Hochzeitsfotografie

Professionelle Hochzeitsfotografie – Hendrik Roggemann (Rezension)


„Einstieg in einen kreativen Beruf“, so beschreibt Hendrik Roggemann im Untertitel seines Buchs „Professionelle Hochzeitsfotografie“ seinen Anspruch und umreisst damit gleich seine Zielgruppe: Das Buch richtet sich vor allem an Einsteiger in die Hochzeitsfotografie.

Hendrik selber ist bereits viele Jahre als Hochzeitsfotograf tätig und hat im Laufe der Jahre viele Erfahrungen sammeln können. All diese Erfahrungen hat er hier stukturiert aufgeschrieben, und das ist die eigentliche Stärke des Buchs: So gut wie alle Fragen, die ein neuer Hochzeitsfotograf haben kann, werden beanwortet:

  • Wie komme ich als Einsteiger an Kunden?
  • Sollte ich meine Preise bereits auf der Homepage nennen oder erst im Beratungsgespräch?
  • Welche technische Ausrüstung brauche ich als Hochzeitsfotograf?
  • Wie gehe ich mit Reklamationen um bzw. wie vermeide ich sie bereits im Vorfeld?
  • Welche Kleidung ist als Hochzeitsfotograf angemessen?
  • Wie plane ich die Abwicklung am Hochzeitstag und welche Motive darf ich keinesfalls verpassen?
  • Was mache ich, wenn es bei der Hochzeit regnet, aber eigentlich Fotoaufnahmen im Park geplant waren?
  • Wie gehe ich mit der fotografierenden Verwandschaft um, die dem offiziellen Fotografen vielleicht sogar die besten Foto-Standpunkte streitig macht?
  • Wie präsentiere ich dem Brautpaar die fertigen Fotos und wie erstelle ich ein Hochzeitsalbum?

Zu allen Fragen nennt der Autor nicht nur seinen Standpunkt, sondern oft auch andere Ansichten. Beispielsweise trägt Hendrik bei seinen Hochzeits-Einsätzen ein bequemes Polo-Hemd, kann aber auch die Argumente anderer Fotografen nachvollziehen, die im festlichen Anzug zur Hochzeit erscheinen.

Der Bildstil des Autoren ist eher klassisch. Das kommt sicher bei den meisten Brautpaaren (und vor allem Brauteltern) sehr gut an. Interessierte Hochzeitsfotografen, die sich von einem solchen Buch Anregungen für neue Bildstile oder coole Bildlooks erhoffen, haben eine andere Erwartung. Wenn beispielsweise wie beschrieben ein Brautpaar ausdrücklich auch „coole Fotos“ wünscht, hätte ich mir persönlich ein wenig mehr Mut des Fotografen gewünscht, als die beiden Brautleute nur dunkle Sonnenbrillen tragen zu lassen und ansonsten bei einer normalen Lichtführung, einer Standard-Brennweite, einem Standard-Posing und einer üblichen Bildbearbeitung zu bleiben.

Mein Fazit: Wichtige Informationen für die Abwicklung eines Hochzeits-Fotoshootings, die für einen Einsteiger in den Beruf Gold wert sind.

Gutes Fotografie Fachbuch

Professionelle Hochzeitsfotografie – Edition ProfiFoto
von Hendrik Roggemann
1. Auflage 2011, Softcover
176 Seiten, Format 22,0 x 22,0
ISBN 978-3-8266-9090-7
€ 29,95


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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als zertifizierter Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

4 Kommentare

  • Danke für die Rezension, in der du auch meine Intention für das Buch gut umreisst.

    Als Ergänzung würde ich gerne noch beisteuern:
    Was ich auch im Buch kurz erwähne ist, dass ALLE Paare „moderne“, „coole“ und „einfach andere“ Hochzeitsfotos wollen. Was mit diesem Worten aber genau gemeint ist, muss der Fotograf im persönlichen Kontakt herausfinden.

    Mein Tipp an Euch: Es ist NICHT zwingend, was gerade in der Fotocommunity oder anderen Fotografenszenen als „hip“ bezeichnet wird. Und wenn man Paaren das einfach überstülpt, kann das ziemlich traurig enden.

    Ich übersetze diese Worte inzwischen eher mit „persönlich“ und „individuell“ und zwar bezogen auf das Paar und nicht auf mich. Hochzeitsfotografie ist bzw. sollte kein Ego-Trip des Fotografen sein. Auch wenn wir oft Sätze hören wie: „Da verlassen wir uns ganz auf Sie und Ihre Erfahrung.“ Das ist nett gemeint und schmeichelt dem Ego. Aber der Garant für gute Hochzeitsfotos ist letztlich nur das Paar selbst. Und als Fotograf sollte man sich die Verantwortung nicht alleine aufbürden lassen. Es ist eine Zusammenarbeit.

    Deshalb ist es auch so wichtig, dass Paar und Fotograf menschlich zusammen passen. Und weil es so viele verschiedene Menschen gibt, muss es auch so viele verschiedene Hochzeitsfotografen geben. Und deshalb ist da eben immer auch noch Platz für Neueinsteiger.

  • Ja, das ist ein wichtiger Hinweis.
    Da fällt mir ein: Das Thema „Engagement Shooting“ kommt (soweit ich mich erinnere) in dem Buch nicht vor. Das ist doch auch eine gute Gelegenheit, solche Stilfragen abzustecken.

  • Ja, Engagement Shootings sind dafür ideal.

    In meiner Praxis kommen die leider selten vor, weil meine Paare in fast allen Fällen von ziemlich weit her anreisen, um an der Ostsee zu heiraten. Das ist eine etwas spezielle Situation, die einige Dinge erschwert, die man sonst so unter dem Stichwort Kundenbindung anbieten könnte.

    Glücklicherweise gibt es aber Ausnahmen, so dass wir z.B. in meinem nächsten Workshop (der schon ausgebucht ist), ein echtes Engagement-Shooting auf Rügen als Praxisteil durchführen. Das Paar heiratet im Sommer an gleicher Stelle.

    Insofern gehe ich in den Workshops auf solche Dinge auch ein. Im Buch musste ich den Teil aber mangels Masse weglassen. Dinge, die sich jetzt nach und nach ergeben und vieles, was ich immer noch dazu lerne, versuche ich deshalb auch zu bloggen oder in Seminaren weiterzugeben.

    Es gibt auch Dinge, die ich lieber im persönlichen Kontakt teile.

  • Hallo Herr Kirchner,
    ich bin gerade total dankbar für diese Seite! Als Neueinsteigerin findet man kaum brauchbare Info´s zum Thema. Man hat richtig Bammel Profi´s zu fragen, da viele seltsam bzw. ablehnend reagieren.
    Vielen Dank für diese tollen Tipps!

    Gruß
    Nicole Lautner

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