisch ausdrücken und selbst verwirklichen will, sollte es weiter als Hobby betreiben (und dann aus Respekt vor den Vollzeitfotografen nicht schwach werden, wenn für kleines Geld ein großes Shooting angefragt wird).

    In allen Branchen gibt es reichlich Konkurrenz (und wenn man mal der erste irgendwo ist, dauert es nicht lange bis die anderen auftauchen). Und wenn es keine Konkurrenz gibt, dann vermutlich auch keinen lohnenden Markt.

  • Obermair sagt:

    Nun gab es eine Zeit, da musste man noch früher diesen Beruf etwas lernen und eine Ausbildung machen.
    Heute geht der „Fotograf“ in einen Markt kauft sich die Kamera und sagt ich bin jetzt Fotograf. Leider machen die Hobbyfotografen den Berufsfotografen das Leben sehr schwer. Vor 30 Jahren habe ich mal diesen Beruf erlernt, schon “ Lustig“ dass die Kunden sich vom Verhalten kaum geändert haben. Die 1. Bundesliga wird immer noch schlecht bezahlt wie früher, das gleiche gilt auch für Hochzeiten. Der Kunde glaubt einmal auf den Auslöser drücken und schon ist alles fertig.

    Nicht zu vergessen, dann kommt noch Groupon, mit Ihren Gutscheinen und macht die Dienstleistung und den Preis ganz kaputt. Wir sprechen aus Erfahrung ( einmal nie wieder). Fazit heute ist der Dienstleister im Radius von 100 bis 500 km gefragt. Macht man das nicht gibt es keine Chance mehr im Markt zu bestehen. Schade ist das sich zu viele Fotograf nennen dürfen und eigentlich gar keiner sind.

  • Die fotografische Selbstständigkeit ist echt ne harte Nuss.
    Ich war 2 Jahre in fotografischer Ausbildung und habe unzählige Praktika und Assistenzen absolviert und musste feststellen dass der ganze Markt gerade ein 2. mal im Umbruch ist nach der großen Welle der Digitalfotografie in den Nuller-Jahren. Gerade sterben klassische Fotostudios alle aus, viele Ausbildungsbetriebe können nicht mehr mithalten, da nicht mehr auf höhe der Zeit was Bildsprache angeht oder einfach was die Selbstvermarktung betrifft. Social Media, Website auf Web 2.0 Standard, Aquise über Netzwerke… noch nie gehört.
    Ich habe mich entschieden Fotojournalismus zu studieren. Mein 2. Standbein ist Hochzeitsfotografie im Premiumbereich für Ganztagsreportagen. Damit kann ich mir wenn alle Stricke reißen wenigstens freie Reportageprojekte finanzieren.

    Ich stecke z.Z. neben dem Studium ca. wöchentlich 20-25 Stunden Arbeit in Websiteprogrammierung, Aquise, Kundengespräche, Networking… ohne auch nur einen einzigen Job in der Tasche zu haben, alles für die nächste Saison. Anders geht es nicht. Wer einen Fuß in den Markt stecken will sollte sich eine lange Durststrecke vorfinanziert haben, möglichst ein gutes Portfolio aufbauen und jeden morgen von vorne die gleiche Leidenschaft an den Tag legen wie zu Zeiten wo die Fotografie „nur“ ein schönes Hobby war.

    Zum Thema fotografische Ausbildung, das kann ich heutzutage keinem mehr empfehlen. Die Qualität an der Berufsschule war furchtbar, die Betriebe sind zum Großteil auch alles andere als kreative Förderstätten und das Ausbildungsentgelt ist fürn Arsch, dann lieber Praktika & Assistenzen bei vielen Fotografen machen wo man überall etwas für sich mitnimmt. Das bringt viel mehr. Ein Studim im Fotografischen Bereich ist auch um einiges besser, vorallem wenn man an der richtigen Hochschule studiert.

    Zum bösen Thema Konkurrenz kann ich nur sagen, wer heute die Konkurrenz als etwas böses betrachtet sollte sich vielleicht lieber einen anderen Job suchen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass freundliches Miteinander viel mehr hilft. Ich habe schon so vielen Fotografen offen und ehrlich gesagt, hey deine Arbeiten gefallen mir, du bist klasse, ich mag deine Handschrift, lass mal nen Kaffee trinken und über Fotografie philosophieren. Ich kann nur sagen, viele Jobs bekomme ich mittlerweile durch Kollegen rein, wenn ich etwas nicht erledigen kann oder ich der Meinung bin ich bin einfach nicht der richtige Fotograf für einen Job dann spiele ich den Ball natürlich genauso wieder zurück. Der Fotograf der sich ständig immer nur selbst geil und toll findet tritt irgendwann auf der Stelle und wird sich nicht mehr weiterentwickeln.

    Fotografie ist eine Form der Kommunikation und lebt von ihr.

  • André sagt:

    Also, das mit der Hummel ist veraltet. Die Hummel erzeugt unter ihren Flügeln einen Wirbel der für zusätzlichen Auftrieb sorgt. Fand es auch ein wenig schade, dass dieses kleine Wunder entmystifiziert wurde. Ich find Hummeln trotzdem klasse 🙂

  • Hi,
    also ich kann nur sagen wenn man sich sehr engstirnig verhält ist das sicherlich sehr schwer. Aber selbst ist der Mann/ die Frau. Man kann auch als Fotograf sehr gut verdienen – man muss sich halt darüber im klaren sein das man auch Verkäufer ist und nicht nur Handwerker 🙂 die Kunden rennen nicht im Internet rum und suchen nach DIR du musst nach Ihnen suchen und Ihnen zeigen das du der richtige für Sie bist!

  • Hi Michael,

    vielen Dank für den interessanten Artikel. Die Punkte, die Du genannt hast um als Fotograf erfolgreich zu sein, treffen für jeden zu, der eine Selbständige Arbeit anstrebt. Deutschland ist ein klarer Verdrängungsmarkt. Wer nicht mit besseren Ideen, effizienterer Arbeit und mehr Disziplin sein Geschäft leitet, wird mittelfristig keinen Erfolg haben.

    Wer es jedoch schafft diesen Anforderungen dauerhaft gerecht zu werden, wird mit einem erfüllten und selbstbestimmten Leben belohnt.

    Ich bin seit über 8 Jahren selbstständig. Es war oft nicht einfach und hart, aber viel häufiger ist es einfach wunderbar seine eigenen Visionen zu verfolgen und Erfolg zu haben mit dem was man liebt.

    „Do what you love!“

    Beste Grüße
    Motivagent | André Heinermann

  • Hallo Michael, Hallo Blogleser…

    ich kann mich deinem Ansatz nur anschließen…

    In der Tat ist es so, dass der Markt von mehr oder weniger guten Mitbewerbern nahezu überlaufen ist, und wenn man nicht konsequent in Sachen Marketing, Leistung und Weiterbildung ist, hat man kaum eine Chance, von dem Beruf als Fotografen leben zu können…

    Der Markt ist hart „umkäpft“ und es gibt immer einen im Bekanntenkreis, der das für ein paar Euro unter der Hand macht…

    Mich hat das aber nie gestört und ich bin mit der Berufswahl glücklich und kann gut davon leben…
    Ob ich nun besser in den genannten Punkten bin oder nicht, will ich damit nicht sagen…

    Aber ich kann mit Sicherheit sagen, dass man eine reelle Chance hat, wenn man bereit ist, die Zeit dafür in Kauf zu nehmen und mit Herz bei der Sache ist…

    Sonnige Grüße
    Sascha

  • […] Etwas anders habe ich die Frage hier beantwortet: Verdient man als Fotograf genug Geld, um davon leben zu können? […]

  • monika nußbauer sagt:

    Ich bin seit 4 Monaten selbstständig. Ich war jahrelang angestellt und musste tun was man von mir erwartet. Heute tue ich was ich von mir erwarte was nicht unbedingt weniger ist aber auf jeden Fall das was ich möchte. Ich hab lange überlegt und bin froh mich getraut zu haben. Mein Motto lautet: den fleißigen gehört das Glück. Der Rest kommt von alleine !!

  • Sebastian sagt:

    Hallo,

    ich persönlich arbeite als Fotojournalist und kann seit meinen Anfängen die Frage „kann man davon leben?“ wirklich nicht nachvollziehen. Ich habe eine gute Auftragslage und muss regelmäßig mehrere gut bezahlte Jobs ablehnen oder an Kollegen weiterreichen. Ich denke, das Problem ist die Aufstellung der meisten Kollegen. Wer ein Studioshooting mit fünf ausgearbeiteten Fotos für 39,95 Euro anbietet, ist selber schuld. Wer meint, eine Hochzeit 12 Stunden für 600 Euro (inkl. MwSt.) begleiten zu können, ist selber schuld. Wer vernünftige Arbeit abliefert, ein halbwegs ordentliches Portfolio pflegt und zuverlässig und kompetent ist, wird regelmäßig Anfragen von Unternehmen und Privatpersonen kriegen, die ein Honorar zahlen, von dem man sehr gut leben kann.

    Die richtige Aufstellung ermöglicht dann auch noch den Beitritt zur Künstlersozialkasse sowie der VG Bild Kunst. Spätestens ab da sollte man mehr als gut von seiner Tätigkeit als Fotograf leben können…

  • franz lohrengel sagt:

    der klassische fotografenberuf , sei es mit langweiliger routine – so etwas hat jeder beruf – oder supershootings, ist mausetot. ausbildung und studium sind überflüssig, bei begabung reichen eigenstudium und perfektes englisch. dazu kommen eigenschaften wie ausstrahlung, pünktlichkeit, freundlichkeit. mit koll. kontakten sieht es nicht gut aus, und die angeblichen nischen sind fast alle schwer besetzt. der feminismus macht es männern nicht leichter.
    verschnarchte verbände haben leider lobbyarbeit in berlin verpaßt. ebenso wie in der freien kunst ist alles hobby, es sei denn, man ist, wodurch auch immer, reich und einflußreich. dann sind auch alter, krankheit, nachtarbeit, schlechtes wetter besser zu überstehen….darüberhinaus sollte man sich die differenzen zwischen rente und pension ansehen, es klafft immer mehr auseinander. schwarzarbeit ist keine lösung. festanstellungen werden immer weniger. wer bildrechte an unsoziale medien abgibt, hat selber schuld. tellerwäscher zum millionär soll es geben, aber ob man deshalb zum tellerwäscher werden möchte?
    jeder handwerker kann bestätigen, daß die leute mit viel geld am knickrigsten sind….ob sich wohl eine einmal herausgegebene datei wohl jeder kontrolle entzieht? und wer möchte schon eine große firma in den usa verklagen? dies alles fazit meiner 69 jahre……und dennoch weiter fotobegeistert….

  • Andreas sagt:

    Eines meiner Lieblingsthemen. Danke Michael für den Zündfunken! Höre auch deine Podcasts immer gerne!

    Ich werfe mal einen Aspekt in die Runde, der noch nicht aufkam:
    Bisher schreiben viele „die jemanden kennen“ der nicht wirklich davon leben kann oder eher negative Aussichten im Einkommen hat.
    Wenn du jemand bist der auch eher die negative Brille auf hat, dann stelle dir mal als Gedankenexperiment die folgende Frage

    „Welche/r Fotograf/in kann richtig gut von seinem Beruf leben?“ (Gerne auch mit deinem Wunschnettoeinkommen und wenn du dir das wünschst auch in Millionenhöhe pro Jahr)

    Schock: Es gibt sie! Die Mario Testinos. Ich kenne seine Zahlen nicht, schätze ihn aber auf über 10 Mio im Jahr. Die Rankins und noch hunderte oder tausende mehr! Und dann würde ich ALLES aufsagen was die jemals von sich gegeben haben, welche Bücher sie geschrieben haben, welche Bilder sie gemacht haben, warum sie die Bilder genau so gemacht haben, wie sie mit ihren Kunden umgehen usw. Von Leibovitz bekommt über 100.000 € pro Tag (Quelle: http://www.sueddeutsche.de/kultur/pleite-der-annie-leibowitz-die-verblendung-der-fotografin-1.35239)
    Nochmal: Es gibt sie. Die extrem gut verdienenden Fotografen.

    Kurzform:
    1. Positive Vorbilder suchen.
    2. Positive Vorbilder verstehen.
    3. Positive Vorbilder nachmachen.
    4. Bei Mißerfolg, die Schritte 2 und 3 fünf Jahre wiederholen.

    Die Negativen (Vorbilder) ziehen dich nur (weiter) runter.

    Und Abschließend: Die Gutverdiener werden sich an unserer Diskussion eher nicht beteiligen um a) keine schlafenden Hunde zu wecken („oh schaut her meine Kunden zahlen noch Tagessätze von XXXX €) und b) weil in Deutschland das Einkommen immer noch ein eher verschwiegenes Thema ist, wenn nicht für manche gar ein Neidthema.

Hinterlasse eine Antwort

shares