Foto-Business

Neben dem Fotografie-Studium erste Fotografen-Jobs bekommen

Aus dem Fotografr-Forum (2010)


der.bassist

Hallo zusammen,

momentan studiere ich im ersten Semester Fotodesign an der IBKK in Bochum, mit dem Ziel, mich nach meinem Diplom in drei Jahren als Fotograf selbstständig zu machen.

Nun bin ich auf der Suche nach Tipps, wie ich meinen Weg schon im Vorfeld so gestalten kann, dass der Übergang nach dem Studium zur Selbstständigkeit recht leicht und zügig passieren kann.

– Wie kommt man z.B. an erste kleine bezahlte Jobs?
– Gibt es Fotografen, die Assistenten nehmen, die bereits einen Vollzeitjob haben (400 Euro-Basis nachmittags oder Wochenende)

Ich komme eigentlich aus dem Büro und habe keine Möglichkeit, die Fotografie bereits jetzt irgendwie mit meinem Job zu verknüpfen, um dann nach und nach komplett zu switchen.

Für ein paar Tipps und Anregungen wäre ich sehr dankbar!

Viele Grüße,
der.bassist



Michi

Hallo Bassist,

nebenberuflich Assis sein wird wahrscheinlich schwierig, da Du dann zeitlich nicht so verfügbar bist, wie erforderlich. Du kannst aber eventuell bei Fotografen anfragen, die am Wochenende arbeiten (Hochzeitsfotografen o.ä.)


Ansonsten würde ich intensiv an einer erstklassigen Mappe arbeiten, das heisst also freie Arbeiten, die Deine Leistungsfähigkeit zeigen.

Kleinere bezahlte Jobs wirst Du nur bekommen, wenn Du Referenzen vorweisen kannst. Das ist häufig ein Teufelskreis: Keine Jobs –> keine Referenzen, keine Referenzen –> keine Jobs. Da wirst Du zu Anfang erst einmal kleine Brötchen backen müssen.

Wenn ich mich entscheiden müsste, zu assistieren oder kleine bezahlte Jobs anzunehmen, würde ich lieber assistieren. Da lernst Du was und kannst evt. sogar für Deine eigene Mappe arbeiten.

Viel Erfolg
Michi



Christian Ahrens

Hallo,

sicherlich eine sehr gute Haltung, sich schon frühzeitig Gedanken über die spätere berufliche Tätigkeit zu machen. Vielleicht weißt Du ja auch schon, in welche Richtung Du gehen willst? Falls das so ist, kannst Du möglicherweise auch Deine Studienschwerpunkte schon frühzeitig so beeinflussen, dass sich aus den Studiumsprojekten ganz von selbst eine erste „Mappe“ ergeben.

Andererseits: Das Studium bietet auch den ungeheuren Luxus einer „Spielwiese“, deren Bedeutung man nicht unterschätzen sollte. Du kannst hier unbeschwert ausprobieren und Dich erproben und entwickeln.

Eine gute Idee ist es sicherlich, frühzeitig an Wettbewerben usw. teilzunehmen, gerade für Nachwuchsfotografen gibt es hier eine große Bandbreite.

Meine persönliche Marschroute wäre, erstmal 1-2 Semester studieren und fotografieren, fotografieren, fotografieren. Kontinuierlich an einer Mappe bauen. Und wenn Du assistieren willst, damit bei Fotografen vorsprechen, die gelegentlich einen Assistenten gebrauchen können. Letzteres allerdings nur, wenn Du die richtige Einstellung dazu hast: ein Assistent assistiert. Er muss nicht fotografieren können, sollte sich aber schnell auf die Technik einstellen. Ein Assistent ist jemand, der dem Fotografen h i l f t – kein verkannter Egoshooter!

VG
Christian

http://www.christianahrens.de



der.bassist

Hallo zusammen,

danke für die Tipps!

Ich denke, ich werde zunächst mal versuchen, mir einige Themen zu suchen und hierzu eine vernünftige und vorzeigbare Mappe zu erstellen. Da müssen ja keine Auftragsarbeiten enthalten sein, aber ich versuche einfach so zu tun, als wäre es welche (Also während des Fotografierens, nicht während des Vorstellens der Mappe).

Vielleicht kann man auch ein wenig in Richtung Stock, bzw. Microstock gehen…

Wir werden sehen. Den Tipp, das Studium als Spielwiese zu nutzen, werde ich mir auf jeden Fall zu Herzen nehmen.

Vielen Dank noch mal!

Viele Grüße,
Volker


Carlo

Hallo Bassist

Das Du Technik beherschen musst ist klar, dabei helfen Bücher, Foren, Deine Ausbildung und die Praxis.

An Deiner Stelle würde ich mir gut überlegen, was und wie Du fotografieren möchtest. Das ist auch eines der Themen mit denen ich mich immer noch und oft auseinander setze. Die Fragen nach der persönlichen Note in deiner Arbeit ist sehr wichtig. Deine persönliche Note macht dich erkennbar und entscheidet ob man für die guten Jobs gebucht wird oder nicht.

Also stell Dir jetzt schon mal diese Frage: Warum sollte jemand gerade Dich buchen?

Bei der Suche „nach Dir selbst“ kann es auch sehr interessant sein zu sehen, wie andere Fotografen diese Suche für sich gelöst haben. Ich schaue mir deshalb oft die Websiten anderer Fotografen an oder gehe an Ausstellungen.

Gruss
Carlo

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

2 Kommentare

  • toto sagt:

    Hallo bassist,

    irgendwie hatte ich zwar schon mal geantwortet, aber die Technik hat das wohl gefressen, jedenfalls erscheint sie nicht…

    Ich bin in einer ähnlichen Lage wie Du, und habe vor einigen Wochen ein Blog angefangen, bei dem ich ein wenig über die Schritte und Stolperfallen berichte. Mehr Text als Bild also, aber Blogs zum Thema tolle Bilder machen gibt’s ja schon genug.

    Wenn es Dich also interessiert:

    http://voneinemderauszog.wordpress.com/

    Cheers

    toto

  • Florian sagt:

    Neben Erfahrung, Talent, ein paar Referenzen und viel Glück sind natürlich auch Formalismen zu beachten …. Stichwort Selbständigkeit:

    Nur mal ein paar Gedankenfetzen:

    1. Die Gewerbeanmeldung

    Spätestens am Tag Deines ersten Auftrags sollte eigentlich die Gewerbeanmeldung in Deiner Gemeinde abgegeben sein.

    Hier sind eigentlich nur ein paar persönliche und gewerbespezifische Angaben zu machen.

    Wichtig sind vielleicht hier:
    – Neben- oder Hauptgewerbe
    Dies ist zumindest, wenn Du Dich noch in einem Angestelltenverhältnis befindest wichtig. Es muss i.d.R. bei Deinem Arbeitgeber angezeigt werden. Sofern keine inhaltliche Konkurrenzsituation entsteht, werd dem wahrscheinlich zugestimmt.
    – angemeldete Tätigkeiten
    Die Gewerbeanmeldung geht automatisch unter anderem an das Finanzamt, Gewerbeaufsichtsamt, Handwerkskammer, Berufsgenossenschaft, IHK, ..Von jedem erhälst Du ein herzliches Willkommensschreiben (rate mal warum 😉 . Je nachdem, was Du in diese Tätigkeiten hineinschreibst, wird sich der eine mehr oder weniger für Dich interessieren. Sofern Du nur Fotograf (Achtung: sofern Du kein Gesellenbrief oder Meister für das Fotografenhandwerk hast, darfst Du das m.E. nicht!) oder Fotobearbeitung oder ähnliches reinschreibst, bist Du für die Handwerkskammer interessant (und die wollen Beiträge!). Aber das sollte bitte alles möglichst mit der Realität hinhauen, die Kammern haben auch Ihre Daseinsberechtigung.

    2. Kammern und Handwerksrolle
    Siehe Gewerbeanmeldung

    3. Berufsgenossenschaft:
    Die Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung. Für Unternehmen, die Mitarbeiter beschäftigen, besteht Zwangsmitgliedschaft. Allerdings könntest Du (auch wenn Du keine Mitarbeiter beschäftigst), bei der Berufsgenossenschaft eine Unfallversicherung abschließen.

    Für die Anmeldung bei der fachlich zuständigen Berufsgenossenschaft gibt es kein Formular. Sie muss folgende Angaben enthalten:
    – Datum des Beginns der selbständigen Tätigkeit
    – Art der Tätigkeit
    – Angabe, ob zur Zeit der Anmeldung Arbeitnehmer beschäftigt werden.

    4. Finanzamt und Steuernummer

    Wie gesagt, geht die Info des Gewerbes an das Finanzamt. Diese stellt Dir zeitnah einen “Fragebogen zur steuerlichen Erfassung” zur Verfügung. Hier gilt folgende Infopolitik: nur so viel wie nötig (gern sehen die ein Businessplan -> wenn man keinen einreicht, ist auch keiner sauer 😉 ).

    Neben den persönlichen Angaben gibt es wirklich Spannende:

    – Frage 2 (Angaben zur Tätigkeit): siehe Gewerbeanmeldung

    – Frage 3 und 4 (Vorauszahlungen, Gewinnermittlung)
    Das ist abhängig von Deinen Zielen und Erwartungen. Je nachdem wieviel Umsatz Du machst, entscheidet sich auch, ob Du bilanzieren musst oder ob eine Einnahmen-Überschussrechnung ausreicht (in der Regel, sollte das erstmal reichen … das FA meldet sich sonst bestimmt 😉 )
    Wann reicht eine Einnahmenüberschussrechnung?
    „Diese vereinfachte Methode der Gewinnermittlung kann die oder der Steuerpflichtige anwenden, wenn er nicht zur Führung von Büchern verpflichtet ist und auch freiwillig keine Bücher führt. Dies trifft hauptsächlich auf freiberuflich Tätige, kleinere Gewer­ betreibende und bestimmte Formen der Land- und Forstwirtschaft zu. Die Methode stellt die Einnahmen eines Betriebes den Ausga­ben gegenüber – die sich daraus ergebende Differenz ist der Gewinn. Als Betriebsausgaben gelten dabei alle Aufwendungen, die durch den Betrieb veranlasst sind (§ 4 Abs. 4 EStG).“
    Für diese Gewinnermittlung gibt es einen Vordruck, in dem die notwendi­gen Angaben zu Einnahmen und Ausgaben einzutragen sind: EÜB (kann man sich online runterladen … )

    – Frage 7 (Angaben zur Anmeldung und Abführung der Umsatzssteuer):
    Der Punkt ist eigentlich der Wichtigste: Vorsteuerabzug ja oder nein?
    Das heißt, kann ich meine Ausgaben für Equipment absetzen oder nicht? Das ist natürlich schon geil, von dem Kamerapreis entspannt 19% abzuziehen. Jedoch vorsicht, wer absetzen will, braucht auch mal Umsätze und muss Rechnungen (welche gewissen formalen Anforderungen entsprechen müssen) erstellen. Ansonsten fällt das schnell in den Bereich der “Hobbyselbständigkeit” und vorbei ist´s.

    5. Berufshaftpflicht

    Sicher Geschmackssache, aber ich finde das extrem wichtig!
    Was, wenn beim Shooting von einer Familie der Blitz auf das Baby fällt??
    Um die 150 € sollte einem das Wert sein.

    viele Grüße
    Florian

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