Fotografen-Marketing

Profilabfrage Fotograf: Neue Möglichkeit der Akquise oder Zeitverschwendung?

auftragAls Fotograf ist man immer auf der Suche nach neuen Aufträgen bzw. Kontakten zu möglichen Auftraggebern. Daher reagiert man im Normalfall positiv, wenn eine neue Anfrage eintrifft.

In letzter Zeit scheinen aber sogenannte „Profilabfragen“ für Fotografen gehäuft aufzutreten. Auch ich habe heute wieder so eine Anfrage bekommen.

In einem eMail werde ich persönlich mit Namen angesprochen und gebeten, eine angehängte Excel-Datei auszufüllen. Darin werden Eckdaten wie Arbeitsspektrum, Spezialisierungen, eigenes Studio ja / nein, Tagessatz u.s.w. abgefragt.

Die dahinter stehende Firma bezeichnet sich als Marketing-Firma für Unternehmenskommunikation und wirbt auf der Website mit einer langen Liste an mittelständischen Referenz-Firmen. Sitz der Firma ist viele Hundert Kilometer von meinem Heimatort entfernt.

Ich für meinen Teil finde das eine sehr gewöhnungsbedürftige Vorgehensweise: Ein konkreter Auftrag steht offensichtlich überhaupt nicht zur Diskussion, die Daten sollen gewissermaßen vorbeugend eingesammelt werden. Und das ganze noch mit einer Vorgehensweise (Excel-Formular), die man nicht einmal Web 1.0 nennen kann, sondern eher Web 0.1.

Vielleicht klingt es überheblich, aber für mich selber habe ich entschieden, dass ich bei solchen Aktionen nicht mitmachen werde. Ich finde den dahinter stehenden Aufwand Zeitverschwendung, weil ich überhaupt nicht absehen kann, was mit meinen Daten geschieht. Außerdem kann es durchaus sein, dass ich in 6 Monaten einen anderen Tagessatz als heute ansetzen möchte, und da möchte ich nicht, dass veraltete Daten in irgendwelchen nicht transparenten Datenbanken existieren.

Wie seht Ihr das? Macht Ihr bei so etwas mit? Habt Ihr nach einer solchen „Profilabfrage“ schon einmal einen Auftrag erhalten?

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

10 Kommentare

  • R. Kneschke sagt:

    Ich vermute, solche Firmen verdienen ihr Geld eher damit, dass sie diese Daten für maßgeschneiderte Werbung nutzen statt dadurch, dass sie Fotografen Aufträge vermitteln.

  • tierfotograf sagt:

    Stundensätze oder Honorare würde ich sowieso nicht angeben und auch keine weiteren persönlichen Daten.
    Aber was spricht gegen die Kontaktdaten und Arbeitsschwerpunkte. Diese Dinge versucht man ja sowieso als Eigenwerbung zu verbreiten. Vielleicht treffen die Daten mal auf einen interessanten Kontakt.

  • Peter sagt:

    Oder die Daten werden an Adreßhändler weitergegeben. Man erleichtert den Leuten damit quasi die Sammelarbeit. Außerdem gilt: Gute Kunden gewinnt man hauptsächlich über persönliche Kontakte.

  • Teatime sagt:

    Ich stimme Robert zu.
    Vielleicht schickst Du denen aber auch mal so eine Excel-Tabelle, in denen Du die Daten zunächst von Ihnen abfragst. Und schön viele, möglichst auch sensible Daten abfragen… 😉

  • Pakami sagt:

    Ich stimme Peter voll und ganz zu: gute Kunden und Kontakte sind hauptsächlich die, die persönlich entstanden.

    Ansonsten klingt das ganze wirklich extrem nach lustigem Datensammeln und von daher: Nein, danke !

  • Andreas sagt:

    Also da würden bei mir auch alle Alarmglocken an gehen. Am Ende gibt’s irgendwo eine große Liste im Internet mit allen Fotografen, sortiert nach Preis. Ich glaube ich hätte nichtmal die Exceldatei geöffnet. Ist vielleicht alles nur ein Vorwand um Dir einen Macrovirus einzuschleusen 😉

  • Dirk sagt:

    Die Art von Anfragen hatte ich auch schon mehrmals. Ich reagiere da auch nicht drauf. Im Anfang habe ich immer noch geschrieben, dass ich auf eine direkte Anfrage auch gerne ein Angebot erstelle. Aber da kommt dann auch nichts mehr, ausser das Sie sich halt vorab informieren.

    Finger weg! ist da auf jeden Fall der beste Ansatz.

    VG Dirk

  • Alexander sagt:

    Ich bin der gleichen Meinung, Finger weg!!!!!!

    Meiner Meinung nach werden diese Daten dazu verwendet um die Profile der Konkurrenz kennen zu lernen und das eigene Portfolio daran Marktgerecht zu schmücken, also eine andere Art von Marktforschung.
    Ernst gemeinte Anfragen erkenne ich mittlerweile an der Form, dies setzt jedoch Erfahrung diesbezüglich voraus.

    LG Alexander

  • Frank sagt:

    Das sehe ich auch so wie Alexander.
    Hatte auch mal eine solche Anfrage.
    Spam…

    Immer persönlichen Kontakt aufbauen
    und vorher die Firmen Daten überprüfen.

    LG FRANK

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