Foto-Business

Das ist zu teuer und in keinster Weise gerechtfertigt!

Kundenreaktion zu teuer

Da ich hier häufiger über Preisgestaltung für Fotografen schreibe, bekomme ich regelmäßig diesbezügliche Anfragen per eMail. Im aktuellen Fall schrieb mir der Geschäftsführer einer Kosmetik-Firma.

Er berichtete mir von einem Produkt-Fotoshooting mit einer Fotografin. Sie hatte ein Angebot geschrieben, das angenommen wurde. Anschließend wickelte sie den Auftrag offensichtlich zur Zufriedenheit des Kunden ab.

In einer langen und wortreichen eMail beschrieb mir der Geschäftsführer, dass er die Rechnung „in keinem Verhältnis zum Aufwand“ und „deutlich zu hoch“ findet. Und das, obwohl die Fotografin ihm im Preis gegenüber dem Angebot sogar entgegengekommen ist.

Der Geschäftsführer bat mich dann um meine unabhängige Meinung.

Ich bot ihm an, mir Angebot, Rechnung und gelieferte Leistung anzusehen und ihm meine Meinung mitzuteilen. Dafür machte ich ihm ein Angebot in der Höhe von 1,5 Stundensätzen.

Seine Reaktion war, (Ihr werdet es ahnen), dass er mein Angebot „sehr hoch“ und „nicht gerechtfertigt“ findet.

Nun ja.

Ich hoffe, er ist dann auch alleine auf die Idee gekommen, die Rechnung zu bezahlen, wenn die Fotografin das geliefert hat, was bestellt war und kein Reklamationsgrund vorliegt.

Und allen anderen Fotografen kann ich nur raten, sich von seinen Kunden nicht unbedingt alles erzählen zu lassen. Wenn man seinen Standpunkt sachlich und freundlich argumentiert, verstehen das die meisten Kunden. Und wenn nicht, dann sind das nicht die richtigen Kunden für uns.

Deswegen: Durchatmen. Freundlich bleiben. Andere Kunden suchen 😉


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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

19 Kommentare

  • Ja das mit dem Preise drücken ist heute wirklich extrem geworden. Hilft nur die Finger davon lassen. Am Ende müssen alle Leben können sonst haben die Firmen bald niemanden dem sie etwas verkaufen können. Das die Wirtschaft ein Kreislauf ist, das dürften die wenigsten verstehen.

  • Frank sagt:

    Ich für meinen Teil versuche immer ein möglichst transparentes und recht detailliertes Angebot zu schreiben. Oft klärt das bei mir im Vorfeld schon einige Rückfragen warum denn der Posten X so viel € kostet. Wenn das zu dann zu teuer ist, darf sich der Kunde auch gerne anderweitig umschauen. Vor allem wenn wie oben beschrieben eh schon entgegen gekommen wurde….. Preisdumping is nich! Aber ich betreibe das Ganze auch nur nebenbei als Freier. Ich habe hier natürlich weniger Druck.

    Auch dein Angebot für die „Einschätzung“ finde ich voll in Ordnung. Mit Schriftverkehr und Sichtung is schnell ne Stunde bzw. 1,5 Stunden rum.

    VG
    Frank

  • Matthias sagt:

    Gerade bei Firmenkunden ist es doch komisch: Gerade die müssten doch besser einschätzen können, was gerechtfertigt ist und was nicht. Und vor allem sollte denen klar sein, dass man nach erbrachter Leistung nicht am Rechnungsbetrag mäkeln sollte, wenn alles sauber über die Bühne gelaufen ist…

  • Markus sagt:

    Lustig…was bei mir bisher hilft ist die Argumentationslinie…
    A) Sachlich erläutern, dass es nicht nur der Klick auf den Auslöser war und die Ausrüstung sich durch die Aufträge auch bezahlen muss…nicht nur die Dienstleistung. Noch der Verweis auf die Kosten solch einer Ausrüstung. Gelegentlich hilft es auch, die meist vergessenen Leistungen zu erwähnen, wie Vorbereitung und Nachbearbeitung.
    B) Manchmal habe ich auch eine kleine Kompakte dabei und mach ein „Knipsvergleich“. Nur um zu zeigen, dass es sehr wohl einen Unterschied gibt, der Kosten erzeugt.

    Zugegeben…Es ist immer alles viel zu teuer. Auch ich empfinde es so. Aber mir ist wenigsten bewusst, dass man subjektive und objektive Perspektiven trennen sollte.

  • Was hat der Aufwand mit dem Honorar zu tun? Das ist doch nur für mich bei der Kalkulation wichtig, damit ich nicht noch draufzahle.
    Für die Preisvereinbarung dagegen gilt, dass wir eine (soziale?) Marktwirtschaft haben. Und da bildet sich der Preis (in dem Fall das Honorar) durch das freie Spiel von Angebot und Nachfrage.
    Warum sollte dabei ein Kunde meinen Aufwand berücksichtigen? Entweder ist meine Leistung für ihn von Nutzen und so ihren (vereinbarten) Preis wert oder eben nicht.
    Bei der Diskussion über Honorare sollte man auch diese Nutzen in den Mittelpunkt stellen.

  • Olaf sagt:

    Es ist doch leider so, dass das Endprodukt des Kunden auch immer günstiger werden muss, wenn er mit seinem Produkt noch konkurrenzfähig sein möchte. So schrumpft auch das Budget für die Herstellung und Präsentation eines Produktes, also auch das Budget für Fotografen. So sollte man sich schon der allgemeinen Marktlage etwas anpassen und nicht Preise kalkulieren, die noch dem Zeitalter der analogen Fotografie entsprechen. Ich denke, dass man auch noch einen angemessenen Preis für seinen Leistung bekommt, wenn man es mit dem Kunden im Vorfeld ausführlich bespricht. Wenn Du oben schreibst, dass der Kunde „den Preis im Verhältnis zum Aufwand deutlich zu hoch“ fand, scheint er ja doch mehr erwartet zu haben … und es wurde im Vorfeld vielleicht nicht richtig erklärt welchen Aufwand die Anfertigung der Fotos benötigen?

  • Stefan Senf sagt:

    Letztlich dürfte entscheidend sein, ob es sich um einen Werkvertrag oder einen Dienstleistungsvertrag handelt. Wenn ein Werkvertrag geschlossen wurde (was ich für den Regelfall halten würde) , dann ist die Sache ziemlich klar. Vertag -> Leistung -> Abnahme/Annahme -> vertragsgerechte Vergütung.

    Wenn ein Dienstleistungsvertrag geschlossen wurde (was nach meinem Verständnis für Fotografie eigentlich nur der Ausnahmefall ist ), richtet sich die Vergütung nach der Arbbeitszeit. In einem Werkvertrag nachträglich mit Arbeitszeit zu argumentieren ist unbillig. Und zwar von beiden Seiten!

    PS: Schon klar, dass das nur meine Meinung ist, ich bin kein Jurist 😉

  • Joachim sagt:

    Ich arbeite unter anderem als Promoter in Saturn und Mediamärkten im Bereich Kameras und Drucker.
    Während es vor etwa einem Jahr noch etwa die Hälfte der Kunden war, die nach einem Preisnachlass fragten und uns mit Internetpreisen konfrontierte, ist es heute schon fast jeder Kunde aus jeder Altergruppe.
    Ich will damit sagen, die Hemmschwelle in eine Preisverhandlung einzusteigen ist schon mal deutlich geringer geworden und gehört heute schon zur allgemeinen Gepflogenheit.

    Dass man, wie in diesem Fall, nachträglich den Preis drücken will, ist leider auch nicht mehr so unüblich, nach dem Motto der Preisgarantie, wie man sie aus Märkten kennt.
    Selbstverständlich ist das in keiner Weise auf dieses Beispiel übertragbar und auch ungehörig, zumal unter Geschäftsleuten, möglicherweise aber dennoch der Hintergrund.
    Da erzählt man nach dem Auftrag jemandem davon un der sagt: „was? Das bekommst Du auch viel billiger“ und schon geht´s los.
    Da würde ich mich dann nachträglich auf überhaupt keine Preisdiskussion mehr einlassen, maximal noch einmal ein wenig auf die mittelbaren Kosten wie Miete, Versicherung, KFZ etc hinweisen, die man als Kunde möglicherweise gerade nicht bedacht haben mag und ansosnten darauf verweisen, dass man einen Vertrag geschlossen hat, Verträge für BEIDE SEITEN bindend sind und es jetzt maximal teurer werden kann, wenn Anwalts und Inkassokosten dazu kommen, auf gar keinen Fall aber billiger.
    Wer sich nachträglich im Preis drücken lässt muss wissen, dass sich auch so etwas rumspricht und Schule macht.

    Es ist wirklich nicht leicht mit erhlicher Arbeit sein Geld zu verdienen……

  • Pierre sagt:

    Das sind mir die liebsten Kunden: lassen sich ein Angebot unterbreiten, sagen zu, lassen die Arbeit machen und beschweren sich IM NACHHINEIN, dass der Preis viel zu hoch war. Was hätte den Auftraggeber daran gehindert, VORHER einen Preisvergleich zu machen?

    Aber das Thema wird sich noch einige Jahre halten. Viele Menschen wissen den Wert einer handwerklichen Arbeit eben nicht zu schätzen. (Oder können ihn nicht einschätzen.)

  • michael sagt:

    Wenn das Angebot eindeutig war und angenommen wurde, sollte es wegen den Positionen auf der Rechnung keine Diskussion geben. Neue Positionen, die sich gegenüber dem Angebot verändern, sollten mit dem Kunden sofort besprochen werden. Beim Shooting vor Ort mit Ihm persönlich oder diesen anrufen oder offiziellen Nachtrag schriftlich einreichen (vor getaner zusätzlicher Leistung). Aus meiner Erfahrung heraus sieht das niemand gern, wenn am Ende Honorare geschrieben werden, die weit über dem Angebot liegen.
    Interessanter finde ich noch den Aspekt: „Mir gefallen die Bilder nicht optimal und ich bezahle Ihnen nicht den vollen Preis…“. Hier geht es direkt auf die subjektive Ebene und kein Schriftstück hilft weiter….

  • Eigentlich ist ja schon alles gesagt, deshalb einfach mal meine emotionale Sichtweise: Wenn ein Kunde mein Angebot annimmt, die Arbeit durchführen lässt und nach Übergabe die Zahlung verweigert (mit egal welchem Argument), empfinde ich das als Betrug. Vertrag ist Vertrag.

    Vorher kann man über alles reden, aber ich lege meine Rechnung nicht bis ins kleinste offen. Wenn jemand zuckt, wenn ich Zahlen nenne, ist das nicht mein Kunde. Da wird auch nicht über Versicherung, Abschreibung und Spritkosten gesprochen. Das ist mein Preis. Wenn dieser Preis zu hoch ist, gibt es ganz sicher jemanden, der den Auftrag für sehr viel weniger macht. Wenn die Qualität dann nicht passt, sehen wir uns wieder. Aber dann ohne Diskussion.

    Ich sehe die Fotografie zum Teil als Handwerk, zum Teil aber auch als Kunst. Da kann man nicht alles Messen und Bewerten und dann den billigsten nehmen. Manchmal muss es eben auch Qualität sein.

  • Ralf Nöhmer sagt:

    Ich finde es schon ziemlich dreist, einen anderen Fotografen zu fragen, ob er im Nachhinein einen bereits ausgeführten (und hoffentlich bezahlten) Auftrag prüft. Es wäre besser, wenn dieser „Herr“ vorab mit der Fotografin genau geklärt hätte, was er möchte und was er für sein Geld bekommt. Und wie TOM! schon schrieb: den Aufwand hat der Kunde nicht zu bewerten. Ihn hat alleine das Ergebnis zu interessieren.

    Wenn ich zu dem Mann hingehe und eine Creme für meine Frau kaufen will, dann greift er hinter sich in das Regal und verkauft mir die Creme vielleicht für 50,- €. Der Aufwand, den er für den Verkauf betrieben hat, ist sich umzudrehen, die Ware aus dem Regal zu nehmen und zu kassieren. Vielleicht auch noch, dem Kunden einen „schönen Tag“ zu wünschen. Das steht aber im Prinzip in keinem Verhältnis zum eigentlichen Preis. Den hohen Preis macht die Entwicklung dahinter, die ich als Kunde aber nicht sehe. Vielleicht sollte er sich das mal überlegen.

  • Axel sagt:

    Zuerst einmal stimme ich dem, was Ralf Nöhmer geschrieben hat uneingeschränkt zu.
    Der Aufwand hat keinen Einfluss auf das Preisempfinden der Kunden. Allerdings sollte man sich als
    „Gewerblicher Kunde“ schon darüber im klaren sein, daß die Nebenkosten aller Art mit in die Kalkulation fließen.
    Soweit eigentlich klar.
    Was heutzutage viel mehr auffällt – mir zumindest – ist, dass gerade die Kunden, die es sich leisten können bzw. es sich leisten können sollten, die mit der schlechtesten Zahlungsmoral sind. Vielleicht bin ich da ja eine Ausnahme wenn ich dies feststelle. Teilweise die dicksten Schlitten vor der Tür stehen, aber den Geschäftspartner im nachhinein drücken wollen ohne Ende. Wie ein Vorschreiber schon schrieb, auch das spricht sich herum – wenn es funktioniert.
    Einen Link zu einem tollen Beispiel möchte ich noch anhängen:
    http://www.norddeutsches-handwerk.de/pdf/ndh_h_aktuell.pdf
    Das bestätigt meinen oben beschriebenen Eindruck.
    Der Einwand, daß die Fotos nicht gefallen, würde bei mir nicht ziehen, nicht bei dieser Art „Produktfotos“.
    zwei drei „Arbeitsproben“ abgesegnet vom Kunden, geben Sicherheit.

  • Axel sagt:

    zur Ergänzung – hatte ich vergessen zu erwähnen – es geht um den Artikel mit dem Titel :
    Finanzspritze entspannt vor Gericht.

  • Hedrich sagt:

    Preise stehen bei uns auf der Page. Da kann dann jeder Kunde selbst entscheiden.

    lg frank

  • Peter sagt:

    Das Problem ist immer, dass die Fotografie schwer zu beurteilen ist. Wenn es nicht den Vorstellungen des Kunden trifft (obwohl top arbeit) dann meint der Kunde er zahlt zu viel. denke nach Stunden abrechnen ist immer besser als pauschalpreise.

    lg peter

  • Nadine K. sagt:

    Am meisten meckern die, die auch am meisten Geld haben 😉
    Einfach mal die erbrachte Leistung wertschätzen.

  • Uwe Bethmann sagt:

    Bisher haben wir GSD diese Erfahrung des Preisdrückens noch nicht machen können. Mir persönlich ist aufgefallen (kommen aus dem Hochzeitsbereich) das die Kunden die sehr viel Geld bei uns lassen , etwas lockerer mit Zeiten umgehen als Kunden die quasi Basics buchen, die versuchen dann immer möglichst viel in die kurze Zeit zu packen. Aber das sich jemand im über unsere Preise beschwert hat, kam bisher gsd noch nicht vor. Aber im Produktbereich kann es natürlich auch anders zu gehen, da mit den Bildern keinerlei emotionen verbunden sind, und somit die Aufträge wirklich reine Handwerksarbeit sind.
    Gruß
    Uwe

  • Petra sagt:

    Die Preise liegen immer im Auge des Betrachter, er sollte schnell ersichtlich sein und ja qualität darf Ihren Preis haben.

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