Studiotechnik

Praxisbericht Profoto AcuteB 600R Akkugenerator

Seit etwas mehr als zwei Monaten habe ich den Akku-Blitzgenerator Profoto AcuteB 600R im Einsatz. Anschaffungsgrund war die sehr kompakte Bauweise und das geringe Gewicht von unter 5 kg bei gleichzeitig ausreichend hoher Leistung. Jeder, der einmal den Hensel Porty über eine weitere Strecke tragen musste, weiß, was ich meine.

Der Generator leistet 600 Ws und ist über 7 Blendenstufen regelbar. Eine Lichtreduzierung über vier Blendenstufen ist per Leistungsschalter möglich. Dabei werden die entsprechenden Kondensatorgruppen ganz abgeschaltet. Das erleichtert die Stabilität der Farbtemperatur und schont Kondensatoren und Akku.

Bei voller Leistung werden pro Akkuladung 160 Blitze abgegeben, bei Leistungsreduzierung erhöht sich die Anzahl der Blitze linear. Bei einem viertel der Leistung (= 150 Ws) hat man also schon 640 Blitze pro Akkuladung. Der Blei-Gel-Akku sollte im Gegensatz zu NiMH-Akkus übrigens immer voll geladen werden, auch wenn er nur teilweise entladen wurde. Das erhöht die Lebensdauer erheblich. Der Akku kann mit einem Handgriff gewechselt werden

Die Leistung von 600 Ws ist bei Outdoor-Einsatz gegen die Sonne gerade so ausreichend, insbesondere dann, wenn die Sonne mit im Bild ist. Manchmal wünscht man sich da die 1200 Ws der größeren Generatoren. Von diesen Extremsituationen abgesehen ist die Leistung des Profoto AcuteB 600R aber absolut ausreichend.

Die Blitzfolgezeiten liegen zwischen 0,09 Sekunden bei 9 Ws und 2,6 Sekunden bei 600 Ws. Bei voller Leistung ist das eine deutlich längere Zeit als bei meinen stationären Blitzen im Studio. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist das aber kein Problem mehr, zumal man durch einen Warnton auf die unzureichende Blitzleistung hingewiesen wird, wenn man zu früh auslöst und der Kondensator noch nicht geladen war.

Das Einstelllicht habe ich meistens abgeschaltet, nur bei einem Shooting in einer sehr dunklen Halle war es erforderlich, damit die Kamera überhaupt scharf stellen konnte. Die Akku-Kapazität reicht für 45 Minuten Einstell-Licht, das heißt, die Benutzung des Einstelllichts führt dazu, dass weniger Energie für die Blitze verfügbar ist. Man kann zwar auch mit einem optional anschließbares Netzteil arbeiten, was ich aber bei einem Akku-Blitzgenerator eher witzlos finde.

Ausgelöst wird der AcuteB 600 über das beiliegende Synchronkabel, ich habe mich aber gleich für das Modell Acute 600R (R wie Remote Control) entschieden, das einen Pocket Wizard eingebaut hat. Jedes Kabel zu viel schränkt die Bewegungsfreiheit ein und erhöht das Bruchrisiko, daher ist das eine lohnenswerte Investition.

Passend zum Acute B600R gibt es den AcuteB Blitzkopf, der besonders klein und leicht ist, aber nur für den AcuteB-Generator und nicht für die größeren Profoto Generatoren eingesetzt werden kann. Der AcuteB Blitzkopf verfügt über einen mitgelieferten Schirmreflektor mit stufenlos verstellbarem Zoom.

Fotos mit Acute B 600 und Schirmreflektor von vorn und Sonne von hinten

Im meinem Praxiseinsatz haben sich Generator und Blitzkopf bereits sehr bewährt und ich habe die Anschaffung keine Minute bereut. Alle Elemente sind sinnvoll konstruiert und sehr stabil ausgelegt. Die beschriebenen Leistungsdaten von 160 Blitzen pro Akkuladung reichen mir gut aus, da ich nicht ständig mit höchster Lichtleistung arbeite. Trotzdem habe ich mir natürlich einen weiteren Wechsel-Akku zugelegt.

Bleibt als einziger negativer Punkt der sehr hohe Preis von 2500 Euro inkl. Blitzkopf, Wechselakku und Tasche. Wird das Gerät von einem Profi ständig benutzt, hat sich der Preis schnell amortisiert, da die Lebensdauer des Blitzgenerators erheblich höher sein dürfte als bei einem einfacheren Gerät. Auch einen Sturz kann der AcuteB 600 eher einmal überstehen.

Für den engagierten Amateur gibt er aber preiswertere Alternatativen. Außerdem darf man nicht vergessen, dass man für das Geld nur eine einzige Lichtquelle bekommt. Benötigt man eine zweite Lichtquelle, wird noch einmal der gesamte Anschaffungspreis fällig, da am AcuteB 600 R Generator keine zwei Blitzköpfe angeschlossen werden können.


Der Autor Omori betreibt ein Fotostudio in Heidelberg.


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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als zertifizierter Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

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