hochzeitsfotografie-referenzfoto

Hochzeitsfotograf werden: So bekommst du Referenzfotos


Wenn du Hochzeitsfotograf werden möchtest, sind Referenzfotos sehr wichtig, um Buchungen zu bekommen. Das kann eine Herausforderung sein, wenn man gerade erst anfängt, als Fotograf zu arbeiten.

Tony schreibt mir:

ich lese gerne ihre Berichte und bin immer auf ihre Quicktipps gespannt. Es ist sehr wertvoll, was sie in den Tipps wiedergeben.

Ich war bis vor 2 Monaten als Portraitfotograf unterwegs und habe sehr Spaß an der Fotografie. Die Hochzeitsfotografie hat mich mehr interessiert und deshalb entwickelte ich mich durch Seminare weiter. Das letzte hat mir auch sehr weitergeholfen! Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich mir die Frage stelle, wieso ich keine Aufträge bekomme! Das wurde leider nie explizit besprochen.

Ich glaube, ich weiß woran das liegen könnte. Auf meiner Webseite kann ich kein Hochzeits-Portfolio anbieten, weil ich in meiner Umgebung entweder auf Personen treffe, die schon einen Hochzeitsfotografen haben oder schon verheiratet sind.

Gibt es evtl. von ihrer Seite aus einen Tipp, wie ich an eine Möglichkeit komme und mein Portfolio, sowie das Hochzeitsbuch mit meinen Fotos zu füllen? Das kann doch nur daran liegen, oder?

Hallo Tony, vielen Dank für Deine Frage.

Ich habe mir Deine Homepage angesehen. Du bietest Hochzeitsfotografie an, zeigst aber bisher keine Beispiele dafür. Es ist, wie ja auch selber schreibst, nicht ein einziges Hochzeitsfoto zu sehen.

Hochzeitsfotograf werden

Um Kunden überzeugen zu können, brauchst du also ein aussagefähiges Portfolio. Deine Kunden möchten sehen, wie die Ergebnisse aussehen, wenn sie dich beauftragen.

Referenz-Fotos für die Hochzeitsfotografie

Wie kommst du an Referenzfotos für die Hochzeitsfotografie?

Ein paar Möglichkeiten möchte ich dir aufzeigen:

Halb-professionelle Aufträge im Freundeskreis

Deine fehlende Erfahrung als Hochzeitsfotograf kannst du offen zugeben. Da du aber ein guter Fotograf bist, kann man darauf aufbauen. Du sagst einfach: „Ich möchte in das Feld der Hochzeitsfotografie einsteigen und suche daher Paare, die einem Einsteiger eine Chance geben.“

Es gibt immer wieder Paare, die eben nicht 3.000 Euro oder mehr für einen Fotografen ausgeben möchten, sondern nur 1.000 Euro Budget haben. Ein erfahrener Fotograf wird für diesen Betrag keine Hochzeit fotografieren, aber für dich ist das eine Chance.

Wichtig ist nur, dass du die 1.000 Euro nicht als üblichen Preis für Hochzeitsfotografie anbietest, sondern als einmalige Ausnahme, weil du erst noch Erfahrungen sammeln möchtest. Du solltest daher auch jetzt schon kommunizieren, in welcher Region deine späteren Preise liegen sollen, nämlich deutlich über den 1.000 Euro.

Nachstellen von Hochzeitsfotos

Deine Freunde sind bereits verheiratet? Aber vielleicht haben sie trotzdem Lust, an einem gestellten Hochzeits-Shooting teilzunehmen.

Die Braut kann ihr Brautkleid noch einmal auftragen und der Bräutigam seinen Smoking, der ansonsten ohnehin im Schrank verstaubt. Man wird den Fotos dann zwar unter Umständen ansehen, dass es keine „echte“ Hochzeit war, aber das ist immer noch besser, als gar keine Hochzeitsfotos zu zeigen.

Natürlich wirst du gestellte Hochzeitsfotos auf deiner Fotografen Website nicht als Referenzen echter Hochzeiten anpreisen. Damit würdest du die Interesssenten täuschen.

Hochzeitsfotograf werden durch Assistenz

Da du ja grundsätzlich ein guter Fotograf bist und Erfahrungen und Referenzen in der Hochzeitsfotografie sammeln möchtest, kann du deine Mithilfe einem erfahrenen Hochzeitsfotografen anbieten.

Wenn du nicht nur sein Equipment schleppen, sondern quasi als zweiter Fotograf agieren darfst, sammelst du nicht nur Erfahrungen, sondern bekommst auch Referenzmaterial für dein Portfolio.

Sinnvollerweise klärst du im Vorfeld ab, ob das Hochzeitspaar mit einer Veröffentlichung der Fotos einverstanden ist.

Es kann sein, dass du in deinem näheren Umfeld keinen Fotografen findest, der dich als Assi mitnimmt, weil er Angst hat, dass du ihm anschließend Konkurrenz machst. Wenn das so ist, kannst du einen Fotografen fragen, der weiter weg von deiner Heimatregion arbeitet, denn dann ist das Thema „Konkurrenz“ nicht ganz so relevant.

Teilnahme an einem Hochzeitsfotografie-Workshop

Wenn du an einem Hochzeitsfotografie-Workshop teilnimmst, entstehen auch dabei ansprechende Fotos. Wenn du das vorher mit dem Workshop-Leiter abgeklärt hast, darfst du eventuell die Fotos für Dein Portfolio nutzen.

Zwar wird der Großteil der künstlerischen Leistung vom Workshop-Leiter erbracht, aber es gibt Workshops, bei denen die Teilnehmer sehr eigenständig arbeiten können. In einem solchen Fall sind es dann auch wirklich deine eigenen Fotos, die du fotografierst, und nicht einfach nur die Ideen des Trainers, die du nachfotografierst.

Auch diese Fotos wirst du zukünftigen Brautpaaren nicht als echte Hochzeitsfotos präsentieren, denn sie sind in der entspannten Situation eines Workshops entstanden und nicht an einem stressigen echten Hochzeitstag.

Was gar nicht geht

Wenn du Hochzeitsfotograf werden möchtest, solltest du keinesfalls

  • Fotos von Webseiten anderer Fotografen klauen
  • Stockfotos nutzen, selbst wenn sie lizenziert sind

aber da ist ja ohnehin klar.

Marketing für Fotografen

Jetzt lesen

Meine Marketing-Tipps, die sich an alle Fotografen richten, passen natürlich auch für Hochzeitsfotografen. Wenn du also dein Portfolio aufgebaut hast, bist du für die Kundengewinnung gut gerüstet. Lies dir dazu gerne meinen Bericht durch.

Ein sehr häufiger Akquiseweg für Hochzeitsfotografen ist die Weiterempfehlung direkt auf der Hochzeit.

Unter den Gästen sind immer auch Menschen, die demnächst heiraten. Für die hast du eine Visitenkarte dabei, damit ihr in Kontakt bleiben könnt.

Vielleicht haben meine Leser noch zusätzliche Ideen, wie Tony zu Referenzfotos kommen kann? Ich würde mich freuen.

Artikelfoto: Michael Omori

Nach oben scrollen