Foto-Business

Preisspiegel für Fotoshootings: Welches Fotografenhonorar kann ich verlangen?

Aus dem Fotografr-Forum (2009 / 2010). Die Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der FOTOGRAFR-Redaktion wieder



Michi

Eine der schwierigsten Aufgaben eines selbständigen Fotografen ist die Preisfindung bei Auftragsanfragen.
Natürlich hat man seinen Tagessatz, aber lässt der sich immer durchsetzen, insbesondere in der heutigen Zeit?
Und zu welchen Preis bietet die Konkurrenz an?
Insbesondere bei „Gebrauchsfotografie“, also austauschbarer, klar definierter Fotografie ohne künstlerischen Anspruch ist es wichtig, die aktuellen Marktpreise zu kennen, um bei Angeboten überhaupt eine Chance zu haben.

Vielleicht hat der eine oder andere von Euch Lust, einmal die „Hosen herunter zu lassen“ und von gewonnenen oder verlorenen Ausschreibungen zu berichten?

Ich fange mal an:

Beispiel 1:
Katalogfotografie von Hosen, Röcken, Kleidern, Anzügen etc. für einen Onlineshop, zu liefernde Bildgröße ca. 800 x 800 px. Von jedem Kleidungsstück drei Fotos in verschiedenen Posen freigestellt vor weißem Hintergrund. Inkl. Modelkosten.
Umfang: Ca. 30 Kleidungsstücke pro Monat.
Ich schreibe jetzt mal nicht, zu welchem Preis ich angeboten habe (ich habe den Auftrag nicht bekommen), aber der Auftrag ist für 12 Euro pro Kleidungsstück vergeben worden.

Beispiel 2:
Portraitfotografie für eine Werbeanzeige eines mittelgroßen Industrieunternehmens (ca. 5000 Mitarbeiter), Shootingdauer ca. 90 Minuten, inkl. unbeschränkter Bildnutzungsrechte
Ich habe 1.200 Euro verlangt und auch bekommen, Visa- und Materialkosten kamen noch dazu.

Beispiel 3:
Fotoaufnahmen für einen Vermieter von Ferienwohnungen. 6 Wohnungen, jeweils 4 Fotos. Ich habe den Auftrag innerhalb eines Tages durchgeführt und dafür 900 Euro fakturiert. Auf meine Nachfrage erfuhr ich, dass mein angebotener Preis bei weitem der günstigste war, die Mitbewerber lagen alle bei 1.200 bis 1.500 Euro
Um ein Haar hätte ich den Auftrag nicht bekommen, weil ich nach Aussage des Kunden „zu billig“ war. Das hat ihn misstrauisch gemacht, ob denn auch die Qualität stimmt.

Und jetzt seid ihr dran!


Christian R

Hi Michi,

ich glaube, dass die Preisgestaltung auch sehr regionsabhängig ist. Ich sitze hier ja nun mitten in der Pampa (= Schleswig-Holstein) und bin nun auch kein ausgebildeter Fotograf, zwei Dinge, die mich beim Kalkulieren schon Abstriche machen lassen.

Dein erstes Beispiel ist schon heavy. 12 Euro pro Kleidungsstück inkl. Modelkosten? Autsch. Das ist dann reine Akkordarbeit und wenn ich mal gedanklich den Zeitaufwand überschlage, dann liegt das ja sogar noch unterhalb meiner Kalkulation!

Beim Beispiel 2 werde ich doch glatt neidisch 🙂 Wobei: bei dem Unternehmen reden wir von einer Größenordnung, von der ich einfach die Finger lasse. Dafür fühle ich mich einfach noch nicht reif genug um eine entsprechende Qualität zu einem realistischen Preis abliefern zu können.

Ja und bei Deinem dritten Beispiel: Ich habe mir das auch schon mal von einem Kunden sagen lassen müssen, ich sei zu günstig. Gut, das war ganz am Anfang, mittlerweile habe ich da etwas nach oben korrigiert.

Meine Zielgruppe sind im Wesentlichen kleine Unternehmen und Einzelunternehmer sowie Existenzgründer. Das ist so das Klientel wo ich meine, dass die sich mit Bildmaterial für eine Aussendarstellung vor dem Kostenhintergrund schwer tun. Da ich mich selbst eben auch noch als Existenzgründer sehe (die Geschichte wäre jetzt zu lang) möchte ich halt genau dort ansetzen und eine darstellbare Kombination aus Preis und Leistung anbieten. Das bedeutet nun nicht, dass ich drei Stunden Shooting für 100 Euro anbiete, denn weder will ich billig sein, noch dazu den Preisverfall unterstützen.

Ich habe für mich einen Tagessatz von 560 Euro netto angesetzt. Dazu kommen Dinge wie Anfahrt (je nach Entfernung), Material und natürlich noch die Nutzungsgebühren. Und je nach Shootingdauer rechne ich den Preis natürlich runter. Ob das so richtig ist? Offen gestanden weiß ich es nicht genau. Klar kenne ich hier in der Region den einen oder anderen Fotografen. Nur kann ich mich mit denen nicht vergleichen, die weisen einfach schon viel mehr Erfahrung um Bereich der beruflichen Fotografie auf.

Im Grunde ist das einfach mein persönliches Dilemma, wie oben schon angedeutet: auf der einen Seite möchte ich mich nicht zu den Fotografen zählen, die die Preise kaputt machen. Auf der anderen Seite möchte ich aber auch meinem Kunden nicht „übers Ohr hauen“.

Vielleicht könnt Ihr mir ja etwas aus dieser Zwickmühle raus helfen. Und wer sich mal einen Eindruck von meinen Fotos verschaffen möchte, der findet auf http://www.crpix.de meinen offiziellen Webauftritt (mit dem ich auch noch nicht wirklich glücklich bin) und unter crohweder.ipernity.com die eher privaten Sachen, wo auch Schnappschüsse, Experimente etc. landen.


Andreas

Da siehst Du, wie unterschiedlich die Wertschätzung eines Bildes / einer fotografischen Arbeit ist.
Für Leute, die keine Ahnung haben, kann jeder eine Kamera betätigen. Wie oft habe ich schön Sätze gehört wie „100 Euro für ein Bild?! Das mach ich doch eben mal schnell selbst!“ und andere wiederum „100 Euro ist doch günstig“. Bei denen, die reagieren, wie Bsp.1 ist diskutieren sinnlos.


Omori

An Christian:
Ich kenne das Preisgefüge bei Euch im Norden nicht und weiß daher nicht, wie Du dort im Markt liegst. Für unsere Region hier in Frankfurt / Mannheim kann ich aber sagen, dass das eher in Richtung 800 – 1000 Euro geht, wenn ich vergleichbare Fotografen zu Dir betrachte. Kann also sein, dass Du immer noch das Problem bekommen kannst, zu günstig zu sein.
Natürlich hängt das auch viel davon ab, was alles im Tagessatz enthalten ist. Einige Fotografen haben zum Beispiel einen günstigen Tagessatz, fakturieren aber Studionutzung zusätzlich.
Andere haben einen höheren Tagessatz und haben darin bereits einen Assi mit eingepreist. Da vergleicht man also schnell Äpfel mit Birnen.


Doug

Moin,
ich lebe auch in Schleswig-Holstein, allerdings in recht naher Nachbarschaft zu Hamburg. So genau kenne ich die Preise allerdings hier am Markt noch nicht, da ich eben erst hergezogen bin. Ich nehme allerdings an, dass sie höher sind, als die von Christian angesprochenen Tagessätze.
Ich würde jedenfalls nicht unter den Satz gehen, sondern eher mindestens 200,- € mehr kalkulieren. (Irgendwo hatte ich mal eine Excel-Kalkulationstabelle… finde ich gerade nur nicht.)

Zu verschenken habe ich allerdings auch nichts. Ich gehe mit meinen Angeboten nie unter meine Schmerzgrenze. Mein Limit steht fest, darauf gebe ich dann noch ein paar Prozent drauf, damit ich auch noch einen Spielraum habe. Wenn ein Kollege meint, er kann günstiger kalkulieren – dann muss ich damit leben.

Ansonsten mache ich ein Angebot auch manchmal davon abhängig, um was für einen Auftrag es geht und wer der Kunde ist.

Manchmal kann es auch gut sein, wenn man einem Kunden vor Ort ein wenig im Preis entgegen kommet, wenn man z.B. weiß, dass der Händler eine gute Lobby in der Stadt hat. Der wird einen nämlich auch weiter empfehlen – in kleinen Städten wird das durchaus noch so gemacht. (Darauf sollte man sich aber auch nicht unbedingt immer verlassen.)



Frank M.

Vor 2 Jahren waren 1.200 Euro Tagessatz an der Tagesordnung, einige Fotografen hatten sogar den Mut, über 2.000 Euro zu gehen.
Im Moment beobachte ich eher 800 Euro oder darunter.


Omori

An Doug: Günstige Preise anbieten, um weiterempfohlen zu werden, halte ich für gefährlich. Denn natürlich wird auch Dein günstiger Tagessatz weitergereicht, auf den Du dann festgenagelt wirst. Oder wie willst Du dem neuen Kunden klarmachen, dass er aber mehr zahlen muss als der alte Kunde?

Wenn ich einem Kunden preislich entgegen kommen möchte, versuche ich einen nachvollziehbaren Grund dafür zu finden. Zum Beispiel: Ich darf die entstehenden Bilder – oder einen Teil davon – auch zu Stock-Zwecken nutzen. Oder ich bekomme ein kostenloses Property Release für anschließende freie Projekte.


Ludger

Beispiel:
Hausprospekt für ein Viersternehotel, Zimmer, Empfangshalle, Bar, Wellnessbereich, Außenansicht, Restaurant, Außenaufnahme von der Seeseite her. Geliefert sollen druckfertige Bilder auf CD, ALLE Rechte verbleiben dem Auftraggeber.
Habe mit meinem Angebot von 870 € den Auftrag nicht erhalten, ein Kollege machte es für 400 🙁


Omori

An Ludger: Die Frage ist nun, wie reagierst Du bei der nächsten ähnlich gelagerten Anfrage darauf?
Bietest Du dann für 600 Euro oder gar 400 Euro an?

Frau Dr. Mettner empfiehlt ja, den Tagessatz stabil zu halten, auch wenn es schwer fällt. Das werden sich aus meiner Sicht vor allem die Fotografen leisten können, die wirklich gut sind und sich qualitätsmäßig mit den Preisdrückern nicht auf eine Stufe stellen lassen müssen.

Aber, wie Michi oben schon schreibt, für „Gebrauchsfotografie“ gelten oft andere Regeln, da zählt der niedrigste Preis. Und wenn dann nur 80 % Qualität geliefert wird, ist das für viele Kunden auch ausreichend …


Doug

@Omori
Sorry, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Es geht dabei nicht darum, meine Tagessätze so weit zu unterbieten, den Auftrag unter allen Umständen zu bekommen. Anschliessend höhere Preise zu verlangen ist dann fast unmöglich.
Aber es gibt ja auch andere Möglichkeiten, dem Kunden etwas Gutes zu tun.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

35 Kommentare

  • Omori sagt:

    @ Michael. Dieser Unterschied ist doch m.E. nur bei Privatkunden relevant. Bei Geschäftskunden kenne ich das nur so, dass man z.B. 500 Euro anbietet, und dann entweder 500 Euro zzgl. Mwst fakturiert oder eben 500 Euro, wenn man keine Mwst ausweisen darf. Das kommt für Firmen ohnehin auf das selbe hinaus.

    Gruß Michael

  • Michael Kleinespel sagt:

    Zwischenfrage: sprecht ihr von netto oder brutto? Ist jemand so klein, dass er keine Umsatzsteuer berechnen muss?

  • Bianca Bender sagt:

    @Omori. Genau das, was du hier schreibst ist das Problem:

    „Aber, wie Michi oben schon schreibt, für “Gebrauchsfotografie” gelten oft andere Regeln, da zählt der niedrigste Preis. Und wenn dann nur 80 % Qualität geliefert wird, ist das für viele Kunden auch ausreichend “

    Diese Erfahrung kann ich nur bestätigen! Was soll man denn machen, wenn ein „Wochenend-Fotograf“ Schleuderpreise anbietet, der Kunde aber den Qualitätsunterschied gar nicht bemerkt? Da muss ich manchmal nicht nur wegen der niedrigen Preise schlucken, sondern auch wegen des niedrigen Qualitätsanspruchs seitens des Kunden!

    Hier noch zwei Beispiele aus meiner Praxis:

    Ein Unternehmen, das an die Universität angegliedert ist. Eventfotografie, 5 Stunden vor Ort, Onlinegalerie und alle Daten auf CD inkl aller Nutzungsrechte (außer Weiterverkauf an Dritte und ich behalte mir vor, die Aufnahmen auf meiner Homepage zu verwenden). Angeboten für 650 EUR netto – Auftrag nicht bekommen, weil jemand billiger war und ausschließlich der Preis zählte!

    Beispiel2: Existenzgründer. Braucht genau ein Bild für die Homepage, das ist aber aufwändig und muss im Studio entstehen. Mit Model (das arrangiert er selbst) und Hund. Angeboten für 170 EUR netto (darin war das Mietstudio in Höhe von 30 EUR enthalten!).

    Die Rückmeldung des Interessenten: „Äh, wir haben jetzt einen neuen Plan, wir haben uns da für was Anderes entschieden… vielleicht beim nächsten Mal.“ Etwa 5 Tage später ein Anruf: „Also, äh, wir wollten eigentlich die Homepage, das Fotografieren UND die Flyer von einem Typen machen lassen, der hat jetzt aber nicht so viel Zeit und wir würden das dann doch gerne bei Dir machen lassen…“

    Dazu muss man anmerken: Neben den reinen Fakten verfolgte mich durchgehend ein „Bauchgefühl“, dass es mit diesem Auftrag Ärger geben würde (entweder Kunde wird nicht zahlen oder Bilder werden hinterher anders verwendet als das Nutzungsrecht es zulässt).

    Da ich annehme, dass jemand der zuerst einen „Ich kann alles gleich gut“-Anbieter anheuert keinen Wert auf die Qualität, aber umso mehr auf den Preis legt, UND mein Bauchgefühl dazu kam, habe ich mir die Freiheit genommen die Lückenbüßer-Anfrage abzulehnen. Und es hat sich gut angefühlt!

    Grüße
    Bianca

  • Geli sagt:

    @Bianca

    Dein letzter Absatz.

    Hätte ich genauso gemacht.!!!!!!!!!!!!!

  • Knut sagt:

    Mein „schlimmstes“ Erlebnis war ein Auftrag zur Schmuckfotografie (Modeschmuck) – 600-100 Teile. Der Auftraggeber wollte gerne ein paar Beispielfotos. Ich habe ihm dann ein paar Fotos von einer Auswahl seiner Produkte angefertigt:
    – 2-3 Untergründe
    – 1-2 verschiedene Belichtungen
    – und auch noch 1-2 digital nachbearbeitete Bilder

    Letzte hatten ihn dann vom Hocker gerissen und er meinte: Genau SO will er sie haben. Daraufhin Angebot gemacht: 8 Euro pro Bild. Da zog er seinen Auftrag zurück, mit der Begründung zu teuer. Auf Rückfrage was ER sich denn vorgestellt hatte, meinte er: Für den kompletten Auftrag (600 Bilder) 200 Euro – „mehr ginge nicht“. Auf dieser Basis habe ich dann auch nicht weiter versucht den Auftrag zu ergattern.

    Bei der Gelegenheit würde mich mal interessieren wie IHR das macht: Die Probebilder u. Korrespondenz haben mich auch 1-2h Zeit gekostet, die mir keiner bezahlt. Macht ihr sowas auch? Oder auf welcher Basis stellt ihr Angebote? Ist es euch umgekehrt schon passiert, dass ihr Auftrag angenommen habt und während des Auftrags wurden die Ansprüche immer höher? Wie sichert man sich dagegen ab – also NICHT gegen ein anderes Auftragsvolumen, sondern mehr gegen Geschmack, oder bekommt der Auftraggeber immer nur das fertige Ergebnis und muss das dann so hinnehmen?

    Gruß

    Knut

  • Martin sagt:

    @Knut

    Wenn der Kunde schon zwei Bilder bei Dir gesehen hat die Ihm gefallen, wäre ich erstmal ganz entspannt. Sollte er tatsächlich jemanden finden der es für €200 macht, wird er sich nachher ärgern wenn er die Bilder von dem sieht Qualität kostet eben und €200 hat er zusätzlich versenkt.

    Der gute Mann scheint sich über den Zeitaufwand nicht im klaren zu sein: selbst wenn Du jede Minute ein Stück schaffst sind das in einer Stunde gerade mal 60 bei 600 Stück also 10 Stunden reines fotografieren und es ist noch nichts bearbeitet. Wenn du für die 600 Bilder auch „NUR“ einen Tag Bearbeitung rechnest bist Du bei einem Tagessatz von €100. Wäre also ein Stundenlohn von €10… und ich glaube nicht, dass Du mit den obigen Zeiten auch nur annähernd hinkommst… Da wird ja schon das Thema Mindestlohn interessant.

    Wobei, ich finde die €8 pro Bild schon sehr fair, ich würde mehr nehmen 😉

    Tja, weil billige Aufnehmen den Verkaufserfolg doch auch so erheblich steigern wird in der Werbung ja auch am besten ein Amateur mit nem ip*** gebucht und die Bilder auch nicht nachebearbeitet. Kostet eh nur Geld und bringt nix ;).

    Spass bei Seite, Bilder helfen zu verkaufen und gerade wenn jemand Schmuck etc. anbietet würde ich auf gute Bilder Wert legen ansonsten stellt sich für mich eher die Frage wie ernsthaft er sein Geschäft betreibt. Und bei €200 Budget würde ich mal eher auf Hobby/Nebenerwerb tippen.

  • Multimedia Storytelling – ein neuer Hungerjournalismus? | fotomonat sagt:

    […] in der Produktfotografie und beim Foto-Shooting gebraucht. Was man da verdient, wird vorzugsweise hier […]

  • Claudia sagt:

    Ich bin eine ausgbeildete und selbständige Fotografin. Letzteres noch nicht allzu lange. In dem kleinen Ort in dem ich tätig bin kann man/ ich allerdings keine Preise wie in manch einer Großstadt verlangen. Das ist ein Unterschied an denen nicht viele denken.
    Hinzu kommt das man sich gegenüber der bestehenden Konkurrenz ersteinmal einen Namen machen muss. Und das ist nie leicht. So musste ich mich der Konkurrenz am Anfang etwas mit meinen etwas preiswerteren Preisen und Angeboten anpassen. Erst langsam kann ich mich an höhere Preise heran tasten.
    Aber noch schwerer ist es den potentiellen Kunden klar zu machen das nicht alle Anbieter ausgbeildetet Fotografen sind. Sondern Personen die es Nebenberuflich oder als Hobby betreiben.

    >> Heute kann sich derjenige Fotograf nennen, der fotografiert.<< (QUELLE: Fotografie und Recht; mitp – Edition Profifoto; Autoren Kötz & Brüggemann; Kapitel 1: Grundlagen; Seite 24)

    Da ist es also alles irgendwo kein Wunder wenn der Markt überflutet ist, und wir uns um jedes Angebot in die Haare kriegen oder darüber ärgern zu welchen Dumpingpreisen ein Auftrag angenommen wurde.

  • Jens sagt:

    Ich bin ein kleiner Hobbyfotograf, der versucht, sich durch Auftragsarbeiten die nächst größere Ausrüstung zu finanzieren.

    Den „optimalen“ Preis zu finden ist echt schwierig. Da ich Bekannte habe, die gerade angefangen haben, Studioaufnahmen von Vierbeinern (hauptsächlich Hunde) zu machen, habe ich natürlich auch deren Preise mitbekommen. Auf Grund der größeren räumlichen Distanz leidet aber unsere Freundschaft / Bekanntschaft nicht unter dem Wettbewerb. Eine Bekannte verlangt 40,00 Euro für ein Fotoshooting im eigenen Studio… Mir persönlich wäre es wesentlich zu wenig.

    Habt Ihr eine Idee was man im Einzugsbereich Mönchengladbach, Aachen & Düsseldorf für ein „Outdoor-Fotoshooting von Hunden“ verlangen kann!? Das ist allerdings erst der Anfang – geplant ist das Fotografieren der Kommunikation zwischen Mensch & Tier. Ob das so hinhaut? Mal sehen.

    Ich dachte eher an einen Bereich von 100 – 150 Euro für die reine Tierfotografie. Aber wer ist schon bereit, das zu bezahlen?

  • Anna sagt:

    Hallo,

    das Jahr geht zu Ende, trotzdem möchte ich noch mein Kommentar hier reinsetzen.
    Ich sehe das große Problem der heutigen Zeit darin, dass der Wert der fotografischen Arbeit leider inzwischen völlig kaputt gemacht wurde. Und da jeder knipst, was der Auslöser nur hergibt, zu Hause am PC rumbastelt und dann ganz stolz ist, wenn er irgendwo sein Foto für 79.-Cent verhökert, oder auch umsonst. Was soll man da von den Kunden erwarten?

    „Fotografieren kann doch jeder!“ „Ausbildung? Wieso das denn?“ Gibt es etwa Hobbyelektriker? Nööö.
    Und deren Stundenlöhne liegen nie unter 65.-€., zumindest nicht hier bei uns in Bayern im Großstadtbereich.
    Früher mußte man zumindest noch richtig belichten und scharf einstellen können. Etwas von Filmempfindlichkeit, Blende und Zeit verstehen, ansonsten war nur Müll auf dem Film. Dank der heutigen Technik macht dies inzwischen die Kamera und der Rest halt photoshop.12 Millionen Pixel DSLR Kameras, leisten sich heute schon die meisten Hobbyfotografen. Ansonsten wird halt mit IPad fotografiert.
    Kreative Ideen, egal ob Foto, Illustration oder Text, werden heute schneller geklaut, als du sie veröffentlichen kannst.
    Jeder der bei diesem Spielchen „Geiz ist ja sooo geil“ mitspielt, sollte sich bewußt machen, dass er dabei nichts gewinnen kann. Vor allem keinen Respekt, außer blöde Pinselei der eigenen Eitelkeit. Aus diesem Grund schmücken sich solche ja auch nur allzu gerne mit Zusätzen wie „Art“, klingt schon mal nach Kunst und nicht so schnöde wie Fotografie.

    Ich bin selber als gelernte Berufsfotografin seit 30 Jahren in meinem Beruf erfolgreich selbstständig. Und zu mir kommen Kunden, weil ich ihnen keinen Schrott anbiete. Und die anderen, denen Qualität eh egal ist, werden woanders hingehen.
    Microstockagenturen und Bilddatenbanken, die Aufnahmen zu Dumpingpreisen anbieten, sowie Harz4Fotografen, die noch nie Steuern bezahlt haben, überfluten den Markt mit Millionen von größtenteils austauschbaren Bildern.
    Und hier hilft nur noch eigene Kreativität und soviel Respekt vor der eigenen Leistung, dass man lieber auf einen Auftrag verzichten sollte, als unter dem Lohn einer Putzfrau zu fotografieren. (Die meistens eh schwarz arbeiten)

    Trotzdem frage ich mich, wohin der Zug in Zukunft fahren wird. Bis auf ganz wenige Ausnahmen, werden die meisten Fotografen nicht mehr überleben können. Und Tagessätze von gestern und vorgestern, sind heute auf dem Markt kaum noch durchzusetzen.
    Schade, dass fast alle Branchen in Bonn ihre Lobbisten sitzen haben, die deren Rechte durchsetzen und schützen. Nur die blöden Fotografen nicht. Sie bekämpfen sich gegenseitig und kapieren einfach nicht, dass sie sich damit die Zukunft selber kaputt machen!

  • sebastian Roxeno sagt:

    @ Anna > besser hätte ich das auch nicht ausdrücken können. Fotografie ist ein mega Geschäft geworden bei dem die Fotografen die eigentliche Verlierer sind. Der Markt ist so schnell und hier werden so viele „leere“ und sinnlose Bilder gemacht und veröffentlicht, einfach nur um sich als „Fotograf“ auf die Schulter klopfen zu können. Ehrlich gesagt weiss ich nicht wo das ganze führt. Ich wünsche allen die es ernst meinen und den Job richtig gut machen viel Erfolg und Kraft um durchzuhalten.

  • Ken Wagner sagt:

    Hallo Ihr,

    ich bin 21 Jahre und mache mich derzeitig Selbstständig und habe auch keine Ausbildung.
    Meine Bilder könnt ihr gerne auf meiner Seite ansehen, bis jetzt buchen die Kunden mich, weil sie genau diesen Stil haben möchten. Für Unternehmen liefere ich zu meinem Tagessatz und geh evtl auch paar prozente runter. Mir ist vor kurzen etwas passiert

    Also:
    Für eine Firma sollte ich ein Angebot und die Idee ist soweit abgesprochen. Jetzt nach 2 Monaten sehe ich genau die Idee auf der Seite von Ihnen. Wie geht ihr damit um? Verlangt ihr schon eine Pauschale für die Idee bzw. Muster ect.?
    (Die Bilder wurden von einen billigeren Fotograf gemacht und die Bilder sehen sch…. aus.)

    lg Ken

  • Sven Rausch sagt:

    Liebe Anna,
    Ich habe deinen Text sehr aufmerksam gelesen!
    Und muß als erstes sagen: Ich beantrage Hartz4 weil ich es musste, da ich 6 Jahre lang in Dänemark lebte und die Deutschen Bhörden erst die Dänischen`Papiere sehen wollten. In dem Falle ist Amtssprache Englisch, nur dies Spricht keiner in Schwerin.
    Allein der Zeitaufwand den gebraucht worden ist war immens, bis ich schliesslich alles unter Dach und Fach hatte.
    Hartz4 bekommen ist nicht schön und es tut auch keiner freiwillig! Es trifft Leute wie du und mich und niemand ist davor sicher. Und diese Hart4 Mühlen machen einen mürbe.

    Soweit dazu.

    In Dänemark legte ich mir das Hobby des fotografierens zu. Suchte mir nenn Club mit Namen “ Downstairs“ und erlente mein Handwerk von sehr erfolgreichen Hobbyfotografen. Downstairs ist einer der erfolgreichsten dänischen Clubs bei der FIAP in Dänemark.

    Ich versuche nun seit einiger Zeit mich hier in Deutschland Selbstständig zu machen.

    Ja der Markt ist kaputt. Ist er in Dänemark auch!

    Ich bin aber bei der entwicklung meines Konyeptes darauf gekommen, das wenn der Kunde ein Gutes Gefühl hat, bei der Arbeit die man abliefert dann auch bereit ist Höhere Kosten zu tragen. Versuche ihm das Gefähl zu vermitteln, das du wirklich dein bestes gibts ( für diesen Preis). Und sorge dafür das der Kunde deinen Laden verläßt mit einem Lächeln und in dem glauben, etwas wirklich besonderes gemacht zu haben.
    Ich denke dann klappt es. Die Dummschwätzer werden schnell durch zufriedene Kunden platt gemacht. Zufriedene Kunden machen gute Mundpropaganda welche durch keine Werbung der Welt bezahlt werden kann.

    Und wenn ich es ganz kritisch sehe, weiß ich das du mir immer noch Dinge vorraus hast, die ich in meinem Autodidaktischen lernen noch nicht lernte.

    Bitte lasse den Kopf nicht hängen!
    Denn Aufgeben ist sehr sehr leicht nur Kämpfen ist schwer….
    In diesem Sinne frohe Weihnacht und alles gute sowie viel viel Kraft und nenn Norddeutschen Dickkopf fürs neue Jahr

  • Zum Ursprungsthema:

    Ich hatte eine Anfrage für eine Weihnachtsfeier, 18:30Uhr-0:30Uhr, mein Gebot 700€, ergibt sich aus 100€/Std. + 100€ Pauschale für Bildbearbeitung etc.
    Reisekosten nehme ich innerhalb Hamburg selbstverständlich nicht.
    Anruf Auftraggeber: Wir haben leider nur 450€ Budget.
    Ich: Okay, das ist natürlich recht wenig.
    AG: Stimmt, aber würden Sie es machen?
    Ich: Den gleichen Zeitraum für 450€?
    AG: Naja, ich könnte maximal auf 500€ gehen.
    Ich: Okay, dann bleibe ich bis 11:30Uhr und habe, das weiß ich aus Erfahrung bis dahin alle Bilder im Kasten, um eine großartige Party zu zeigen.
    AG: Hm, ja ich melde mich bis morgen.

    Tag 1 AG eMail: Sorry, viel zu tun, melde mich morgen.
    Tag 2 AG: Melde mich morgen.
    Tag 3 AG: WIr haben eine günstigere Alternative gefunden, weiterhin viel Erfolg, bla bla blaaaaa

    Was genau will ich damit sagen?
    Zuersteinmal würde ich, sollte diese Firma, bzw. dieser Kontakt jemals wieder bei mir ankommen, immer ablehnen, mit Bezug auf dieses Vorkommnis. MItarbeiter kommen und gehen, manchmal gibt es auch welche, die ein vernünftige Benehmen Dienstleistern gegenüber besitzten und auch realistische Preise im Kopf habe, bzw. genug Budget zur Verfügung stellen.

    Da Wichtigste aber ist, dass man sich seinen Preis nicht selbst kaputt macht. Ich selbst habe noch 2007/2008 20€/ Std. für Eventfotos genommen, oder auf ner Party für 50€ Bilder gemacht. Irgendwo muss man anfangen, die Leute bekommen entsprechende Qualität. Meine Bilder von Damals kann ich mir nicht ansehen. Aber so wird es sicher allen gehen.

    Aber man entwickelt sich, in Punkt Qualität und auch im Punkt Netzwerk. Die Preise müssen angepasst werden und die, die dadurch irritiert sind, werden aussortiert, bleibt man zu nett, kommt man nicht weiter. Die eigene Qualität steigt und das hat gefälligst ordentlich vergütet zu werden. Wer das nicht kann oder will, der ist raus. Mit allem anderen macht man sich das Leben schwer. Wenn man damit seinen Lebensunterhalt bestreitet, muss man auch eine gewisse Linie einhalten. Ausnahmen kann man immer machen, aber mit Vorsicht, Sonderpreise machen schnell die Runde und die Mühe der letzten Monate ist dahin und man muss in dem Kundenbereich wieder mühsam nach oben steigen.

    Zum Thema „ausgebildeter Fotograf“, was ich hier auch ab und zu gelesen habe, kann ich nur sagen: Unwichtig.
    Ja, ausgebildete Fotografen haben einen kürzeren Weg, weil sie in 3 Jahren die essentiellen Dinge lernen, ich habe deutlich länger gebraucht. Ich bin nicht gelernt.
    Aber es kommt dabei immer auf die PErson an, die eine LEistung anbietet. Wo sie herkommt, ist völlig egal, das Ergebnis zählt und da gibt es Fotografen und auch Nichtfotografen, die einen Dreck abliefern, dass ich regelmäßig den Kopf schütteln muss. Auch Kunden müssen lernen, dass nicht alles Gold ist was glänzt, wenn sie nur 200€ ausgeben wollen, dann sollen sie es, sei werden es alle lernen. Und die anderen brauchen keine Qualität, die sind unwichtig.

    Der schönste Satz zu dem Thema, den ich je gelesen habe: „If you think it’s expensive to hire a professional, wait until you hire an amateur.“

    Ich wünsche euch einen guten Jahresabschluss und viel Kraft auf eurer Linie zu bleiben.

    🙂

  • Die Diskussion die hier über den Preisverfall im Bereich der Fotografie läuft kann ich nicht mehr hören und wer sich dem Markt nicht anpasst hat ihn nicht verstanden.

    Angebot und Nachfrage bestimmen u.a. den Preis. Das lernt man als Kaufmann und Betriebswirt, aber offensichtlich gibt es unter Fotografen nicht viele, die das verstanden haben.

    Wenn es früher höhere Preise gab, dann lag das auch im Wesentlich daran, das es weniger Fotografen gab die ihre Leistungen anboten und das lag auch daran, dass der Aufwand viel viel höher war als heute.

    Heute möchte jeder zweite Hobbyfotograf sein Hobby zu Geld machen und ärgert sich spätestens bei Betriebsgründung dass andere auch schon diese Idee hatten.

    Neben der Frage was kostet ein Shooting (vielen Dank für die schöne Kalkulation, die zeigt betriebwirtschaftliches Verständnis) muss sich doch ein Fotograf die frage nach seinem Markt stellen:

    – was braucht der Markt? (hier geht es um Bedürfnisbefriedigung und Bedarfserfassung)
    – Wie unterscheide ich mich vom Wettbewerb (und hier sind bitteschön hardfacts notwendig)

    Wer hier jammert sollte sich bitte mal überlegen wie er mit seinen Leistungen aus Kundensicht wahrgenommen wird (Perspektivwechsel).

    Ich bin seit 30 Jahren im Vertrieb und glaubt mir, Festpreise kenne ich nur aus der Apotheke.
    Es geht letztlich darum zu begreifen was der Kunde braucht und es ihm dann anzubieten – nicht mehr und nicht weniger.
    Dazu gehört natürlich auch die Fahigkeit ein Angebot zu erstellen, zu dem ich mir vorab Infortmationen eingeholt habe.

    Wenn ich erstmal 700 Euro für eine feucht fröhliche Weihnachtsfeier angeboten hätte und erst hinterher merke, dass der Kunde auch mit Knipsbildnern zufrieden gewesen wäre und daher einen billigeren nimmt, ist es zu spät.

    Natürlich kann ich auch sagen „billig und schnell“ gibt es bei mir nicht…..das geht als Premiumanbieter. Erfolgreiche Unternehmen haben Produkte in unterschiedlichen Preisklassen am Start und ein guter Verkäufer holt sich mit diesem Produktportfolio auch den Auftrag.

    In diesem Sinne empfehle ich den Klagenden eine Portion Marketingverständnis über die Feiertage und wünsche ein schönes Fest.

    Bogenheimer

  • Lieber Bogenheimer,

    ein Fotograf ist selten ein Vollblut Betriebswirt, um dein Unverständnis uns gegenüber in diesem Bereich mal hervorzuheben.
    Als Künstler werden gern auch Vereinbarungen per Handschlag gemacht, dabei biegen sich beim BWL Junkie die Fußnägel hoch.
    Mir, als Fotografen geht es aber nicht um Zahlen, sondern um ein gutes Gefühl, denn das was ich dort fabriziere hat mit Leidenschaft zu tun, nicht mit gewinnorientierter Marktwirtschaft. Da kann mein Geschäftsmodell alle Varianten auffahren, um einen Job zu bekommen, das ist mit Sicherheit möglich, das möchte ich aber ganz einfach nicht.
    Und wenn eine Firma, btw. eine sehr große, nur Knipsbilder möchte, dann darf sie das natürlich auch. Dann bin aber ich, mit meinem Gefühl, mit meiner Intention für diesen Job und vor allem mit meiner Qualität, nicht der Richtige.
    Das aber erst nachher mitzubekommen ist kein Problem, dafür sind wir hier, dafür tauschen wir uns hier aus, um uns weiterhin mit Spaß an unserem Job zu erfreuen.

    Und: Ich habe genügend Aufträge, ich muss das nicht machen. Ich habe auch das Gefühl, dass es für jeden genug zu fotografieren gibt, man muss sich nur ein richtiges Netzwerk aufbauen. Dafür braucht es nur viel Leidenschaft und Durchhaltevermögen. Jammern darf jeder mal, aber nur kurz, dann muss weiter gearbeitet werden.

  • Sven Rausch sagt:

    Genau darum geht es!
    Um die Leidenschaft!
    Wenn der Fotograf gut ist, wird er den Kunden mit seiner Leidenschaft anstecken.
    Dadurch verknüpft der Kunde ein gutes Gefühl mit diesen Bildern.
    Wenn das Gefühl stimmt, ist der Preis plötzlich relativ.
    Es ist ähnlich wie bei Autos z.b. Freude am fahren oder das Zoom Feeling.
    Es gibt sehr viele Hersteller und trotzdem entscheiden sich vor allem Männer für eine hauptsächliche Marke.
    Im Grunde unterscheiden sie sich nur minimal. Alle haben vier Räder und Nenn Lenkrad .
    Selbst die Extras sind vergleichbar.
    Aber jedes Model ist Design Kunst für sich.

    Aber wenn der Kunde nicht bereit ist für seinen Imga-Broschüren Auftritt einen hohen Preis zu Zahlen, weil Qualität ihm nicht soo wichtig ist, dann zählt er auch ungern einen niedrigen Preis.
    Ich erkenne solche Kunden schnell an solche fragen wie:
    Was soll das bringen?

    Ich und meine Grafik Disgnerin versuchen kurz zu erklären, das Erfolg auch mit der eigenen Aussendarstellung zu tun hat, sowie Selbstverständnis.
    Springt der Kunde dann nicht an. Ja dann soll er so weiter machen, denn er ist so zufrieden.

    Hier in Schwerin gibt es sooo viele Firmen aus der Sparte das ich am Anfang verzweifelte.
    Nun nahmen wir Schwerin raus und sprechen nur noch mit Firmen aus dem Hamburger Raum. Jetzt klappt es.
    Um nicht die Preise zu versauen und um ernst genommen zu werden, bin ich auch nicht wirklich billiger als die dort ansässigen Mitbewerber.

  • Hallo Sebastian,

    Geschäfte per Handschlag zu vereinbahren gehörte auch im Handel zum guten Ton des „hanseatischen Kaufmanns“ und ist nicht auf Künstler beschränkt. Auch heute bevorzuge ich diese Umgangsform.

    Fotografie ist zu erst einmal ein Handwerk und als solches wird es vom Kunden beauftragt. Somit zahlt er auch eine Handwerksleistung und keine Künstlergage.

    Auch im Vertrieb und Handel geht es um ein gutes Gefühl (schwarze Schaafe mal ausser acht gelassen) und am Ende ist es eine Win – Win Situation, d.h. ich habe mit einem guten Gefühl und Spass an der Sache meine leistung verkauft an jemanden der genau diese Leistung zu schätzen weiss.

    Was er zu schätzen weiss bzw. bereit ist muss vorab erfragt werden und hier beginnt die Kunst des Vertriebs oder auf den menschlichen Nenner gebracht, die Kunst des Zuhörens, die Kunst sein Gegenüber wahrzunehmen in seinen Bedürfnissen.

    Will ein Fotograf erfolgreich sein (selbst wenn er sich eher als Künstler sieht) so muss er entweder die Kunst, bzw. das Handwerk zur Vermarktung beheerschen, oder er hat einen Galeristen der das für ihn tut.

    Kommen wir mal ganz praktisch zu Deinem Angebot zurück, so ist die Summe die du haben möchtest durchaus verkaufbar, allerdings ist ein Studenlohn von 100,– EUR schwer vermittelbar. Rechne doch mal hoch was ein Studenlohn von 100,–EUR auf einen 8-Stundentag und auf 21 Tage im Monat mal 12 kommt. Dann bist du im Bereich von Vorstandsgehältern und das wird Dir ein Angestellter nicht unterschreiben.

    Und genau hier sind wir bei der Kunst der Angebotserstellung angekommen……Da könnte ich ein buch drüber schreiben.

  • Juergen sagt:

    Hallo zusammen,

    die Diskussion ist gut und da muss ich auch mal mein Erlebnis als Hobbyfotograf einbringen.

    Bin viel unterwegs und hab neulich einen Fotoladen endeckt, denn ich mir genauer ansehen musste, da ich gerne in Studios schaue wie die Leute arbeiten nach dem Motto „man lernt nie aus“. Was ich das gesehen habe als Studio war mehr als billig. Von außen machte der Laden einen sehr guten Eindruck. Großes Fenster wo einige Consumer Kameras ausgestellt waren (Preisklasse 75-200€), und zwei Portraits. Ob diese tatsächlich vom Studio stammen bezweifle ich nach den nächsten Erlebnissen.

    Ich rein in den Laden guckte mich bisserl um, und ganz schnell war schon eine möchtegern Fotografin neben mir gestanden und quasselte mich voll ob ich an einen Portrait interessiert bin. Naja, ich wollte natürlich erstmal das Studio sehen, dass mir auf Anfrage auch gezeigt wurde. Die Hosenträger höre ich heute noch schnalzen!!!!!
    Was ich da gesehen habe entspricht definitiv nicht einem Studio. Studioleuchten waren ganz einfache Standleuchten die man aus dem Baumarkt kennt von den 80er Jahren. Als Kamera diente eine kleine digi Knippse für max. 150,–€ (ich werde hier jetzt keinen Herstellernamen nennen), die auf einem billigen Stativ montiert war für max. 20,–€. Ich dachte mir das kann doch nicht war sein!!!! ganz schnell wurde aus meinen Gedanken Wahrheit, da die Fotografin die Gedanken im Keim ersticken wollte mit den Satz „da schauen sie was wir mit unserem Studio alles machen können“. Auf meine Frage hin warum sie keine DSLR haben, kam die Gegenfrage „was ist denn eine DSLR“??? ich hab es dann bleiben lassen, und wollte den Preis wissen für Portrait. Fünf Fotos 30x20cm auf CD und Entwickelt für 150,–€…und in max 1 Stunde kann ich die Fotos abholen!!!! auf die Frage auf was für einer Software die Fotos bearbeitet werden, wurde mir mit großen Augen erzählt das man die Fotos aus der Hightech Kamera nicht bearbeiten muss!!!!
    Auf die weitere Einrichtung vom Studio möchte ich jetzt nicht weiter eingehen!!!!!

    Als Hobbyfotograf wurde ich dann bisserl sauer da ich mich nicht gerne vergageiern lasse, und da ich sehr direkt bin kam von mir die Aussage im Krawallo Studio „das kann es doch nicht sein…sie beschreiben sich als Fotostudio kennen nicht einmal den Begriff DSLR, machen hier Fotos mit einer billigen Knippse und lassen die Hosenträger schnalzen als dürfte das Studio einer der besten Fotografen/innen gehören“….daraufhin wurden mir noch zwei Portraits gezeigt über die Qualität, und auf meine nächste Antwort „ich zweifle das an das die Qualität in diesem Studio gemacht wurde“, hat mich die Hosenträgerschnalzendemöchtegern Fotografin gebeten das Studio zu verlassen. Vorne im Laden wurde dann von einem Angestellten oder Mitinhaber an einen älteren Herren eine Hosentaschenknippse verkauft wo ich im vorbeigehen ein paar Sätze mitbekommen habe, wo ich mir leise dachte „null Ahnung aber die Hosenträger schnalzen lassen soviel Mist wurde hier gesagt“.

    Ich raus vom Hightechfotostudio und gesehen das gegenüber ein Cafe ist wo ich mich dann niedergelassen habe. Zum Glück war der Cappu lecker und das Fotostudio hatte ich im Auge. Der Besucherverkehr von Teenegern war groß gegen 13-14 Uhr. In einer Dreiviertelstunde zählte ich zehn Teeneger die alle nach max. 10 min wieder auf der Straße waren mit ihren Fotos in der Hand. Ich dachte mir dann nur noch, dass ihr alle von euren Smartphones bessere Fotos in euren Kinderzimmern machen könnt als im Hightechstudio. Unfassbar!!!!

    Diese Erkenntnis hat mir wieder als Hobbyfotgrafen gezeigt, dass es die Berufsfotografen sehr schwer haben sich auf den Markt durchzusetzen.

    Für mich ist Fotografieren nur Hobby, dass ich sehr ernst nehme und mir Ideen und Tipps für die Praxis hole. Als Bilderverkaufen über irgendwelche Agenturen hab ich noch nie nachgedacht, und werde dies auch nicht machen, obwohl schon einige Fotofreunde zu mir gesagt haben ich solle dies mal machen. Wenn jemand im privaten Bereich unter Freunden ein Bild gefällt, dann bekommt er dies als Geschenk zu Weihnachten oder Geburtstag.

    Mit den besten Grüßen und Euch allen ein frohes Weihnachtsfest
    Jürgen W.

  • Wenn ein Fotograf seinen Stundenlohn mit einem 8-Stunden Job vergleichen soll, dann kann das wirklich nur von einem Theoretiker kommen.
    100€/Std. ist hier in Hamburg ein Schnäppchen. Allerdings habe ich, wie es der eigentliche Sinn dieses Themas ist, meine Berechnung offengelegt, damit andere das nachvollziehen können. Mein Angebot beinhalten einen Preis, zu dem meine Leistungen aufgezählt werden.

    Auf Hochzeiten ist mein Preis noch höher und die Leute fangen an zu lächeln, wenn sie diesen hören, weil sie wissen, was eine Dienstleistung, wie ich sie anbiete, kostet. Aber eigentlich wollen sie mich, nicht meine Kamera, nicht meinen tollen Preis, sondern das ganze Paket. Und dahin muss sich jeder selbst hinarbeiten. Zahlen sind wichtig, ja! Aber Fotoakrobat gibt nicht nur hell oder dunkel.
    Und ja, bitte schreib ein Buch darüber, aber ich verspreche dir, dass diese Berufsgruppe wenige Empfehlungen dazu geben wird. Deine Meinung dazu ist einfach nicht realistisch.

  • Maurice sagt:

    Freund Freunde… ich muss schon ein bissl schmunzeln, wenn ich diese Zeilen hier lese. Ich arbeite noch nicht lange als Fotograf und befinde mich eher in der Phase der berufsbegleitenden Ausbildung/Studium. Aber eines habe ich bereits jetzt erkannt: So einfach verdientes Geld gibt es in anderen Branchen nicht.

    Seien wir doch mal ehrlich. Gute Fotografen können sich für eine Hochzeitsreportage gerne 2.000 – 3.000 Euro verlangen. Klar, da stecken schnell mal 3-4 Tage arbeit drin, aber 3 Hochzeiten pro Monat in der Hauptsaison sind sicherlich ein gutes Einkommen. Manche schaffen sogar noch mehr.

    Die ganz Glücklichen unter uns betreiben neben der eigentlichen Auftragsfotografie noch ein Pass- & Portraitstudio in einer Gemeinde, die über keinen Passbildautomaten verfügt. Ich kenne Studios die ca. 40-45% Ihres Umsatzes mit Pass- und Bewerbungsbildern verdient. Schnell und einfach verdientes Geld.

    Und die Spezialisten unter uns, die in Ihren top ausgestatteten Studios Mode, Autos, oder High End Produkte fotografieren, werden sich in dieser Diskussionsrunde wohl eh kaum zu Wort melden. Diese Jungs leben in Sachen Preisgestaltung und Kosten für Equipment eh in einer anderen Welt.

    Sicher, es gibt „Hobbyfotografen“ die machen die Preise kaputt. Aber schaut euch doch mal bitte an, was der Kunde für dieses Geld bekommt. Zwar gibt es Kunden, die sehen diesen Unterschied nicht, aber die haben es dann auch nicht besser verdient. Diese Kunden interessieren sich eigentlich nicht für Fotos und bemühen sich nicht, ihre Ergebnisse tatsächlich wahrzunehmen. Die Fotos sind fertig… super… einmal angeguckt und dann ab in den Schrank damit. Ganz ehrlich. Wer will sich denn mit diesen Kunden rumschlagen. Sollen sie doch Ihre Fotos beim „Mitbewerber“ günstiger machen.

    Ich finde den Begriff „Hobbyfotograf“ so oder so dämlich. Jeder der mit Fotografie ein Teil seines Geldes verdient, ist professioneller oder semi-professioneller Fotograf. Welche Ausbildung er dabei genossen hat, spielt keinerlei Rolle. Es gibt lediglich die guten und die schlechten (und ein paar Mittendrin). Die besten Fotografen die ich kenne haben keine fotografische Ausbildung im klassischen Sinne durchlaufen. Und daher ist es gut, dass sich heute jeder Fotograf nennen kann, der fotografiert. Schließlich kann man heute alles, was man über die Fotografie wissen sollte, auf unterschiedlichsten Wegen erlernen. Die klassische Ausbildung empfinde ich als total überbewertet.

    Und nun das Beste von allem. Ich kenne wirklich keine einzige Berufsgruppe, die es einfacher in puncto Werbung hat. Facebook, Google+, Webseiten, Blogs, 500px, und viele viele weitere, kostenlose bzw. kostengünstige Werbeplattformen stehen jedem von uns zur Verfügung. Wir nehmen einfach unsere Arbeiten und bewerben diese auf den o.g. Portalen. Wer gut ist, wird schon bald einen einen großen Interessentenkreis aufbauen, die sich Fans oder Follower nennen. Das ist virales Marketing in Perfektion… FÜR LAU!!! Netzwerken heisst das Zauberwort. Wer das beherrscht, verdient auch Geld.

    Doch nun kurz zum eigentlichen Thema Preisfindung. Das wurde hier zwar schon recht gut erläutert, aber ich möchte es gerne noch einmal auf den Punkt bringen. Habt Ihr soviel zu tun, dass Ihr mit der Arbeit kaum hinterher kommt, dann rauf mit den Preisen, und zwar solange, bis sich das Verhältnis von Auftragslage zur Arbeitszeit einpendelt. Müsst ihr über einen längeren Zeitraum Daumen drehen, würde ich mir ernsthaft darüber Gedanken machen, ob der Preis der Qualität gerecht wird, die Ihr anbietet.

    Diejenigen unter uns, die schon 20-30 Jahre in der Branche tätig sind werden sicherlich die alten Zeiten herbeisehnen. Aber dazu kann ich nur sagen: GET OVER IT! … Vergleicht die Situation nicht mit früher, sondern mit anderen Branchen in der heutigen Zeit. Glaubt mir wenn ich euch aus Erfahrung sagen kann, uns Fotografen geht es VERDAMMT GUT.

  • Pascal sagt:

    So sehe ich das auch. Es hilft auch nicht viel immer darüber zu diskutieren wer wem die Preise kaputt macht – das gibt es in jedem Berufszweig. Die Leute die Ihre Arbeit gut machen und auch die modernen Kanäle nutzen können weiterhin gutes Geld verdienen.

  • Saschagrafie sagt:

    Lieber Maurice, ich kann Dir nur zustimmen!
    Ich habe als Hobbyfotograf angefangen, meine erste Hochzeit unter Freunden fotografiert und Blut geleckt. Nun habe ich kein erstes Jahr als selbstständiger, nebenberuflicher Hochzeitsfotograf hinter mich gebracht. 15 waren es, plus ein paar Portrait-Shootings. Ich habe mich allerdings gleich von Anfang an – selbst dann, als ich von meiner eigenen Leistung noch gar nicht überzeugt war (aber das ist man wohl nie) – an das Preisniveau anderer renommierter Hochzeitsfotografen orientiert. Eben, um nicht die Preise kaputt zu machen.
    Und ich war erstaunt, wie viele Paare diese Preise gezählt haben. Ohne um den Preis zu feilschen. Und ich merkte, dass Kunden durchaus den Unterschied zwischen einem Hobbyknipser und jemandem sehen, der mit Leidenschaft und Kreativität (wofür man meiner Meinung nach keine Ausbildung braucht) ans Werk geht. Und er ist gerne bereit, entsprechendes Geld dafür auszugeben.

    Ich sehe den Markt des Fotografen auch als wachsenden Markt, auf dem sich jeder, der bereit ist, an sich zu arbeiten, sich abzuheben und die modernen Marketing-Kanäle zu nutzen eine reelle Chance hat, erfolgreich zu sein. Ich finde das gut!

  • Mike sagt:

    Jetzt muss ich auch ein paar Worte dazu loswerden. Ich bezeichne mich eher als Hobbyknipser, veröffentliche nichts und verdiene auch nichts damit. Beruflich bin ich im weitesten Sinne in der Wirtschaftsprüfung unterwegs, da sind die Preise genauso kaputt. Meine Erfahrung: Über vergangene Zeiten, Preisdruck und schlechte Zahlungsmoral weinen hilft selten weiter. Man muss einfach neue (Nischen)-Produkte entwickeln und den Markt damit bedienen, dann stellt sich der Erfolg von ganz alleine (wieder) ein.

  • Matze sagt:

    Wow, es gibt einiges hier zu lesen…

    Das Thema Preise hat mich lange beschäftigt… angefangen habe ich vor einigen Jahren mit 60€ pro Stunde (Fotografie von Veranstaltungen). Es hat mich Überwindung gekostet, meine Preise anzuheben! Warum?
    Keine Ahnung – mir schwirrte durch den Kopf: jetzt bin ich sechs Stunden beim Kunden unterwegs – und verlange 360€ – das ist ne Menge Schotter!

    Inzwischen habe ich mich für die Selbstständigkeit entschieden – und meine Kunden bezahlen (inkl. Postproduktion) 150-170€ pro Stunde. Ich habe einen langen Prozess mit der Preisfindung hinter mir – irgenwann hat es „klick“ gemacht – Heute bin ich mir sicher, das ich das Geld Wert bin!
    Ich bewege mich (meinen Erfahrungen nach) im oberen Drittel der Preise, die für den Raum München aufgerufen werden!
    Und ja – die Preise werden von den Kunden akzeptiert. Qualität zahlt sich aus!

    Sascha, bei einem muss ich dir widersprechen – „selbst dann, als ich von meiner eigenen Leistung noch gar nicht überzeugt war (-> !! aber das ist man wohl nie !! )“ – du wirst dann von deiner Leistung überzeugt sein, wenn du mit einem guten Gefühl zur Hochzeit gehst und weist, welche Qualität du abliefern wirst 😉

    Weihnachtsfeiern wurden bereits angesprochen – für meinen neusten Kunden bin ich der dritte oder vierte Fotograf, der für diesen Event gebucht wurde – (und der Kunde kann bei der Anzahl von Fotografen verdammt gut die Ergebnisse vergleichen!)
    Und die Qualität die man abliefert sind der Garant dafür, das man Kunden gewinnt und behält – und dann werden die Preise auch gerne… vielleicht eher „bereitwillig“ bezahlt!

    Noch kurz zur Rechnung von Sebastian (100€ pro Stunde + Postproduktion) und der Antwort von Juri (Vorstandsgehälter)
    Juri, deine Rechnung kann ich absolut nicht nachvollziehen! ( Studenlohn von 100,–EUR auf einen 8-Stundentag und auf 21 Tage im Monat mal 12 kommt)
    Ich kenne keinen Fotografen, der Aufträge a 8 Stunden an 21 Tagen im Monat und dann noch 12 Monate im Jahr hat! Das ist m.E. utopisch – und wenn es doch diesen Fotografen gibt, dann hat er Angestellte, die sich um das Büro, die Postproduktion und die Aquise kümmern! Er hat es sich verdient!

    Wenn ich einen „ProduktivTag“ mit 1.200€ gegenüber meinen Kunden abrechne, dann steckt ein weiterer Tag für Postproduktion, Aquise, Projektvorbereitung und Abwicklung in diesen Konditionen!

    Klar, den Angestellten, denen unsere Konditionen neu sind, schlottern die Ohren – aber sie sind angestellt – und haben ein regelmäßiges Einkommen! Auf dem Lohnzettel steht ein Gehalt, Rente, Krankenkasse ect sind bereits bezahlt. Bei mir wurden damals rund 1.600€ pro Monat überwiesen…

    mal eben durchrechnen, was bei meiner Selbstständigkeit übrig bleibt…

    Dieses Jahr habe ich meinen Kunden rund 36.000 Einnahmen (netto) in Rechnung gestellt.
    Ausgegeben habe ich:
    Büro: 250€ monatlich
    Anschaffung: neue Kamera, drei Objektive, Stativ, Notebook, Festplatten und kleinkram: macht rund 1000€ pro Monat (ok, sollte nach möglichkeit zukünftig weniger werden…Aber Investitionen ins eigene Business kosten halt Geld)
    Inhaltsversicherung, Berufshaftpflicht, IHK, Berufsgenossenschaft und einiges mehr – macht ca. 80€ pro Monat
    Auto – ohne gehts nicht – 200€ für Sprit, Wartung, Versicherung, Steuer (Anschaffung nicht einkalkuliert!)
    Festnetz und Handy – macht mal eben 50€ pro Monat
    jetzt sind wir bereits bei Kosten von monatlich 1.580€*12 = 18.920€
    36.000€ abzüglich Kosten – bleiben 17.080€ Überschuss (hört sich gut an, oder?)
    Dann schlägt das Finanzamt zu und kassiert rund 30% des mit Freude verdienten Geldes

    Bleiben rund 12.000€ übrig (Gewinn)
    ist etwas weniger, als Angestellter (versteuertes Einkommen rund 13.500€) aber ganz ok, oder?

    Aber halt, Ich bin ja selbstständig:

    Also brav die Krankenkasse bezahlen ( 3.800€ jährlich) und 3.600€ (ok, wird bei vielen Selbstständigen gerne vernachlässigt) Rentenvorsorge.
    Dann noch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, die ebenfalls 1000€ pro Jahr kostet
    Übrig bleiben rund 3.600 € für Wohnen (in München…), Versicherungen, Lebensunterhalt, Sparen fürs neue Auto u.s.w.
    Mist, den Urlaub hätte ich mir nicht leisten können…

    Gut, das meine Frau auch noch Geld verdient…

    … da fällt mir ein – für Assis und Agenturhonorare habe ich auch noch rund 2000€ ausgegeben *grrrr*

    Damit wird mein Vorsatz fürs neue Jahr klarer – Ich muss mehr Umsatz generieren… ich geh dann mal an die Arbeit – aber dennoch nicht für 60€ pro Stunde! Das bin ich mir nicht wert – da geht noch was!

    Ich diesem Sinne – wünsche ich uns allen ein erfolgreiches Jahr 2013

  • Hallo Matze,

    nun muss ich doch nochmal Stellung beziehen zu den Stundenlöhnen und der Art und Weise wie das hier betrachtet wird.

    Natürlich hat der Fotograf keine 100,–EUR die Stunde regelmäßig über 40 Stunden die Woche und das auf 12 Monate.

    Aber
    1. Es ist doch nicht glücklich angeboten, wenn ich das Leistungsentgeld das ich möchte auf den Stundenlohn umschlage und es ist auch im Detail nicht korrekt und auch nicht klever.

    Ich muss immer davon ausgehen dass mein Angebot verglichen wird und dann sollte es auch so intelligent erstellt sein, dass ich
    a. das bekomme was ich möchte und
    b. mich nicht durch ein „scheinbar“ zu hohes Angebot rausschiesse.
    c. einen Mehrwert zum Wettbewerb darstelle (dass er gut ist behauptet jeder von sich)

    Wer hier nun behauptet der Bogenheimer redet Quatsch, der Arbeitet offensichtlich nicht auf dem Niveau auf dem er es mit Einkäufern zu tun hat.

    Profis aus Bereich der Werbe- und Industriefotografie bieten mir Ihre Leistungen in Tagessätzen an und ich zahle zwischen 1200-1600 EUR. Der Tagessatz beinhaltet wie der Name es sagt einen Tag arbeit und ich bekomme eine definierte Anzahl an Bildern die printfertig und webfertig bearbeitet sind und von mir für alle Firmenmedien uneingeschränkt nutzbar sind.

    Für mich als Auftraggeber ist es nicht erssichtlich wie lange er daran arbeitet und es wäre vom Fotograf weder glücklich noch richtig vormuliert wenn der den Tagessatz durch 8 Stunden teilen würde und mir 8 x 200,– EUR/Std. in Rechnung stellen würde. Es ist mir auch bisher noch nie vorgekommen!

    Was ich damit sagen will (und ich habe es ja auch schon mit dem Thema Marketing angschnitten).
    Die Angebotserstellung ist eine Kunst und gehört in den Bereich Vertriebsstrategie.
    Entweder biete ich eine Pauschalleistung an bei der ich dann aber auch bitte ausführlichst die inbegriffen Leistungen beschreibe oder ich splitte es tatsächlich auf die einzelnen Positionen runter und preise sämtliche Positionen separat aus.

    So und in diesem Sinne kann jetzt jeder anbieten wie er will – und wer es besser weiss macht halt weiter wie bisher!

    Frohe Weihnachten

    Bogi

  • Ein Problem mit den Tages- oder Stundensätzen ist doch, dass es der ein oder andere hochrechnet. Egal ob Du einen Stunden oder Tagessatz angibst. Bogi, wenn Du 1.600 Euro Tagessatz angibst, kann es sein, dass der Kunde sagt: Wahnsinn, dass sind ja 32.000 Euro im Monat.

    Das das natürlich eine Milchmädchenrechnung ist, musst Du erst einmal erklären.

    Daher biete ich in aller Regel keine Stunden- oder Tagessätze an, sondern Produktpreise.

    Gruß Michael

  • Ich hatte doch schon 2x erklärt, dass die Darlegung „100€/Std.“ ausschließlich in diesem Beitrag dargelegt wurde, um dem Thema dieses Beitrags gerecht zu werden. Ich habe KEINEN Studenlohn in meinem Angebot aufgelistet, sondern einen Gesamtbetrag für meine Arbeits, inkl. Anweseneit, Postproduktion und Nutzungsrechte. Das ist genau das, was der Herr Bogenheimer die ganze Zeit als einzig richtig erachtet. So mache ich es. Das was er als falsch erachtet, das mache ich nicht. Also bitte warum erklärt er jetzt schon zum dritten Mal, was nach seiner Ansicht nach richtig und was falsch ist?

  • Leute, ich wollte hier keinen Streit vom Zaun brechen.
    Hier hat nun jeder seine Erfahrung eingebracht und das ist doch wirklich konstruktiv.

    Wenn meine jahrelangen Erfahrung im Gegensatz zu dem stehen was andere Fotografen hier erleben, dann sind wir im echten Leben angekommen. Es gibt offensichtlich nicht die eine Wahrheit.

    Sebastian Mühlig, ich wollte Dich auch nicht vorführen – Frieden ok?

    Den Thread hier halte ich im Übrigen für sehr gelungen.
    Fängt er doch mit einer sehr guten Kalkulationshilfe an und hört mit Erfahrungsberichten und dazugehöriger Disskussion auf. Was will man mehr.

    In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Fest

  • Matze sagt:

    Das Abrechnungsmodel muss jeder Fotograf seine Geschäftsmodel entsprechend finden.
    Ich kann vor der Veranstaltung meinem Kunden nicht sagen, ober er 250 oder 300 Bilder bekommen wird…

    Meine Rechnungen beinhalten als erste Postion, den Zeitrahmen, den ich gebucht wurde. Als zweites folgt die Postproduktion, die m.E. unerlässlich ist – und (leider nicht immer sicher kalkulierbar) meistens mehr Zeit in Anspruch nimmt, als ich meinen Kunden in Rechnung stelle. Aber es ist halt das i-Tüpfelchen und gehört dazu.
    (Die Position 1 (Fotografie) und 2 (Postproduktion) könnte ich natürlich als eine Position aufführen, werde ich aber nicht machen, da ich aufzeigen will, das ich eine Postproduktion machen…)
    Dann noch die Fahrtkosten (ja, ich nehme sie auf, auch innerhalb der Stadt – das Auto hat mir leider niemand geschenkt und muss finanziert werden). Dann kommen (für mich eher selten), Spesen und sonstige Kosten obendrauf.

    Ein Fotograf der beauftragt ist, ein Motiv für ein Produkt / die Werbung abzuliefern hat final ein Bild abzuliefern – und muss kalkulieren, welchen Aufwand er hat, um dieses Foto zu produzieren.

    Ich bin sicher, das jeder Fotograf sein Model hat, um seine Rechnung zu stellen, wichtig ist letztendlich, das der Job Geld bringt und zum Leben reicht 😉

  • Nico Socha sagt:

    @Juri Bogenheimer: Warum sollte ein Fotograf nicht das verdienen was ein Manager oder jemand aus dem Vorstand verdient? Es gibt Fotografen die weitaus mehr verdienen als die meisten Manager.

    Ich finde das alles ist sehr relativ.

  • Mandy sagt:

    Hey Kollegen :O)

    Ich weiß, wir haben schon Juni 2013 und die Unterhaltung ist scheinbar zu Ende. Ich habe trotzdem noch ein großes Fragezeichen in Sachen ‚Massenabfertigung (wie Schulen, Kindergarten …). Ich bin dem immer gerne aus dem Weg gegangen, aus verschiedenen Gründen. Nun bin ich doch da gelandet, und zwar bei der Unterwasserfotografie für Babyschwimmen. Für mich ist die Preisgestaltung wahnsinnig schwierig. Mit langem hin und her rechnen, habe ich meinen Preis gefunden. Aber was haltet Ihr von Kollegen, die pro Foto 15€ verlangen und bei 20 Fotos auf CD 35€? Ich kann rechnen wie ich will, aber ich glaube da müsste ich verhungern. Gegen die 15€ strebe ich mich auch etwas. Für mich hat es keinen Sinn eine CD wegen eines Bildes zu brennen, weil der GMX oder web Empfänger die Daten nicht packt.

    Für denn Fall, ich schreibe hier Mist – sorry. Ich weiß es nicht besser.

    Liebe Grüße,
    Mandy

  • Die Diskussion zeigt, dass man klare und kostendeckende Kalkulationsmodelle braucht, die von ALLEN Fotografen eingehalten werden! Nur so kann man Dumpingpreise Einzelner verhindern, welche das Preisniveau insgesamt nach unten ziehen. Gute Arbeit muss sich lohnen! Und wer hobbymäßig arbeitet und nicht davon leben muss, sollte schon aus Solidarität zu den Profis keine Dumpingpreise anbieten.

  • Vicco sagt:

    Hallo zusammen, diese Diskussionen sind immer wieder **HERRLICH**!!
    Anscheinend regen sich Fotografen grundsätzlich auf über Preise. … mal, weils zu billig ist, was der Kollege produziert und der Kunde zahlt, mal, weil der Kollege mehr verdient, also nach dem eigenen Gefühl zu teuer ist. Lasst die Eitelkeiten außen vor, wenns um das Geschäft geht.

    Zwei Sachen:

    1.
    Angebot und Nachfrage bestimmen den Markt. Keine Preislisten, keine BFF-Bildhonorarempfehlungen.

    2.
    Die Nachfrage hängt primär davon ab, wie gut Ihr seid. Wenn Ihr nicht gut seid, oder Euch nicht gut verkauft / vermarktet, dann verdient Ihr als Fotograf auch nur wenig oder gar kein Geld. Das ist so. Ehrlich. Da nützt auch kein Zetern über Microstock und über den Kollegen, der vermeintlich noch viel schlechter ist und dennoch viel verdient.

    Problem hierbei: Die eigene Einschätzung 😉

    Sehr viele Fotografen halten sich für besser (für wertvoller am Markt), als sie sind, und die Konkurrenz ist unglaublich groß, aktiv und eben sehr häufig auch besser!

    sorry, … schöne Grüße, Vicco

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