Kameras

Die Suche nach einer Immer-Dabei-Kamera für anspruchsvolle Fotografen

Von 28. September 2010 22 Kommentare


Viele Fotografen sind auf der Suche nach einer Digitalkamera, die einerseits einen großen Sensor und kreative Gestaltungsmöglichkeiten bietet, auf der anderen Seite aber deutlich kleiner als eine Spiegelreflexkamera ist. Manchmal kommt einem die Suche wie die Quadratur des Kreises vor: Entweder ist die Kamera zu groß oder sie ist klein genug, bietet zu wenig Möglichkeiten.

Passend zu dieser Überlegung bekam ich vor einigen Tagen eine eMail von Günther Heinemann, der mich fragte:

„Welche Kamera ist nach heutigem Stand zu empfehlen, wenn man das enorme Gewicht einer guten DSLR-Ausrüstung vermeiden und dennoch hervorragende Bilder machen möchte?

Ich weiß, daß das eine sehr pauschale Frage ist. Ich war vor kurzem mit meiner Frau in Urlaub in Südtirol und hatte in meiner Fototasche meine damalige Nikon-D300s und 3 Objektive dabei. Das Gewicht kam mir bei der Wanderung so heillos schwer vor, daß da in mir der Entschluß gewachsen ist, mir diese Schlepperei fortan nicht mehr anzutun. Und so habe ich meine gesamte Ausrüstung dann spontan privat verkauft.

Meine Suche nach einer deutlich leichteren Kamera führte mich u. a. nach Solms ins Leica-Kamerawerk. Dort habe ich mir die Leica-X1 angeschaut und mit ihr einige Test-Aufnahmen gemacht (auf meiner mitgebrachten SD-Karte). Nachdem ich während meines Aufenthaltes bei Leica gesehen (oder eher gespürt habe), welche „Aura“ über den dortigen Hallen schwebt, ist mir auch klar, wieso die Leica-Geräte so extrem teuer sind. Denn die Gehälter der vielen „Schlips-Träger“, die dort des öfteren relativ gelangweilt und etwas neugierig durch die Hallen schlichen und ihre Kaffetasse spazierengetragen haben, müssen ja irgendwie bezahlt werden.

Nach der Leica-X1 ließ ich mir von SIGMA eine SIGMA-DP2 kostenlos zum Test schicken und machte mich mit deren speziellem X3F-Sensor vertraut. Dann informierte ich mich in einem Foto-Fachgeschäft über die neue Sony-NEX5 und über die Panasonic-Lumix-GF1, und habe mit beiden im Media-Markt in Wiesbaden Vergleichsaufnahmen gemacht. Entgegen den vollmundigen Beschreibungen in einigen Tests, waren die Aufnahmen der Panasonic-Lumix-GF1 – obwohl diese Kamera „nur“ einen Micro-Four-Thirds-Sensor hat – erheblich schärfer und klarer, als die Aufnahmen mit der Sony-NEX5 mit APS-C-Sensor. In den Sony-NEX-5-Tests wird nämlich meistens die angeblich so hohe Bildqualität gelobt, was ich zumindest deutlich anders erlebt habe.

Das hat mich nun völlig verwirrt, denn ich hatte doch bisher „gelernt“, daß ein größerer Sensor zwangsläufig bessere Bilder mit besserer Dynamik und höherer Detailfülle liefert, als der relativ kleine Micro-4-Thirds-Sensor. Mich stört aber auch bei den Micro-4-Thirds-Kameras das Objektiv-Angebot. Es gibt kaum lichtstarke Objektive (außer wieder die Leica-M-Objektive, die man adaptieren könnte… dann aber wieder nur mit manueller Fokussierung… also zurück in die Steinzeit der Fotografie). Und einen von vornherein schlechten Kompromiß in der Bildqualität möchte ich schon gar nicht eingehen.

Nun steh ich da… ich armer Tor und bin ratlos… welche Kamera ich mir zulegen soll. Soll es etwa doch wieder ein DSLR-Schwergewicht werden? Für eine Leica-M9 habe ich leider nicht das nötige Kleingeld… um eine M9 zu kaufen, müßte ich mein Auto verkaufen oder mich anderweitig verschulden. Das scheidet aus.

Können Sie mir eventuell eine Empfehlung geben? Welche Kamera zu erschwinglichem Preis (ca. 2.500,- Euro) ist nicht all zu schwer und macht dennoch hervorragende Bilder und verfügt evtl. auch über einigermaßen lichtstarke Wechselobjektive? Das wäre sehr nett und für einen Tipp wäre ich Ihnen persönlich dankbar.“

Ich habe Günther Heinemann um Erlaubnis gefragt, seine Frage hier öffentlich zu machen, weil ich glaube, dass das eine wichtige Frage ist, die sehr viele Fotografen bewegt.

Ich selber habe allerdings auch keine allgemeingültige Antwort. Jeder wird die Frage für sich anders beantworten müssen, ganz abhängig davon, welche Einschränkungen er bereit ist, in Kauf zu nehmen.

Bei mir persönlich sieht es so aus, dass mir eine Leica M9 zu schwer (und auch zu teuer) ist und eine Olympus PEN zu viele Einschränkungen mit sich bringt. Die neue Fuji Finepix x100, auf die mich Christian Ahrens aufmerksam gemacht hat, werde ich interessiert beobachten.

Bis es also etwas wirklich brauchbares (und bezahlbares) auf dem Markt gibt, behelfe ich mir mit einer kleinen Kompaktknipse (Canon IXUS) sowie einer alten Canon 10D mit kleinem Objektiv und ohne Batteriegriff. Nicht optimal, aber preisgünstig und brauchbar, wenn ich meine schwere Profi-Ausrüstung nicht mitschleppen möchte.

Da ich also auch keine richtig gute Antwort auf die Frage von Günther Heinemann habe, meine Frage in die Runde: Wie seht Ihr das, kommt Euch das Problem bekannt vor und wie habt Ihr das gelöst (oder möchtet es in Zukunft lösen)?

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

22 Kommentare

  • Jenni sagt:

    Mit der Frage plage ich mich auch rum…Wobei ich nicht mal wechselbare Objektive umbedingt haben müsste, momentan gehen meine Überlegungen auch z.B. zur Fuji Finepix x100 oder etwas vergleichbarem. Denn ich will definitiv etwas, bei dem ich auch mal manuelle Einstellungen eingeben kann – momentan nutze ich eine Panasonic TZ5 (die mit 12x zoom) und liebe sie wirklich aber nicht die Blende oder die Belichtungszeit verändern zu können killt einfach teilweise das kreative Potenzial.

    Meine Mutter hat die Olympus PEN EP-1, eine wirklich tolle Kamera (so eingeschränkt finde ich die Möglichkeiten nicht mal) – aber wie in der E-Mail gesagt, finde ich die Objektivauswahl momentan zu klein, außerdem will ich ja genau nicht ein großes, schweres Objektiv mittragen…
    Durch die ganzen Sachen bin ich momentan dann meistens bei meinem iPhone 4, bei weitem nicht ideal aber immerhin muss ich nichts zusätzlich mittragen.

  • Ralf Jannke/Bonn sagt:

    Wenn der Admin mich lässt – Reklame(?) für eine andere Seite – habe ich die Frage der “richtigen” Immer-dabei-Kamera für mich so gelöst:

    http://www.photoscala.de/Artikel/Ein-Urlaub-mit-der-Nikon-D5000/
    http://www.photoscala.de/Artikel/Die-richtige-Immer-dabei-Kamera/

    Wobei ich die D5000 gleich nach dem diesjährigen Familienurlaub verkauft habe. Obwohl sie wieder perfekt funktionierte und ich dem Schwenkmonitor nachtrauere! Die (noch leichtere) Nikon D3100 ist im Anmarsch, und das 55-200 wurde gegen das 55-300 DX VR ausgetauscht. Der neue 14 MP Sensor scheint bei hohen ISOs trotz der Mehrpixel noch besser zu sein. Dazu kommen für mich als “später” Vater endlich Full HD Video MIT Autofokus. Wobei das Thema Video jeder für sich entscheiden muss…

    Die Canon S90 bleibt wie sie ist, ich brauche den Nachfolger nicht. Obwohl Mac Fan und Anwender, aber ohne iPhone und iPad, kann ich mich für die Bedienung der Sony Nexen nicht begeistern… Sonst wäre das meine leichte Alternative. Ich habe gerade Fotos aus einer mFT-Oly gesehen. Nein Danke!

    Ralf Jannke

  • Ralf H. sagt:

    Ich bin recht zufrieden mit meiner Panasonic GF1. Die Objektivauswahl finde ich auch ausreichend…ich habe das 20mm/1.7 und gut 😉

  • Ich glaube, die Antwort auf die Frage ist noch nicht am Markt, findet aber schon im Artikel Erwähnung: Die X100 von Fuji. Wobei sie natürlich noch beweisen muss, dass sie so gut ist wie alle hoffen und glauben. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt. Und bis es so weit ist kommt meine R1 ins Reisegepäck, sofern ich die DSLR nicht mit schleppen will.

  • Markus sagt:

    Man darf beim Thema Fotografie nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
    Eine SLR ist eine SLR.
    Pro: Liegt gut und satt in der Hand. Ist flexibel dank Wechselobjektiven. Das Angebot an Objektiven ist vor allem bei Canon und Nikon sehr groß und bei Sony und Sigma groß. Das System ist ausbaufähig. Ich kann mit billigen Objektiven beginnen und immer bessere, teurere und schwerere kaufen.
    Nachteil: Schwer, klobig, teuer, und kaum einmal leise (obwohl Sony ja wohl jetzt einen Flüsterspiegel auf die Photokina vorgestellt hat, wie ich las).
    Kompaktkameras: Kleine Sensoren, mehr rauschen, weniger Schärfentiefe (was bei Makros aber wieder ein Pluspunkt sein kann), weniger kreativer Spielraum – mit den kleinen Sensoren kann man die Schärfentiefe kaum nennenswert beeinflussen und somit ist es eigentlich meist für die Katz eine Kompakte mit Vorwahl von Blende und Zeit und manuellen Einstellungen zu kaufen.
    Man wird halt nicht umhin kommen
    a) sich mehrere Kameras zu kaufen, wenn man verschiedene Einsatzbereiche hat, und
    b) Kompromisse eingehen.

    Bei mir sieht das so aus:

    Nikon D700 mit allerlei Glas, Blitzen, Stativen und sonstigem Zeugs. Die geht mit auf Shootings wo es nur um eines geht: Fotografieren.

    Nikon D80 mit 35mm 1.8. Meine Immerdabeikamera. Das 35 1.8 ist ein super Objektiv für wenig Kohle, ist kompakt, leicht und flexibel – schließlich kann man meist näher an ein Objekt ran, um mit 35mm auch kleine Dinge formatfüllend abzulichten, während man mit 50mm (an der D80 75mm) schon oft mit dem Rücken zu einer Wand steht und nicht mehr alles rauf bekommt. Die D80 mit 35mm ist zwar deutlich, aber nicht wirklich belastend schwerer und unhandlicher als Bridge-Kameras in guter Qualität. Dafür bietet diese Kombination alle Einstellungen, die man sich als ambitionierter Fotograf wünscht.

    Natürlich ist die D80 zu groß für tatsächliches Immerdabei haben. Aber da springen aktuelle Smartphones ein. Bei mir ist das das iPhone, das unter guten Lichtbedingungen Aufnahmen macht, die auf den ersten Blick kaum von einer SLR zu unterscheiden sind – jedenfalls Landschaft etc. wo viel Schärfentiefer erlaubt wird. Klar: Sobald das Licht nicht mehr ganz perfekt ist, geht es dann rapide Bergab. Soll jetzt keine Werbung fürs iPhone sein: Was ich gelesen habe, sind die modernsten Mitbewerber mit Android auch nicht schlechter.

    Was mir am Ende noch fehlt ist eine leistbare Flüsterkamera, die kompakt ist (bei der Straßenfotografiererei wirkt alles was nach SLR aussieht erschreckend für die Leute), gute Qualität liefert, lichtstark ist, einen Sucher hat (und mich nicht zwingt ein Display zu nutzen), bei der Schärfentiefe im Bereich einer SLR liegt und auch deren kreative Eingreifmöglichkeiten liefert. Leider sehe ich die derzeit noch nicht am Markt. Die X100 scheint dem nahe zu kommen. Ich hatte sie aber noch nicht in der Hand und werde abwarten.

    Bis dahin mein Tip: Leichte SLR mit guter Festbrennweite.

  • Mein Ideal wäre eine Vollformatsensorkamera mit Klappmonitor und leicht, was es nicht geben wird. Die Profikameras sind wie Anker, die einen in die Tiefe ziehen. Die müssten mir den Assi mitliefern, damit ich die unterwegs benutze. Mit der Lumix LX3 habe ich gute Erfahrungen gemacht und Motive bis A2 vergrößert. Aber die Auslöseverzögerung ist extrem hinderlich! Die GH2 geht auf jeden Fall in die richtige Richtung. Auf der photokina habe ich mit dem National Geographic Fotografen Bruce Dale gesprochen, der mit einem Vorserienmodell tolle Aufnahmen gemacht hat. Allerdings: Auch hier dient die Verwendung eines Stativs zur erheblichen Verbesserung der Qualität. Wer sich für die Ergebnisse interessiert, sucht bei Vimeo nach Bruce Dale. http://www.vimeo.com/user3001097 Ich finde insbesondere die Videoqualität verblüffend.

  • tobi sagt:

    Ich war mir meiner G10 von Canon sehr zufrieden. Die hab och verkauft und leg mir eine S95 zu.

  • Jakob sagt:

    Ich war auch lange auf der Suche nach einer guten, handlichen Kamera. Ich wollte ursprüngich die Sony NEX kaufen, jedoch die zu beschränkte (nicht gerade hochwertige) Objektivauswahl und die damalige Lieferverzögerung haben mich davon abgehalten. Gut, wie ich heute finde.

    Ich habe mich dafür entschieden, die Canon Powershot S95 zu nehmen. Eine wirklich tolle Kamera, ich bin überrascht wie gut die Bilder daraus sind.
    Wenns ein bisschen größer sein darf, kommen die 30D + kompaktes Objektiv mit.

    Für mich die Ideallösung – die NEX wäre mir eigentlich als „Immer-Dabei-Kamera“ sowieso zu groß gewesen …

  • Michael Kleinespel sagt:

    Sorry, einfach nur einen Link zu posten ist wohl doch etwas unhöflich, war aber schon spät gestern…

    Kurz zusammengefaßt habe ich schon vor über einem Jahr in meinem Blog von meiner Nikon D90 mit einem Tamron-Zoom geschrieben. Diese Kombi ist noch heute meine „immer-dabei-Kamera“.

  • Stefan sagt:

    Ich habe auf der Photokina ausgiebig die Oylmpus Pen und die Panasonic GF1 getestet da ich eine „kleine“ neben meiner D90 haben wollte. Die GF1 hat mir wesentlich besser gefallen als die Olympus, Als Objektive kann ich das 20/1,7 Pancake und das 14-140 empfehlen, dieses jedoch leider nicht sehr lichtstark. Das Angebot an Objektiven ist größer geworden, jedoch zu sehr hohen preisen da Firmen wie Tamron oder Sigma diese noch nicht bauen.
    Ich würde mir, wenn überhaupt, die GF1 mit den beiden genannten Objektiven kaufen (und natürlich dem elekt. Sucher – ein Muss!). Dann ist die 2000 Euro Grenze aber schon überschritten.

  • Marlies sagt:

    Letztes Jahr empfahl ich einem Bekannten eine Ixus von Canon – und war erstaunt über die Qualität der Aufnahmen, da der Bekannte nicht mal in der höheren Preisklasse kaufte.

    Vielleicht hilft auch das bei der Suche nach leichterem Gepäck.

  • Arnd sagt:

    Ich stehe vor dem selben Problem und überlege, ob ich mir die Panasonic GF1 oder die neue Samsung NX100 zulege. Hier ein erster Eindruck zur Samsung http://www.dpreview.com/previews/samsungnx100/

  • marcel sagt:

    Witziger Weise war es genau die Frage ,die ich mir jetzt zur Photokina auch gestellt habe.

    Die Nikon P7000 hatte da mein Interesse sehr geweckt und ich war mir ziemlich sicher, dass es die demnächst werden soll. Letztendlich eine Kamera, an der man viel vorgeben/steuern kann, die jedoch leichter und kompakter ist, als eine DSLR. Im Prinzip ein geniales Stück Technik, mit dem man immer und überall ohne großen Aufwand in der Qualität solide Aufnahmen machen kann!
    Die G12 (ist das die Neueste von Canon?) ist natürlich das Pendant.

    Das wäre bei der o. g. Fragestellung meiner Meinung nach immernoch die Beste Lösung. Beide für ca. 400-500 EUR aktuell zu haben, diverse Einstellmöglichkeiten, solide Gehäuse, gute Qualität.
    Würde ich somit auch weiterhin empfehlen.

    Allerdings hatte ich irgendwie ein komisches Bauchgefühl. Sei es nun drum, dass beide kein Westentaschenformat haben (was absolut in Ordnung ginge!) oder wohl eher, dass man damit schon wieder versucht ist, makellos/perfekte Fotos zu machen, also doch wieder kein Spaß- und Knipsgerät, sondern ein Arbeitsgerät?

    Bei mir ist es auf der Photokina nun eine Diana Mini geworden. Leicht, günstig, kompakt – jedoch bei Weitem kein Westentaschenformat dafür aber umso mehr Spaß 🙂

  • Paleica sagt:

    ich bewege mich wohl allgemein in weitaus kleineren dimensionen, als der herr, der diese frage gestellt hat. ich finde mittlerweile meine kleine kompakte (lumix dmc-fx30) auch für unterwegs nicht wirklich ausreichend, im urlaub habe ich immer die nikon d90 mitgetragen, allerdings ohne sonstigen schnickschnack (wechselobjektive und co blieben zuhause).
    das problem der quadratur des kreises ist mir also leider auch gut bekannt.

  • Daniel sagt:

    Tatsächlich eine sehr gute Frage, und es tröstet mich, dass sich auch noch andere diese stellen.

    Ich liebe meine Canon-Vollformat-SLR und meine drei Linsen, aber tatsächlich ist es ein ziemlicher Akt, die immer mit sich herumzuschleppen. Im Urlaub ist die Kamera ungeachtet ihres Gewichts wirklich immer dabei – außerhalb dessen nur sehr selten.

    Aus diesem Grund war ich zunächst sehr froh, als Leica die X1 vorgestellt hat. Da sie auch nach Monaten noch nicht lieferbar war, habe ich sie dann irgendwann gebraucht gekauft. Nun ja, ich war zwar einerseits angetan von ihren kleinen Abmessungen, dem so gut wie lautlosen Auslöser und der schönen Bildqualität (insbesondere Bokeh) – aber der Autofokus verdient seinen Namen nicht, die manuelle Fokussier-Methode mit diesem komischen Rad ist umständlich und langsam, und es ist nicht möglich, die Kamera angeschaltet (also „schussbereit“) zu lassen, ohne dass das Display dauernd Strom aus dem Akku zieht. Insgesamt also keine Kamera für schnelle, spontane Bilder – schade, genau dafür wollte ich sie haben.

    Also X1 wieder verkauft. Was nun? Eine Leica M? Kann man nicht mal eben aus der Portokasse bezahlen, und ob ich mit Messsucher und vor allem manueller Fokussierung glücklich werde, muss ich erst noch rausfinden. Also erstmal wieder zurück zu meiner dicken Canon-DSLR. Ich werde das Thema Leica M weiter in meinem Herzen bewegen, aber so richtig überzeugt bin ich nach wie vor nicht.

    Mut machen mir die Photokina-Neuvorstellungen wie beispielsweise die erwähnte Fuji X100 – vielleicht wäre das eine Alternative, falls nicht dieselben Enttäuschungen wie mit der Leica X1 zu erwarten sind.

    In jedem Fall stimme ich Markus zu: Man darf nicht Äpfel mit Birnen vergleichen. Wer auf keinen der Vorzüge seiner SLR verzichten will, aber trotzdem eine kleine, leichte, leise und unauffällige Immer-Dabei-Kamera haben will, der findet momentan schlichtweg nichts auf dem Markt, und das wird vielleicht auch immer so bleiben.

  • cgPhotograpy sagt:

    Es kommt natürlich immer darauf an, wie anspruchsvoll es denn sein muss. Ich bin mit der Canon G11 sehr zufrieden.
    http://www.cgawlik.de/im-sucher-canon/

  • Ich habe ausgiebig eine Samsung NX10 getestet.
    Die Bildqualitaet war identisch zu meiner damaligen Nikon D300 – dazu noch leicht und kompakt.
    Trotzdem hab ich sie verkauft, weil ich inzwischen die Groesse und das Gewicht einer SLR „brauche“ um mich beim photographieren wohl zu fuehlen. Ist zwar komisch-ist aber so.
    Fuer unterwegs nehm ich jetzt meine D700 ohne Batteriegriff und mit dem kleinen und leichten 50er Objektiv.
    Nikon wird naechstes Jahr eh spiegellose Kameras anbieten-mal sehen was sich dann ergibt.

  • tobi sagt:

    Mal eine einfache Überlegung meinerseits: Kann es das überhaupt geben, was ich will – denn ich will auch das, was alle wollen: Eine Jackentaschen-Kamera, die qualitativ einer Vollformatkamera mit Festbrennweite entspricht (um es übertrieben auszudrücken)?
    Ich habe mir vor kurzem eine neue Mittelformatkamera (analog) gekauft. Wie ich wieder in die analoge Fotographie eingestiegen bin, habe ich mit der FD-Serie von Canon angefangen, der A-1. Eine hervorragende Kamera und kleiner als eine EOS 1000D.
    Von der bin ich dann auch auf die Mittelformat-Schiene, eine TLR als günstigen Ausleger. Zwar nicht klein, aber einfach. Sowohl technisch, als auch optisch. Und weil ich ein wenig mehr wollte habe ich mir eine Rolleiflex 6008 aus den 90ern gekauft. Nun, das Ding ist riesig (da kann sich jede 1D oder D3 dahinter verstecken) und wiegt deutlich mehr als 2kg. Macht aber Fotos, die so toll sind, dass es für mich eine Freude ist die Rückenschmerzen vom Tragen der Kamera auszuhalten.
    Wo will ich aber drauf raus? Weiß ich eigentlich auch nicht mehr.. ah ja: Irgendwie müsste es mir ja klar sein, dass ich zu einem annehmbaren Preis niemals ein optisches (und inzwischen auch digitales) System kaufen kann, das einer hochwertigen SLR entspricht und ich trotzdem gemütlich in meiner Umhängtasche transportieren kann. Ich frage mich dann oft in der Beziehung: Wieviel bin ich bereit an Qualitätsminderung einzugehen um im Gegenzug Gewichtsersparnis zu haben.

  • Marco sagt:

    Hallo,

    ich wünsche mir von Canon eine Systemkamera ohne Spiegel, klein und leicht. Es sollte den gleichen Objektivanschluss haben wie die SLR Modelle. Sensor sollte mindestens APS-C sein, am besten aber Vollformat. Dann kann jeder selber entscheiden welche Objektive er mitnimmt. Und das Canon Objektivangebot ist sehr groß. Ich gebe zu, dass dadurch kein Gewicht bei den Objektiven eingespart werden kann. Aber es wäre ein Anfang.

    Viele Grüße Marco

  • martin sagt:

    … nach einem Urlaub mit Nikon Vollformat habe ich das Thema „Immerdabei“ jetzt mit einer PEN P2 und dem 20/1.7 Pancake erledigt. Für „jeden Tag“ ist’s klasse aber ob es als Reisekamera an die D300 + 18-200 (leider beides verkauft) rankommt wird sich noch zeigen. Evtl. zusammen mit einem WW und dem Standardzoom? Bisher bin ich der Meinung, dass sich die beiden Systeme sehr gut ergänzen:
    FX + lichtstarke Objektive = alle Möglichkeiten, 1a Qualität
    PEN + Pancake = leicht, unauffällig, immer dabei

    Gruß
    Martin

  • Jan sagt:

    Pentax MX/LX mit 1,2/50 oder 2/35. Leider nicht digital aber Vollformat und winzig.

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