Studiotechnik

Pocket Wizard FlexTT5 Hyper Sync

Nach dem ersten Teil des Gastbeitrags von Michael Gelfert zum Thema Pocket Wizard FlexTT5 folgt heute der zweite Teil.

Rückwärts-Kompatibilität

Laut Handbuch sind die FlexTT5-Transceiver voll kompatibel mit bisherigen PocketWizard-Geräten. Das allerdings nur, wenn man in den Einstellungen die „alten“ Kanäle und somit die TTL-Funktionen deaktiviert. Will man also TTL-Funktionen und PW-Kompatibilität abwechselnd nutzen, muß man die 2 separaten Einstellungssets und deren Wahlschalter auch nutzen. Getestet habe ich diese Kompatibiltät (mangels anderem PocketWizard) nicht, aber ich halte sie für sehr wichtig und angesichts der Verbreitung der „alten“ Geräte auch für unabdingbar.

Spezielle Funktionen

So richtig interessant machen die FlexTT5 natürlich die speziellen Funktionen, mit denen LPA Design wirbt. Da wäre zum einen die Synchronisation auf den 2. Verschlussvorhang mit Studioblitzen, die sich auf Wunsch automatisch aktiviert, wenn eine bestimmte Verschlusszeit überschritten wird. In der Standardeinstellung arbeitet sie bei 1/100s und langsamer. Diese Funktion ist mit Canon-Kameras sonst nur sehr umständlich an Studioblitzen zu realisieren (wie es funktioniert, steht in meinem Buch „Fashion-Fotografie“).

Noch viel interessanter (und bekannter) ist die „HyperSync“ getaufte Funktion. Sie soll es je nach Kamera- und Blitz-Kombination erlauben, mit dem Studioblitz Verschlusszeiten von bis zu 1/8000s über Funk zu nutzen. Natürlich ohne den typischen schwarzen „Verschluss-Balken“, aber bei den sehr kurzen Verschlusszeiten mit deutlichen Leistungseinbußen.

HyperSync – How to?

Pocket Wizard Software

Um das Feature auf seine Praxistauglichkeit zu testen, mußte ich erst einmal herausfinden, mit welchen Optionen es am besten (und überhaupt) funktioniert. Um es nutzen zu können, muß man die TTL-HighSpeed-Sync-Funktion deaktivieren (sehr verwirrend umgesetzt mit einem Haken vor „High Speed Sync (FP Flash Sync) Disable Mode“). Auch hier sind also wieder die 2 Einstellungssets dringend nötig, wenn man die TTL-Funktionen auch mal nutzen will, ohne alles wieder per Software umstellen zu müssen.

Ansonsten war die einzige Einstellung, die Einfluss auf die HyperSync-Funktionalität hatte, die Option „Sync Timing“. Der Standard liegt hier bei -170, nach rechts geht der Slider bis 0, nach links bis -2500. Dieses Timing bestimmt wohl, wie viel früher vor dem Verschluss der Blitz ausgelöst wird. Zwei Gedanken stecken dahinter.

Der erste: mit etwas früherem Auslösen des Blitzes gleicht man die Latenz des Funksignals und seiner Verarbeitung aus und erreicht so Blitzsynchronzeiten wie mit einem Kabel.

Der zweite: Viele Blitze brennen, vor allem bei hoher Leistungseinstellung, relativ langsam ab. Wählt man nun eine Verschlusszeit, die kürzer ist als die Abbrennzeit, sollte das gesamte Foto problemlos mit Blitz beleuchtet werden können, wenn auch nicht die volle Leistung des Blitzes genutzt werden kann. Kritisch ist da eben nur das Timing der Blitzauslösung (normalerweise wird der Blitz erst gezündet, wenn der 1. Verschlussvorhang bereits seinen gesamten Weg hinter sich gelegt hat). Der Erfolg hängt natürlich immer von Blitz und Kamera ab und deshalb wird das wohl von den Kameraherstellern nicht von Haus aus unterstützt.

Im nächsten Teil des Artikels testet Michael Gelfert den PocketWizard FlexTT5 im Fotostudio.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

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