Aktfotografie

Garantiert nicht langweilig und nicht jugendfrei: The Mammoth Book of New Erotic Photography

Von 24. Februar 2011 2 Kommentare

Pierre Dal Corso, The Mammoth Book of New Erotic Photography, Edition Skylight

Es ist wahrlich ein Mammutwerk, dieses »Mammoth Book of New Erotic Photography« (edition Skylight). Auf 480, hochwertig gedruckten Seiten finden sich über 500 Erotikfotos von Frauen aus dem Portfolio von 70 Fotografen und Fotografinnen rund um den Globus. Dies und das handliche Format von 14 x 19,5 cm machen aus dem Mammutwerk ein handliches, gewichtiges Taschenbuch, das die oder der Betrachter/in aber nicht in der U-Bahn durchsehen sollte. Mitreisende könnte an manchen Aufnahmen durchaus Anstoß nehmen. Denn viele Fotos wandeln an den Grenzen des sogenannten guten Geschmacks, an der Grenze zwischen Kunst, Provokation und Pornographie.

Maxim Jakubowski ist der bewährte Herausgeber der »Mammoth Book of Erotica serices« und der zwei bisherigen Bände von »Erotic Photography«. Der vorliegende dritte Band, der als autorisierte englisch-sprachige Originalausgabe erschienen ist, widmet sich ausschließlich »the sheer beauty of the female form«, wie Jakubowski im Vorwort betont. Hunderte Fotografen hat der Engländer weltweit gesichtet. 70 schafften es in das Buch, das sie nun mit einer Kurzbeschreibung – meist Herkunft, Wohnort und fotografische Intention -, immer mit ihrer Webseite und einer kleinen Auswahl aus ihrem Schaffen vorstellt.

Charles Gatewoo, The Mammoth Book of New Erotic Photography, Edition Skylight

Hudson Manilla, The Mammoth Book of New Erotic Photography, Edition Skylight

»Beauty is, of course, highly subjective and it could be argued that it’s only with the advent of photography that we have been able to judge at first hand how beauty is seen by others«, schreibt Jakubowski in seinem Vorwort. Und so zeigen Alva Bernadine, Pierre Dal Corso, Vlad Gansovsky, Peter Gorman, Nobert Guthier, Elisa Lazo de Valdez, Chas Ray Krider, Eric Kroll Will Santillo und viele andere mehr die gesamte Bandbreite der erotischen Fotografie in diesem Buch: vom klassischen Akt über Boudoir, Erotik und Fetisch bis hin zur Pornographie – zumindest in den Augen einiger Betrachter. »There is an inherent lusciousness about the body of women and in these books we have tried to celebrate it, not exploit it.« Letzteres ist immer auch eine Frage des persönlichen Geschmackes – und über den lässt sich bekanntlich nicht streiten. Daher fordert Jakubowski vom Betrachter: »So leave you prejudices at the door and relish this celebration of beauty.«

Mein Fazit: Das »Mammoth Book of New Erotic Photography« ist ein Kompendium zeitgenössischer Erotik-Fotografie. Ein Buch, das dazu einlädt, neue Sichtweisen wahrzunehmen und – dem Internet sei dank – die Chance bietet, die Fotografen weiter kennenzulernen. Ein Buch, das anregt, inspiriert, provoziert und schockiert, das zeigt, was alles machbar ist und fotografiert wird. Ein Buch, das weder langweilig, noch jugendfrei, noch ein klassischer Fotoband ist.

Der Autor dieser Rezension, Jörg Eschenfelder, ist freier Journalist (Text + Foto) mit einer Passion für Fotografie: www.jes-media.com und www.jes-photo.com.

Maxim Jakubowski „The Mammoth Book of New Erotic Photography“

ISBN-13: 978-3-03766-610-4
ISBN-10: 3-03766-610-2
€ (D) 16,95/€ (A) 17,50/sFR. 29,95/

Mehr Informationen bei Edition Skylight und bei Amazon.

Jörg Eschenfelder

About Jörg Eschenfelder

Jörg Eschenfelder ist freier Journalist (Text und Foto) mit einer Passion für Fotografie.

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2 Kommentare

  • Mett sagt:

    Danke für den Buchtipp! Aber einer Sache kann man sich fast sicher sein: Wenn irgendwo „fast Pornographie“ zu lesen ist, steckt garantiert keine Pornographie drin.

  • Ralf Jannke sagt:

    >> Danke für den Buchtipp! Aber einer Sache kann man sich fast sicher sein: Wenn irgendwo “fast Pornographie” zu lesen ist, steckt garantiert keine Pornographie drin. <<

    Um das festzustellen, müsste man schon ins ganze Buch schauen. Die Beispielfotos gehen jedenfalls alle in Ordnung. Muss ich nicht toll/gut finden, muss aber auch nicht "wegsehen".

    Der gegenübersitzende Kollege berichtete neulich entsetzt, dass der pubertierende Sohn "endlich" die Seite youpxxx.xx gefunden hätte. Das ist Dreck, Pornografie "in bewegten" Bildern = Schmuddelvideos, aber vermutlich nicht das vorgestellte Buch. Mal sehen, ob ich bei so etwas warte, bis es als "modernes Antiquariat" bei amazon auftaucht…

    Danke für die Vorstellung!

    RJ

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