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Digital fotografieren mit Pavel Kaplun

Von 2. April 2012 3 Kommentare


Von Dan Rockstreet

Mit dieser DVD möchte der Autor lernbereiten Anfänger die digitale Fotografie nebst digitaler Nachbearbeitung beibringen. Die Themen sind breit gefächert. Neben unterschiedlichen fotografischen Themen (Portraits, Naturfotos, …) gibt es auch eine kurze Einführung in Lightroom und Photoshop. Die Fotos, die während der einzelnen Lektionen gemacht werden, werden in der Regel noch nachbearbeitet. So gelingt das Workflow-Verständnis von der Shootingidee bis zur Fertigstellung.

Im ersten Kapitel war ich recht begeistert von der Visualisierung von Fokuspunkten oder Belichtungsmessung in seinem Labor. In den weiteren Kapitel hat mich der Autor aber mit vielen Fehlern enttäuscht.

Ein kleiner Auszug:

  • im Schärfentiefetest ist alles unscharf
  • „Profis arbeiten immer mit dem Programm M“, aha
  • erklärt nicht die Abhängigkeit der Verschlusszeit zur Brennweite, insbesondere bei Teleobjektiven
  • in einem Gegenlicht-Fototest schneidet das Fotoergebnis der Bridgekamera besser als seine Profikamera ab 😉
  • Setzt willkürlich ISO Zahlen mal hoch, mal runter, ohne Begründung
  • fotografiert eine Menschengruppe, die von der Sonne geblendet wird
  • Aufhellblitzen wird gar nicht erwähnt
  • ist der Meinung, das bei einem EF 28-300 f/3.5-5.6 Objektiv bei 300 mm auch Blende 3.5 möglich sein sollte
  • hat trotz seiner jahrelanger Tätigkeit als Lehrender den Umgang mit den Pfadwerkzeugen nicht verstanden (und stellt teilweise noch mit dem Lasso frei)
  • für HDR-Aufnahmen fotografiert er lieber mit 8-Bit JPEGs statt im RAW-Modus

Die Navigation der DVD ist übersichtlich im typischen Galileo-Design gestaltet, man findet sich schnell zurecht. Zudem ist es möglich, Lesezeichen in den Filmen zu setzen – eine gute Möglichkeit, seine Lieblingstipps zu sammeln. Es wäre klasse, wenn Galileo in seinen Videotutorials Tastaturkürzel/-befehle einblenden würde.

Kapluns Vortragsstil ist flüssig und mit einem eindeutigen Akzent, was keinesfalls das Hörerlebnis schmälert. Bei den Nachbearbeitungen kann man relativ gut mitmachen. In fast jedem Kapitel stellt Kaplun kurz sein Vorhaben vor – so kann man sich gut auf das Thema einstellen.

Die Videos scheinen in einem Durchgang gedreht worden zu sein, um wohl die Produktionskosten zu minimieren.

Die Übungsbilder liegen in einer einwandfreien Bildauflösung vor, so dass eine Bearbeitung zu Hause keine Probleme bereitet.

Fazit: Es sind gute Ansätze da und ein Anfänger wird einiges mitnehmen können. Auch eine kleine Einführung in die Studioblitztechnik und die Visagistik für Fotografen ist enthalten. Aufgrund der leicht irritierenden Behauptungen und Vorgehensweisen würde ich empfehlen, sich nach anderen Lehrgängen umzuschauen. Herr Kaplun ist auf jeden Fall ein äußerst kreativer und guter Künstler, der aber teilweise bei der Technik (sowohl fotografisch als auch bildbearbeitungstechnisch) Nachholbedarf hat.

Digital fotografieren mit Pavel Kaplun
mit vielen Tipps zu Porträts, Naturfotos und HDR-Bildern
Pavel Kaplun
Galileo Press
Gesamtspielzeit: 12 Stunden (80 Videos in HD Auflösung)
ISBN 978-3-8362-1820-7
Mindestanforderung: Photoshop CS 5
Lieferumfang: eine DVD (inkl. Übungsdateien)
44,99 EUR

Mehr Informationen bei Galileo Design sowie bei Amazon.

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Dan Rockstreet

About Dan Rockstreet

Dan ist ist gelernter Reprohersteller und passionierter Amateurfotograf, der 2006 die Studiofotografie mit Hobbymodels entdeckt hat. Neben seiner Canon 1Ds MII ist Photoshop sein liebstes Spielzeug.

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3 Kommentare

  • Der Umgang mit dem Pfadwerkzeug ist mir schon vor Jahren auf Videotrainings mit Kaplun extrem negativ aufgefallen. Keine Kurvennutzung, sondern selbe Handhabung wie beim Lasso.

    Schade (und gut zu wissen), dass sich da bei aktuellen Werken noch immer nichts verändert hat.

  • André sagt:

    Da hat aber Jemand aufgepasst 🙂
    Danke für die Einschätzung.

    André

  • André sagt:

    Ach, Dan Rockstreet, noch ne Kleinigkeit. Wenn ich auf deiner Homepage auf Portfolio klicke, bekomme ich ein 404. 🙂

    Da man selbst nicht oft auf seine eigene Seite guckt, könnte dieser Tipp hilfreich sein. 🙂

    André

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