Stockfotografie

Die 5 Goldenen Regeln der Stockfotografie

Von Robert Kneschke

Es gibt gestalterische Regeln, die ein gutes Foto ausmachen. In der Welt der Werbefotos gelten ähnliche, aber doch klarere Richtlinien, die ein gutes – sprich: gut verkäufliches – Stockfoto ausmachen.

1. Platz lassen

Werbung will verkaufen und braucht neben einem Foto als Blickfang oft etwas Platz, um Überschrift und Text unterzubringen. Ruhige, schlichte Hintergründe mit einem klaren Motiv am Rand eignen sich dafür besser als Suchbilder. Oder den Hintergrund ganz weglassen: Sogenannte „Freisteller“ mit weißem Hintergrund eignen sich gut dafür, von den Kunden mit der eigenen Wunscharbe versehen zu werden.

2. Vertikal vs. horizontal

Die meisten Zeitschriften, Bücher, broschüren, Plakate und auch Spiegel sind hochkant, unter anderem deshalb, weil Menschen nun mal „hochkant“ sind. Von einem Motiv sollte deshalb, wenn möglich, eine horizontale und vertikale Variante fotografiert werden. Oder wie eine Kunstlehrerin von mir früher sagte: „Von einem guten horizontalen Foto kannst Du meist noch einen guten vertikalen Ausschnitt bestimmen, aber von einem guten vertikalen meist keinen horizontalen Ausschnitt“.

3. Weniger ist mehr

Als Erweiterung der ersten Regel gilt, dass dem Auge möglichst nur das Hauptmotiv als Reiz geboten werden soll. Werbung hat oft nur wenig Zeit, bis der Kunde im Magazin weiterblättert oder im Internet das Pop-Up-Fenster wegklickt. Die Bildaussage muss darum schnell erfasst werden können. Einfarbige Kleidung ist geeigneter als welche mit Mustern, Schmuck wie Ohrringe oder Halsketten möglichst schlicht oder manchmal gar nicht. Nutze Kontraste.

4. Trends beachten

Auch in der Stockfotografie gibt es Trends. Einige optische Stile verkaufen sich eine Zeitlang besser, dann vielleicht schlechter als „zeitlose“ Fotos. Momentan sind (vor allem bei Food-Fotos) schräge Perspektiven gefragt, vor ca. zehn Jahren waren knallige, übertriebene Farben und Posen modern oder die verzerrte Vogelperspektive bei Ganzkörperaufnahmen. Heute sind z.B. eher warme und Pastellfarben gefragt.
Auch die Motive unterliegen dem Wandel. „Wellness“, „Spa“ oder „Zen“ sind beispielsweise Trend-Schlagwörter, die es umzusetzen gilt. Profis recherchieren Farbtrends oder gesellschaftliche Hypes. Die Firma des berühmten Stockfotografen Ron Chapple (www.iofoto.com) schaut vor einem Shooting mit Mutter und Kind zum Thema „Muttertag“ z.B., welche Art von Blumenstrauß zu dem Anlass am häufigsten gekauft wird.

5. Rechtlich sicher

Wer Fotos verkaufen will, muss professionell arbeiten. Dazu gehört, dass mit den Models schriftliche Verträge geschlossen werden („Model Releases“). Bei wiedererkennbarem Privatbesitz (Häuser, Haustiere, …) oder rechtlich geschützten Marken wird eine Erlaubnis („Property Release“) benötigt. Es hilft, vor einem Fotoshooting Markennamen von Requisiten oder an Kleidung zu entfernen, statt sie später retuschieren zu müssen. In Zweifelsfällen rechtliche Informationen einholen. Es kann sonst teuer werden.

Weiterführende Literatur

Stockfotografie: Geld verdienen mit eigenen Fotos (Amazon)


Der Autor Robert Kneschke arbeitet als Stockfotograf.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

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