Sportfotografie

Snowboardfotografie – Interview mit einem Profi

Fotografie bietet einzigartig viele Nischen, in denen sich der Fotograf persönlich als auch beruflich verwirklichen kann. Snowboard-Fotografie ist eine spektakuläre Sparte, die weltweit nur von wenigen Profis besetzt ist. Snowboarden und vor allem der damit verbundene Lifestyle ist ein Milliardengeschäft, welchem jedoch erst von einem Kern von Menschen, nämlich Sportler, Medienschaffende, Firmengründern, Eventorganisatoren und dergleichen, Lebendigkeit eingehaucht wird. Snowboarder reisen um die Welt, auf der Suche nach dem besten Schnee und der nächsten Herausforderung. Gerade die sportliche Progression macht Snowboarden zu so etwas besonderem.

Einer der wenigen deutschen Snowboard-Fotografen ist Christian Brecheis. Am 04.12.2008 findet im Forum am Deutschen Museum in München die Vernissage zur Ausstellung seiner Fotografien statt. Die Ausstellung läuft parallel zu einem Filmfestival und geht bis zum 06.12.2008. Im Folgenden beantwortet er uns einige Fragen.

Worin siehst Du den Unterschied von Snowboard-Fotografie und „normaler“ Sportfotografie?

Eine Begeisterung für das Snowboarden ist eigentlich unabdingbar. Die Dynamik und besonderen Momente sowie natürlich die sportliche Leistung erschließt sich jemanden, der dem Sport verbunden ist, viel einfacher. Selbst Snowboard zu fahren hilft auch an anderer Stelle. Viele Bilder entstehen abseits der Wintersportgebiete, sich dort im Gelände zu bewegen klappt nur mit einem gewissen Können.

Welche Herausforderungen erwarten einen Snowboardfotografen?

Aus fotografischer Sicht kann man neben den Actionbildern an einer großen Spanne von Themen arbeiten. Das geht von Produktfotos zu Portraits über Landschaft, Reise, Lifestyle und vieles mehr. Das hat zur Folge das man unter den Snowboardfotografen viele gute Spezialisten in anderen Bereichen findet.
Was die Ausübung angeht sind die Herausforderungen, dass man sich im hochalpinen Gelände bewegt und damit gewisse Risken eingeht. Außerdem ist natürlich eine hohe Reisebereitschaft erforderlich.

Welche Anforderungen an die technische Ausstattung (Kamera, Objektive etc.) stellt die Snowboard-Fotografie?

Meist sind die „besseren“ Kameras, also im oberen Preissegment, auch besser abgedichtet und robuster. Das ist wichtig, da man sich oft in schlechtem Wetter aufhält oder durch Schnee immer Nässe vorhanden ist. Hin und wieder muss man sich mit Plastiktüten oder ähnlichem aushelfen. Ich finde man kann aber meist auf die Ausrüstung sehr gut vertrauen.
Was das Fotografieren selbst angeht, ist klar – Snowboarden ist ein schneller Sport. Möchte ich die Action einfrieren und auch Unschärfe durch Mitziehen vermeiden, dann muss man sich im Bereich von 1/1000 Sekunde oder kürzeren Verschlusszeiten befinden. Ansonsten findet eigentlich alles Einsatz – vom Tele bis zum Fisheye aber auch Tilt-Shift sowie kurze oder lange Verschlusszeiten. Es kommt immer wieder zu Trends in der Snowboard-Fotografie.

Wie bewältigst Du die extremen Kontraste beim Fotografieren im Schnee bei strahlendem Sonnenschein?

Blitze sind mittlerweile ein fester Bestandteil in der Welt der Snowboard-Fotografie, selbst bei Tag schleppen manche Fotografen ein ganzes Arsenal auf den Berg. Das schöne ist aber eigentlich, dass man durch die Schneedecke einen gigantischen Reflektor immer dabei hat. Das wirkt wie ein Fülllicht und man bekommt kräftige Farben.

Findet Snowboardfotografie nur im Winter statt?

Während bei uns Sommer ist, ist auf der Südhalbkugel Winter. Viele Produktionen finden mittlerweile dort statt. Außerdem passiert viel auf den Gletschern. Bereits im Frühjahr nehmen viele Magazine die Arbeit für die kommende Saison auf. So ist man neben den 10 oder 12 Wochen Winter in unseren Breitengraden durchgängig beschäftigt.

Für welche Kunden arbeitest Du?

Magazinseitig sind das Kunden aus aller Welt, Japan, USA und viele nationale Magazine in Europa. In Deutschland arbeite ich als Senior Photographer für das Pleasure Snowboard Magazin. Mit vielen Firmen arbeite ich auf Freelance-Basis und liefere Motive für Anzeigenkampagnen, POP und dergleichen, aber auch Katalog-Shoots. Außerhalb des Snowboard-Sports fotografiere ich gerne andere Sportarten aber auch sportgeprägte Lifestylebilder.


Weitere Informationen über Christian Brecheis auf seiner Homepage www.christianbrecheis.com

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

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