KamerasObjektive

Ein Halbformat Super-Weitwinkel-Zoom auf der Vollformat DSLR

Gastartikel von Ralf Jannke

Ein Halbformat Super-Weitwinkel-Zoom auf der Vollformat DSLR. „Na und,” wird sich mancher fragen, ist doch absolut nichts neues. Stimmt – aber. Es geht hier eben nicht um die Weiterverwendung von DX-Objektiven auf einer Nikon D3/700 unter deutlichem Verlust an Auflösung von 12 auf 5 MP, sondern um Bildkreis-/formatreserven, die bestimmte Objektiven fürs kleine 15×23 mm APS-C Sensor mitbringen.

Um Profis zumindest für den Anfang die Weiterverwendung des hochwertigen AF-S DX 2,8/17-55 G IF-ED Nikkors auf der D3/700 zu ermöglichen, bieten die Kameras bekanntermaßen eine (abschaltbare!) Automatik, die beim Ansetzen eines DX-Objektivs auf die FX-Kamera automatisch einen Rahmen (D700) oder eine Maske (D3) einblendet. Das ist bei einem lichtstarken 17-55 auch notwendig, da trotz der Baugröße (Linsendurchmesser!) Objektivfassungsteile deutlich sichtbar ins Bildfeld ragen, vignettieren. Was durch die oben beschriebene Bildfeldbeschneidung eben nicht mehr bildwirksam wird, aber reichlich Auflösung kostet.

Ganz anders reagieren dagegen einige APS-C/DX Superweitwinkelzoomobjektive und der einzige Spezialist auf diesem Gebiet, das 10-17 mm Tokina Fisheyezoom. Besonders angetan hat es mir dabei das 3,5-4,5/10-24 mm Tamron.

Es geht hier absolut nicht darum ein Nikon AF-S 2,8/14-24 ED oder das Nikon AF-S DX 3,5-5,6/16-85 VR für die FX-Nikon in Frage zu stellen. Wer jeden Tag mit derartigen Brennweiten fotografieren muss und auf hohe Langlebigkeit angewiesen ist, braucht hier nicht weiterzulesen. Auch wenn Aufträge fließen, das Geld für diese Originalzooms da ist, mal wieder was steuerlich abgeschrieben werden soll, keine Diskussion.

Wenn das aber alles nicht der Fall ist, „darf” man sich gerne mal das vergleichsweise „spottbillige” Tamron SP AF10-24mm F/3.5-4.5 Di II LD Aspherical [IF], so die komplette Bezeichnung, ansehen. Obwohl in der photozone.de Bewertung – was immer man davon hält – hinter dem Original Nikon AF-S 3,5-4,5/10-24 G ED DX angesiedelt, fiel bei mir die Wahl auf das Tamron. Während sich das ordentliche 4/12-24 mm Tokina auf der (meiner) Nikon D700 sicher mit 19/20 mm verwenden ließ, bietet das 10-24 mm Tamron erheblich mehr Bildwinkelreserven. Unter Aufgabe einiger Randpixel sind beim Tamron sogar noch 13 mm möglich, 15 mm gehen sicher!

Als kleine Demonstration hier ein Screenshot aus dem Mac OS X Freewareprogramm Phoenix Slides vom Basketball sowie zwei Original-Fotos, die nach dem Öffnen mit Photoshop lediglich in der JPEG-Stufe 10 gespeichert wurden. Die Außenaufnahmen sind nicht nachbearbeitet, der große Dino wurde per Schatten-/Licht-Korrektur aufgehellt. Die Exifs sind dran, die Brennweite ergibt sich auch aus der Dateibezeichnung.

An der Schärfe der 389 Euro Optik gibt es meiner Meinung nach wenig auszusetzen, die Gegenlichtempfindlichkeit ist gering. Sehr gut für meine Art zu fotografieren, wenn die Sonne oder eben die Deckenstrahler der Basketballhalle mit im Bild sind. Was bei „echten” Architekturfotos nachbearbeitet werden muss, das ist natürlich die Verzeichnung. Die ich aber auch noch für vertret- und bei Bedarf mit EBV für beherrschbar halte.

Ralf Jannke

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

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