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Die eigene Fotografen-Homepage: was sie nützt und wie man sie selbst erstellt


Robert Brandl hilft Einsteigern dabei die eigene Internetseite sowie den eigenen Blog oder Online Shop zu erstellen. Dazu testet er auf WebsiteToolTester.com wie man seine Homepage einfach erstellen kann.

Selbständiger Fotograf zu sein, hat auch immer viel damit zu tun Neukunden zu finden. Gerade wer noch keine große Bekanntheit erreicht hat, verbringt am Anfang jede Menge Zeit damit. Die Instrumente dafür sind vielfältig: Telefon, E-Mail, Mund-zu-Mund-Propaganda, Networking – und doch gibt es einen Werbekanal, der selbst dann noch für Sie arbeitet wenn Sie gerade mit anderen Dingen beschäftigt sind oder das Wochenende genießen. Dazu kommt, dass dieser Kanal den üblichen Akquisemaßnahmen auch noch unter die Arme greift.
Eine Homepage kann ein tolles Kundengewinnungs-Tool für einen Fotografen sein. Das gilt aber nur, wenn Ihr Internetauftritt am besten zu jedem dieser Punkte etwas bieten kann:

  • Gute Inhalte zu Ihrem Fachthema (als Futter für Suchmaschinen)
  • Gute Vernetzung und Verlinkung mit anderen Fotografen
  • Sie zeigen Ihr unverkennbares persönliches Profil
  • Professionelles Design
  • Und selbstverständlich Ihre besten Bilder

Der Fotograf und die liebe Technik

Neben den internetbegeisterten Fotografen, die längst ihre eigene Homepage betreiben (und mit viel Freude nächtlich ihren Blog tunen), gibt es natürlich auch den Gegenpol derer, denen es reicht zu wissen, wie man ein Bildbearbeitungsprogramm effektiv nutzt.

Bei vielen Freiberuflern sehr beliebt ist die Open Source Plattform WordPress.org. Nachdem sie installiert und mit einem Template-Design ausgestattet ist, kann man das System recht einfach bedienen. In erster Linie ist WordPress allerdings ein Blog und keine Website. Um es zur Website umzufunktionieren, ist die Installation einer Reihe von Plug-Ins notwendig. Damit die Installation sicher bleibt, sind regelmäßige Updates auf dem Server erforderlich. Wer die nötige Neugier mitbringt, kann diese Kenntnisse sicherlich erwerben und eröffnet sich dadurch ein ganzes Universum von Möglichkeiten. Nur ist das nicht nach jedermanns Geschmack. Es gibt eindeutig einen Bedarf nach Systemen, die noch einfacher zu bedienen sind.

Baukastensysteme: per Drag’n’Drop zur Portfolio-Website

Die Web 2.0 Generation von Homepage-Baukästen erspart einem die Details der Technik. Anstatt die Zeit mit der Konfiguration von FTP-Clients, PHP-Skripten oder Sicherheits-Updates zu verbringen, sucht man sich einfach einen passenden Anbieter und beginnt damit Inhalte zu erstellen und Fotos hochzuladen.
Wer jetzt denkt, dass Webseiten, die aus einem Baukasten kommen ganz bestimmt scheußlich aussehen, den kann ich beruhigen. Was früher fast durchgängig der Fall war, trifft heute nicht mehr zu – dank moderner Layouts, die an vielen Stellen individualisiert werden können, haben Sie es selbst in der Hand, wie professionell Ihre Seite später aussieht. Dank HTML und CSS-Zugriffsmöglichkeit können Experten sogar ein komplett individuelles Designs erstellen (lassen).
Bei Fragen steht der Anbieter in der Regel zum einen mit ausführlicher Hilfsdokumentation, zum anderen mit E-Mail-Support bereit. Gerade Anfängern hilft das sehr.

Welche Homepage-Baukasten Anbieter gibt es?

Eines ist wichtig zu wissen: auch heute tummeln sich da draußen noch viele „Web 1.0“-Baukästen herum, die den Anschluss an die moderne Welt längst verpasst haben. Sehr gute Resultate –insbesondere für Fotografen – liefern hingegen Jimdo wie auch das amerikanische Tool mit dem etwas ungewöhnlichen Namen Wix.com.
Von Ihrer Art her sind die beiden Tools recht unterschiedlich: während Jimdo klassische (HTML)-Websites erzeugt, setzt Wix auf die effektreiche Flash-Technologie, die eine große Bandbreite von Animationen zulässt. Ein Nachteil von Flash liegt in längeren Ladezeiten und weniger ausgefeilten Möglichkeiten die Seite für Suchmaschinen zu optimieren.
Jimdo hingegen kommt mit weniger Blinken aus und hat aufgrund besserer Optimierungsmöglichkeiten bei Suchmaschinen die Nase vorn. Auch ein Blog und ein Online Shop gehören dort zum Standardumfang.
Was man am Ende bevorzugt, ist eine persönliche Entscheidung: geht es eher um ausgefeilte Präsentation, so kann Wix seine Vorteile ausspielen. Wer Neukunden ohne viel Schnickschnack für seine Arbeit begeistern möchte, ist jedoch bei Jimdo aufgrund der Suchmaschinenfreundlichkeit besser aufgehoben. Ausführliche Testberichte und noch einige weitere interessante Homepage-Baukasten Anbieter finden Sie hier.
Neben Bezahltarifen haben diese Tools auch werbefinanzierte Freemium-Tarife im Sortiment, die komplett kostenlos nutzbar sind. Für eine Website, die auch Kunden gewinnen soll, ist ein kostenloser Tarif allerdings nicht zu empfehlen. Die günstigsten Bezahltarife starten bei ca. 5€ pro Monat.

Das klingt fast zu gut – wo ist der Haken?

Bei der Wahl eines Homepage-Baukastens muss man sich natürlich darüber im Klaren sein, dass man erst einmal gebunden ist. Dann ist man darauf angewiesen, dass Funktionen laufend weiterentwickelt werden, die Seite stets erreichbar ist und der Anbieter im Geschäft bleibt. Auf Dauer kann natürlich keiner der Anbieter ausschließlich von seinem kostenfreien Tarif leben.
Man kann von einem Baukasten leider auch nicht die Flexibilität oder den gleichen Umfang an Add-Ons wie bei einem Open Source-System erwarten. Allerdings gibt es eine Vielzahl an externen Widgets, wie z.B. Umfragen, Formulare oder Musikplayer, die man sehr einfach in seine Seite verbauen kann.

Fazit

Heutzutage sollte es sich kein selbständiger Fotograf mehr leisten auf einen gepflegten Internetauftritt zu verzichten – es wäre schade dieses Potential zu verschenken. Der technischen Hürde entledigen Sie sich einfach durch ein gutes Baukastensystem. Je eher Sie Ihr Portfolio im Netz ausstellen, desto schneller werden Sie von Suchmaschinen und somit auch von potentiellen Neukunden gefunden. Und selbst wenn Sie Neukunden auch weiterhin lieber über alt bewährte Wege zu sich bringen möchten, werden diese sich über die Internetadresse freuen, die bald auf Ihrer Visitenkarte zu finden sein wird.

Welche Erfahrungen haben Sie mit oder ohne eigene Homepage gemacht? Hinterlassen Sie einfach einen Kommentar!

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

24 Kommentare

  • Kurzer Nachtrag noch, ein paar Beispiel-Websites von internationalen Fotografen gibt es hier: http://www.websitetooltester.com/news/homepage-baukasten-fotografen-beispiel-websites/

  • Gabi sagt:

    Homepage und Blog sind unverzichtbare Werkzeuge um potentiellen Neukunden zu gewinnen.
    Hilfreich ist auch ein Spezialgebiet mit dem man in den Suchmaschinen eher die Möglichkeit hat auf den ersten Seiten angezeigt zu werden – als nur als Fotograf.

  • Olaf sagt:

    Unerwähnt (ist ja auch hauptsächlich für den US-Markt) ist http://www.squarespace.com . Ich nutze diesen Dienst für meine „Blog-Hülle“ auf http://www.sportblen.de . Alles liegt in der Cloud, folglich bisher kein Ausfall und keine Wartungszeiten. Anpassbar und wer mehr will, kann auch anfangen zu programmieren…
    Und die zwangsweise Bindung an den Anbieter wird durch Im- und Exportfunktionen minimiert. ICH bin bisher sehr zufrieden!!

  • @Gabi: absolut, in Nischen hat man auf jeden Fall größere Chancen bei Google weit nach vorne zu kommen!

    @Olaf: danke für deinen Beitrag. Ich habe heute noch auf einem anderen Blog zum Thema Squarespace diskutiert: http://www.timpeter.com/blog/2011/02/02/sizing-up-squarespace-thinks-small-business-web-hosting-review/ (Mein Fazit: Toller Dienst, mit $12 pro Monat nur leider etwas teuer).

  • Omori sagt:

    Ich habe vor einigen Jahren mal Jimdo ausprobiert, war damals aber nicht so begeistert. Wahrscheinlich hat sich das System mittlerweile grundlegend geändert.

    Ich bin dann aber, wie so viele, nach einigen anderen Systemen bei WordPress (auf meinem eigenen Server) hängen geblieben. Das macht genau das, was ich brauche und ist nicht nur als Blogsystem sondern auch für eine normale statische Website gut zu gebrauchen.

    Aber die Beispielseiten von Robert sehen schon richtig gut aus ….

  • Frank sagt:

    Ich habe mir auf deinen Blogpost hin einmal Jimdo angeschaut und was soll ich sagen, das fluppt perfekt und meine neue HP habe ich auch gleich mit dem Baukastensystem erstellt.
    Da ich weder HTML noch CSS beherrsche war ich von dem Jimdo System gleich ziemlich begeistert, ich denke die Site kann sich sehen lassen.

    Gruß Frank

  • Hallo Frank,

    schöne Seite, ist toll geworden!

    Auf die Startseite würde ich evtl. noch etwas Text stellen, darüber freuen sich die Suchmaschinen.

    Viele Grüße,

    Robert

  • Frank sagt:

    @ Robert, danke fürs Kompliment, das freut mich als „Websitenamateur“ natürlich besonders. 😀
    Den Tip mit dem Text werde ich auch noch umsetzen ……… wenn mir denn ein gescheiter eingefallen ist. 😉

    Gruß
    Frank

  • @Frank du könntest ja einen kurzen Text reinsetzen, der die Website kurz vorstellt. Bei mir hab ich das z.B. so gelöst: http://www.rotschwarzdesign.de/about. Gut, ist bei mir nicht direkt die Startseite. Aber vielleicht ne Idee vom Text her.
    Die Jimdo-Website sieht übrigens gut aus, auf alle Fälle sieht man ihr den „Baukasten“ nicht an.

  • Hy

    Also ich habe mir ein Flash CMS Template mit einer unendlichen Galerie für meine Fotos bei Xpellshop.com bestellt. Ich habe keine Ahnung von Programmen und bin recht zufrieden. Installation hat der Hersteller übernommen und Texte einpflegen und Fotos einstellen / Galerien anlegen kann ich über ein Tool.

    Für die, die es interessiert: http://www.xpellshop.com/flex-cms-templates.php?pa_id=14

    Gruß

    Matthias

  • […] der Selbstvermarktung von Fotografen ist die eigene Website. Hier wird beschrieben, wie man eine Fotografenwebsite erstellen kann und welche Arbeiten in ein Onlineportfolio […]

  • Roberto Schlegel sagt:

    Hallo,

    der Artikel ist zwar schon etwas älter, aber ich stehe momentan auch vor der Herausforderung mit meiner Seite umzuziehen.
    Und zwar von dem mittlerweile etwas altbackenen Homepage-Baukasten http://www.homepage.eu. Beim Umzug werde ich mich wohl gleich an eine Neustrukturierung meiner Seite heran wagen müssen um mal alles wieder hübsch und auf aktuellem Stand zu haben.
    Als Favorit für mache ich jimdo aus, es gibt aber bestimmt auch noch andere Homepage-Baukästen für Fotografen?
    Welche Erfahrungen habt Ihr in Bezug auf Zuverlässigkeit und gutem Support?

    Vielen Dank
    R.Schlegel

  • Der Sonntag mit “Der Photodings” KW18 - Norman Herms Photography sagt:

    […] Selbstvermarktung spielt in der Fotografie eine große Rolle, dazu gehört auch die eigene Website. Wie man sie erstellt und was sie nützt kann, kann man bei FOTOGRAFR nachlesen. […]

  • Der Sonntag mit “Der Photodings” KW18 | Norman Herms photography sagt:

    […] Selbstvermarktung spielt in der Fotografie eine große Rolle, dazu gehört auch die eigene Website. Wie man sie erstellt und was sie nützt kann, kann man bei FOTOGRAFR nachlesen. […]

  • Stefan sagt:

    Hallo,
    erstmal Kompliment an diese tolle Seite. Hab auf den ersten Blick schon viele nützliche Tipps gefunden.
    Ich habe meine Homepage http://www.soulprint-foto.de derzeit bei zenfolio und habe im Moment, was SEO anbelangt, kein so gutes Gefühl mehr damit. Hat hier noch jeamdn Erfahrungen mit zenfolio und kann dies bestätigen oder auch nicht?

    Bin derzeit am überlegen zu WordPress zu wechseln und wäre da auch offen für Tipps.

    Ansonsten kann ich von Jimdo auch nur gutes berichten. Der Grund weshalb ich damals von jimdo zu zenfolio gegangen bin war, das ich mehr Platz für meine Bilder wollte. Also einfach eine Ganzeseite Präsentationsfläche und das gaben die damaligen Designs bei jimdo nicht her. Hat sich in letzter Zeit aber glaub auch geändert.

    Schöne Grüße
    Stefan

  • Daniel sagt:

    Hallo,

    es gibt kein besseres System als WordPress. Für Fotografen gibt es sogar richtig gute Themes. Wenn man sich die Zeit nimmt in ein Baukastensytem einzuarbeiten, dann kann man die Zeit auch nutzen um sich was richtiges anzueignen. Worpdress ist einfach das Beste System. In meinem Blog http://www.homepageerstelleninfo.de schreibe ich darüber, wie man sich kostenlos eine Homepage erstellen kann und auch spezielle Tipps für Fotografen.

  • Gilesi sagt:

    Komplette Homepage mit integriertem Foto Onlineshop in verschiedenen wunderschönen Ausführungen oder in Ihrem individuellen Design. Alles gemacht mit Joomla.

  • Sonja sagt:

    Danke für den Beitrag!

  • Olaf sagt:

    Da mich immer noch eine Reihe von Homepagebesuchern über meinem Kommentar aus dem Jahr 2011 zu dem vorstehenden Artikel per Link erreichen, ist es sicherlich angemessen, meinen damaligen Beitrag zu aktualisieren:
    Ich bin mit meiner Seite http://www.sportblen.de zwischenzeitlich auch zu Jimdo umgezogen und schätze nunmehr den deutschsprachigen Support und die einfachen Möglichkeiten zur Integration von Shopfunktionen für mein Schulungsangebots zur Sportfotografie.

  • Ralph Klein sagt:

    Ich habe mein Foto HP über den Anbieter HOMEPAGE-BAUKASTEN gemacht. Ein guter Baukasten finde ich. Zu sehen sind dort die TOP Fotografen mit Ihren Werken. Wen es interessiert, der kann ja mal reinschauen. http://www.RKFoto.de.tl

  • Stefan sagt:

    Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Immer wieder ein sehr spannend sich mit dem Thema zu beschäftigen.

  • …ich bin gerade (wieder) auf den Beitrag gestossen. Gleichzeitig hatte ich einen Creativbiz-Podcast angehört, in dem Du (Michael) Werbung für Jimdo gemacht hast.
    Da dein Kommentar von 2011 eher negative Erfahrungen aussprechen, hier auch einmal die Frage, ob sich hier die Meinung/Erfahrung geändert hat!?!?!

    Ich habe es mir mal angeschaut, und finde spontan das Angebot mit einer „kleinen“ Shop-Funktion für meine Ideen gar nicht mal so schlecht…

    Grüße,
    Andreas

    • Hallo Andreas,

      tja, das Netz vergisst nichts 😉

      Bevor ich die Jimdo-Werbung eingesprochen habe, habe ich eine eigene Website mit Jimdo aufgebaut, um mir ein Bild von der aktuellen Leistungsfähigkeit des Systems zu machen. Und ich war tatsächlich positiv überrascht, dass die Website modern und ansprechend gelungen ist. Und das mit relativ wenig Aufwand.

      Außerdem habe ich ehrlich gesagt in früheren Jahren unterschätzt, dass manche Anwender bereits mit WordPress-Aufgaben wie regelmäßiger Aktualisierung der Software, Auswahl und Einspielen von Plugins und dem Aktivieren der Sicherheits-Features überfordert sind.

      Daher empfehle ich mittlerweile für einfache Websites ein Baukasten-System.

      Den Shop von Jimdo kenne ich leider nicht und habe ihn auch nicht ausprobiert, daher kann ich dazu nichts sagen.

      Beste Grüße
      Michael

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