Portraitfotografie

Bianca Roth: Beautyfotografie

Von 1. Mai 2014 6 Kommentare
Beautyfotografie


Gastbeitrag von Bianca Roth

Natürlich wird von einem Fotografen erwartet, dass er weiss wie man im Studio arbeitet oder wie man denn allgemein mit der Blitztechnik umzugehen hat.

Doch ist dies tatsächlich ein Muss um mit der Fotografie erfolgreich zu sein?

Die gleichen Fragen stellte ich mir auch. Wie wahrscheinlich viele andere Fotografen in meinen Anfängen vor knapp 3 Jahren habe auch ich alles nur Mögliche ausprobiert um meine eigene Stilrichtung zu finden. Shooting im Studio, Outdoorshootings als auch Shootings Onlocation.

Von den ersten Fashionversuchen bis hin zur Familienfotografie, Portrait, als auch Dessousfotos war alles dabei. Irgendwie muss man ja rausfinden was einen letztendlich am glücklichsten macht und wo man sich wiederfindet. Dabei war die Überlegung immer wieder, muss eine Blitztechnik-Ausrüstung her? Welche Lichtformer legt man sich zu? Wie viel kostet ein Diffusor? Und die wichtigste Frage letztendlich, braucht man das tatsächlich um gute Bilder zu erzielen?

Ich habe für mich die natürliche und klare People-, Portait-, und Lifestylefotografie kennen- und lieben gelernt. Meine Ergebnisse werden alle mit natürlichem Tageslicht erzielt.
Hierzu möchte ich kurz auf Outdoor- als auch Indooraufnahmen eingehen.

Outdoor

Hierbei achte ich in erster Linie darauf, dass nicht in der direkten Sonne fotografiert wird. Dabei spielt es allerdings keine Rolle, ob das Shooting am Vormittag oder Nachmittag stattfindet. Am liebsten fotografiere ich Outdoor an einem hellen, freundlichen Tag. Hier erziele ich einfach die besten Farben. Möglich ist es aber sehr wohl auch an einem wolkigen Tag – so muss man sich nicht erst ein schattiges Plätzchen suchen, sondern kann ohne Kompromisse alle Plätze nutzen.

Für Outdooraufnahmen nutze ich sehr gerne mein Canon 100, 2,8 L Objektiv. Mit dieser Festbrennweite kann man sehr schön mit der Schärfe/Unschärfe spielen und den Hintergrund schön verschwimmen lassen.

Indoor

Für Indooraufnahmen ist immer sehr wichtig, dass die Räumlichkeit möglichst hell ist. Hell nicht im Sinne von „ich knipps mal schnell das Licht an“, sondern hell vom Tageslicht. Das heißt, man braucht schöne große Fensterfronten.

Für die Indooraufnahmen hat man daher bestenfalls einen sonnigen Tag ausgewählt, der die Räumlichkeit zum strahlen bringt. Da man im Indoorbereich meist weniger Raum zur Verfügung hat, nutze ich bei diesen Aufnahmen meist meine Festbrennweite 50 mm 1.4.

Hierbei fotografiere ich immer mit dem Rücken zum Licht, sodass das Gesicht des Models schön ausgeleuchtet wird. Eine Alternative ist auch, seitlich zur Lichtquelle zu fotografieren. Das Model wird seitlich vom Licht angestrahlt und ich als Fotografin nehme die seitliche Aufnahme. So wie auf folgenden Bildern:

fabi-collage

Ausnahmen bestätigen die Regel

Und was, wenn alles schon vorbereitet ist und das Wetter dir einen Strich durch die Rechnung zieht?

Oft stand ich schon vor genau diesem Problem. Oft wurde ich schon nervös und hatte auch schon das ein oder andere Shooting verschoben, weil ich mir nicht anders zu helfen wusste. „Besser kein Shooting als schlechte, nicht vorzeigbare Ergebnisse“, dachte ich mir oft. Bis ich eine Lösung für mein Problem gefunden hatte.

Einfach, günstig und dazu noch effektiv. Ein einfacher Lichtschirm (mit Dauerlicht-Lampe), der zusätzlich zum vorhanden Tageslicht etwas Helligkeit spendet. Das Model wird dabei möglichst weit ans Fenster und somit nah an die primäre Lichtquelle „platziert“. Den Lichtschirm stelle ich dann z.B. rechts von mir auf und richte das Licht entsprechend so aus, dass keine/möglichst wenige Schatten im Gesicht entstehen.

Bei einen meiner letzten Shootings hat mir dieser Lichtschirm das Shooting gerettet und wie ich finde, können sich die Ergebnisse sehen lassen.

Beautyfotografie

Wenn man also auf 1-2 Kleinigkeiten achtet, kann man wirklich viel mit natürlichem Licht erreichen. Ich bin glücklich diese Art der Fotografie für mich entdeckt zu haben und möchte alle motivieren, die Fotografie mit dem natürlichen Licht einfach mal auszuprobieren. Wer weiss, vielleicht überzeugt sie euch genauso wie mich.

Bianca Roth (Website, Blog)

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6 Kommentare

  • Frank Reuter sagt:

    Hallo,
    ein anregender Gastbeitrag. Das arbeiten ausschließlich mit dem vorhandenen Licht ist eine schöne Herangehensweise. Diese Anregung werde ich beim nächsten Shooting einmal ausprobieren.

  • Nick sagt:

    Sehr schöner Beitrag, da man sich wirklich manchmal zu sehr in der Technik verliert und das wesentliche dabei vergisst.
    Schöne Grüsse Nick

  • Timo Radecke sagt:

    Die Arbeiten mit natürlichem licht lassen Models immer wieder erstrahlen. Auch die Umgebung kann so fotografisch ohne Aufwand mit eingebunden werden.
    Toller Beitrag!

    Liebe Grüße

    Timo

  • Ronny Lorenz sagt:

    Das natürlich Licht hat immer wieder seine Reize, die Arbeitsweise von Bianca kann ich absolut nachvollziehen, ist es doch eine Weise, die ich selbst ausschließlich praktiziere. Kamera, Model…mehr braucht man nicht für gute Fotos.

    Liebe Grüße,
    Ronny

  • Toller Beitrag, der sehr viel Anregung mit sich bringt. Danke.

  • MikaSixLima sagt:

    Vielen Dank für deinen Beitrag. Ich selber bevorzuge Outdoor/Indoor auch eher verfügbares Licht. Die Stimmung die dadurch erzeugt wird ist oft traumhaft. Danke für diese weiteren tollen Anregungen! 🙂

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