Portraitfotografie

Welche Stimmung ist beim Fotoshooting passend?

Fotoshooting behind the scenes


Vor ein paar Tagen hatte ich ein „Behind-the-scenes“ – Video eines Fotoshootings mit Steve Jobs vorgestellt. Einige Leser fanden die gezeigte Atmosphäre zu nüchtern und schlugen vor, bei einem Fotoshooting mehr auf die Person vor der Kamera einzugehen.

Jeder Fotograf hat seine eigene Vorgehensweise, wie er mit Kunden bzw. Models während eines Fotoshootings kommuniziert. Und natürlich ist auch jeder Kunde unterschiedlich und erfordert eine passende Art, mit ihm umzugehen.

Ein Beispiel, wie ein Fotoshooting in meinem eigenen Studio ablaufen kann, möchte ich hier einmal zeigen:

Fotoshooting mit Roberto Firmino bei Michael Omori Kirchner

Quelle: Die Ligen GmbH

Obwohl ich kein Wort Portugiesisch spreche, hatten wir während des Shootings mit dem brasilianischen Fußballspieler Roberto Firmino viel Spaß.

Was so locker und ungezwungen aussieht, ist in Wahrheit konzentrierte Arbeit. Neben der Motivation / Unterhaltung des Kunden muss der Fotograf gleichzeitig auf viele technische Dinge achten und sicherstellen, dass am Ende die gewünschten Fotos entstehen. Denn das ist das Hauptziel des Shootings und daran wird der Fotograf gemessen.

Aber um noch einmal auf die Ausgangsfrage zurückzukommen:

„Welche Stimmung ist beim Fotoshooting passend?“

Das hängt von der Art der Aufnahmen ab, die man erreichen möchte, von der konkreten Situation, in der sich der Kunde befindet, von seiner Erfahrung in bisherigen Fotoshootings etc. etc.

Ein Steve Jobs wusste genau, wie er sich vor der Kamera präsentieren musste und für den war das Vorgehen, das der Fotograf Marco Grob gewählt hat, absolut passend. Leute, die das erste mal vor der Kamera stehen und dementsprechend aufgeregt und nervös sind, erfordern eine ganz andere Vorgehensweise, wie beispielsweise Peter Hönnemann in diesem Video sehr schön zeigt.

Am Ende ist vor allem wichtig, dass sich die fotografierte Person wohl fühlt und die Sicherheit hat, dass ihr vor der Kamera „nichts Schlimmes“ passieren kann. Wenn man das als Fotograf erreicht hat, öffnet sich die Person, wird vor der Kamera selbstbewusst und gewinnt an Ausstrahlung. Dann entstehen Fotos, die authentisch und ehrlich sind und die einen Menschen von seiner besten Seite zeigen.

Was sind Eure Erfahrungen? Wie geht Ihr mit den Menschen um, die Ihr fotografiert? Ich freue mich auf Eure Meinungen.

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

3 Kommentare

  • Oliver sagt:

    Hallo,
    ich hatte so eine Situation noch nie, kann es mir also nur aus der Sicht des Kundes vorstellen. Ich würde mir ein Fotograf wünschen der vorallem nicht arrogant wirkt, auch nicht seinen Helfern gegenüber. Ansonsten würde ich mich ineiner möglicjst lockeren Umgebung wohlfühlenund würde es begrüßen wenn der Fotrograf auf mich eingeht und sich mit mir unterhält. Das gezeigt Video mit Steve Jobs fand ich einfach nur schlimm, es hatte so nichts von dem was man überall liest und zu hören bekomt wie man als Fotograf auf seinen Kunden eingehen soll. Aber wenn die zwei es so mögen (das es keinen Spaß macht) dann ist es ja OK.

    Gruß
    Oli

  • jso sagt:

    Der Fotograf hat die Aufgabe im vorgegebenen Rahmen, das besteht mögliche Foto zu erstellen. Der Time Magazin Titel mit Steve Jobs ist aus meiner Sicht ein seht gutes Ergebnis.

    Nun zum menschlichen: Steve Jobs hätte, auch ohne die Probleme mit seiner schweren Erkrankung, in seiner Führungsposition bei Apple einen gefüllten Terminkalender. Das Fotoshooting war einer dieser Termine, viele andere Termine an diesem Tag waren vermutlich dringender. Marco Grob war perfekt vorbereitet, als sein Kunde erschien, hat die Situation eingeschätzt und mit der Arbeit begonnen. Ohne viele Erklärungen konnten die Fotos gemacht werden und das Ergebnis gefällt mir sehr gut.

    Ich sehe die Arbeit ganz pragmatisch und unromantisch. Zwei Profis arbeiten miteinander, professionell und in dem dargestellten Minuten reibungslos. So oder so ähnlich würde ich es mir auch wünschen, als Kunde und auch als Fotograf.

  • Wichtig ist, das man sich wohlfühlt – egal auf welcher Seite man steht.
    Wenn die „Chemie“ ergibt dies immer die besten Bilder.
    Ich stand schon auf beiden Seiten und hatte Momente in welchen ich mich super und vor allem „ich selbst“ fühlte und die, wo ich angespannt war, weil irgendetwas nicht stimmte. Manchmal sind es Kleinigkeiten, aber die machen das Tüpfelchen auf dem i aus.
    Man muss eben sehr offen sein und manchmal auch wissen, wann weniger mehr ist.

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