Bildbearbeitung

(K)ein Lehrbuch für Adobe Lightroom von Paddy


Blogger haben gegenüber vielen anderen Autoren eine ganze Reihe von Vorteilen: Sie können über das schreiben, was sie wirklich interessiert, müssen keine Rücksicht auf Hierarchien oder die Firmenpolitik eines Verlag nehmen und sind daher nicht selten engagierter und glaubwürdiger als andere Verfasser.

Der Verlag MITP hat das erkannt und einer ganze Reihe von Fotografie-Bloggern die Möglichkeit gegeben, ihre Kenntnisse in Form eines Buch weiterzugeben. Offensichtlich ist der Verlag recht erfolgreich damit. Nach Robert Kneschke, Michael Gelfert und Hendrik Roggemann hat jetzt auch Paddy (Patrick Ludolph) ein Buch abgeliefert. Und die ersten Rückmeldungen aus der Blogszene sind überaus positiv.

Eines vorweg: Wie bereits der Titel des Buchs („MEIN Lightroom Alltag“) beschreibt, handelt es sich nicht um ein Adobe Lightroom Lehrbuch, sondern um eine ganz persönlich eingefärbte Beschreibung der Arbeitsweise von Paddy. Er nimmt sich die Freiheit heraus, Module und Funktionen in Lightroom, die er selber nicht oder nur selten benutzt, einfach im Buch gar nicht zu beschreiben (wie zum Beispiel die Diashow, das Webmodul oder die Veröffentlichgsdienste).

Manche Leser wird das stören, ich persönlich finde das aber gerade bemerkenswert. Denn mit dieser (bloggertypischen) Vorgehensweise geht das Buch über ein nüchternes Beschreiben der Funktionalitäten der Software weit hinaus. Der Leser darf an der Arbeitsweise von Paddy teilhaben und bekommt aus erster Hand Praxiswissen vermittelt, das im eigenen täglichen Arbeiten mit Lightroom sehr nützlich sein kann.

Der Schwerpunkt des Buchs liegt auf dem Entwickeln-Modul von Lightroom. Der Autor beschreibt die aus seiner Sicht wichtigen Werkzeuge, um Bilder mit wenigen Handgriffen zu optimieren und ihnen einen persönlichen Bildlook zu verpassen.

Paddy beschreibt selten verschiedene Möglichkeiten, zum Ziel zu kommen, sondern schildert seinen eigenen Weg und begründet auch, warum er den gerade so gewählt hat. Mir selber ist es oft so gegangen, dass ich in vielen Details bisher einen anderen Weg gegangen bin (und vielleicht auch in Zukunft bei meinem vertrauten Vorgehen bleiben werde), aber allein der Vergleich mit der Vorgehenphilosophie eines anderen Fotografen war für mich nicht nur sehr lehrreich, sondern auch sehr spannend zu lesen.

Als Goodie liefert der Autor seine meistbenutzten Lightroom-Presets mit. Das sind zwar nur 15 Stück (und damit nicht sehr viele), aber diese wenigen haben es in sich.

Mein Fazit: Patrick Ludolph liefert kein vollständiges Lehrbuch für Lightroom, sondern beschreibt seine ganz persönliche Arbeitsweise mit diesem Programm. Und gerade deswegen ist das Buch so wertvoll.

Gutes Fotografie Fachbuch


Mein Lightroom Alltag – Edition ProfiFoto
von Patrick Ludolph
1. Auflage 2011, Softcover
216 Seiten, Format 22,0 x 22,0 mit DVD
ISBN 978-3-8266-9155-3, € 29,95


Mehr Informationen bei mitp sowie bei Amazon.

Das wird Dir auch gefallen:

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als zertifizierter Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

9 Kommentare

  • Chris sagt:

    Ich habe mir auch das Buch geholt und bin froh darüber. Genau wie Du beschrieben hast, war es für mich Interessant und super spannend zu erfahren wie Paddy persönlich mit LR umgeht.

    Für mich ist das Buch auf das wesentliche und in meinen Augen auch nur auf das wichtigste beschränkt und kann jeden, (zumindest Hobbyfotografen) nur zu diesem Buch raten.

    Gruß

    Chris

  • *räusper* Ganz richtig ist Deine Einleitung nicht. Ich habe mein Buch geschrieben, BEVOR ich Blogger wurde. Das Buch hat mich erst zum Bloggen gebracht (das grade wegen vieler Umzüge etc. etwas still ist, was sich aber wieder ändern wird…)

  • Mett sagt:

    Vorweg: Ich habe das Buch nicht gelesen, weil ich LR nicht nutze. Aber eines fand ich bemerkenswert. Paddy hat sich im aktuellen Knackscharf-Podcast ein wenig zu seinem „vom Hobby- zum Profifotografen“-Workshop geäußert und unter anderem den Tipp abgegeben, sich nicht in Foren rumzutreiben, sondern sein eigenes Ding durchzuziehen. Wenn man seinen Tipp also konsequent beherzigt, kauft man sich besser kein Buch, das eine Anleitung ist, die Arbeitsweise eines Fotografen zu imitieren. „Paddy beschreibt selten verschiedene Möglichkeiten, zum Ziel zu kommen, sondern schildert seinen eigenen Weg und begründet auch, warum er den gerade so gewählt hat.“

    Das aber nur als Denkanstoß. Und ja, ich bin total neidisch auf seinen Erfolg.

  • camonist sagt:

    @mett
    …habe ich auch gehört den podcast, aber er meint doch nur die begutachtung der eigenen bilder von anderen fotomenschen. nicht die anleitung bzw. tipps + tricks oder workflowoptimierung.

    einfach nochmal nachhören, neid mit frustessen kompensieren und wieder hinlegen.
    best aus bln

  • […] dem Buch “Mein Lightroom-Alltag” von Patrick Ludolph ist nun ein weiteres Buch aus dem mitp-Verlag auf meinem Schreibtisch gelandet, […]

  • wiebke sagt:

    Hab mir auf Deine Empfehlung hin das Buch geholt und finde es super. Es ist eine klasse „Klolektüre“, ohne das abwertend zu meinen. Die einzelnen Kapitel sind kurz, knackig und ansprechend geschrieben. Obwohl ich Lightroom schon seit Jahren verwende und einen ausgereiften Workflow habe, war es spannend zu lesen, und die einen oder anderen nutzvollen Tips zu bekommen. Danke für den Hinweis auf das Buch. Ich verlink mal Deine Rezension auf meiner HP.
    Lg,
    Wiebke

  • Christian Weidler sagt:

    ich benutze zwar kein Lightroom, habe das Buch aber auch antesten können, da die Leiterin unserer Bibliothek mir neue oder anzuschaffende Bücher mit Fotografie oder IT Themen immer zur Begutachtung gibt. Ich kann mich, wie fast immer, Deiner Rezension anschließen.

    Als Einschränkung kann man vielleicht eine hinzufügen die keine ist: Das Buch beschreibt halt, wie Patrick das bei sich macht und ist kein Kompendium oder Handbuch. Das ist aber nicht weiter schlimm, da das sowohl vom Titel her schon angedeutet wird, wie auch in der Einleitung sofort klargestellt wird.

Hinterlasse eine Antwort

shares