Praxisbericht Profoto AcuteB 600R Akkugenerator

28. Juni 2008November 6th, 20218 Kommentare

Seit etwas mehr als zwei Monaten habe ich den Akku-Blitzgenerator Profoto AcuteB 600R im Einsatz. Anschaffungsgrund war die sehr kompakte Bauweise und das geringe Gewicht von unter 5 kg bei gleichzeitig ausreichend hoher Leistung. Jeder, der einmal den Hensel Porty über eine weitere Strecke tragen musste, weiß, was ich meine.

Der Generator leistet 600 Ws und ist über 7 Blendenstufen regelbar. Eine Lichtreduzierung über vier Blendenstufen ist per Leistungsschalter möglich. Dabei werden die entsprechenden Kondensatorgruppen ganz abgeschaltet. Das erleichtert die Stabilität der Farbtemperatur und schont Kondensatoren und Akku.

Bei voller Leistung werden pro Akkuladung 160 Blitze abgegeben, bei Leistungsreduzierung erhöht sich die Anzahl der Blitze linear. Bei einem viertel der Leistung (= 150 Ws) hat man also schon 640 Blitze pro Akkuladung. Der Blei-Gel-Akku sollte im Gegensatz zu NiMH-Akkus übrigens immer voll geladen werden, auch wenn er nur teilweise entladen wurde. Das erhöht die Lebensdauer erheblich. Der Akku kann mit einem Handgriff gewechselt werden

Die Leistung von 600 Ws ist bei Outdoor-Einsatz gegen die Sonne gerade so ausreichend, insbesondere dann, wenn die Sonne mit im Bild ist. Manchmal wünscht man sich da die 1200 Ws der größeren Generatoren. Von diesen Extremsituationen abgesehen ist die Leistung des Profoto AcuteB 600R aber absolut ausreichend.

Die Blitzfolgezeiten liegen zwischen 0,09 Sekunden bei 9 Ws und 2,6 Sekunden bei 600 Ws. Bei voller Leistung ist das eine deutlich längere Zeit als bei meinen stationären Blitzen im Studio. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit ist das aber kein Problem mehr, zumal man durch einen Warnton auf die unzureichende Blitzleistung hingewiesen wird, wenn man zu früh auslöst und der Kondensator noch nicht geladen war.

Das Einstelllicht habe ich meistens abgeschaltet, nur bei einem Shooting in einer sehr dunklen Halle war es erforderlich, damit die Kamera überhaupt scharf stellen konnte. Die Akku-Kapazität reicht für 45 Minuten Einstell-Licht, das heißt, die Benutzung des Einstelllichts führt dazu, dass weniger Energie für die Blitze verfügbar ist. Man kann zwar auch mit einem optional anschließbares Netzteil arbeiten, was ich aber bei einem Akku-Blitzgenerator eher witzlos finde.

Ausgelöst wird der AcuteB 600 über das beiliegende Synchronkabel, ich habe mich aber gleich für das Modell Acute 600R (R wie Remote Control) entschieden, das einen Pocket Wizard eingebaut hat. Jedes Kabel zu viel schränkt die Bewegungsfreiheit ein und erhöht das Bruchrisiko, daher ist das eine lohnenswerte Investition.

Passend zum Acute B600R gibt es den AcuteB Blitzkopf, der besonders klein und leicht ist, aber nur für den AcuteB-Generator und nicht für die größeren Profoto Generatoren eingesetzt werden kann. Der AcuteB Blitzkopf verfügt über einen mitgelieferten Schirmreflektor mit stufenlos verstellbarem Zoom.

Fotos mit Acute B 600 und Schirmreflektor von vorn und Sonne von hinten

Im meinem Praxiseinsatz haben sich Generator und Blitzkopf bereits sehr bewährt und ich habe die Anschaffung keine Minute bereut. Alle Elemente sind sinnvoll konstruiert und sehr stabil ausgelegt. Die beschriebenen Leistungsdaten von 160 Blitzen pro Akkuladung reichen mir gut aus, da ich nicht ständig mit höchster Lichtleistung arbeite. Trotzdem habe ich mir natürlich einen weiteren Wechsel-Akku zugelegt.

Bleibt als einziger negativer Punkt der sehr hohe Preis von 2500 Euro inkl. Blitzkopf, Wechselakku und Tasche. Wird das Gerät von einem Profi ständig benutzt, hat sich der Preis schnell amortisiert, da die Lebensdauer des Blitzgenerators erheblich höher sein dürfte als bei einem einfacheren Gerät. Auch einen Sturz kann der AcuteB 600 eher einmal überstehen.

Für den engagierten Amateur gibt er aber preiswertere Alternatativen. Außerdem darf man nicht vergessen, dass man für das Geld nur eine einzige Lichtquelle bekommt. Benötigt man eine zweite Lichtquelle, wird noch einmal der gesamte Anschaffungspreis fällig, da am AcuteB 600 R Generator keine zwei Blitzköpfe angeschlossen werden können.


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8 Kommentare

  • lw2photo sagt:

    Was hat der passende Pocket Wizard dich denn zusätzlich gekostet?

    Das Packet mit AcuteB gibt es bei Profoto direkt schon für 2.374,05€ inkl. 19% MwSt samt Head. wobei hierzu die kosten für den Ausslöser und der Nachteil der halben Leistungen zu einem Hensel Porty hinzukommen. Außerdem kann man hier nur einen Head wie du beschrieben hast anschließen.

    Da empfiehlt ich der grosse Bruder 7B schon eher… im Angebot für € 3.778,25 inkl. 19%MwSt. bei Profoto..

    Also schon eine schwere Entscheidung im Profibereich..

    Ist der Ringblitz von Profoto mit dem AcuteB eigentlich kompatibel?

    Vielen Dank für den guten Erfahrungsbericht.
    Lukasz

  • omori sagt:

    Stimmt, den Pocket Wizard zur Auslösung habe ich vergessen, der ist im oben genannten Preis enthalten. Bei dem Listenpreis, den Du nennst, sind keine Tasche und kein Wechselakku enthalten.

    Ob man der Acute Ringblitz anschließen kann, bin ich mir nicht sicher, ich denke aber nein.

  • so'n Fotograf sagt:

    bei portablen anlagen bin ich irgendwie ein gebranntes kind. ich habe mir mal den generator von wallimex gekauft und war mehr als unzufrieden damit. danach durfte ich mal mit einem system von lumedyne arbeiten. das ging schon einiges besser, aber ich fand das immernoch nicht optimal. dabei hätte ich wirklich gern mal ein wenig blitzleistung dabei. ich bin mir allerdings so ganz und gar nicht sicher, ob sich das bei mir lohnen würde, denn irgendwie schrecken mich die preise dafür erheblich ab.

  • dubo sagt:

    hi Omori,
    herzlichen dank für den klasse erfahrungsbereicht – ich stehe vor der entscheidung zwischen Profoto AcuteB 600R und dem set von bowens 500. evtl. auch eine dritte alternative.
    hast Du evtl. für mich einen Tip?
    Profoto AcuteB 600R reizt mich schon – vor allem wegen der größe.

    ich würde gerne bei Dir den Studio Kurs besuchen – wann findet denn einer statt?
    liebe grüsse dubo

  • Omori sagt:

    Hallo Dubo,

    hm, welches Auto ist besser, ein Porsche 911 oder ein Mercedes Transporter?

    Was ich sagen will: Beide Autos sind super, es hängt nur von den Anforderungen ab. Genauso ist das mit den Blitzen.

    Bei mir hat das geringe Gewicht bei ausreichender Leistung den Ausschlag gegeben und ich habe mich für Profoto entschieden. Mehr Leistung für’s Geld bekommst Du sicher bei Bowens.

    Keine leichte Entscheidung, ich weiß, bei mir hat sie ein Jahr gebraucht ….

  • Oskar sagt:

    HAllo Michael,
    bis auf deinen Erfahrungsbericht vom Acute b 600 R gestossen. Kannst du dich erinnern, mit welchem System du den ausgelöst hast? Ich suche ein zuverlässigen Funkauslöser für Canon Kameras. Mit dem Pixxel bekomm ich noch die Krise! Der tut einfach was er will- und meist gar nicht!! Pocket Wizard scheint weit verbreitet zu sein…

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