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Equipment für On-Location-Fotografie: Navigationssystem und Kleidung

Von 4. August 2009 2 Kommentare

Im fünften und letzten Teil der Artikelserie zum Thema “Equipment für On-Location-Fotografie” lässt uns Christian Ahrens in das Handschuhfach seines Autos schauen, beschreibt die Kleidung, mit der er zu seinen Fotoaufträgen fährt sowie erforderliche Getränke und Nahrungsmittel.

 

Im Handschuhfach

Immer dabei ist ein TomTom Navigationssystem – Lebensretter, Nervenschoner, Zeitsparer. Ich verfüge über keinen guten Orientierungssinn und hasse es, nach Stadtplan in unbekannter Umgebung meinen Kunden oder in einer fremden Stadt ein Hotel suchen zu müssen. Daher ist das „Navi“ für mich absolut unverzichtbarer Bestandteil meiner Ausrüstung.

Weiterhin habe ich einen 220V-Adapter für das Auto dabei. Damit kann ich zur Not ein Ladegerät an meinen Zigarettenanzünder „hängen“. Der Adapter bietet aber auch die Möglichkeit, meinen iPod mit Hilfe eines entsprechenden Kabels aufzuladen – Wichtig, wichtig, wichtig – Musik ist nicht nur für lange Fahrten unbedingt nötig, sondern auch als Aufputscher, Einstimmer und Motivierer…. Für all diese Situationen habe ich vorbereitete Playlists dabei, um mich bei Bedarf auf ein höheres Leistungs- oder Motivationslevel zu pushen.

Mit dabei ist außerdem ein Mobilphone-Ladekabel, 1 herkömmlicher Autoatlas (fast nie gebraucht), 1 Presseschild und 1 Talisman. Und was das ist, verrate ich an dieser Stelle nicht…. ?

Kleidung

Kein Gear im engeren Sinne, und doch sinnvolle und, wie ich finde, fast schon überlebensnotwendige Ausstattung: die Kleidung.
Dazu zählt, was man am Körper trägt. Aber auch, was der Kofferraum im Notfall oder für besondere Fälle zu bieten hat.

Fotografieren ist schwere Arbeit, die auch einen sehr körperlichen Aspekt hat. Mit anderen Worten: Fotografieren kann verdammt schweißtreibend sein. Und egal, ob man bei sommerlichen Temperaturen einen langen Tag auf dem Gelände eines Getränkegroßhändlers zubringt oder ob man gutgelaunte Partygäste auf einem Event begleitet: man verliert eine Menge Wasser.

Wo immer es möglich ist, trage ich daher bei der Produktion Kleidung aus dem Outdoor-Bereich, sogenannte Funktionskleidung. Sie wird nicht aus Wolle oder Baumwolle gefertigt, sondern zumeist aus high tech Kunststoffen, die vor allem eines gewährleisten: Schweiß wird schnellstmöglich vom Körper weggeführt, T-Shirts werden nicht nass, Hosen nicht stickig usw. Man muss eine Weile suchen, bis man Klamotten gefunden hat, die einerseits diesen Anspruch erfüllen, als gut verträglich und angenehm auf der Haut empfunden werden und nicht zuletzt auch ausreichend Business-like aussehen. Doch zunehmend gibt es auch Produkte, die nicht so erscheinen, als wenn man damit auf Safari oder Dschungeltour gehen wolle. Schlichte schwarze Hosen oder Oberhemden mit langen Armen lassen sich im gutsortierten Fachhandel auch als Funktionskleidung finden und bieten bestmögliche Arbeitsbedingungen auch beim Edel-Event oder bei Business-Veranstaltungen. Übrigens auch für den Tag vor und nach dem Job: lange sommerliche An- oder Abreisen im Auto lassen sich so viel leichter und beschwingter überstehen.

Ein Nachteil der Funktionskleidung ist, dass die Stoffe recht schnell zu „müffeln“ beginnen, sie verhalten sich diesbezüglich nicht so gutmütig wie natürliche Produkte. Ein guter Gedanke ist es daher auch, immer einen Deo-Stick sowie Wechselwäsche dabeizuhaben, und sei es nur deswegen, weil man sich beim Mittagessen mit dem Schichtleiter das Hemd ordentlich mit Ketchup bekleckert hat.

Neben dem, was ich auf der Haut trage, befindet sich immer auch eine Sporttasche in meinem Wagen, in der Wechselshirts und auch das Nötigste für eine ungeplante Übernachtung enthalten sind. Außerdem befindet sich darin ein Fleece-Shirt, falls es überraschend kalt werden sollte, eine regendichte Hose für unerfreuliche Outdoor-Bedingungen sowie eine sehr leichte aber ausgesprochen dichte Regenjacke mit Kapuze. Außerdem habe ich immer ein paar Wanderschuhe dabei, falls es überraschend unwegsam oder schlammig wird. In der Sporttasche befindet sich weiterhin ein Paar Business-Schuhe, für den Fall, dass Jobs ineinander übergehen und für den Abend Lederschuhe einfach angesagt sind.

Apropos Schuhe: Wer den ganzen Tag auf den Beinen ist, weiß gutes Schuhwerk zu schätzen. Für mich persönlich habe ich die Erfahrung gemacht, dass Sportschuhe aus dem „Walking“-Sport ausgesprochen schonend mit meinen diesbezüglichen Ressourcen umgehen, hervorragend gepolstert sind, aber dennoch nicht wie Sportschuhe aussehen müssen. Perfekt!

Getränke und Nahrungsmittel

Im Auto befindet sich immer eine Kiste mit Gerolsteiner „Fit“, in handlichen 0,3 l Flaschen. Ich erwähnte es schon: Fotografie ist Leistungssport, man fotografiert sehr oft mit ganzem Körpereinsatz und braucht viel Flüssigkeit. Nicht jeder Kunde denkt daran, einen zu versorgen, und es spart einfach Zeit, wenn Getränke zur Hand sind. Mindestens 3 Flaschen des isotonischen Getränkes habe ich immer dabei – man braucht es einfach. Ähnliches gilt auch für die zwei Tüten Bio-Knabbergebäck. Das hält sich lange frisch und rettet einem den Tag, wenn man zwischen zwei Terminen einfach keine Zeit mehr für ein Mittagessen hat. Ich hasse es, hungrig zu fotografieren!

Fazit

Ausrüstung ist im Leben eines Corporate-Fotografen ein wichtiger Aktivposten. Dabei nimmt die Kameratechnik nur einen relativ kleinen Teil ein, umfangreicher wird dann schon das Gerät rund um das Thema Licht. Aber rein von der Stückliste her betrachtet, nehmen all die kleinen Helfer und Tools für Sonderfälle den weitaus größten Teil in der Aufzählung ein.

Corporate Fotografie ist fast nie völlig vorhersehbar, und das Equipment dient dazu, besondere Situationen auffangen und Lösungen für schwierige Verhältnisse erfinden zu können. Meine Gedanken kreisen daher häufig um meine Ausrüstung, und ob ich für alle mir vorstellbaren Verhältnisse auch ausreichend gewappnet bin. Immer wieder ergänze ich das Material, packe um, optimiere und denke neu. In Outdoor-Läden, Baumärkten oder bei Campingausstattern stoße ich auf nützliche Tools, die von Zeit zu Zeit meine Ausrüstung ergänzen. Das ist ein never-ending Prozess. Denn beim Einsatz vor Ort zählt immer nur das Ergebnis. Den Kunden interessiert nicht, wie (oder woran) etwas scheitert – sondern immer nur, dass es gelingt und wie gut das Ergebnis ist.

Vorbereitet sein, Situationen durchdacht zu haben und das passende Equipment dabei zu haben: eine wichtige Voraussetzung, um immer mit brauchbaren Ergebnissen vom Job zurückzukehren.

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Christian Ahrens

About Christian Ahrens

* 1964. Lebt und arbeitet als Berufsfotograf in Köln. Schwerpunkte sind die Themen Business, Industrie, Technologie, Arbeit sowie Medienprojekte zum Thema Personalmarketing. Überwiegend ist Christian Ahrens für Unternehmen oder Werbe- und PR-Agenturen tätig. Seit 2010 betreibt er zusammen mit der Fotografin Silvia Steinbach die Unternehmung "Ahrens+Steinbach Projekte – Zukunft fotografieren". Im Rahmen dieser Tätigkeit entstehen bildbasierte Projekte wie Ausstellungen und Bilddatenbanken zu Zukunfts-Themen und Zukunfts-Technologien. Ahrens+Steinbach werden von der Hamburger Fotorepräsentanz "fotogloria" international vertreten.

2 Kommentare

  • Hallo Christian,

    an dieser Stelle vielen Dank für die interessante Artikelserie. Ich finde das immer spannend, wenn man anderen Fotografen „über die Schulter“ schauen kann.

    Viele Grüße
    Christian

  • Danke für den guten Bericht. Ich werde mich mal bezüglich Outtdoor Kleidung umsehen. Bis jetzt habe ich normale aber dünne Baumwollhmenden eingesetzt. Darin kann sich aber Nässe manchmal überraschend gut und lange halten, leider!

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