Fotografen-Marketing

Fotomappe unaufgefordert an potentielle Kunden schicken

Aus dem Fotografr-Forum (2010).


Carlo

Hallo

Für das kommende Jahr werde ich meinen Fotomappe verstärkt an potentielle Kunden zeigen. Nun sehe ich dafür zwei Wege

1. Ich sende die Mappe unaufgefordert ein und rufe danach an um mit dem Kunden ins Gespräch zu kommen. Der Kunde schickt mir die Mappe zurück, oder ich bekomme einen Termin um mich kurz vorzustellen und nimm das Teil dann wieder mit.

2. Ich sende dem Kunden ein Karte, rufe an und versuche einen Termin zu bekommen um meine Mappe zu zeigen, oder schicke sie.

Habt Ihr Erfahrungen mit einer der beiden Methoden gemacht?

Gruss
Carlo


Omori

Hallo Carlo,

mit unaufgeforderten Zuschriften habe ich bisher keine guten Erfahrungen gemacht. Ich habe vor 2 Jahren mal einen Flyer mit meinen Fotos gedruckt und an 200 handverlesene mögliche Auftraggeber in Firmen geschickt. Null Resonanz.

Ganze Mappen würde ich schon gar nicht unaufgefordert schicken.

Leider – oder glücklicherweise – läuft sehr viel über bereits bestehende Kontakte, die man in der einen oder andere Weise aufgebaut hat. Und natürlich über Empfehlungen.

Allerdings ist es natürlich so: Ohne Aufträge keine Referenzen und ohne Referenzen nur sehr schwer Aufträge.

Diesen Teufelskreis aber durch geringe Preise zu durchbrechen, führt auch nicht zum Ziel: Mögliche Auftraggeber urteilen dann in der Regel: Was nichts kostet, ist auch nichts.

Also kann der Weg nur lauten, sich langfristig ein Netzwerk aufzubauen.

So ganz will ich den Erfolg von Initiativ-Bewerbungen nicht in Abrede stellen. Vielleicht meldet sich hier ja noch ein Kollege, der mit diesem Weg Erfolg gehabt hat.

Ich bin gespannt.

Gruß Michael


Carlo

Hallo Michael

Ich habe diesen Tipp von einem Kollegen der in einem Fotografie nahem Berufszweig bekommen. Das unaufgeforderte Einsenden der Mappe war für ihn schlussendlich eine erfolgreiche Aktion – wenn auch aufwendig. Auch er musste nach dem Versand der dem Kunden nachtelefonieren.

Ich denke beide Methoden haben Ihre Vor und Nachteile – mit dem Nachfragen per Telefon lässt sich der Erfolg der Aktion aber sicherlich steigern.

Ich denke, wenn sich dadurch ein oder mehr gute Kunden generieren lassen, ists ein Erfolg.

Es über die Preise, und da gebe ich Dir Recht, zu versuchen halte ich auch nicht für gut. Die gehören meiner Meinung auch nicht in die Mappe.

Gruss
Carlo



Christian Ahrens

Hallo,

ich mache es anders herum und halte diesen Weg für wesentlich gewinnbringender:

Ich stelle einen Kontakt zur Agentur oder zum potentiellen Kunden her und verabrede einen Mappentermin. Bei diesem Termin präsentiere ich die Mappe und mich selbst. Gut ist, wenn man dann etwas hat, was man da lassen kann (Flyer, Broschüre o.ä.).

Das unaufgeforderte Zusenden ganzer Mappen halte ich für sehr aufwändig und auch für ziemlich teuer, im Falle, dass man die Mappe nicht zurück bekommt, was ja leicht geschehen kann.

Noch viel besser funktioniert das, wenn man nicht nur einen telefonischen Kontakt hatte, sondern eine echte Beziehung zu dem Auftraggeber aufbauen konnte (Networking). Das bringt einen viel weiter als ein bloßer Mappentermin, der allzuschnell auch wieder in Vergessenheit gerät.

VG
Christian

http://www.christianahrens.de


wonderer

Hallo,

die Erfahrung und einschlägige Literatur wie auch diverse Agenturgebahren zeigen auf, das es nach wie vor auch im digitalen Zeitalter so ist, das man erst wie bereits angesprochen einen persönlichen Kontakt herstellen sollte und zu diesem dann die Mappe mitnehmen sollte UND dazu einen kleinen Flyer und/oder aussagekräftige Visitenkarte. Man sollte hier auch immer mal versuchen über den Tellerrand zu schauen und das ganze aus Sicht des Kunden (Einzelkunde, Firma, Agentur, etc.) zu betrachten und flexibel präsentieren können.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

5 Kommentare

  • Mappen verschicken halte ich für keine gute Idee. Erstens kostet eine gute Mappe gutes Geld, schau doch mal bei monocrom.de oder vergleichbarem was eine ansprechende Mappe kostet. Dazu die professionellen Ausbelichtungen.

    Schrieben und Flyer versenden halte ich noch für die bessere Lösung. Habe ich auch schon gemacht. Zwar ist es nicht so einfach, weil die Resonanz im einstelligen Proozentbereich ist bei einem dreistelligen Postversand. Aber dafür habe ich auch schon den einen oder andern Kunden an mich gebunden. Der Flyer muss aber auch professionell sein. ich kenne Fotografen, die drucken die Flyer selber mit immer neuen Bildern auf einfachem Papier auf einem einfachen Drucker oder kleben sich selber Postkartengroße Visitenkarten. So sieht es auch und ich kann mir nicht vorstellen, dass so was beim Kunden ankommt.

  • Jens sagt:

    Hi Michael,

    eine Mappe zu verschicken ist relativ kostspielig. Bei vielen Unternehmen weiß man nicht wohin damit und sie kommen nicht zurück.

    Juristisch gesehen stellt der Anruf eines Gewerbetreibenden bei einem Unternehmen einen Cold Call dar, der gegen UWG §7 verstößt und vor Gericht zudem als Eingriff in einen eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb darstellt. Der Angerufene kann Unterlassung (UWG §8) verlangen und den Anrufer abmahnen bzw. auf Unterlassung klagen, auch eine Einstweilige Verfügung kommt in Betracht. Die Streitwerte liegen in diesen Fällen zwischen Gewerbetreibenden häufig im Bereich 10.000 bis 25.000 Euro, wenn es vor Gericht geht meist höher. Die Abmahn- und Anwaltskosten sind entsprechend hoch und meist im vierstelligen Bereich bei einer außergerichtlichen Einigung. Daß sich diese Art der Werbung lohnt, wage ich zu bezweifeln, sobald die erste Abmahnung ins Haus flattert. In dem Fall kann ich Dir dann aber einen guten Anwalt aus Heppenheim oder Weinheim empfehlen, der dann bei der Schadensbegrenzung hilft…

    Siehe auch
    http://antispam-ev.de/wiki/ColdCall
    (was zwar mehr Richtung Call-Center geht, aber juristisch gesehen das gleiche Problem darstellt.

    Gruß,
    Jens

  • Graham Batt sagt:

    Seit ich voll and ganz digital fotografieren (Seit 2005) schicke ich nur e-Mails mit Hinweis bzw Link zu meine Webseite wo natürlich mein Arbeitsproben zu sehen sind.Selbstverständlich rufe ich vorher bei eine Agentur an um festzustellen wer veranwortlich ist sprich Artbuying. Dann rufe ich dieser Person an versuche mit wenig worten ihn zu erklären wer ich bin und was ich mache und natürlich ob ich biiteschön mein Link auf sein mail schicken dürfte. Naturlich kann es immer in den Spam/Werbung landen dewegen ein guten Grund ein paar Tage später noch mal anzurufen und fragen ganz nett ob er es öffnen könnte und ob ich für Ihn was tun könnte (gilt dann nicht als „Cold Call“)
    Natürlich so kann man viel mehr potentielee Kunden erreichen als mit der gute alte Fotomappekladde!

  • Roman Bracht sagt:

    Hallo,

    Ja das mit der Akuise ist so eine Sache.
    Ich glaube ja immernoch daran das ein Job zu 90 Prozent mit einer empfehlung kommt. Sich bei Agenturen zu bewerben ist natürlich auch sinnvol, wenn man Glück kommt man wenigsten erstmal in einem Pool aus Firmen mit die Agentur zusammenarbeitet.

    Ich glaube das A und O ist präsent zu sein. Auch in sozialen Netzwerken – den diese bringen zumindest ein inderektes Akurieren mit.

    Als ich ca. 120 potenzielle Kunden angerufen habe hat einer angebissen – immerhin.

    viel Erfolg!

    http://www.bracht-fotografie.jimdo.de

  • Daniel sagt:

    Danke für all die hilfreichen Tips, im Endeffekt verstehe ich es, glaube ich ganz richtig, dass es am besten ist, sich keine Art und Weise entgehen zu lassen, sich zu potenziellen Kunden zu repräsentieren…

    Danke nochmal.

    LG D

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