Fotografen-Marketing

Lohnt sich Zeitschriftenwerbung für Fotografen?

Das ist ein Beitrag aus der Reihe „Fragen an FOTOGRAFR“:

Rainer fragt mich:

eben ist mir ein Gedanke gekommen, während ich überlegt habe…wie ich zu Aufträgen in einer bestimmten Region komme könnte. Nebst Suchmaschinen Optimierung usw.
Mich hat eine relativ große Zeitung in der Region die Tage kontaktiert und gefragt, ob ich den Werbung schalten möchte zum Thema Baby, welches die Zeitung nächstes Jahr stärker behandeln möchte.
Aber eigentlich sind mir Hochzeiten wichtiger.

Eigentlich bin ich schon längere Zeit, es lohnt sich nicht. Weil die meisten doch eher das Internet als gezielte Recherche benutzen…wenn nicht gerade die Mundpropaganda eingreift.

Oder übersehe ich vielleicht etwas an diesem alten Werbe-Medium?

Danke für Deine Frage, Rainer.

Zeitschriftenwerbung scheint tatsächlich etwas aus der Mode gekommen.

Die Nachteile, die ich sehe:

  • Immer weniger Leute lesen Zeitungen. Und damit sinkt natürlich die Reichweite.
  • Der Streuverlust ist relativ hoch. Die meisten Leser interessieren sich für meine Dienstleistung nicht, weil sie nicht zu meiner Zielgruppe gehören.
  • Zeitschriftenwerbung erreicht den Leser zu einem Zeitpunkt, an dem er gar keinen Bedarf an einer Dienstleistung hat. Sucht er dann zwei Wochen später einen Fotografen, ist die Zeitung längst entsorgt, die Anzeige vergessen.

Ich bin überzeugt, wenn Zeitschriftenwerbung überhaupt einen Effekt haben soll, muss sie regelmäßig wiederholt werden und sich auf eine Marke beziehen, an die sich der Leser auch noch erinnert, wenn der die Zeitschrift aus der Hand gelegt hat. Es ist durchaus möglich, als Fotograf eine solche Marke aufzubauen, aber es erfordert einen langen Atem.

Selber habe ich nur einige wenige Erfahrungen mit Zeitschriften-Werbung gemacht und dann lieber andere, erfolgversprechendere Werbeformen (Adwords, Website, Netzwerk, ….) genutzt.

Wie sehen das meine Leser? Habt Ihr Erfahrungen mit Zeitschriften-Werbung, egal ob positiv oder negativ?

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

14 Kommentare

  • Sebastian Roxeno sagt:

    Prinzipiell kann ich Printwerbung (Zeitung, Zeitzschrift … ) empfehlen sofern man gut Geld hat um es liegen lassen zu können – andernfalls alternative Werbeformen wählen 😉

  • Spree-Liebe sagt:

    Ich würde auch behaupten, diese Form der Werbung ist total veraltet und überteuert. Ich muss gestehen, ich lese viel Zeitungen und Zeitschriften und achte nie auf Werbung, außer vielleicht mal bei ganzseitiger Werbung, aber die sollte denke ich mal unerschwinglich sein und in keinem Kosten-Nutzen-Verhältnis für einen kleinen Fotografen stehen.

    Ich glaube auch da lohnt es eher Zeit zu investieren für ein ordentliches Social-Media-Netzwerk oder eine Webseite mit gutem Content, vielleicht Blog und guter Suchmaschinenoptimierung. Hat vorallem alles den Vorteil, wenn es einmal angelaufen ist, dann muss man garnicht mehr viel machen.

    Was ich als Print-Werbeform aber noch interessant finde ist Guerilla-Werbung. In Berlin klebt eine Fotografin z.B. überall kleine selbstgebastelte Visitenkartentaschen in freie Galerien, öffentliche Plätze und co…

  • Ich habe es mit einigen Anzeigeformen in regionalen Zeitungen und Magazinen versucht. Eine direkte Rückmeldung gab es nur ein einziges Mal, wo ich dann sagen konnte, der Anzeigenpreis ist wieder drin.

    Die Langzeitwirkungen sind leider schlecht messbar. Zum Aufbau einer Marke sind regelmässige Anzeigen oder auch Kooperationen mit Zeitungen durchaus sinnvoll. Aber wie oben angemerkt, braucht man einen langen Atem.

    Es kommt auch drauf an, in was für einer Region du bist, in einer Kleinstadt (wie ich) oder einer Metropole.

    Inzwischen bekomme ich manchmal ganz unerwartete Rückmeldungen zu Anzeigen, die ewig zurückliegen. Da hat dann jemand aktuell meinen Flyer gefunden (auch so eine Sache, einen eigenen Blogartikel wert) und sagt: „Oh, das ist doch der, der auch mal in der Zeitung war…“

    Und so langsam bekommen die Leute in meiner Kleinstadt in den Kopf, dass da doch dieser Fotograf ist, der ja auch ganz schöne Bilder macht, und der einem dann irgendwann auch mal einfällt, wenn man einen Fotografen braucht.

    Das Unterbewusste spielt also auch eine Rolle. Noch ein anderes Thema…
    Zusätzlich ist natürlich wichtig zu wissen, ob das die Köpfe sind, in die man will. Stichwort: Zielgruppe.
    Direkte Rückmeldungen hast du allerdings über gezielte Google-Marketing-Strategien schneller.

  • Hej,
    ich kann jetzt nicht das aus der Sicht eines Photographen sagen, sondern aus der Sicht eines, der für NPO’s Presse und Öffentlichkeitsarbeit gemacht hat (und macht): Zeitungswerbung lohnt sich – wenn man Zeit und Geduld hat. Zeitung wird im Gegensatz zu den digitalen Medien als seriöser wahrgenommen. Noch besser als geschaltete Werbung wäre ein Artikel. Nur ist das bei einer NPO hinzubekommen, schwer aber als kommerzieller Anbieter – aber es ist nicht unmöglich, denke ich.
    Wie wäre es mit CitiCards?

    Und: letztlich ist es immer der Zusammenklang vieler Medien-Kanäle (Web,Print, Werbung), die den Erfolg ausmachen.

    brandus

  • Ich lebe in einer Kleinstadt mit ca. 20.000 Einwohnern. Es hat sich als günstig hier herausgestellt, dass ich die regionalste „Zeitung“ benutze, um meine Werbung zu plazieren: Ich nutze das Amtsblatt. Dies hat viele Vorteile: Die Werbung ist bezahlbar, das Amtsblatt ist in der ganzen Stadt und den dazugehörigen Ortsteilen vorrätig, es ist seriös und die Leute lassen es mindestens bei sich liegen, bis das nächste kommt ( nach 2-3 Wochen). Und als Fotograf fällt man durch eine Werbeanzeige mit einen Hinguckerbild sehr auf, weil die meisten eine Textanzeige schlaten. Außerdem wird man so im Unternehmernetzwerk besser wahrgenommen. Es gehört hier also fast schon zum guten Ton, auch mal dieses Medium zu nutzen.
    Was die regionale Tageszeitung betrifft, so haben wir hier 2 große vor Ort und die Regionalteile sind so verschieden, dass ich mich schwer für diese oder jene Ausgabe entscheiden könnte. Und dann der Preis…
    Aber wie auch Andreas schreibt, es ist sinnvoller, einen Artikel zu bekommen. Den bekommst Du vielleicht mal durch ehrenamtliche Tätigkeiten oder berichtenswerte Ausstellungen, die Du machst. Nur muss man da immer mit dem Finger auf sich aufmerksam machen, das mag ich nicht und meine Kunden auch nicht.
    Viel Glück1

  • Hey Leute,
    ein interessantes Thema!
    Ich habe schon in zwei Hinsichten darin Erfahrung sammeln dürfen.

    Ich habe einmal in einem regionalem Blatt Werbung geschaltet, dort war die Resonanz eher bescheiden.

    Wie man oben schon lesen konnte :

    „Zeitschriftenwerbung erreicht den Leser zu einem Zeitpunkt, an dem er gar keinen Bedarf an einer Dienstleistung hat. Sucht er dann zwei Wochen später einen Fotografen, ist die Zeitung längst entsorgt, die Anzeige vergessen.“

    Mein zweiter Versuch bestand darin, in einem gezielten Magazin , gezielt Werbung zu schalten.
    Es war erstes sehr Teuer und zweitens eher ein „Reinfall“.
    Insgesamt kam ein Auftrag bei rum der die Kosten der Anzeige gedeckt hat.

    Ich bin auch der Meinung das man „Sinnvoller“ sein Geld investieren sollte !

    Viele Grüße

    Sebastian Sachs

  • Als ausgebildeter Tageszeitungsredakteur bin ich mal ganz ketzerisch: Anzeigen in Zeitschriften und erst recht in Tageszeitungen lohnen sich für unseren Berufsstand nicht.
    Die Tageszeitung von heute ist das Einwickelpapier für den Umzug, den Fisch und die Kartoffeln von morgen. Und eine Anzeige kostet gutes Geld, wenn man sich nicht auf ein Paar Zeilen beschränken will. Meiner Einschätzung nach lohnen sich Anzeigen eigentlich nur für Großdiscounter, Möbelhäuser, Elektromärkte, die immer und immer wieder Hochglanzeinleger produzieren. Ich weiß von Lesern, dass sie jede Woche auf die Discounter-Angebote lauern.
    Zeitschriften: Ich denke auch in Zeitungen gehen Anzeigen unter, auch wenn sie 14-täglich oder monatlich erscheinen.

    Meiner Einschätzung nach ist Google Adwords derzeit eins der besten Mittel, um Werbung für seine Dienste als Fotograf zu machen – mal von der wertvollen Mund-zu-Mund-Propaganda abgesehen.
    Man erscheint auf den Google-Seiten sehr häufig und bezahlt nur für die Klicks. Auf diese Weise habe ich jetzt ein paar Aufträge an Land gezogen.

  • thomas sagt:

    Ich habe mal eine Anzeige (für vier Jahresausgaben) in einem Hochglanzhochzeitsmagazin geschaltet. Hat mich gut 2000,- Euro gekostet. Habe die Anzeige gleichzeitig als Coupon für potentielle Kunden angelegt – Wert 100,- Euro. Nur, um auch mal zu sehen, was da so zurück kommt. Es gab nicht eine einzige Reaktion darauf.
    Ich habe mal eine Zeitlang an meine Hochzeitspaare nach deren Hochzeitsfeiern eine kleine Online-Umfrage geschickt, die sie anonym beantworten konnten. Eine Frage lautete: Wie seid Ihr auf mich gekommen bzw. wie habt Ihr mich gefunden?
    Die häufigste Antwort war Internet gefolgt von Empfehlungen. Das sind meine Erfahrungen.

  • Meine Überlegung an erster Stelle wäre nicht ob sich das lohnt, sondern:
    WO sind die Kunden von Rainer, mit denen er am liebsten und am erfolgreichsten zusammen arbeitet?

    Wenn die Kunden von Rainer Zeitschriften und Zeitungsleser sind, wird er sie damit wahrscheinlich auch erreichen können.
    Aber welche Zeitschriften bzw. Zeitungen lesen sie?
    Was genau interessiert sie an dieser Zeitung?
    Der Anzeigenteil oder vielleicht doch nur der Sportteil?

    Rainer schreibt ausserdem, dass ihm Hochzeiten wichtiger als Babys sind.
    Dann wäre es doch vielleicht besser, er investiert das Geld in eine Anzeige in einem Brautjournal.
    Denn die werden von Frauen, vor ihrer Hochzeit definitiv gelesen.

    Einfach nur auf gut Glück, ohne eine fundierte Kundenrecherche betrieben zu haben, würde ich an Rainers Stelle auf Anzeigen in irgendeiner Zeitung, die sich mal eben angeboten hat, verzichten.

    Liebe Grüße,
    Stefanie Szillat

  • Die beste Art in einer Zeitung „Werbung“ zu schalten, ist das Veröffentlichen von Bildreportagen oder auch nur „Ein-Bild“ Texten im Auftrag der Zeitung…….

    VG
    EMQI

  • Chris sagt:

    Genau dein Punkt mit dem Streuverlust beschäftigt mich auch bei Zeitschriften. Die meisten, die eine allgemeine Zeitschrift kaufen sind wohl nicht meine Zielgruppe. In einem spezifischen Magazin (Hochzeitsrevue o.ä.) mag zwar die richtige Zielgruppe sein, jedoch finden sich dort auch alle meine Konkurrenten.

    Ich persönlich finde Werbung in Zeitschriften teuer und nicht besonders Effektiv. Wenn dann würde ich in einem kleinem Lokalblatt Werbung schalten. Zwar eine kleine Reichweite, jedoch demografisch klar definiert und meinem Ziel entsprechend.

    lg Chris

  • Frank Guder sagt:

    Hallo zusammen,

    als Hochzeitsfotograf bin ich immer auf der Suche nach dem richtigen Werbe-Mix.
    Ausprobiert habe fast ich alles, manches rechnet sich, manches nicht.

    Folgende Werbemittel nutze ich:
    Printwerbung
    Banner-Werbung
    Flyer
    AdWords

    Um ein Feedback (Kunde wie hast du mich gefunden) bei der Kontaktaufnahme zu bekommen, habe ich ein Radio-Button-Feld auf meiner Seite eingebaut.
    Hier wählt der Kunde aus wie er mich gefunden hat.
    Hier tausche ich auch öfters die Reihenfolge aus, weil ich schon die Vermutung hatte das immer der Erstplatzierte ausgewählt wird.

    Die Printwerbung habe ich in einem Hochzeitsmagazin geschaltet, also die perfekte Zielgruppe.
    Die Werbung lief das ganze letzte Jahr, ich werde sie dieses Jahr aber auslaufen lassen.
    Die Resonanz ist nicht messbar.
    Eine Printwerbung in einer regionalen Zeitung macht meiner Meinung gar keinen Sinn.
    Dies lohnt sich nur für große Konzerne die über entsprechende Mittel verfügen und eine Marke aufbauen wollen.
    Merke: Der Kunde kauft nur bei Bedarf. Bei ständige Berieselung der Printwerbung wird er sich in der Regel dann an die/den Marke/Händler erinnern.
    Hier gibt es effektivere und günstigere Möglichkeiten.

    Banner-Werbung
    Anzeige steht auf der Startseite im selben Hochzeitsmagazin wie die Printwerbung.
    Die Aussage der Redaktion war „ca. 8 Klicks pro Tag)“.
    Die Über Google Analytics Messe kann ich hier eine genaue Aussage treffen.
    Hier komme ich auf ca. 30 Klicks pro Monat, also verschwindend gering.
    Läuft in 3 Monaten aus, werde ich auch nicht mehr verlängern.

    Flyer
    Flyer sind schnell erstellt und preislich günstig.
    Ich drucke hier nur kleine Mengen und verteile die Flyer sehr gezielt unter Location die ich ansprechend finde.
    Bei kleinen Mengen hat man den Flyer auch immer aktuell, der Flyer sollte auch sehr hochwertig aussehen bzw. sich anfühlen (Papierstärke).
    Über Flyer kommen öfter Kunden, ist aber auch nicht die Menge (ich verteile aber auch nicht wirklich viele).

    AdWords-Werbung
    Es muss an dieser Stelle noch gesagt werden, dass zeitgleich mit der Adwords-Werbung auch die Internetseite optimal für Google/Suchmaschinen gestaltet sein sollte.
    D.h. sie sollte gut in der organischen Suche gelistet sein. Zusätzlich muss die Seite auch gut konvertieren, d.h. der Besucher sollte sofort die gewünschten
    Infos bekommen und eine Anfrage starten.
    Das ist ganz wichtig, sonst wird auch mit Adwords nur Kohle verbrannt.
    100 Zugriffe am Tag nützen nichts wenn keiner anfragt.

    Fazit:
    Die Optimierung der Seite mit dosierter AdWords-Werbung ist mein Top-Werbemittel.
    Hier bekomme ich meinen größten Traffic.

    Achso:
    Ein Facebook-Firmen-Website ist auch kein schlechtes Werbemittel, kostet kein Geld nur Zeit.
    Auch hier ist ein Besucherstrom messbar, ob daraus Anfragen entstehen kann ich nicht sagen.

    Viele Grüße Frank

  • Fiona sagt:

    Die erste und beste Werbemaßnahme (nicht nur) für Fotografen ist einen gute Website und ggf. ein aktuell gehaltenes Blog. Flankiert von einer Google+-Seite und einer Firmenseite auf Facebook.
    Ich stelle immer wieder fest, dass sehr, sehr viele Fotografen leider darauf verzichten, ihre Arbeit ordentlich zu betexten. Es herrscht der Irrglaube „Eine Bild sagt mehr als 1000 Worte“. Wahr ist jedoch: Google kann zwar mittlerweile Bilder u. U. erkennen, doch wenn diese betextet sind und eine kleine Geschichte dazu erzählt wird, ranken diese Seiten wesentlich besser. Gleiches gilt natürlich für „Produkte“ der Fotografen. Der Hochzeitsfotograf muss erzählen, wie er auf Hochzeiten fotografiert, worauf er achtet etc. und nicht nur nette Bilder zeigen. Der Babyfotograf muss den Eltern erzählen, worauf es ankommt, wenn man schöne Babyfotos haben will und er muss den Eltern die Angst vor dem Studio nehmen, indem er vorab ihre Fragen beantwortet: Ist das Studio überhaupt warm genug für Nakedeibilder, was ist, wenn das Kind schreit etc. Ihr kennt die Fragen aus der täglichen Praxis. Es kommt darauf an, diese Themen auch auf der Website zu besprechen. Es gibt unendlich viel Themen, über die ein Fotograf auf Website, Blog und auf den sozialen Profilen schreiben kann. Mit schönen Fotos ist es leider nicht getan, denn mit ihnen spricht man vermutlich „nur“ die lieben Kollegen an und erst an zweiter oder dritter Stelle potenzielle Kunden.

  • Dirk Schiff sagt:

    Der Beitrag ist sehr gelungen. Ohne Marketing geht´s überhaupt nicht mehr in der heutigen Zeit. Eine gute Mischung aus Print, SEO, Onlinemarketing und insbesondere Empfehlungen ist unabdinglich.

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