Foto-Business

Preise für Fotoshootings: Was ist angemessen?

Aus dem Fotografr-Forum (2010)



Tunnelrat

Vor zwei Wochen habe ich auf einen großen Fotoauftrag geboten.

30 Objekte in ganz Europa fotografieren. Außenaufnahmen und Innenaufnahmen (3-4 pro Location). Kunde wollte einen Gesamtpreis. Nutzung für Broschüren, Messeauftritte, Internet.

Heute kam der Anruf. Absage.
Grund: Ich bin über 200% teurer als die Konkurrenz.

Der Kollege, der den Zuschlag bekommen hat, schießt den Job für 10.000 EUR all-in. Das heißt inkl. Honorar, Schlechtwetter-Tage, Postproduktion, Reisekosten und Nutzungsrechten. Die Angebote der übrigen angefragten Kollegen waren ähnlich niedrig.

Nach meiner Rechnung machen alleine die Reisekosten knapp 7.000 EUR aus.

Und das beste zum Schluß. Der Projektverantwortliche des Unternehmens sagte am Ende des Telefonats: Keine Ahnung, wie der Fotograf da noch Gewinn macht.

Wo geht die Branche hin? Hilfe!



ohermann

Hi,
das ist natürlich hart, ich kann verstehen dass du enttäuscht bist.
Die Zeiten werden immer übler.

Vielleicht kann man an den Reisekosten noch ein bisschen was sparen, dann sind das vielleicht 3,5 k € Ertrag nach Abzug der Ausgaben. 30 Objekte in ganz Europa? Mit anschließender Post?
Das könnten 1,5 – 2 Monate Arbeit sein….und dafür dreieinhalb tausend Euro vor eigenen Betriebskosten/Steuern/Sozialabgaben? Davon kann man nicht leben – das ist betriebswirtschaftlich völliger Bullshit.

Allerdings liegt meiner Meinung nach hier das Problem beim Kunden selber – er geht hier definitiv ein Risiko ein. Selbst ihm ist aufgefallen, dass die Kalku deines Mitbewerbers nicht korrekt sein kann – was z.B. bedeuten kann, dass der Kollege zeitlich super-eng kalkuliert und dann eben auch Pfusch bei rauskommen kann. Es ist ein Ding, günstig einzukaufen – aber doch nur, wenn man auch sicher sein kann, dass das Ergebnis den Erwartungen und Anforderungen gerecht wird.

Ich habe schon Aufträge nicht bekommen, weil ich zu billig war und man mir dadurch den Job nicht zugetraut hat. Frei dem Motto „Für das Geld kann da nix gescheites kommen“. Aber das ist schon ein paar Jahre her… Man gewinnt mit der Zeit nicht nur an fotografischer, sondern vor allem auch an „kalkulatorischer“ Erfahrung.

Vielleicht kommt der Job ja etwas später – wenn dein Kunde nach dem sichten der Ergebnisse des Mitbewerbers feststellt, dass die Bilder seinen Erwartungen nicht gerecht werden.

Kopf hoch – vielleicht kommt ja jetzt ein lukrativerer Job rein, den du sonst hättest ablehnen müssen.

Sommerliche Grüße
Olaf



imagist

Bei so einer absurden Kalkulation spricht auch das Finanzamt gern‘ von „steuerrechtl. Liebhaberei“.


Omori

Unter
https://fotografr.de/foto-business/auftragskalkulation-fur-fotografen/

wird aktuell auch wieder über Tagessätze für Fotografen diskutiert.
200 Euro Tagessatz seien doch nicht zu verachten, schreibt einer der Diskussionsteilnehmer.

Ich wundere mich da immer nur: Wie schaffen die das, mit einem solchen Tagessatz als Selbständiger (mit den entsprechenden Ausgaben für Versicherungen etc.) auszukommen?



cbp

Ich hoffe die Sache dünnt sich auf diese kurzsichtige Art und Weise vieler Leute von selbst aus.



ava

zitat: die zeiten werden immer übler.

geiz ist geil !

wer meint, mit 200 € tagessatz oder gar 3500 für 2 monate als selbständiger klarzukommen, arbeitet auf sozialhilfeniveau.

mein problem war weniger, dass die kunden nicht meine stundensätze (höhenmässig identisch mit dem heizungsbauer/ der kfz-werkstatt, die sind real gewesen bei meiner kostenstruktur) nicht zahlen wollten, sondern, dass hier in der provinz viele potentielle kunden gar nicht mehr die notwendigkeit sahen, einen profi heranzuziehen, z.b.:

1. parteien unterhalb bundestagswahl „machen die fotos selbst, müssen sparen“ – man sieht es !

2. versicherungsgesellschaft vor ort „macht die werbeabteilung“ = irgendein p-r ausgebildeter theoretiker – man sieht es !

3. lebensmittelkonzern vor ort, mitarbeiterfotos werden da vermutlich vom pförtner, der eine digicam besitzt in jpg „geschossen“ – man sieht es !
die a1 poster und leuchtkästen von obst und gemüse stammen aus 1€- mikrostocks, auch das sieht man !

4. könnte ich bis punkt 100 fortsetzen !

auf der anderen seite waren kleinbetriebe durchaus bereit, für qualität zu zahlen, nur leider nicht in genügender anzahl für mich, d.h. z.b. die kleine ergotherapiepraxis hat jetzt bessere mitarbeiterfotos als der versicherungs- oder lebensmittelkonzern….irgendwie pervers.

das problem ist meiner meinung nach eher, dass die kunden den unterschied von qualität und pfusch nicht mehr sehen, in der bild-überschwemmten zeit. für leistungen, die direkte folgen bringen wie kfz-werkstatt wird gezahlt, fotografie kann jeder in unserer high-tech zeit.

ich bin weder eine schlechte fotografin noch eine schlechte aquisiteurin, aber trotzdem habe ich meinen beruf nach 2 jahren neuer selbständigkeit jetzt wieder aufgegeben und lebe derweil wieder von artfremder arbeit. weil, ich werde nicht für dumping fotografieren. statt dessen werde ich nach wie vor lästern, wenn ich diese grottenschlechten wahlplakate sehe. und werde nach wie vor bemäkeln, dass die a1 leuchtkästen des lebensmittelkonzerns zwar fein glycerintropfende tomaten haben, die aber leider etwas leuchtisch-überstrahlt sind….und ich hoffe, irgendwann werden sich meine haare nicht mehr sträuben, wenn ich die startseite meiner internet-bank öffne (mikrostock-fotos übelster sorte) …

schwanengesang… aber eines steht fest, dumping ist keine lösung.



DietmarMathies

Ja es sind schon schlimme Zeiten,aber man darf oder sollte deswegen nicht nachgeben.Wenn man nachgibt und es kommen wieder bessere Zeiten hast Du dann auch Pech,die Preise werden dann dort bleiben.
Wenn ich lese 200 Euro pro Tag wären genug,dann frage ich mich wer könnte dahinter stecken.Vielleicht ein Obdachloser der gerade mal mit einem womöglich geklauten Handy „fotografiert“ ,jeder normale Mensch weis das man auch Abgaben bezahlen muss Finanz und Versicherung Miete Strom ect. und selber braucht man ja auch ein paar Taler um zu Überleben.
Ja man merkt Deutschland ist vom Saturn und Media Markt sehr angegriffen „Geit ist Geil“ und „ich bin doch nicht Blödmann“ nimmt hier sehr ernst.An sich wollte ich mich hier in Deutschland Selbständig machen,aber ich denke inzwischen etwas anders darüber.Schade eigentlich denn ich bin gerne in diesem Land,aber für ein solches denken habe ich einfach kein Verständnis.
liebe grüße
Dietmar



Doug

Firmen, die solche Fotografen dann auch noch buchen, wenn sie davon überzeugt sind, dass der nicht mit Gewinn arbeitet, sollten sich selbst mal überlegen, ob Kosten sparen nicht vielleicht manchmal der falsche Weg ist.

Mir wurde mal erzählt, dass in Österreich oder der Schweiz (weiss ich jetzt nicht mehr so genau) bei Ausschreibungen so verfahren wird, dass aus allen eingegangenen Angeboten ein Mittel errechnet wir und der Bieter, der diesem Mittel am nähesten kommt, bekommt den Auftrag. Dieses Verfahren finde ich für beide Seiten einigermassen fair.


DietmarMathies

Hallo Doug …

also in Österreich ist mir sowas neu,bei uns wird wegen dem Marktpreis heftig unter den Fotografen gestritten.Das man nicht nur sein eigenes Grab damit schaufelt,sondern auch die anderen Kollegen damit an den Ruin treibt scheint keinem zu stören.
Wenn Dummheit strafbar wäre,dann wären die meisten Selbständigen im Knast.Ich habe eine Zeit lang als Freelancer bei einem bekannten Fotografen in Graz ab und an gearbeitet,da habe ich ja selber so einiges mitbekommen.Da werden auf Teufel komm raus Preise zusammen geflickt,wo man dann nicht mal mehr die Unkosten decken kann.
Bin mal neugierig wie sich der Markt jetzt in den nächsten Monaten weiter entwickelt,so kann es auf jedenfall nicht weiter gehen.

liebe grüße
Dietmar

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

20 Kommentare

  • Oliver sagt:

    Qualität kann man da sicherlich nicht erwarten. Aber wenn der Kunde das so will….nur schlecht für die gesamte Fotobranche…und Leute…es wird mit Sicherheit nicht besser 😉
    Ich war schon in so einer ähnlichen Situation. Mehr wie ärgerlich und man fragt sich, ob dieser Berufszweig in 10 Jahren überhaupt noch Bestand hat. Ich glaube es nicht..
    So langsam habe ich das Gefühl, dass man als Fotograf nur noch Wohltäter und derjenige ist, der sich auch seine Kohle am heimischen Drucker ausdrucken kann.

  • MacPaul sagt:

    Darf ich dazu mal was sagen, und zwar zu den 200 € Tagessatz – evtl. auch als Frage anzusehen: ich mache das (demnächst) als selbstständiger Grafiker mit Fotoservice included. Bei mir sind’s die 200 € (netto) für einen stressfreien Vormittag (maximal vier Stunden), und auch nur Fotos von einigen Personen/Räumlichkeiten, etwa Betriebsgröße Rechtsanwaltskanzlei, Steuerkanzlei u.ä. Also für die 200 € lasse ich mich nicht rum scheuchen nach dem Motto, ist der Fotograf erst mal im Haus, verlangen wir alles mögliche von ihm, das wird auch vorher geklärt, und Extras kosten dann auch extra.Dazu kommt dann noch Sichtung der Aufnahmen und Vorlage der besten Motive, die der Kunde sich dann raus suchen kann, das war’s. Abzüge, Poster und vor allem evtl. Printprodukt, worauf es vor allem ankommt, das mache ich ja vor allem, sind dann separater Auftrag bzw. kostet extra.
    Wenn das ein spezieller Fotograf macht, kostet das IMHO locker das doppelte; der hat dann natürlich eine bessere Ausstattung, kann mehr ausleuchten, hat evtl. Helfer (ich bin alleine, Visagistin kann aber dazu gebucht werden) und so weiter.
    Aber rein vom Preis her denke ich bin ich da ganz gut dabei, nur sind die 200 € selbst bei mir, mit Fotografie nicht als Primärangebot, das absolute Minimum. Wenn jemand nix anderes macht und den Betrag als pauschalen Tagessatz nimmt, wofür er was weiß ich alles anstellen muss, geht das eher weniger. Er kriegt ja nicht jeden Tag einen Auftrag, sagen wir jeden zweiten, macht dann 2000 €/Monat, das ist nicht so der Brüller.

  • Volker sagt:

    Hallo,

    ich denke den Preisverfall findet man ja nicht nur in der Fotobranche. Man muss sich doch nur mal ein wenig umsehen – Texter, die im Internet ihre Texte für 1 Cent das Wort und teilweise noch darunter anbieten. Oder wenn man sich mal Internetseiten wie MyHammer etc. ansieht – ein Dumpingangebot nach dem anderen.

    Oder Arbeitnehmer die mit einer Vollzeitarbeitsstelle so wenig Geld verdienen, dass sie zusätzliche Gelder vom Staat benötigen, um über die Runden zu kommen. Jeder hat doch schon davon gehört oder gelesen, dass in manchen Branchen Stundenlöhne von 5,00 Euro und weniger gezahlt werden.

    Deutschland hat sich zu einem Billiglohnland entwickelt – wir haben uns an die, damit verbundenen, schlechtere Qualität gewöhnt und ich sehe momentan noch kein wirkliches Umdenken.

    Ich kann mir auch gut vorstellen, dass man sich an eine schlechtere Qualität gewöhnen kann. Die Industrie manipuliert unseren Geschmack – Zucker, Geschmacksverstärker etc. haben dafür gesorgt, dass vielen Menschen Speisen ohne solche Zusatzstoffe gar nicht mehr schmecken. Beim Sehen wird es sicherlich ähnlich sein.

    Ich denke auch, dass viele Menschen ein gutes Foto von einem schlechten Foto gar nicht unterscheiden können: Hauptsache bunt. Sie haben sich an billige, schlechte „Mainstreamfotos“ gewöhnt.

    Wenn ich dann als Firma mit vergleichsweise billigen und schlechten Fotos keine negativen Erfahrungen mache, warum soll ich dann eine hohe Qualität bezahlen? – Das wäre dann sozusagen wie „Perlen vor die Säue“ schmeißen. Ich kann mir zumindest vorstellen, dass in manchen Firmen die „Entscheider“ so denken.

    Gruß
    Volker

  • votto sagt:

    Seit dem Niedergang der analogen Fotografie ist der Fotografenberuf in die Hände von Amateuren und „Möchtegernfotografen“ gefallen. Das hat einen ganzen Berufszweig ruiniert, teure Ausrüstungen waren plötzlich nichts mehr wert. Alle möglichen Leute tummeln sich mit ihren“Knipsen“ und machen die Preise kaputt.
    Aber die Zeiten ändern sich gerade, denn die Kamerahersteller Hasselblad, Linhof, Sinar usw. bieten mehr und mehr Digitalrückteile und Kameras für Berufsfotografen an – die langsam auch „erschwinlich“ werden.
    Und wenn der Kunde früher ein 9×12 oder 13×18 Ekta gefordert hat, dann wird er über kurz oder lang auch ab 60 Megapixel aufwärts fordern.Die Durststrecke muss nur noch überwunden werden.

  • Michael sagt:

    stimmt und es gibt ansich nicht viel zu ergänzen. Ich arbeite zur Zeit nicht als Fotograf Hauptberuflich, sondern Nebenberuflich weiter. Eben mit aus diesem Grund. Wobei ich selbt nur für Presse arbeiten als Bildjournalist.
    Ich selbst kalkuliere einen Stundenlohn von 50,00 Euro um meine Unkosten und alles weitere decken zu können. Darüber natürlich auch…….. . Die Tageszeitungen zahlen weit unter dem Lohn wovon man noch vernünftig leben könnte….. wobei es immer noch Interesant ist eben für Zeitschriften zu arbeiten und die verlangen eben ein entsprechendes Bild wo Blick und Auflösung zusammen passen. Knipsbilder kommen da nicht an an egal wo hoch sie Auflösung selbst ist. Da ich Betriebswirt bin und aus dem Steuerfach komme,gehe ich davon aus das immer wieder versucht wird unter Hand zu arbeiten und so Kosten reinzubekommen. Anderst kann man unmöglich mit den Verdienst überleben. (Einfach mal als Anmerkung!) Außer eben man ist als armer Künstler unterwegs oder es fehlt eben an Qualität.
    Noch ein Wort zu den Banken. In der Regel haben Sparkassen und co eigene „Bildredakteure“ die sichten Aufnahmen für die Projekte die eben gebraucht werden über den heut üblichen Weg. Wer also dort unterkommen will sollte einfach ein wneig Beziehungen pflegen und auf sich Aufmerksam machen.
    Ansonsten habe ich mich entschieden dies weiter zu machen auf der Basis wo ich eben zur Zeit arbeite so kann man leben und gleichzeitig ist man auf Billigangebote nicht mehr angewiesen……also muss nicht jeden Auftrag annehmen……..Hoffe aber für alle die weiter Vollberuflich arbeiten das sich der Markt insofern wieder bereinigt. Übrigens gute Bildagenturen nehmen schon eine Weile keien Bilder mehr an die eben nicht Auflösung und Betrachtung , Blickwinkel usw. in der gehobenen Klasse sind. Arbeite auch nur mit solchen zusammen und das ist sehr gut so, so sind alle „Billigknipser schnell verschwunden.
    Ich kann dazu nur Danke an alle provisionellen Agenturen sagen, wieter so!

  • Mik sagt:

    Auch die virtuelle bildproduktion hat dieses Problem. Jeder kann das anbieten, es gibt keine regeln oder qualifikationshürden. Um eine Kfz- Werkstatt zu betreiben braucht man den Meister, siehe auch weitere kammerberufe.
    Entsprechende Gütesiegel erworben durch prüfungen, nachgewiesene Ausstattung und Qualifikation vergeben von starken Verbänden könnten freie Berufe schützen. Zu dem müsste es eine gesetzliche Regelung geben, dass Firmen ihre kreativleistungen auch nachweislich nur bei solch qualifizierten Anbietern einkaufen dürfen. Es kann auch nicht jeder auf Zahnarzt machen, wenn er einen alten stuhl und bohrer vom Flohmarkt hat.

  • @Mik: Ich dachte, über die Diskussion des Meisterzwangs seien wir längst hinaus? Es gibt eben Berufe, bei denen ist ein Meisterzwang wichtig (KFZ-Reparatur ist einer davon), und andere, bei denen ist er eher überflüssig. Vor einer gepfuscht reparierten Bremsanlage muss man den Kunden schützen, vor schlechten Bildern kann er sich auch sehr gut alleine schützen (wenn er denn möchte).

    Und die Gleichung „Nicht-Meister“ = „Preisdrücker“ stimmt auch nicht unbedingt in allen Fällen.

  • Oliver sagt:

    @Mik: Ich muss da Michael 100% zustimmen. Ein Meisterbrief sagt noch lange nichts über seine Arbeit aus 😉 Denn im Gegenteil…viele verstecken sich dahinter und ruhen sich auf diesen Lorbeerblätter aus. Nach dem Motto: ich habe doch da einen Meisterbrief und leiste mehr, als meine Konkurrenten, die keinen haben.

  • mik sagt:

    wenn kreative wollen, daß ihre berufe nicht unterwandert werden und auch ncht an wertigkeit verlieren, sollte ein „schutz“ aktiviert sein. ich denke sehr wohl, daß es auch von Gesetzes Seite aus hier Schwachstellen gibt. Mag sein, daß eine Art Qualifikationsprüfung nicht jedem sympathisch ist, aber was gibt es für Alternativen? Alle wollen mit tollem Material arbeiten und Ihr kreatives Könnnen respektiert wissen. Ich finde es geht schon um eine Art Zulassung. Schaut mal wie stark die Gema ist. Keine Sekunde darf man mit gemapflichtigen Sounds verekhrt machen und die Kunden wissen das sehr genau, meistens jedenfalls.

  • Oliver sagt:

    @Mik: wie viel Gesetze, Bestimmungen und Vorschriften soll es bitte sehr noch in D geben??? Wir sind ein Land, das eh schon zu viel davon hat. Und von der Regierungsseite brauchen wir auch nichts zu erwarten.

  • @mik und @oliver: Gesetze und Vorschriften sind in vielen Fällen sinnvoll und notwendig. Aber was genau soll denn mit einer solchen Qualifikationsprüfung erreicht werden? Und ist das wirklich so notwendig, dass es dazu eines Gesetzes bedarf? Wenn ausgebildete Meister nicht deutlich besser sind, als ihre Mitbewerber, dann nützt ihnen auch eine Protektion nichts.

    Und der Kunde ist schon mündig genug, dass er entscheiden kann, wo er Qualität bekommt und wo nicht.

  • Von meier Seite aus auch einige Gedanken zu diesem Thema:

    Zeitungen wie von Michael angesprochen haben nicht mehr viele Aufträge für Fotografen. Tageszeitungen schicken die Redakteure raus oder lassen sich kostenfreie Bilder von den Vereinen etc. zur Veröffentlichung geben. Ansonsten sparen die Verlage an guter Bildqualität. Leider!! Zeitschriften ist immer so eine Sache, hin und wieder brauchen die einen Fotografen und für ein paare Stunden schnelle Arbeit ist dies gutes Geld. Aber die meisten holen sich ihre Aufnahmen von Agenturen, in erster Linie bei DPA, DAPD etc, wo Abos bestehen. Dann kommen die Microstocks und wenn man dort überall kein passendes Bild gefunden hat, kommen die kostenpflichtigen Agenturen. Ein Markt könnte PR-Fotografie sein, ansonsten ist der Bildjournalismus scheinbar tod, dass ist schon vor zwei Jahren in München von den führenden Bildredakteuren gesagt wurden und der Beweis kommt jeden Tag näher.

    Ich kann nur mit dem Kopf schütteln, wenn ich sehe, was für Blödmänner sich auf Angebote bei MyHammer oder eventhelde melden. Da fordert jemand einen Fotografen an, der den ganzen Tag Hochzeit mit locker 12 Stunden fotografiert, 100 Danksagungskarten liefert und ein dutzend Prints, mit allen bearbeiteten Aufnahmen auf CD und was weiß ich nicht noch alles. Wer professionell in der Hochzeitsfotografie unterwegs ist, der weiß, das da locker ein vierstelliger Betrag im Angebot stehen muss. Man hat ja alleine locker drei / vier Tage arbeit damit. Und dann liest man die Angebote und hat dann einen, der will 250 Euro für alles. Entweder hat er das Angebot nicht richtig gelesen oder er will wirklich für netto vier Euro und weniger arbeiten. Und schaut man sich das Profil an, dann sieht man, da steckt ein Hausmeisterservice dahinter. Das kann doch nichts geben …

  • Daniel sagt:

    @Karsten Socher : Naja, „You get what you pay for“ – Wer ne Reportage für max 300€ ausschreibt (und auch jemanden findet) wird halt auch entsprechende „Qualität“ bekommen. Und aus meiner Erfahrung nach gibt es bei den meisten Brautpaaren schon ein Qualitätsdenken.

    Zum Thema Meister : Wenn ich mir die Fotogeschäfte (die so gut wie alle mit „Meisterbetrieb“ werben) bei mir im Umkeis anschaue, ist das, was abgeliefert wird eher abschreckend als als Werbung zu verstehen und zeigt mir deutlich, das der Meister (zumindest bei den Fotografen) nix mit Qualität zu tun hat.

    Man darf grad im Hochzeitsbereich auch nicht vergessen, das die große Trendwende (Reportage gibt es ja noch nicht so lange hier) hauptsächlich von Quereinsteigern ins Rollen gebracht wurde. Gerade diese Leute haben frische Ideen ins Spiel gebracht… Was wurde aufgeschrien, wo auf Hochzeiten mit Fisheye fotografiert wurde? Und Tilt/Shift auf Hochzeiten? Das kann man doch nicht machen!
    Man muss sich auch weiterentwickeln und neues ausprobieren – und auch das sieht man bei vielen Fotobuden nicht, die seid 15-20 Jahren immer dasselbe machen.

  • votto sagt:

    Ich denke es ist richtig, die „alten“ Meisterbetriebe haben das Rennen verloren. Schuld daran sind auch die verkrusteten Strukturen in den Handwerkskammern, oft aber auch die verpaßte Umstellung zur Digitaltechnik.
    Die frischen Ideen übrigens stammen weniger von den Quereinsteigern selber, sondern durch das Internet wurden die Bildauffassung und die vielfältigen Möglichkeiten in der Hochzeitsgotografie der amerikanischen Fotografen „nachempfunden“. Dort wird schon seit über 30 Jahren ein riesen Aufwand bei Hochzeitsfotos gemacht, es wurde dort auch schon immer ein „stolzer“ Preis akzeptiert. Aber ich denke es geht hier ja nicht allein um diese eine Sparte. Viel schwerer haben es die „Gebrauchsfotografen“, denn die müssen große Summen investieren um überhaupt wieder ins „Spiel“ zu kommen. Da ist Qualität natürlich Vorraussetzung, aber auch intensive Kontaktpflege in alle möglichen Richtungen – und das Bewußtsein, dass lukrative Aufträge heute von Agenturen vergeben werden. Die Honorare werden dann meistens auch von den Agenturen bestimmt. Oder man ist so eine „große Nummer“, dass man „seinen“ Preis bestimmen kann.

  • @Daniel: Die Hochzeit hatte nichts von 300 Euro geschrieben, die wollten einen guten fotografen. Wenn eine Hochzeit sagt, sie wollen nur 200 Euro ausgeben für Bilder, dann hat Du Recht.

    Auch mit dem Meistertitel hast Du Recht. Auch ich habe ihn, aber wenn ich könnte und mein geld wiederbekommen würde, würde ich diesen Brief hergeben. Die Meisterschule war nur eine Auffrischung aus der Azubizeit.

    Auch hast Du und Votto recht, dass die alten klassischen Studios teilweise den zeit der Zug verpasst haben. Aber ich denke das liegt auch in menschlichen Entwicklung. jemand mit 50 jahren, der 30 Jahre den Job so macht, der will vielleicht auch nicht mehr lernen, weil dafür auch irgendwann die Lust und Kraft vorbei ist. Wird uns sicherlich eines tages auch so ergehen. Geht mit mit Mitte dreizig jetzt schon teilweise so, weil man doch durch das überangebot auch einwenig überfordert wird.

  • Claudia sagt:

    „Billi ist nicht gleich gut. Und umgekehrt genauso.“

    So stand es vor einiger Zeit in einem großen Werbeartikel rund um das Thema Hochzeitsfotografie in der Tageszeitung meiner Nachbarstadt.
    Wie richtig damit der/die Autor/in des Artikels lag.

    Zu allen meinen Vorrednern würde ich gerne etwas schreiben. Ebenso würde ich auch eigene Erfahrung mit einfügen. Das einzige Problem dabei: ich würde ins unendliche Ausschweifen und so einen langweiligen Roman braucht nun wirklich keiner.

    Drum belasse ich es einfach bei dem oben erwähnten ZItat. Das reicht.

  • Bennnnn01 sagt:

    Hi, habe ein eigenes Studio und kann dem was hier beschrieben wird nur all zu gut zustimmen. Es ist traurig wie sehr die Fotobranche kaputt gemacht wird. Es ist immer schwerer seine Preise zu rechtfertigen und ehrlich gesagt geht es mir auch langsam auf die Nerven. Es gibt tatsächlich Kollegen die für eine Hochzeit 150 Euro nehmen – traurig. Sowas ist mehr als Dumping. Aber auch im normalen Portraitbereich im Studio ist bei mir zu verzeichnen das die Kunden immer knausriger werden und viele auch nicht verstehen wollen das eine Aufnahmegebühr berechnet wird. Ich frage mich echt was in unserer Branche noch so wird und ob man in ein paar Jahren überhaupt noch davon leben kann. Man sollte diese ganzen Amateure die sich Fotograf nennen verbieten und denen Ihre 300 Euro Kamera aus der Hand reisen. Ich bleibe mit den Preisen trotzdem konstant. Was soll da noch werden?

  • Carmen sagt:

    Hi, I habe erlebt, dass der Controller entscheidet welche Bildqualität ausreichend ist! Ob Bilder wenigstens scharf sind wäre ihm nicht so wichtig, sondern billig. Traurig, echt!

  • Nico Socha sagt:

    Ich habe zwar nicht alle Beiträge gelesen aber ich schreibe auch mal etwas dazu. Ich denke es ist schon richtig das sich viele Leute Fotografen nennen und die Preise unnötig drücken. Allerdings denke ich auch das die Profis unter uns (Egal ob Meister oder nicht) sich einfach von der Masse durch Qualität und neuen Ideen absetzen müssen.

    Ich werde z.B. in Zukunft meine Bilder mit 3D Elementen kombinieren (habe Digital Film & Animation studiert), man kann mit ein wenig Gedult auch 3D Modelling lernen um sich so von der Masse abzuheben. Der Hobbyfotograf wird wohl kaum noch damit anfangen sich mit einem solchen Thema zu beschäftigen.

    Oder andere Möglichkeit, versucht mal einige Shootings zu machen mit MEGA aufwändigen Kostümen, welche die nicht jeder Amateur hat, dadurch hebt ihr euch von der Masse ab. Es ist zwar nicht so Kosten günstig wie ein 0815 Dessoushooting aber es macht einiges mehr her.

    Aber Ende hängt es aber natürlich vom Kunden ab ob er die Arbeiten mag und auch gerne mehr für ein Shooting bezahlt. Ich denke wenn man ein Alleinstellungsmerkmal hat und nicht grade ein Starfotograf ist kann man durchaus zwischen 1100 – 2200€ (brutto) Tagessatz verlangen.

  • Nico Socha sagt:

    Ouh sorry ich meinte bei den Preisen natürlich netto.

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