Foto-Business

Fotografenausbildung nebenberuflich möglich?

Aus dem Fotografr-Forum (2010)


cd-fotografik

Hallo Leute,

Da ich Hauptverdiener (Angestellter im Schichtbetrieb) und Vater bin, habe ich keine Möglichkeit eine klassische Lehre oder ein Studium an der Uni. zu machen. Dennoch möchte ich das Handwerk der Fotografie gerne Richtig und Praxisnah erlernen.
Leider habe ich noch keine guten Lösungen gefunden. Die einzige mir bekannte Möglichkeit währe ein Fernstudium. Denn das hat den Vorteil der freien Zeiteinteilung. Allerdings zu lasten des direkten Kontaktes anderer Mitschüler oder Lehrer. Mal abgesehen das ich selber kein Vernünftiges Angebot (für zukünftige Profis) gefunden habe. Ich denke das bei einer solchen Ausbildung nicht nur das Fotografieren sondern auch Bereiche wie Marketing, Projektplanung usw. gehören.

Was muss ein Professioneller Fotograf, mal abgesehen vom fotografieren, wissen und lernen um erfolgreich eine Existenz zu führen?
Wie kann ich dieses Wissen erreichen?

Ich bin für jeden Vorschlag offen.

MfG
Daniel


ohermann

hallo daniel,
ich möchte dir da deine motivation nicht nehmen – aber wie soll das funktionieren?
das erlernen der grundlagen der professionellen fotografie ist in jedem fall ein fulltime-job, egal ob lehre, studium oder assistenz.
ich kenne keine lösungen, wie man dies durch einen online-kurs oder ein fernstudium erreichen könnte. die technischen basics sind sicher auch „nebenbei“, also am abend/wochenende lernbar. aber das eigentlich wichtige – die praxis, das zuschauen und mit- u. nachmachen, das kann nicht nebenbei laufen.

da heißt es assistieren, assistieren und nochmals assistieren – und in jeder freien minute selber fotografieren.

sorry, wenn ich keinen konkreten tipp für dich habe, vielleicht hat ja ein anderer user noch eine gute idee.

dir auf jeden fall viel glück und weiterhin viel freude an der fotografie!

olaf


Omori

Hallo Daniel,

allein die Art Deiner Fragestellung zeigt schon, dass Du ernsthaft und nicht blauäugig an die Sache herangehst. Ich glaube, dass es möglich ist, einen Beruf zu erlernen, obwohl man gleichzeitig in einem anderen Beruf arbeitet. Aber es ist sehr schwer, man braucht viel Energie und einen hohe Einsatz freier Zeit.

Das Assistieren, das Olaf angesprochen hat, ist ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Du wirst es wahrscheinlich erst einmal sehr schwer haben, hauptberufliche Fotografen davon zu überzeugen, dass Du für sie assistieren kannst, obwohl Du zeitlich nicht sehr flexibel bist. Aber lass Dich nicht entmutigen, wenn Du das erforderliche Engagement zeigst, hast Du schon einmal ein wichtiges Argument für Dich.

Die erforderliche betriebswirtschaftlichen Grundlagen kann man sich sehr gut aus Büchern oder dem Internet aneignen. Aber auch hier gilt: Ausdauer und viel Energie ist gefragt. Eben mal so auf den Nachtisch ein Business-Buch legen, reicht nicht aus.

Die bekannten Fernlehrinstitute ils und sgd bieten zwar Fotografie-Kurse an, aber die scheinen sich eher an den Hobby-Fotografen zu wenden, von daher wirst Du Dir sehr viel selber zusammensuchen müssen.

Also: Suche Dir einen guten Fotografen und biete ihm an, für ihn zu assistieren. Und in den Arbeitspausen kannst Du ihn dann ausquetschen und mit Fragen löchern.


Omori

Da fällt mir die Geschichte von Jim Rakete ein, der in einem Interview erzählt hat, wie er Fotograf geworden ist:
Er hat sich den besten Fotografen von Berlin gesucht und ihm angeboten, für ihn zu arbeiten. Er hat sich dann schnell so unentbehrlich gemacht, dass er sehr wertvoll für den Fotografen geworden ist.
Und als dieser dann Jimi Hendrix oder die Who fotografieren sollte, hat er ihm gesagt, dass es auf den Konzerten doch ohnehin viel zu laut sei und gefragt, ob er nicht lieber gehen solle.
Der Chef war sehr froh, und Jim Rakete hatte einen Fuß in der Tür.

Auch wenn das natürlich nur eine sehr verkürzte Sicht der Dinge ist, gibt es eine wichtige Anregung, wie er gehen könnte.


cd-fotografik

Danke für die Antworten.
eines Vorweg. Mir ist klar das es Bereiche gibt die nur durch Praxis und Assistenz erlernt werden können. Das Fotografieren, die Tricks dabei, der Umgang mit dem Kunden, Models usw sind freilich nur durch Praxis lernbar. Da muss auch der Urlaub herhalten. Der kern meiner Frage war eher der Theorie gewidmet. Scheinbar habe ich das nicht deutlich herausgehoben.

Die Angebotenen Fernstudis sind nur auf das Fotografieren ausgelegt. Welches wissen brauche ich noch zusätzlich?

Omori schrieb:
„Die erforderliche betriebswirtschaftlichen Grundlagen kann man sich sehr gut aus Büchern oder dem Internet aneignen.“
____
Welche sind das? Könnt Ihr mir da Empfehlungen für Bücher oder Webseiten geben?
____

„Also: Suche Dir einen guten Fotografen und biete ihm an, für ihn zu assistieren.“
____
Ist hier im Forum ein Fotograf, im Bereich zwischen München und Salzburg, der mir eine Stelle als Assistent anbieten kann?
____

„Und in den Arbeitspausen kannst Du ihn dann ausquetschen und mit Fragen löchern.“
Das mach ich doch gerade 🙂

Freue mich auf weitere Antworten.


Christian Ahrens

Hallo Daniel,

ich glaube, dass man durchaus das „professionelle Fotografieren“ nebenberuflich bis zu einem gewissen Grad erlernen kann. D.h., dass man sich die Grundlagen und auch die fortgeschrittene Anwendung fotografischer Technik und Stilistik selbst beibringen kann und auch zu einer gewissen Meisterschaft entwickeln kann.

Eine der wichtigsten Fragen auf diesem Weg ist: welche Art von Fotograf will ich überhaupt sein oder werden?

Allerdings denke ich auch, dass ab einem gewissen Punkt diese nebenberufliche Entwicklung stagniert und nach mehr verlangt: nach Praxis, nach echten Kunden, nach echtem Einsatz.

Und dann muss man sich entscheiden, ob man Nebenberufsfotograf sein möchte (z.B. im Bereich Stock, Hochzeiten o.ä.), oder ob man Vollprofi werden möchte.

Zum Thema Assistenz: Ich kann mir kaum vorstellen, wie das nebenberuflich funktionieren soll. Fotografen fotografieren meistens während der Geschäftszeiten, nicht unbedingt am Sonntag. Wie soll das gehen?

Als ich mich vom Amateur in den Profi-Bereich hineingetastet habe, hatte ich das Glück, schon selbständig zu sein, d.h. ich konnte unter der Woche flexibel agieren. Das ist sicherlich eine wichtige Voraussetzung.

Da ich selbst ein self-made-Fotograf bin, glaube ich an die Kraft des Sich-selbst-neu-Erfindens (https://fotografr.de/foto-business/vom-fotoamateur-zum-profi). Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich entscheiden muss: für den alten oder für den neuen Beruf.

VG
Christian


fotoart

hallo
es gibt in bochum ein institut für ein wochenendstudium.
http://www.ibkk-kunstzentrum.de/index.html
vielleicht ist das etwas für dich.
hat jemand erfahrung damit?
lge


cd-fotografik

>>Eine der wichtigsten Fragen auf diesem Weg ist: welche Art von Fotograf will ich überhaupt sein oder werden?<< Da habe ich mich noch nicht festgelegt. Diese Frage möchte ich durch die Praktika klären, Ich würde gerne Assistent bei verschiedenen Fotografen sein, um so in den verschiedenen Bereichen etwas Einblick zu bekommen. >>Zum Thema Assistenz: Ich kann mir kaum vorstellen, wie das nebenberuflich funktionieren soll. Fotografen fotografieren meistens während der Geschäftszeiten, nicht unbedingt am Sonntag. Wie soll das gehen?<< Das ist das Schwierige. Da bleibt mir nur mein Urlaub und Überstunden ab zu bauen. Maximal 3 Wochen am Stück währen möglich. >>Da ich selbst ein self-made-Fotograf bin, glaube ich an die Kraft des Sich-selbst-neu-Erfindens (https://fotografr.de/foto-business/vom-fotoamateur-zum-profi). Aber irgendwann kommt der Punkt, an dem man sich entscheiden muss: für den alten oder für den neuen Beruf.<< Deinen Artikel mus ich mir noch durchlesen. Mein Ziel ist es diesen Punkt zu erreichen. Aber das setzt, wie ihr das schon gesagt habt, Erfahrung und eine klare Vorstellung von dem voraus, welchen Kundenkreis ich bedienen möchte.


FotoKiJe

Hmm
ich habe jetzt die Antworten nicht gelesen…

aber es gibt doch Fernstudien, google doch mal. Das sind ca 8 Wochenstunden und geht ca ein Jahr.

Dann hat man wenigstens schon mal gute Grundlagen usw.

Ich würde das auch gern machen habe aber nicht das Geld dazu.

LG


ohermann

hallo fotokije,
fernstudiengänge für professionelle fotografie?
ich kenne keine, vielleicht hast du ja einen konkreten tipp – googeln bringt jedenfalls keine adäquaten ergebnisse – der erste eintrag (http://www.fotografie-studium.de/fernstudium/) weißt schon darauf hin, dass es keine geeigneten möglichkeiten gibt.;-)
es sein denn, man möchte ein fernstudium im bereich hobby-fotografie machen.

hallo daniel,
um noch ein mal auf deine fragen zurück zu kommen – ich sehe als einzige möglichkeit ein praktikum bei einem fotografen während deines urlaubs. die daran sinnvollerweise anschließende assistenz dürfte schwierig werden, wenn du zeitlich nicht unter der woche zur verfügung stehst – da muss ich christian absolut recht geben.
aber vielleicht musst du dann auf die assistenzzeit verzichten und dich sozusagen selber ins kalte wasser werfen. kleine, einfache aufträge….pressefotografie am wochenende, eventfotografie…..dabei dann erfahrung sammeln. versuche doch mal einen kontakt zur örtlichen zeitungsredaktion zu machen.
du wirst so allerdings kaum in bereiche wie werbe- oder modefotografie reinkommen.
aber die fotografischen sujets sind sehr vielfältig, vielleicht findest du eine andere richtung, die dir gefällt und die auch genügend aufträge generiert.

viel erfolg!

sonnigen gruß
olaf


FotoKiJe

Ich hatte mal ein Angebot von der Hamburger Akademie, aber es aus Kostengründen nicht gemacht.

Aber es ist wohl anerkannt und man kann sich damit nachher wohl auch selbständig machen.

Ist zumindest ein Anfang für jemanden der sonst VOllzeitarbeitet.

Und wenn man dann damit einsteigt hat man evtl irgendwann die Zeit zu erweitern.

Ich kenne einen der hat gar keine Ausbildung gemacht und verdient seine Brötchen damit.


ohermann

hallo fotokije,
was bedeutet denn anerkannt?
falls du in hamburg die heinz-bindseil-akademie (aph) meinst – die gibt es nicht mehr.

selbstständig machen als fotograf kann man sich seit der reform der handwerksordnung auch als autodidakt völlig problemlos. auch früher gab es dazu diverse „schlupflöcher“.

nochmal zum thema „fernstudium“: mir hat vor jahren der sohn von freunden mal die unterlagen des ILS zum thema fotografie gezeigt und mich um meine meinung gefragt…..die inhalte waren auf vhs-fotokurs-niveau….völlig untauglich für einen beruflichen alltag.

viele grüße
olaf


FotoKiJe

nein ich meine eine andere Akedemie, von der hatte ich nämlich letze Woche noch Post, die heisst einfach nur Hamburger Akademie.

Es gibt da auch andere verschiedene.

Ja es mag von Niveau her noch nicht so viel sein, aber wenn man was nebenbei erst mal anfangen will ist für die Leute erst mal wichtig was in der Hand zu haben, und so kann man anfangen. und nachher mehr draus machen


ohermann

hi,
und genau da habe ich meine zweifel. für die fotografisch/technischen basics braucht man kein fernstudium für teuer geld….und wenn sich das thema bildgestaltung auf die erläuterung des „goldenen schnitt“ beschränkt, sehe ich auch da keinen „nährwert“. da sind ein paar ordentliche fotobücher und ein vhs-kurs ebenfalls zielführend.

daniel fragt nach ausbildungsmöglichkeiten im hinblick auf professionelle fotografie.
das wären z.b. infos zum thema „gestalten mit licht“, korrekte materialdarstellung in der produktfotografie, richtiges farbmanagement im hinblick auf die anforderungen der druckvorstufe, organisation und abwicklung von fotoproduktionen, kalkulation im hinblick auf kosten und zeitaufwand, umgang mit finanzamt, berufsgenossenschaft, handwerkskammer oder künstlersozialkasse, korrekte verzollung von fotoequipment für auslandsproduktionen, fotorecht, selbstdarstellung und präsentation als fotograf, wie aquiriere ich richtig, angesagte fotografische stile und trends, etc., etc., etc……….

diese inhalte sind nicht teil eines fernstudiums (werden leider teilweise nicht mal in einem klassischen hochschulstudium gelehrt). sollte sich da in den letzten jahren etwas geändert haben, lasse ich mich gerne überzeugen. die ILS- unterlagen, die ich vor ein paar jahren gesehen habe, waren jedenfalls echt grottig, völlig veraltet und hatte nichts mit einem professionellen fotografenalltag zu tun.

beste grüße
olaf


FotoKiJe

Hallo,

also diese ganzen Rechtlichen Sachen, wie Umgang mit dem Finanzamt, Steuer Berufsgenossenschaft etc, die haben ja viele schon als Grundlagen gelernt.
Ich selber habe zum Beispiel auch nen GEwerbeschein und musste mir da auch einiges selber aneignen…

Inwieweit was im Fernstudium ein Thema ist kann ich natürlich nicht genau sagen, da ich es ja nicht mache….

aber erkundigen kann man sich da ja.


Karin

Hi,

ich kenne die IBKK in Bochum/Wattenscheid (Link von Ige). Weitaus besser als ILS oder Hamburger Akademie – von denen ich nichts halte. Auch das Marketing ist nicht schlecht (bis auf die Internetseite und das Prospekt ;-)). Vielleicht kann Dir Michael Dir meine Mail-Adresse geben oder Du gibst mir Deine mit konkreten Fragen. Vielleicht kann ich Dir ja helfen. Wenn Du googelst findest Du auch Foto-Designer die dort studiert haben – vielleicht hilft Dir das ja auch weiter.

Aber Du musst Dir im Vorfeld schon darüber Gedanken machen, wieviel Geld Du investieren möchtest. Die Studiengebühren sind meiner Meinung nach akzeptabel – die sind auch wo anders nicht niedriger. Allerdings bleibt es nicht aus, dass man frühzeitig auch in Equipment investiert…. Fahr ruhig mal nach Bochum (Wattenscheid) und schau es Dir an. Bei der Frage nach den Kosten solltest Du aber eher die Studenten frage ;-)).

Alternativen nebenberuflich gab es wohl mal in Berlin – die haben es aber eingestellt.

Bis dahin
viel Glück

Karin


cd-fotografik

Da bin ich wieder,
Ich denke ein sinnvolles Fernstudium für Professionelle Fotografie scheint noch eine Marktlücke zu sein. Also muss ich mir den Kurs selbst zusammenstellen. Welche Bücher, Webseiten könnt Ihr mir Empfehlen? Beispielsweise Marketing, Selbstständigkeit und was man als Pro Fotograf sonst wissen sollte.

LG
Daniel


DietmarMathies

Also ich finde die Diversen Fernstudien über Fotografie und Beruf allesamt für einen schlechten Scherz.Man lernt nicht in 24 Wochen bzw.innerhalb eines Jahres einen Beruf,somit muss auch jedem klar sein das es sich nur um Hobbykurse handeln kann.
Ich selber kann allerdings die Prager Fotoschule empfehlen,diese dauert ca. 3 Jahre und ist Blockweise vor Ort zu absolvieren.Die Semester Gebühren sind nicht gerade billig ok,aber dafür hast DU auch ein fundiertes Wissen hinterher.Finden kann man es unter Tante Google bzw. unter http://www.prager-fotoschule.at
Diese einzelne Blöcke finden vom Freitag bis Sonntag statt,somit auch für Berufstätige Leute zu besuchen.Hinterher kann man dann auch noch eine Gesellenprüfung absolvieren.Zwischen den einzelnen Blöcken bekommt der Schüler dort,genug Hausaufgaben für die restliche Zeit und diversen Sujets eines Berufsfotografen.
Und wenn Du ein Selbststudium machen möchtest,kann ich Dir z.b. Jost M. Marchesi und sein Photokollegium empfehlen.Ich habe die 6 Bände (alte Analogausgabe) mir damals in der Leihbücherei ausgeborgt,abgegeben und wieder ausgeliehen über ein Jahr lang bis ich den Stoff auswendig wußte.Wie die Lehrhefte für die Digitalfotografie sind kann ich noch nicht beurteilen weil ich diese erst morgen bekomme.Über Amazon alle 6 Bände zusammen für 69 Euro.Assistenzstellen sind meiner Meinung ebenfalls sehr wichtig,dafür muss man dann den Urlaub opfern Familie muss dann allerdings darunter auch leiden.Und in das Equipment wirst DU dann auch mehr als Du ahnst investieren.Kamera Objektive Blitzanlage Hardtware und Software genauso wie in einen eigenen Großformatdrucker.Soviel zu diesem Thema,etwas viel für ein Hobbyfotografen.

liebe grüße
Dietmar


Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

13 Kommentare

  • Sebastian sagt:

    Hallo,
    ich habe jetzt nicht alle Kommentare gelesen.. interessiert mich auch nicht, wenn da Leute schreiben, das es in der Richtung wie du sie einschlagen möchtest, keine Möglichkeiten gäbe..
    Ich selbst bin auch Schichtarbeiter und habe daher nicht die Möglichkeit gehabt, regelmässig eine Uni zu besuchen, wie man sich das vorstellt..
    Dann bin ich auf die Fotoakademie in Köln (www.fotoschule-koeln.de) aufmerksam geworden, die neben Fotokursen die nicht mit dem VHS Standard vergleichbar sind auch ein zweijähriges Studium anbieten.
    Man trifft sich in diesen zwei Jahren immer am Wochenende um Bildbedprechungen, Aufträge etc etc etc. zu besprechen. Die Zeit dazwischen muss allerdings gut genutzt werden, da erwartet wird, am Wochenende neues Material zu sichten.
    Der Vorteil liegt auf der Hand. Du kannst die Zeit um Bilder zu produzieren frei eintrilen und an deine Schichten anpassen Anstrengend ist es natürlich trotzdem.
    Nach zwei Jahren erfolgt die Zulassung zur Examensarbeit (wenn du gut genug bist) und dann das Diplom der Fotoakademie Köln.
    Das ist staatlich nicht anerkannt, aber wen juckt das, wenn man in der Zeit viel gelernt hat und mit ner professionellen Mappe bei zukünftigen Auftraggebern auf der Matte stehen kann 🙂

    Diese Akademien gibt es in vielen Städten. In den letzten Monaten gab’s mal ne ProfiFoto Ausgabe in denen einige vorgestellt wurden.

    Hoffe, dir damit etwas geholfen zu haben..

    Die Möglichkeit ist also vorhanden auch neben nem Vollzeit Schichtjob die hohe Kunst der Fotografie zu erlernen!

  • Florian sagt:

    Hi,

    ich denke, es geht!!

    Ich habe mich vor einem Jahr bei einer Schule für eine dualen Ausbildung in Berlin eingeschrieben. Nach zwei Jahren (ich habe also bald Zwischenprüfung) erhält man einen Gesellenbrief zum staatl. anerkannten Forografen. Ich habe Donnerstag (Nachmittags), Freitag (nachmittags) und Samstag (den ganzen Tag) Unterricht bzw. Studioeinsatz. Es ist für mich ein heftiger Weg (da ich ja eine Famile und [noch] einen Hauptjob habe) mit vielen persönlichen und fotografischen Höhen und Tiefen.
    Aber für mich gehört es irgendwie dazu sich zum einen tatsächlich Fotograf nennen zu dürfen und anderseits einen ordentliches theoretisches/praktisches Fundament zu erhalten.

    Jedoch stimme ich allen Quereinsteigern zu, dass die Praxis mindestens genauso lehrreich ist.
    Aber genau hier beißt sich die Katze in den Schwanz … ohne wirkliche Praxis/Aufträge keine Erfahrung und ohne Erfahrung keine wirkliche Praxis/Aufträge. Der Markt wartet ja nicht zwingend nur auf mich … leider.
    Ich denke aber sukzessiv kann man da reinwachsen. Nebenbei habe ich mich selbständig gemacht, um schon mal langsam die Türen zum Markt zu öffnen. So langsam regt sich da auch hier und da ein zartes Pflänzchen (auch wenn die Kunden nicht Audi und Co heißen 😉 )

    Also nur Mut!

    Das wird schon.

  • NightWriter sagt:

    Hallo Daniel,

    ich beschäftige mich derzeit auch mit dem Thema ( bin in der gleichen Lage) und bin auf dieses Online-Studium mit dazugehörigen Praxiskursen, die 5 mal im Jahr für jeweils 3 Tage stattfinden, gestoßen. Außerdem hat man jederzeit Ansprechpartner und nach bestandener Prüfung erhält man ein Hochschulzertifikat.

    Hier der Link: http://www.set-school.com/de/fh-kurse/250-medienfotograf-ausbildung-fh.html

    Hat vieleicht schon jemand Erfahrung mit dieser Ausbildung?

  • Stefan Schaefers sagt:

    Hallo Zusammen,

    ich finde die Diskusion sehr interessant und verfolge sie mit großer Aufmerksamkeit. Vor allem, da ich mich ebenfalls seit einiger Zeit mit dem Gedanken trage parallel zu meiner Tätigleit ( freier Fotograf (Konzertfotografie und Kunstprojekte) und freiberuflicher Systemadministrator (zum geldverdienen)) ein Foto-Design Studium zu absolvieren. In dem Zusammenhang habe ich mir ein paar der auch heir erwähnten ‚Schulen‘ angesehen und deren ‚Lehrpläne‘ betrachtet. Und, meines Erachtens, ist sehr viel Schrott dabei. Schrott insofern, dass das Niveau sich in der Tat auf VHS-Ebene bewegt und sich definitiv an Amateurfotografen richtet. hervorgestochen ist allerdings die ‚IBKK‘. Da hatte ich mir mal konkrete Unterlagen zukommen lassen und ich find das nicht schlecht. das Foto-Design Studium dort wird in 2 verschiedenen Formen angeboten. Zum einen als Präsenzstudium (5 Tage in der Woche in Bochum) und als Fernstudium mit 1 mal im Monat ein Wochenende Präsenz in Bochum. Also, Alles in Allem macht die IBKK auf mich einen guten Eindruck und ich werde das wahrscheinlich machen.

    Beim durchlesen der Posts bin ich über die Möglichkeit des Studiums an der Prager-Fotoschule gestolpert. Hmm, auch ziemlich interessant. Hat jemand da konkretere Erfahrungen?

    Vielen Dank im voraus für mögliche Antworten.

    Beste Grüße

    Stefan

  • Hallo Daniel,

    Du bist Hauptverdiener und kannst offenbar mit Deinem Beruf Deine Familie ernähren.
    Lass es dabei! Du hast damit dem größten Teil der Leute, die sich Fotograf nennen, sehr viel voraus.

    Kultiviere Dein Hobby, stelle es auf solide handwerkliche Füße (sehr gut: das o.g. Photo-Kollegium von Marchesi), schule Deinen Blick durch Ausstellungsbesuche (richtige, nicht die von der Innung, die in der Kneipe oder auf dem Flur der Anwaltskanzlei), und durch intensives Betrachten der Fotos der großen Meister. Vergiss die Fotocommunity und andere Halbbegabten-Klugscheisser-Treffs.
    Gib Deinem Hobby Klasse, in dem Du von 100 Fotos, die Du toll findest, nur die besten fünf anderen Leuten zeigst.

    Eine formale Ausbildung, egal ob im Handwerk oder an einer Fach(hoch)schule, ist kein Garant dafür, mit Fotografie Geld zu verdienen. Nicht mal dafür, mit Fotografie kein Geld zu verdienen.

    Die Leute, die es als Quereinsteiger halbwegs geschafft haben, haben sich nicht um formale Ausbildungswege gekümmert. Die haben jede freie Minute fotografiert. Und sie waren meistens schon beruflich an bestimmten Themen dran, die sie dann auch fotografisch bearbeitet haben.
    Du trittst gegen Tausende von hoch begabten Leuten an, die jeden Tag 14 Stunden fotografieren, eine Unmenge Geld von den Eltern verbraten, zeitlich ungebunden sind und trotzdem nach dem Abschluss irgendeinen Job machen müssen, um etwas Geld zu verdienen.

    Man sollte nach Abschluss der Ausbildung genug Geld auf der Kante haben, um fünf (5) Jahre dabon leben zu können. Business-Pläne, mit prof. Hilfe erstellt, sind sindvoll. Weniger, um zu wissen, wie man den Laden ans Laufen bekommt, sondern um zu wissen, wann es genug ist. Nämlich bevor das gesamte eigene Geld weg und alle Freunde angepumpt sind.

    Der Fotografie-Markt hat sich den letzten 10 oder 15 Jahren sehr geändert. Hunderttausende Hobbyisten laden ihre Bilder zu den Microstocks hoch und freuen sich, wenn sie im Monat zehn Mal 2,99 € bekommen. Und reden dann von „Verdienst.“
    Tausende von Praktikanten in Werbeabteilungen machen die Packshots, die früher hunderte von Fotografen-Gesellen ernährt haben.
    Hochqualifizierte erfahrene Bildjournalisten werden von Verlagen mit Honoraren abgespeist und mit Verträgen gegängelt, bei denen die Verlagsputzfrau wortlos nach Hause ginge.
    Ich habe vor 30 Jahren mein Hobby zum Beruf gemacht und bereue es nicht. Es gab und gibt immer Höhen und Tiefen. Und Umwege und Neustarts.
    Aber es ist völlig anders als vor 20 Jahren.

    Grüße
    Christian

  • Florian sagt:

    Hi Christian, hallo Michael,

    ich finde ja das Thema „Beruf Fotograf: lohnt sich das überhaupt noch?“ echt spannend … zumal ich ja, wie beschrieben, beginne vorsichtig und dosiert in die Richtung Fotograf zu laufen.

    Wäre das nicht mal ein Extra-Beitrag wert?

    In vielen Beträgen in den unterschiedlichsten Blogs kommt diese Message („Um Gottes Willen, nur nicht Fotograf!“) immer wieder hoch (und das gerade von gestandenen bzw. klassisch „großgewordenen“ Fotografen). Das finde ich schade … und gibt natürlich heftig zu denken.

    Heutzutage (felxible Arbeitszeitmodelle, …) muss es doch möglich sein kombiniert (Hauptjob und Fotograf) bzw. wenns läuft „hauptehrenamtlich“ als Fotograf/Fotodesigner oder whatever zu überleben?
    Auch wenn sich die Technologie verändert hat, sollte doch der Blick, die Qualität, die Erfahrung und die Begeisterung doch das Alleinstellungsmerkmal sein, was diejenigen, die Geld mit dem Job verdienen, von denen unterscheidet, die keins verdienen (Hobby)!

    In einem solchen Beitrag wäre es doch für uns Newcomern spannend zu erfahren:
    – Womit wird überhaupt Geld verdient (Direktaufträge von Privat- und Firmenkunden, Aqusie, Agenturen, Mikroagenturen, …) und was gehört einfach nur irgendwie dazu (z.B. Stockfotografie scheint sich ja nicht wirklich zu lohnen)?
    – Welche Agenturen (ich rede hier nicht von Mikro-Stockagenturen, wie Fotalia) gibt es überhaupt und wie kommt man da rein?
    – Lohnt sich das überhaupt und wie läuft das in der Praxis ab (was ist zu beachten)?
    – Lohnt es sich überhaupt ein Studio einzurichten oder sollte man nicht lieber in eine gute, effiziente und flexible mobile Ausrüstung zu investieren und bei Bedarf ein Studio zu mieten?
    – Warum gibt es nicht mehr Gemeinschaftsstudios (im Sinne: jeder ist Spezialist und sein eigener Herr, kann aber auf die Ressourcen [das gemeinsame Studio] zurückgreifen?
    – …

    Fragen über Fragen …

    Viele Grüße
    Florian

  • frank sagt:

    servus,

    ich persoenlich halte nicht soo viel von einem fernstudium in diesem zusammenhang.
    letztlich kann man sich die theorie ja wirklich anhand von fachliteratur, die in unglaublichen mengen angeboten wird, selbst anlesen. das viel groessere problem ist und bleibt ja die praxis.
    ich werde jetzt einfach mal eine moeglichkeit in den raum werfen, von der ich weiss dass
    sie von vielen nicht ernst genommen wird. man kann sich das aber ganz prima mal an einem infotag anschauen. das ganze steht und faellt letztlich mit den dozenten. der grosse vorteil ist, dass man im zweifelsfall einen sehr guten einblick in die praxis bekommt -aber wie gesagt: es steht und faellt mit dem dozenten…..

    http://www.deutsche-pop.com/bildungsangebot/bild/ausbildungsgang-fotodesignerin.html

    liebe gruesse und viel glueck
    frank

  • Hallo Florian,
    ja, das sind viele Fragen…
    Geld wird in der Werbefotografie und überall da, wo es auf höchste Beherrschung der Technik und der Bildsprache ankommt, plus Ergebnis-Sicherheit, Organisations-Talent und Fähigkeit zur Selbstvermarktung.
    Da, wo es nicht so ganz auf o.g. Faktoren ankommt, wird der Markt von Hobbyisten und Teilzeitlern angefressen. Typische Gebiete: Hochzeiten, Events, Bildagenturen, Musikfotografie. Ich wollte auch mal mein Hobby Musik mit dem Beruf verbinden. Musikerfotografie ist wirtschaftlich völlig uninteressant. Die Bands, an die man rankommt, haben kein Geld. Die mit Geld haben allerlei Agenturen, bei denen man baggern muss. Da ist man dann Layout-Vollstrecker eines hypertrophen Jung-Designers. Bei Konzerten stehen links und rechts 23 Hobbyisten mit gleich guten Kameras. Die verschenken dann ihre Bilder an die Musiker, weil sie die so toll finden.

    Microstock-Fotografie lohnt sich nicht, außer für ein paar Kollegen, die quasi industriell Fotos zu Tausenden produzieren. Und die sehen auch schon ihren Untergang, weil sie von Hobbyisten unterlaufen werden.
    Studio: Manche Gebiete (Werbefotografie etc.) gehen nur mit Studio, andere gehen ohne.
    Sowohl Mieten wie auch Teilen hat Nachteile: Terminkollisionen, Kundenschutz, tägliche Kleinkonflikte.

    Im Bildjournalismus gehen die Ansprüche der Verlage steil nach unten. Hauptsache billig. Endredaktion? Eingespart. Foto passt nicht zum Text. Egal, wir haben das gerade, merkt ja keiner.
    Kollegen werden immer häufiger von Redakteuren gefragt, ob es nicht auch kostenlos ginge. Beim nächsten Mal könne man wieder etwas zahlen…

    Ich wundere mich immer, wie sich Hobbyisten freuen, wenn sie für den Abdruck eines Fotos 4,99 € bekommen. Würde man einen Hobby-Gärtner fragen, ob er einem für 8€ pro Stunde den Rasen mäht, würde der einen mit dem Rasenmäher überfahren.

  • Ralf Jannke sagt:

    Hi

    @Frank: >> ich persoenlich halte nicht soo viel von einem fernstudium in diesem zusammenhang. letztlich kann man sich die theorie ja wirklich anhand von fachliteratur, die in unglaublichen mengen angeboten wird, selbst anlesen. <<

    Ohne je selbst recherchiert zu haben, was entsprechende Fernstudien kosten, wie die Qualität, der Ruf ist, kann ich mir gut vorstellen, dass man da eher dranbleibt. Besonders wenn schon investiert wurde!

    Denn „demnächst“ in gute Foto(technik)-Literatur zu investieren, reicht nicht. Die muss auch intensiv gelesen/gelernt werden. Und, und da spreche ich von mir selbst: schreiben/texten üben, üben, üben. Wer schreibt, der bleibt. Und dann noch die Texte „ein bisschen“ selbst bebildern… Aber davon leben – müssen? Und „nur“ fotografieren fotografieren, fotografieren reicht nur in Ausnahmefällen.

    Ralf

    PS.: Insgesamt ein Super-Beitrag! Danke an fotografr.de

  • Private Foto-Schulen, -Akademien etc.:
    Staatliche Fachhochschulen sind sich nicht das Maß der Dinge, wenn es um Effinzienz, Organisation und Praxis-Orientierung geht. Wieviel schaffen die privaten in drei Semestern, was bei staatlichen FHs acht Semester dauert? Hinterher hat man eine Menge Geld gezahlt und ein „Diplom“, das nicht mal das Finanzamt anerkennt, wenn es um „Freiberufler“ oder „Gewerbe“ geht.
    Den Kunden sind Diplome und Titel völlig egal. Die schauen, in unterschiedlicher Gewichtung, auf die Bilder, die Erfahrung und den Preis.

  • Nick Siebenrok sagt:

    Hallo erstmal,

    Was haltet Ihr generell vom „New York Institute of Photography“ welches einen internationalen Kurs für professionelle Fotografie in Englischer Sprache anbietet mit persönlicher Betreung über eMail/Internet/Telefon?! Oder hat schon jemand selbst Erfahrungen damit gemacht?!

    Bin auch schon seit längerem auf der Suche nach einem geeigneten Fernkurs den ich nebenzu machen kann, bei den meisten Angeboten denke ich allerdings das sich der Anbieter nur mit dem Fotografie Boom eine goldene Nase verdienen möchte, dabei schließe ich die obige Schule erstmal nicht aus, kann allerdings nichts über den Qualitativen Inhalt des Fernkurses sagen.

    Das gleiche bei der Fotoliteratur, habe mir schon div. Bücher zum Selbststudium gekauft und festgestellt das immer wieder nur „alter Wein in neuen Flaschen“ verkauft wird und sich so der Fotograf XY als Schriftsteller versucht um ein zweites Standbein zu schaffen um das nicht so gut laufende Fotogeschäft über Wasser zu halten.

    Daran ist nichts verwerfliches auszusetzen, macht es aber für ptoentielle Kunden schwer sich zurechtzufinden, da wirklich professionelle Kurse bzw. Literatur in dem Überangebot untergehen.

    Da ich aber mein „hart“ verdientes Geld nicht irgendeinem Lehrgangsanbieter hinterherwerfen möchte, um später festzustellen das er mir nur das bereits selbst erlernte Grundwissen wieder aufgewärmt hat, konnte ich mich bisher noch nicht für den Schritt zum Fernstudium hinreissen lassen.

  • Omori sagt:

    Hallo Nick,

    ich denke, das hängt zum einen davon ab, was Du überhaupt anschließend machen willst (angestellter Fotograf, selbständiger Fotograf, in welchem Fachgebiet, ….) und davon, was Du bereits kannst und wo Du Lücken hast.

    Davon abhängig kann es sein, dass Du beispielsweise eher eine Ausbildung in Marketing und Geschäftsführung etc. absolvieren müsstest als in Kreativität und Bildsprache. Aber wie gesagt, das ist abhängig davon, wo Du hin möchtest.

    (Eine teure Ausbildung, in der Du lernst, was Blende und Belichtungszeit bewirken, bringt Dir sicher nichts.)

    Lass Dich doch mal von einem Photoconsultant beraten, der stellt Dir (hoffentlich) die richtigen Fragen.

    Gruß Omori

  • axel sagt:

    @Daniel
    wenn du hinterher deine Zeit mit Pass & Bewerbungsfotos fristen möchtest geht das.
    Wilst du ein ernsthafter & guter Fotograf werden, vergiss es.
    Ich weiss wovon ich rede weil ich selbst ausbilde.
    Rechne in einer Ausbildung mit (Hausaufgaben inkl. ) ca. 50 -60 Wochenstunden wenn du es angesichts der sich immer schneller wandelnden Anforderugen zu etwas bringen willst.
    Gruss axel

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