Foto-Business

Beruf Fotograf – Leitfaden für angehende Berufsfotografen


Jens Brüggemann hat sich, nachdem er ein Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen hatte, als Fotograf selbständig gemacht. Damit ist er der typische Quereinsteiger, der weder über eine fotografische Berufsaufbildung noch über ein Fotografiestudium verfügt. Trotzdem ist es mit seiner Arbeit sehr erfolgreich und arbeitet als Werbe- und Aktfotograf für renommierte Auftraggeber.

Wenn ein solcher Fotograf über seine Erfahrungen berichtet und seine gesammelten Karrieretipps weitergibt, dann werden sicher viele angehende haupt- oder nebenberufliche Fotografen näher hinschauen, denn sie erkennen ihre eigene Situation wieder und überlegen sich vielleicht, ob ein ähnlicher Lebensweg nicht auch für sie in Frage kommt.

Brüggemann schreibt offen und interessant. Er warnt zwar nicht vor der schwierigen Aufgabe, sich in der heutigen Zeit als Fotograf selbständig zu machen (er selbst hat es ja auch geschafft), nimmt dem allzu euphorischen Einsteiger aber die eventuell falschen Vorstellungen.

Er schreibt beispielsweise: „… es muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen optimalem Ergebnis und knappem zur Verfügung stehenden Budget. Kein Kunde ist bereit, dem Fotografen die Anzahl von Tagessätzen zu bezahlen, die dieser braucht, um optimale Ergebnisse zu erzielen. Im Gegenteil: Häufig gilt es, innerhalb kürzester Zeit so viele Motive zu fotografieren wie gerade möglich. Und zu gerade noch akzeptabler Qualität.“   Das mag für manchen Einsteiger nicht glaubhaft klingen, Brüggemann weiß aber, wovon er redet.

Thematisch deckt das Buch alles ab, was der berufliche oder nebenberufliche Einsteiger in die Fotografie beschäftigt:

  • Bin ich für den Beruf Fotograf geeignet?
  • Ausbildung, Praktikum, Assistenz, Studium, Quereinstieg
  • Positionierung und Zielsetzung
  • Fotostudio, Blitzanlage und Datensicherung
  • Behördengänge, Steuern und Fotorecht
  • Marketing als Fotograf
  • Auftragsabwicklung

Im letzten Kapitel berichten neun Berufsfotografen aus den verschiedenen Fachgebieten der Fotografie, wie sie ihren persönlichen Weg in die Fotografie gemeistert haben. Das ist eine gelungene Abrundung des Buchs und unterstreicht viele Aussagen des Autors noch einmal.

Wenn man etwas an dem Buch kritiseren möchte, dann der etwas zu häufige Einsatz von Aktfotos. Aber das ist nun mal das Haupttätigkeitsgebiet des Autors, und die Fotos sind auch wirklich sehenswert.

Mein Fazit: Das Buch liest sich für jemanden, der sich mit dem Thema „Selbständig als Fotograf“ beschäftigt, sehr interessant und vermittelt viel Praxiswissen, das man sich ohne dieses Buch mühsam selber erarbeiten müsste.

Solides Fotografie Fachbuch

Beruf Fotograf – Edition ProfiFoto
von Jens Brüggemann
1. Auflage 2011, Softcover
232 Seiten, Format 17,0 x 24,0
ISBN 978-3-8266-9126-3
€ 29,95

Mehr Informationen bei mitp sowie bei Amazon.

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

6 Kommentare

  • Jensen sagt:

    Der Jens kann gute Fashion & Co. Fotos machen, Bücher schreiben aber noch nie. Die Tipps zu Marketing usw. sind so was von abgenudelt, da wird man keinen mehr mit hinterm Ofen her holen können.
    Leider versucht er mittlerweile auch mit Workshops Geld zu verdienen, wo er über Themen referiert, von denen er wirklich keine Ahnung und Erfahrung hat. Schade, denn ansonsten ist er ganz sympathisch…

  • Ein langjähriger Fotoprofi findet in dem Buch sicher keine brandneuen Marketing-Tricks, da muss ich Dir Recht geben. Aber für einen Berufseinsteiger liefert es nach meiner Meinung genau die Informationen, die er braucht.

    Für erfahrene Berufsfotografen, die neue Anregungen zu den Themen „Positionierung“, „Marketing“ etc. suchen, empfehle ich das Buch

    https://fotografr.de/4566/pflichtlektuere-fuer-quereinsteiger-in-die-berufsfotografie/

  • Chris sagt:

    mhh. Irgendwas behagt mich dieses Buch zu bestellen. Glaube würde auch eher zu Deiner zweiten Empfehlung ausweichen.

  • Jensen sagt:

    Naja, auch das Buch von David duChemin hat das „Problem“, was alle Bücher haben. Die Wahrheit ist, es gibt eben kein Geheimnis, was einen zum Erfolgreichen Fotografen werden lässt, egal in welchem Bereich. Viele ist mit dem gesunden Menschenverstand nach zu vollziehen und hier da benötigt man eben etwas Glück oder man muß eben der gewisse Typ für Kundenkontakt & Co. sein. Da ist es vielleicht hilfreich, wenn man hier und da auf ein paar Grundregeln hingewiesen wird. Ansonsten finde ich das Buch von Herrn duChemin sehr „gestreckt“ und unübersichtlich. Da wäre man mit der Hälfte der Seiten locker hin gekommen.

  • Tim Dochnahl sagt:

    Schöner Bericht!

    Ich habe das Buch selbst gekauft und gelesen und kann deiner Meinung zustimmen. Für jemanden, der der Sprung wagt, eine echte Hilfe und ein guter Ratgeber.

    LG,
    Tim

  • […] präsentiert er sich als Werbe- und Erotik-Fotograf, Fachbücher hat er bereits über die Themen Selbständigkeit als Fotograf, Fotorecht, Aktfotografie und Kinderfotografie geschrieben und nun legt er (gemeinsam mit anderen […]

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