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Test Lenovo Yoga 2 Pro

lenovo yoga 2 pro


Vor etwa einem dreiviertel Jahr habe ich hier ein Apple MacBook Pro Retina getestet und war sehr angetan von dem hochauflösenden Display. Zu damaliger Zeit gab es nach meinem Wissen nichts Vergleichbares für Windows Nutzer.

Mittlerweile hat Lenovo das Convertible-Ultrabook Yoga 2 Pro mit einer Display-Auflösung von 3200 x 1800 Pixeln herausgebracht und ich habe es mir angesehen:

Gehäuse

Das Gehäuse besteht aus gummiertem Kunststoff in Orange oder Silbergrau. Das wirkt nicht so hochwertig wie ein Aluminium- oder Magnesium-Gehäuse, ist aber sehr praktisch, weil einem das Gerät durch die Gummierung nicht so leicht aus der Hand fällt.

Das Display lässt sich ganz umschlagen, dann hat man quasi ein großes Tablet. Oder man stellt das Gerät in den sogenannten Zelt-Modus, wie unten im Bild zu sehen. Diese Stellung bietet sich beispielsweise an, wenn man einem Kunden sein Portfolio zeigen möchte.

Die Scharniere machen einen vertrauenserweckenden Eindruck, nur dass die Tastatur beim Tablet-Modus nach unten zeigt und damit verdrecken kann, ist unschön, lässt sich aber kaum vermeiden.

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Tastatur

Durch das kleine 13 Zoll-Gehäuse ist die Tastatur nicht übermäßig groß und die Tasten haben nur einen geringen Hub. Nach einiger Eingewöhnung klappt aber das 10-Finger Blindschreiben auch mit diesem Gerät.

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Rechenleistung

Das Yoga 2 Pro gibt es mit einem i5-4200U Prozessor oder mit einem i7-4500U Processor. In der kleinen Variante ist eine 256 GB SSD und in der großen Variante eine 512 GB SSD eingebaut. Damit bestehen ausreichend Leistungsreserven auch für anspruchsvolle Aufgaben. Ich habe während meiner Testdauer den Rechner nicht dazu bringen können, dass sich der Lüfter bemerkbar gemacht hätte.

Klang

Das Yoga 2 Pro wird als Multimedia-Gerät angepriesen. Allerdings halten die eingebauten Lautsprecher dieses Versprechen nicht, denn der Klang ist wenig überzeugend. Das bekommt Apple in seinem MacBook Pro deutlich besser hin.

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Das Display

Natürlich ist das Display das große Highlight dieses Geräts, denn die Auflösung ist noch höher als bei einem Apple Retina Display.

Allerdings liegen hier Glanz und Elend eng beeinander.

Zum einen: Fotos oder Videos anschauen oder auf hochauflösenden Websites surfen ist mit diesem Gerät ein wahrer Genuss. Schriften sind so gestochen scharf, dass man auch bei genauem Hinsehen keinerlei Pixel erkennen kann. Dabei ist das Display so brilliant, dass Fotos richtig gut zur Geltung kommen. Und der Kontrastumfang ist erfreulicherweise so gut, dass man beispielsweise auf diesem Testbild von 1 bis D alle Zeichen so gerade noch erkennen kann.

Jetzt aber zum großen Nachteil: Nicht alle Programme können mit der hohen Auflösung des Monitors umgehen. Und auch das Betriebssystem (Windows 8.1) hilft da wenig weiter. So sind Programme wie Faststone oder Dropbox durch die kleinen Icons und Beschriftungen nur sehr schlecht benutzbar. Das führt zwar nicht dazu, dass diese Programme gar nicht eingesetzt werden können. Es ist aber ein ständiges Ärgernis, wenn man immer wieder mit der Nase ganz nah an den Monitor gehen muss, um etwas zu erkennen.

Zurück bleibt ein sehr gemischtes Gefühl: Auf der einen Seite absolute Begeisterung über die phantastische Darstellung von Fotos und Webseiten, auf der anderen Seite die deutlichen Einschränkungen hinsichtlich der Ergonomie.

Mein Fazit: Nerds und Technik-Freaks finden mit diesem Gerät ein neues Hightech-Spielzeug, das absolut begeistern kann. Vernunft-Käufer warten noch ein oder zwei Jahre, bis sich die Software-Hersteller auf Displays dieser Güte eingestellt haben.

Weitere Informationen bei Lenovo sowie bei Amazon.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

11 Kommentare

  • Daniel sagt:

    Wow….sieht ja wie ein richtiges Traumgerät für mich aus. Hoffentlich wird das mit der Skalierung bald mal gelöst!!

  • Andreas sagt:

    technisch und verarbeitungstechnisch scheint das Gerät zu überzeugen…

    Einen Satz möchte ich gerne umformulieren:
    „Allerdings liegen hier Glanz und Elend eng beeinander“
    „Allerding ist hier der Glanz ein Elend“

    Meiner Meinung nach ist ein glänzendes Display für die Bildbearbeitung ein Graus.
    Je nach Lichteinfall rutscht man mit dem Gerät hin und her, um eine Spiegelung zu verhindern…
    Als Alternative steht seitens Lenovo das Thinkpad X240 zur Verfügung

  • Gregor sagt:

    Diese hässliche Skalierung… bereits mit Win 7 ging das nicht zufriedenstellend.
    Etliche Mails an Microsoft haben nichts gebracht. – Seit dem ersten Mac OS X ist Skalierung dagegen überhaupt kein Problem.
    Furchtbar. Bin gespannt, wie lange MS sich noch auf ihren Hintern ausruhen. Denn solange die nichts wirklich konsistentes anbieten, kann die Hardware noch so gut sein…Nützt ja nix, wenn ich nichts erkenne.

  • Dirk sagt:

    Der unbestreitbare Vorteil, wenn Hard- und Software aus einer Hand kommen … Und einen daramtischen Preisvorteil kann ich zugunsten Lenovo auch nicht ausmachen …

  • Knut sagt:

    Finde ich gut, dass es auch Windowsrechner gibt, die etwas Style und Technik bieten. Allerdings bestätigt das mal wieder für mich: Nicht die Hardware ist bei Apple der Clou, sondern es ist einfach die Software bzw. das Softwaredesign. Aber zugegebener maßen, hatte man am Anfang bei Apple auch die Schwierigkeiten, dass die Hohe native Auflösung vielen Programmen (darunter auch Photoshop!) Schwierigkeiten gemacht hatte. Also einfach etwas warten…dann wird das schon. Danke Michael für diese Vorstellung.

    LG

    Knut

  • Oliver sagt:

    Ein richtiges Betriebssystem drauf installieren und es ist bestimmt ein prima Gerät!
    Irgend so etwas kleines schwebt mir da auch noch vor.
    Gruß
    Oli

  • Martin sagt:

    Hallo Michael,

    hast Du auch getestet, wie lange der Akku läuft ?

    Ich für mich bin froh, das MacBook Pro 13″ Retina gekauft zu haben, kein Plastikdeckel, sondern massives Aluminium.
    Apple bleibt halt Apple. Auch wenn einige nach dem Preis schielen, und Mac doch so teuer ist; stattet man das Yoga Pad so aus wie mein MacBook Pro 13″ Retina, ist man auch bei fast 1.800 Euro. Dabei muss man noch die Windows Kröte schlucken, und nach 2 Jahren ist das Yoga nix mehr wert. Ich kann jedem nur zu einem MacBook raten.

    Ja, ich bin bekennender Apple Jünger, aber nicht weil Apple hipp ist, sondern weil es alles einfach funktioniert.
    Termine werden super einfach synchronisiert, Browserlesezeichen, Notizen und Musik sind immer und auf jedem Gerät aktuell und auf Abruf bereit. Da hat Windows noch einen sehr langen Weg vor sich 😉

    Grüße vom Martin, der sicherlich eine nicht ganz objektive Meinung hat 🙂

  • Michael Kruse sagt:

    Mit Interesse habe ich Ihren Artikel über die tablet-Verwendung bei dem Lenovo Notebook gelesen. Aber: Wie wird den ein hervorragendes Foto auf einem tablet Bildschirm dargestellt, welches in 4.3 aufgenommen wurde und das ni c h t in diesem Format auf dem tablet abgebildet werden kann, da das tablet ein anderes (Bildschirm-) Format aufweist? Es sind doch dann „Ränder“ vorhanden – oder? Eine erläuternde E-Mail wäre nett! M. f. G. M. Kruse

    • Ja, natürlich. Eine nicht-proportionale Darstellung, damit Ränder vermieden werden, macht bei Fotos keinen Sinn.
      Eine andere Alternative wäre, ein Teil des Bildes abzuschneiden, aber auch das ist meist nicht gewünscht.

      Gruß Michael Omori Kirchner

  • Julius sagt:

    Man kann unter Einstellungen-System-Anzeige mit dem Schieberegler „Grösse von Text, Apps und anderen Elementen“ ganz einfach die Icons und Beschriftungen vergrössern. Der Mauszeiger lässt sich mit Einstellungen-Geräte-Maus-weitere Mausoptionen vergrössern. Einfach unter „Schema“ das Schema „Windows Voreinstellung (extragross)“ auswählen.

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