Foto-Business

Telefonservice für Fotografen


Viele selbständige Fotografen sind Einzelkämpfer. Das heisst sie haben keine Angestellen und auch niemand, der ihre Büroarbeit erledigt. Daher nehmen sie auch alle Telefonanrufe selber entgegen.

Wenn man bei seiner Arbeit am Schreibtisch sitzt, ist das auch gar kein Problem. Wenn man sich aber mitten in einem Shooting oder unterwegs befindet, ist die Entgegennahme von Kundenanrufen schon schwieriger.

Auch wenn einige Kunden per eMail Kontakt aufnehmen, läuft doch ein großer Teil über Telefonate. Und das ist ja auch verständlich, denn ein Telefonat ist viel persönlicher und man kann offene Fragen einfacher klären.

Welche Möglichkeiten hat ein Fotograf jetzt, auch außerhalb seines Schreibtisches erreichbar zu sein?

Mobilfunk Nummer

Ja, klar, eine Mobilfunk-Nummer ist ohnehin selbstverständlich. Viele Kunden scheuen sich aber, an einer Mobilfunknummer anzurufen. Entweder, weil sie die unkalkulierbaren Kosten fürchten oder weil sie denken, sie könnten ungelegen anrufen. Außerdem hat auch der Fotograf nicht immer die Möglichkeit, ein Telefonat auf seinem Handy entgegen zu nehmen.

Festnetznummer auf Mobilfunk weiterleiten

Die eigene Festnetznummer lässt sich auf eine Mobilfunknummer weiterleiten. Das kostet aber in der Regel pro Anruf nicht unerhebliche Gebühren.

Anrufbeantworter

Ist selbstverständlich auch Standard, aber auch hier scheuen sich viele Kunden, ihre Wünsche oder Fragen dem Gerät mitzuteilen oder auch nur um Rückruf zu bitten.

Anruferliste abtelefonieren

Mobilfunkgeräte und auch Festnetzgeräte speichern die Nummer der Anrufer, die vergeblich angerufen haben. Diese kann man zurückrufen, sobald man wieder im Büro ist. Diese (teilweise ungewünschte) Kontaktaufnahme führt aber bei einigen Kunden zu Verwirrung und kann auch in die Hose gehen (wenn zum Beispiel an der Arbeitsstelle des Anrufers zurückgerufen wird und die Kollegin oder der Chef den Anruf entgegen nimmt).

Professioneller Telefonservice

Es gibt professionelle Dienstleister, die für relativ kleines Geld einen Telefonservice anbieten. Bei den meisten Anbietern kostet beispielsweise die persönliche Beantwortung eines Anrufs je nach Tarif zwischen 50 Cent und einem Euro. Das läuft dann so ab, dass sich eine freundliche Person meldet und mitteilt, Herr / Frau X ist gerade in einer Besprechung o.ä. und ruft gerne zurück. Auch einfache Auskünfte können erteilt werden.

Die Möglichkeit eines solchen Telefonservices klingt sehr interessant. Mit relativ wenig Geld kann man einen professionellen Eindruck hinterlassen und es gehen weniger Kundenkontakte verloren, als bei der Nutzung anderer Möglichkeiten.

Ich sehe aber auch Nachteile:

  • Informierte Anrufer durchschauen die Fassade recht schnell. Und dann kann diese Möglichkeit schnell nach „Dicke Hose“ wirken und damit negativ aufgefasst werden.
  • Als selbständiger Fotograf bekommt man viele Werbeanrufe (Versicherungen, Werbemittelversand, etc.) Diese laufen dann auch alle bei dem Telefonservice auf und müssen bezahlt werden.

Trotz all der technischen und organisatorischen Möglichkeiten: Die besten Chancen, einen Auftrag zu bekommen, bestehen immer noch, wenn man selber telefonisch gut erreichbar ist.

Habt ihr schon einmal Erfahrungen mit der Nutzung eines Telefonservices gemacht? Sind Euch schon einmal Aufträge entgangen, weil ihr telefonisch schlecht oder gar nicht erreichbar wart?

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

6 Kommentare

  • Friedrich Ganter sagt:

    Ich rufe immer zurück sobald ich kann. Mir sind dadurch schon Aufträge entgangen, weil die Person sich einfach den nächsten Fotografen gesucht hat.

  • Marco sagt:

    Selber keine Erfahrung damit gemacht, doch ein Freund welcher Selbstständig ist nutzt so einen Dienst für sein Geschäft (kein Fotograf). Er ist auch unregelmässig erreichbar und in der Zeit in der er keine Telefonate entgegen nehmen kann, werden die Anrufe an ein Callcenter weitergeleitet.
    Damit keine Kunden einfach den nächsten Anrufen, wird der Kundenwunsch entgegen genommen und nach einer zuvor definierten Wichtigkeitsliste weitergeleitet. Sprich, ruft ein Kunde an der sofort Produkt xy benötigt, dann wird eine SMS mit diesem Hinweis verschickt, ist es nicht so dringend geht das ganze per Mail weg.

    Kollege ist, soweit ich weiss, sehr zufrieden mit dem Dienst denn soweit er weiss ist ihm so noch kein Kunde abhanden gekommen.

  • Sören sagt:

    Eine Idee wäre auch eine 0800er – Nummer oder Lokale Servicerufnummer, diese Nummer kann man sich dann auf sein Handy oder jede beliebige Nummer weiterleiten. Die monatlichen Kosten halten sich eigentlich im Rahmen.
    Der Unterschied 0800 und Lokale Servicerufnummer ist, dass die Lokale Servicenummer wie eine Festnetznummer aussieht aber direkt im Verbindungsnetz (ohne z.B. auf den Heimanschluss zu gehen) auf jede beliebige Nummer weitergeleitet werden kann.

  • Ich habe bei der Telekom eine T-Mobile-Flat für ca. 14 Euro mtl. hinzugebucht. Meine Festnetznummer wird schon in der Vermittlungsstelle auf mein Handy umgeleitet. Der Kunde zahlt das normale „Festnetztelefonat“ und die Weiterleitung ist durch die Flat abgedeckt. Funzt prima und keiner merkt’s – nicht mal ich.
    Klar, dass dann wer mitten im Shooting bei mir aufschlägt, kann ich nicht verhindern. Da lasse ich dann die Mailbox dran gehen.
    Finde ich persönlicher und günstiger, als ein Callcenter… denn wer mich kennt, hat das wirklich schnell durchschaut.

  • Guido sagt:

    Ich nutze seit über 3 Jahren einen externen Sekretariatsservice, der insbesondere im Urlaub die Anrufe puffert. Etwa 90 Prozent der Anrufer „durchschauen“ das nicht. 10-20 Prozent von diesen 90 Prozent sind irritiert, weil der „Mitarbeiter“ am Telefon detaillierten Anfragen nicht sofort beantworten kann. Auch von den 10 Prozent, die riechen, dass da ein Call-Center tätig ist, wird das nicht unbedingt negativ gesehen. Das ist allemal besser und professioneller, als auf das Mobiltelefon umzuleiten und dann ggf. gerade mit Strassenlärm oder Kindergeschrei im Hintergrund, eventuell miserabler Verbindung o.ä. schreiend ein Geschäftstelefonat zu führen.

  • colmans sagt:

    Eine Kombination aus „Mobilfunk Nummer + Festnetznummer auf Mobilfunk weiterleiten + Anrufbeantworter“ ist die Möglichkeit einen Festnetz-Anruf direkt auf die Mobilbox/Voicemail des Mobiltelefons leiten zu lassen.

    Sobald ich einen Anruf auf meinem Festnetz-Anschluss erhalte, wird dieser auf meine Voicemail meines Mobiltelefons geleitet. Ich erhalte unmittelbar danach eine Benachrichtigung, dass jemand angerufen hat, beim iPhone eine SMS mit der Anrufer-Nummer. Dann kann ich entscheiden, ob ich sofort zurückrufe oder erst später.
    Das hat den Vorteil, dass die Anrufer sich beim weitergeleiteten Anruf kurz fassen und nur ein Minimum der o.g. Kosten entstehen…

    Bei T-Mobil bildet sich die Weiterleitungsnummer z.B. so: 0171 13 1234567
    Die anderen Provider bieten diese Möglichkeit auch an, am besten nachfragen oder googlen

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