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Rezension Digitale Fotografie – Der Meisterkurs

Diese Rezension stammt von Thomas Gruber, TOM-Design-Berlin (Twitter).

Das vorliegende Buch stammt aus der Reihe „Der Meisterkurs“ des Markt und Technik Verlags. Es richtet sich an Anfänger und Fortgeschrittene.
Der Autor, Michael Hennemann, veröffentlichte ebenfalls „Photoshop Elements 8“ und „Landschaftsfotografie“ in der gleichen Reihe, es ist also kein Erstlingswerk.

Das Werk hat in sich abgeschlossene Kapitel. Es muss also nicht von vorne nach hinten durchgelesen werden (was bei einem Buch von 384 Seiten auch relativ zeitaufwändig wäre). Der Leser kann direkt in das Kapitel springen, das ihn gerade interessiert. (Diese Vorgehensweise klappt auch wirklich gut. Ich habe mit Kapitel 10 angefangen.)

Folgende Kapitel werden behandelt:

  • Fotografieren statt Knipsen: der Weg zu guten Bildern
  • Eindrucksvolle Landschafts- und Naturaufnahmen
  • Reisefotografie: unterwegs mit der Kamera
  • Fotografieren bei wenig Licht und in der Dunkelheit
  • So meistern Sie hohe Kontraste
  • Künstliche Sonne: der richtige Umgang mit dem Blitz
  • Das Fotostudio zu Hause
  • Makrofotografie: kleine Dinge groß im Bild
  • Familie und Freunde als Fotomotiv
  • Noch mehr Fototipps für weitere Aufnahmesituationen
  • Farbmanagement: Schritt für Schritt zur perfekten Farbwiedergabe
  • Höchste Qualität mit RAW
  • Digitale Schwarz-Weiß-Fotografie
  • Bilder präsentieren

Um die einzelnen Kapitel besser nachvollziehen zu können, werden die Beispielbilder auf der mut.de Website als Download zur Verfügung gestellt.

Im ersten Kapitel „Fotografieren statt knipsen“ geht der Autor eher allgemein an das Thema Fotografie heran. Hier gibt er generelle Tipps und Regeln (z.B. „Passen Sie den richtigen Augenblick ab“) für ein gutes Foto. Auch der Aufbau einer digitalen Spiegelreflexkamera und einige grundlegende Theorieelemente der Fotografie (z.B. „Belichtung, Blende und Belichtungszeit“) werden hier eingestreut.

Die darauf folgenden Kapitel dagegen beschäftigen sich jeweils gezielt mit einem bestimmten Thema.

„Familie und Freunde“ ist mit über 30 Seiten das umfangreichste Kapitel. Der Autor beschreibt hier sehr anschaulich anhand von Vergleichsfotos, wie sich unterschiedliche Beleuchtungen auf das Bild auswirken.

Hinweise und Anleitungen für Photoshop Elements, Lightroom und teilweise auch für “das große“ Photoshop sind eine weitere gute inhaltliche Bereicherung.

Als letztes Kapitel rundet ein kleines Glossar das Buch ab. Hier kann der Einsteiger schnell über einige Fachbegriffe aus der Fotografie informieren.

Schade

  • Für die Beschreibung der Kameraelemente wird eine Nikon D300 verwendet. Diese gehört eher schon in den semiprofessionellen Bereich und besitzt daher kein Wahlrad für Belichtungsprogramme. Da so gut wie alle Einsteigerkameras ein solches Wahlrad besitzen, hätte ich zur Veranschaulichung eher eine einfachere Kamera verwendet. Der Autor selbst geht in Kapitel zwei genau auf dieses Wahlrad ein, warum also nicht gleich von Anfang an?
  • Die einzelnen Themen der Rubrik Profitipps sind für mich oft nicht den Kapiteln zuzuordnen. Meist sind sie meiner Meinung nach von den Themen her auch nicht gerade so aufregend, um als Profitipps bezeichnet zu werden (z.B. „Kamerataschen“).
  • Negativ aufgefallen sind mir leider zwei Punkte der sonst sehr guten Liste „Ausrüstungscheck vor der Abreise“ im Kapitel Reisefotografie:
    „Rechtzeitig vor der Reise sollten Sie:
    – alle Objektive … mit einem Blasebalg reinigen ….
    – den Spiegel mit einem Blasebalg säubern.“
    Bei den Objektiven sollte unbedingt darauf hingewiesen werden, dass sie nur von außen mit dem Blasebalg gereinigt werden sollen. Den Hinweis in die geöffnete Kamera mit einem Blasebalg zu pusten, um den Spiegel zu säubern, mag in der analogen Zeit richtig gewesen sein. Bei einer digitalen Spiegelreflexkamera rate ich dringend davon ab. Sollte vorher noch kein Staub auf dem Sensor gewesen sein, so ist danach sicher welcher drauf. Also, erst schauen, ob überhaupt Staub auf dem Sensor oder im Objektiv ist. Das merken Sie spätestens dann, wenn Sie Punkte auf dem Bild haben. Dann können Sie immer noch den Spiegel und den Sensor der Kamera mit dem Blasebalg bearbeiten.

Schön

  • Gut gelungen und sehr übersichtlich finde ich die Rubrik „Auf einen Blick“. Hier werden die wichtigsten Aussagen eines Kapitels als Liste aufgezählt. Sehr gut zum nachschlagen.
  • Die Aufteilung in ein eher allgemein gehaltenes Grundlagenkapitel und darauf folgende Abhandlung spezieller Themen finde ich sehr angenehm, ebenfalls wie die in sich abgeschlossenen voneinander unabhängigen Kapitel.
  • Sehr hilfreich finde ich auch Tipps aus der Praxis, z.B. Sondereinstellungen danach wieder zurückzustellen („… vergessen Sie nicht, die Empfindlichkeit auf den niedrigsten ISO Wert zurückzustellen“).
  • Obwohl der Schwierigkeitsgrad der Kapitel von vorne nach hinten tendenziell zunimmt, ist es gut möglich, in ein beliebiges Kapitel einzusteigen.

Fazit:

Das Buch macht insgesamt auf mich einen guten Eindruck. Es deckt alles in allem einen sehr breiten, für Anfänger bis Fortgeschrittene interessanten, Themenbereich ab. Durch den einfach verständlichen und lockeren Schreibstil des Autors ist es sowohl informativ als auch unterhaltsam. Bis auf die oben erwähnte Spiegelreinigung mit dem Blasebalg, fallen die kleineren aufgezählten Negativpunkte nicht so sehr ins Gewicht. Ich halte das Werk daher für ein gutes Einstiegsbuch in die digitale Fotografie, mit dem auch Fortgeschrittene noch etwas lernen können.

Michael Hennemann
Digitale Fotografie – Der Meisterkurs (für alle, die mehr können wollen)

ISBN: 978-3-8272-4594-6
384 Seiten – 4-farbig, Bilderdruck, erschienen 16.6.2010, € 29,95 [D]

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

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