Studiotechnik

Joe McNally – The Language Of Light (Rezension)


Joe MacNally ist den meisten Fotografen, die sich im Internet bewegen, sehr gut bekannt. Er ist als Fotograf gut im Geschäft und gibt sein Wissen gerne in unzähligen Videotutorials, Blogeinträgen und nicht zuletzt in seinen Büchern „Der entscheidende Augenblick“ und „Hot Shoe Diaries“ weiter. Unvergessen beispielsweise, wie er einen Monteur an die äußerste Spitze des Empire State Buildings begleitet und beim Auswechseln einer Glühbirne portraitiert.

McNally arbeitet mit dem Nikon CLS Blitzsystem und verlässt sich dabei, im Gegensatz zu David Hobby beispielsweise, auf die TTL-Messung der Kamera. Und er arbeitet auch im Studio mit Aufsteckblitzen, die natürlich entfesselt eingesetzt und mit Hilfe der Kamera ferngesteuert werden.

Jetzt bietet McNally zwei neue Schulungs-DVDs an. Darauf zeigt er Fotoshootings im Studio und On Location. Er baut didaktisch das Licht stufenweise auf, beginnt oft mit eher schlechtem Licht, verbessert es dann schrittweise und lässt den Zuschauer an seinen Überlegungen teilhaben. Das ist nachvollziehbar und sehr lehrreich. Und er schafft dabei mit seiner unnachahmlich lässigen Art auch noch den Spagat, gleichzeitig den Zuschauer zu informieren und mit dem Menschen vor der Kamera zu arbeiten. Dabei sind dann vor allem die vielen kleinen Kniffe interessant, die eher zufällig wirken aber von McNally sehr bewusst eingesetzt werden. Beispielsweise wenn er ein Niesen vorspielt, um drei Teenager vor der Kamera zu Lachen zu bringen.

Die Frage ist: Lohnt sich die Anschaffung dieser DVDs, denn immerhin kosten sie (bei Adorama in den Vereinigten Staaten) 160 $ plus Spesen.

Um es kurz zu beantworten: Ja und nein.

Ja, weil McNally einfach sehenswert ist und in diesen beiden DVDs sehr viel Wissen vermittelt wird. Und dieses Wissen ist auch für jemanden interessant, der wie ich nicht mit dem Nikon Blitzsystem arbeitet. Auch wenn wahrscheinlich wenig Fotografen im Fotostudio mit 6 oder mehr Aufsteckblitzen arbeiten, lassen sich die Prinzipien der Lichtführung ohne Probleme auf das Arbeiten mit Studioblitzen übertragen.

Nein, weil viele der Tipps, Lichtaufbauten und Vorgehensweisen bereits in anderen McNally Videos zu sehen waren. Aber das kann man dem Fotografen eigentlich nicht vorwerfen, denn die Arbeitsweise, die er zeigt, ist einfach in sich schlüssig, nachvollziehbar und sinnvoll.

Auch wenn die DVDs einen stolzen Preis haben, sind sie es meiner Meinung nach wert. Als günstigere Alternative bleibt, auf youtube nach McNally Videos zu suchen. Auch dort sind viele Perlen zu entdecken.


Mein Fazit: Sehr gute Videotutorials zum Einsatz von entfesselten Aufsteckblitzen, vorgetragen von einem erfahrenen und sehr unterhaltsamen Fotografen.

Eine weitere Rezension zu Language of Light hat Stefan Groenveld geschrieben. Mehr Informationen gibt es auf dem Blog von Joe McNally.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

6 Kommentare

  • Stefan sagt:

    Danke für diese Rezension, habe die DVD seit Erscheinen „auf dem Schirm“,mcnallys Stil der Vermittlung von Infos sagt mir zu… Irgendwie hat der Typ nen gewissen Coolness-Faktor.

  • herrMartin sagt:

    Ich frag mich immer, was die Leute an dem finden. Ich finde die Fotos eher langweilig bis mau und seine Aufsteckblitzschlacht ist oft derb hirnrissig, weil mit mobilen Studioblitzen besser billiger und einfacher zu realisieren. Der Typ produziert außerdem einen sehr amerikanischen Style mit gewisser Postkartenerotik.

  • therabbit sagt:

    Na herrMartin da spricht aber der Neid was?

  • herrMartin sagt:

    Ne in dem Fall wirklich nicht, McNally ist so ne typische Ikone der Amateur und Communityfotografen, mit einen sehr speziellen Stil, der nicht unbedingt das widerspiegelt was in Werbung auf dem kommerziellen Markt so gefordert ist.

  • Pustekuchen sagt:

    Mein Vorschlag wäre ja, du machst mal ein Video, in dem du deine Arbeiten und deine Bilder in Zusammenhang mit dem, was momentan auf dem Markt gefordert wird, zeigst.

    Würde McNally nicht wissen, was gefordert wird, wäre er wohl nicht unter den 100 wichtigsten (und auch erfolgreichsten) Fotografen der modernen Zeit. Zudem finde ich es sehr verletztend und arrogant, Hobby- und/oder Amateur/Communityfotografen vorzuwerfen, sie würden allesamt nach Ikonen trachten. Ich kenne genug, die Arbeiten abliefern, die neben denen eines McNallys problemlos platziert werden könnten. Also bitte, was sollen solche Aussagen.

    Der spezielle Stil ist das, was einen Fotografen von anderen abhebt…aber gut, jedem seine Meinung 😉

  • Dann mach mal so ein Mc Nallybild mit 25 mobilen Studioblitzen! 😉 Ich würde mal sagen die Leute die sich für so eine Ttechnik interessieren wollen keine Wella gucci 3 Wetter Taft Werbebilder machen! Da muss ich kein Community- oder Amatuerfotograf sein! Jeder der behauptet was besseres als die anderen zu sein hat bei mir das fotografieren aufgehört! Da Vinci hat bestimmt auch alle niedergemacht weil er mit Pferdehaaren statt wie die Bauern mit Ziegenhaaren seine Werke gemalt hat 😉

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