Fotografie im Internet

Twitter ist ein großer Mist? 10 Tipps gegen den Twitter Frust

„Twitter ist ein großer Mist“ … so denken viele Fotografen und so habe auch ich gedacht, als ich mit dem Twittern angefangen habe.

Alle reden vom Twittern , viele wichtige Informationen werden verbreitet und bevor Blogs oder die Websites der Nachrichtenmagazine reagieren, sind viele Nachrichten bei Twitter schon breitflächig bekannt.

Andere reden davon, dass sie Kunden über Twitter finden oder Marketing in eigener Sache machen und sind begeistert von den Möglichkeiten, die dieses Medium bietet.

Also: Ausprobieren muss man es in jedem Fall, und sei es, um einfach nur mitreden zu können.

Was danach passiert (und was auch mir passiert ist) ist in nicht wenigen Fällen ein Frust: Die Website twitter.com bietet sehr wenig Funktionalitäten, die Nachrichten, die eintrudeln, sind eher banal und man selber weiß auch nicht so recht, mit welchen Informationen man die Welt beglücken soll. Zwangsläufig gibt es zuerst auch nur wenig andere Personen, die sich für die eigenen Tweets interessieren.

Zu diesem Zeitpunkt ist die Chance groß, dass man entnervt aufgibt, auf Twitter schimpft und das ganze als Zeitverschwendung abtut. Ich war kurz davor, genau das zu tun.

Heute, nach mehreren Monaten Twitter, bin ich noch immer dabei und habe die Möglichkeiten, die Twitter bietet, schätzen gelernt.

Im folgenden habe ich 10 Tipps gegen den Twitter-Frust zusammengestellt, die hilfreich sein können, um den Einstieg in Twitter optimal zu schaffen:

  1. Keine Banalitäten twittern Man sollte die Frage „Was machst Du gerade“ nicht zu wörtlich nehmen. Es interessiert niemanden, dass ich gleich duschen möchte, schlafe gehe oder sonst etwas. Interessant ist aber beispielsweise, dass ich heute abend eine Veranstaltung besuche, auf einer Messe war oder welche Erfahrungen ich in einer bestimmten Situation gemacht habe.
  2. Ein Tool einsetzen Ohne den Einsatz eines Twitter-Tools wie zum Beispiel Tweet-Deck ist das Twittern sehr schwierig. Durch solche Tools wird man automatisch darauf hingewiesen, falls jemand anderes auf den eigenen Tweet antwortet oder ihn weiterleitet. Nur so kann sich eine sinnvolle Kommunikation ergeben.
  3. Profil ausfüllen Das eigene Profil sollte mit einer kurzen Beschreibung zur Person bzw. den Themen, über die man twittert, ausgefüllt werden. So können potentielle Leser schnell entscheiden, ob sich das Folgen lohnt.
  4. Ein individuelles Wallpaper einstellen Fotografen oder andere Kreative, die auf eines der langweiligen vorgefertigten Layouts zurückgreifen, verschenken eine wichtige Möglichkeit, auf die eigene Arbeit hinzuweisen.
  5. Ausreichend viele Follower Erfahrungsgemäß sind nur 10 bis 20 Prozent der eigenen Follower gerade online. Wer aber nur 20 Follower hat, spricht bei Twitter also oft nur mit sich selber. Man sollte schon mehrere Dutzend Follower haben, damit Twittern überhaupt sinnvoll ist.
  6. Nicht warten, bis Follower automatisch kommen Damit man wahrgenommen wird und sich Follower einfinden, sollte man selber aktiv werden. Voraussetzung ist natürlich, interessante Tweets zu schreiben. Dann sucht man beispielsweise über Twitter-Verzeichnisse andere Personen, die sich für ähnliche Themen interessieren und folgt diesen. Wenn man Glück hat, folgen diese Personen einem selber dann auch.
  7. Weitere Follower finden Weitere Personen, die sich für ähnliche Themen interessieren, wie man selber, findet man über die Suche, zum Beispiel http://twitter.com/#search?q=Fotografie. Oder man schaut in die Liste der Personen, die den eigenen Followern folgen. Ein guter Ausgangspunkt ist auch das Twitter-Verzeichnis für Fotografen von Olaf Bathke.
  8. Nicht spammen Man sollte aber dennoch niemandem folgen, nur um ihn auf die eigenen Tweets aufmerksam zu machen, sondern nur, wenn man sich für den anderen wirklich interessiert. Nicht gerne gesehen sind Personen, die 1000 Leuten folgen, aber selber nur von 50 Personen verfolgt werden, denn das ist ein sicheres Zeichen für einen Spammer.
  9. Retweeten Wenn man eine interessante News oder einen interessanten Link liest, diese ruhig einmal retweeten (aber die Quelle nicht vergessen). Sehr gerne gesehen sind Retweets auch, wenn jemand um Hilfe bittet (z.B.: „Suche ….“)
  10. Bedanken Für Antworten, Retweets oder Empfehlungen kann man sich auch ruhig einmal bedanken.

Mein eigenes Twitter-Profil findet Ihr unter http://twitter.com/omori_de

Welchen Erfahrungen mit Twitter habt Ihr gemacht? Habt Ihr einen Twitter-Frust erlebt und ihn überwunden? Oder habt ihr schon wieder mit Twitter aufgehört oder es vielleicht überhaupt noch nicht ausprobiert?

Das wird Dir auch gefallen:

Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

16 Kommentare

  • olaf bathke sagt:

    mit meinem Wallpaper habe ich mir wirklich viel Mühe gegeben.;)
    Danke für die Erwähnung. Ohne Verlinkung und Tweets wäre das Verzeichnis nichts.
    Dein Artikel iat endlich mal wieder ein guter Twitterartikel. Klasse.
    LG aus Kiel
    Olaf

  • Teatime sagt:

    Mir ging es ähnlich, wie Dir. Twitter?! Was datt’n?!? Dann probierte ich es aus und muss sagen, dass ich darüber so viele gute Informationen ziehe, wie nie zuvor.

    Man muss aber auf alle Fälle eine Ordnung in die Sache bringen. Das von Dir erwähnte TweedDeck ist dabei schon eine enorme Hilfe. Und man muss solche Leute rausfiltern, die einem mit ihrem Tagesablauf auf den „Tweed“ gehen. Was interessiert es mich, dass jemand auf der Toilette sitzt? Oder gerade aufgestanden ist?

    Dagegen sind Hinweise auf gute Webseiten oder tolle Blogs immer gerne genommen. Auch gibt es Firmen, die zuerst twittern, was sie für Angebote auf der Webseite haben. So bin ich z.B. vor einiger Zeit an eine günstige Canon 5D gekommen.

    Ralf

  • Schön. Habe den Beitrag gleich einmal auf meine Fotofeinkost Tipps & Tools-Seite verlinkt.
    Grüße, M.

  • Erstaunlich, genau meine Erfahrungen niedergeschrieben. Ich versuche mir ein Netzwerk in den Bereichen Fotografie und webdesign aufzubauen. So nach und nach bekommt man dann ein feeling dafür wem man folgen kann und wem man nicht folgen sollte.
    Ein weiterer positiver Punkt, sind für mich die regionalen Printmedien die twittern. Hier bekommt man relativ schnell Infos aus seiner näheren Umgebung. Zum Glück sind diese Medien hier im Ruhrgebiet doch sehr aktiv in Twitter.
    Negativ fallen mir eigentlich die Sammler und die Anbieter für Sammeltools auf. „10000 Follower in 2 Stunde“ was soll das? Reiner Sammeltrieb. Vernünftige Kommunikation und Austausch von Informationen kann doch da nicht mehr funktionieren. Hier gilt für mich: Weniger ist mehr!!

    Grüße Lothar

  • omori sagt:

    Danke Euch, insbesondere Dr. Mettner für die Verlinkung 🙂

  • Marco sagt:

    Wenn man ein wenig kreativ ist, kann man seine Follower ködern, einen Retweet zu bekommen. Das Thema des Blogs (Fotografie) ist ein gutes Beispiel. Ein anderes ist die Twitter-Nutzerin, die ihre Follower malt und schon sehr viele Follower hat. Durch das Retweeten werden bei wirklich gutem Content im Idealfall schneeballartig sehr viele Menschen auf einen aufmerksam… und folgen gerne mal zur Probe.

    LG
    Marco

  • Mona sagt:

    Sehr guter und interessanter Eintrag!

  • Karsten Socher sagt:

    Sehr feiner Beitrag und endlich weiß ich auch was retwittern ist. Werde es gleich mal probieren ….

  • Karsten Socher sagt:

    PS: ich habe twitter mit Facebook, Tumblr, MySpace und meinVZ verbunden und überall laufen aus meinem blog die neuesten Meldungen ein. Ich hoffe, dass kommt bei dem Leuten gut. Die ganzen Links habe ich in meinem blog stehen 😉

  • Jakob sagt:

    Ich habe nach Monaten intensiver Twitter-Nutzung wieder damit aufgehört – Gründe findet ihr in meinem Blog: http://www.jakob-online.at/blog/wordpress/?p=1128/ .

    Grüße
    Jakob

  • Facebook und Twitter kann man auch mit der Selective Twitter Application auf Facebook verknüpfen. So kann man einen Tweet mit dem anhängsel #fb direkt auch den Facebook Status aktualisieren lassen. Oder umgekeht, wenn nicht alles von Twitter auf Facebook gelangen soll, so lässt man dies eben weg.

  • Falk Ebert sagt:

    „Ausprobieren muss man es in jedem Fall, und sei es, um einfach nur mitreden zu können.“

    Das Problem sind dann eben die Leute, die mitreden ohne es ausprobiert haben. 😉

  • […] viel gezwitschert. Ich gehöre zwar noch nicht dazu, habe aber trotzdem auf einer Foto Seite diese 10 Tips gegen den Twitter Frust […]

  • Reinhard Seidel sagt:

    Sehr guter Artikel!!
    Ich bin seit kurzem dabei, folge einigen mir interessanten Fotografen/Stock-Agenturen und retweete auch mal. Wichtig ist mir, die Informationsflut nicht ausarten zulassen, so dass mein Input-Fenster nach ein zwei Tagen Twitter-Verzicht keinen unübersichtlichen Rückstau bekommt.
    Aber durch Twitter hab ich jedenfalls schon ne ganze Reihe von interessanten Infos bekommen, die dann auch teilweise retwittert hab, so wie diesen Artikel ;-))
    Das mit dem Twitter-Deck werde ich mir mal anschauen. Danke für den Tipp!

  • PS: Wichtig ist auch, regelmäßig seine eigenen Timelines, egal ob Twitter, Facebook, Google+, etc, zu entmisten, um nicht jeden Müll lesen zu müssen. Ich mache das immer zu Jahresanfang, wenn ruhig ist. Interessantes Schreiber behalte ich in den Timelines, weniger interessante kommen auf die Listen (thematisch sortiert), Blödsinn fliegt raus. Vereinfacht einiges, wenn man schnell einen Überblick haben will, was am Tag so war.

  • […] oder auch dem Notlandungs-Tweet auf dem Hudson River haben auch meine Eltern verstanden, was Twitter ist – oder zumindest sein kann. Nichts desto trotz bleibt Twitter für mich oft ein Wald mit […]

Hinterlasse eine Antwort

shares