Computer und Gadgets

Sichere Datenspeicherung für Fotografen – Teil 2

Im ersten Teil des Artikels „Sichere Datenspeicherung für Fotografen“ bin ich auf Festplatten und RAID-Systeme eingegangen. Hier stelle ich nun weitere Sicherungsmedien und die Erstellung eines Sicherungskonzepts für Fotodaten vor.


Drobo

Die Datenspeicher der Firma Data Robotics stellen eine Weiterentwicklung der RAID-Systeme dar, sind aber auch deutlich teurer. Einen ausführlichen Testbericht gibt es bei Tom’s Hardware.

Sicherung auf CD oder DVD

Aufgrund der geringen Speicherkapazität ist eine Sicherung auf CD heute wenig zeitgemäß. Allenfalls eine Sicherung der allerwichtigsten Dateien auf DVD bietet sich an.

Internet Speicherdienste

Zahlreiche Anbieter stellen online Speicherplatz zur Verfügung, auf dem kostenlos oder gegen geringe Gebühr eigene Daten abgespeichert werden können. Auch wenn alle Anbieter auf die Sicherheit und Vertraulichkeit der Datenhaltung hinweisen, sollte man sich bewusst machen, dass man seine vertraulichen und wertvollen Daten in fremde Hände gibt.

Zusätzliche externe Festplatte im Schrank

Es ist ratsam, zusätzliche externe Festplatten bereitzuhalten, auf denen Sicherungen abgelegt werden, und die nicht angeschlossen im Schrank liegen. So ist man beispielsweise gegen einen eventuellen Überspannungsschaden, der alle angeschlossenen Festplatten zerstört, geschützt.

Zusätzliche externe Festplatte an einem anderen Ort

Möchte man sich gegen Ereignisse wie Feuer, Überschwemmung oder Diebstahl absichern, ist es empfehlenswert, eine weitere externe Festplatte an einem Ort ausserhalb der eigenen Wohnung zu deponieren. Es muss ja nicht gleich das Bankschließfach sein, auch Freunde oder Verwandte nehmen sicher gerne eine Festplatte in Obhut. Damit diese Personen nicht Zugriff auf die möglicherweise vertraulichen Daten bekommen, wird die gesamte Festplatte mit Hilfe des kostenlosen Programms Truecrypt verschlüsselt.

Datenformat

Auf der sicheren Seite ist man, wenn man die Bilddaten als jpg oder tif ablegt. Ein herstellerspezifisches RAW-Format oder das Datenformat einer Backup-Software ist vielleicht in einigen Jahren nicht mehr lesbar, dann nützen auch die sorgsam achivierten Daten nichts mehr.

Datenträgerformat

Zu jedem Datenträger, der zur Archivierung benutzt wird, benötigt man selbstverständlich auch das entsprechende Lesegerät. Aus heutiger Sicht mag das trivial klingen, aber zum Beispiel mit einer alten 5 1/4 Zoll Diskette oder auch einer 3 1/2 Zoll Diskette kann man nur dann etwas anfangen, wenn das entsprechende Lesegerät zur Verfügung steht. Wer kann schon sagen, ob in 5 Jahren noch CD-Laufwerke in unsere Computer eingebaut sind. Ein ständige Umkopieren auf aktuelle Datenträger ist also erforderlich.

Sicherungskonzept

Aus den oben genannten Sicherungsmöglichkeiten sollte man sich je nach eigenem Bedarf ein mehrstufiges Sicherungskonzept zusammenstellen und möglichst schriftlich festhalten. Ansonsten ist nämlich die Gefahr groß, dass man die Umsetzung vernachlässigt („Ich habe gerade so wenig Zeit und es wird schon nicht gerade jetzt etwas passieren …“).
Bei mir sieht das beispielsweise so aus:
Die Daten kommen von der Kamera sofort auf das RAID5 – System. Parallel dazu werden alle Daten auf eine externe Festplatte gesichert, die im Schrank liegt. Einmal monatlich kommen alle Daten auf eine weitere externe Festplatte, die an einem anderen Ort aufgehoben wird und einmal im halben Jahr werden die wichtigsten Dateien auf noch eine weitere externe Festplatte gesichert, die an einem dritten Ort liegt.

Bleibt als Grund für einen möglichen Datenverlust eigentlich nur menschliches Versagen, aber dagegen ist das beste Konzept machtlos.


Der Autor Omori hat ein Fotostudio in der Nähe von Mannheim


Nachtrag am 11. August 2008: Auf photoappar.at läuft gerade eine Blogparade zu diesem Thema. Interessant, wie unterschiedlich viele Fotografen dieses Thema lösen.


Das wird Dir auch gefallen:

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

3 Kommentare

Hinterlasse eine Antwort

shares