Fotografen-MarketingFragen an FOTOGRAFRTierfotografie

Tierfotograf auf Ausstellungen einer Hundeschule

Dies ist ein Beitrag aus der Reihe „Fragen an FOTOGRAFR“.

P. fragt mich:

Hallo Herr Kirchner,

heute habe ich mal eine Frage.
Ich bin Tierfotografin und habe mit einer Hundeschule Kontakt aufgenommen. Ich habe angefragt, ob wir vielleicht zusammenarbeiten könnten oder sie mich an ihre Kunden weiterempfehlen würde.
Sie meinte, dass sie einen „Tag des Hundes“ veranstalten wird und dass ich auch dazu kommen könnte. Sie hätte vor 2 Jahren eine Fotografin da gehabt, die hat ihre besten Bilder an eine Ausstellungswand geheftet. Ich sagte ihr, dass ich keine Ausstellung machen werde. Sie fragte was ich denn machen möchte. Ob ich nur fotografieren möchte und Visitenkarten verteile. Und ob sie für ihre Zwecke einen anderen Fotografen „rumschicken“ muss, oder ob sie die Rechte an meine Bilder bekommt. Dies habe ich verneint, ihr aber ein einfaches Nutzungsrecht angeboten und habe einen Vertrag aufgestellt. Daraufhin schrieb sie richtig erbost, dass sie die gesamten Bilder digital will. Ich könnte ja mein Logo auf dem Bild machen. Sie stellt mir schließlich den Rahmen für meine Werbung da und sie will mit den Bildern machen was sie will. Wenn ich einverstanden wäre, würde sie sich freuen. Die letzte Fotografin hätte ihr nur zwei Bilder gegeben und das war’s. So blöd ist sie jetzt nicht mehr.
Ich bot ihr an, mich dann zu beauftragen. Aber es kam keine Reaktion. Ich schrieb ihr dann, dass ich nicht zu dieser Veranstaltung komme. (Ist jetzt auch schon vorbei)

Nun meine Frage: Wer hat jetzt hier Recht? Danke für Ihre Antwort. Bin jetzt doch etwas verunsichert. Zur Info: Es handelt sich um ein ländliches Auftragsgebiet.

(Gruß, Name oder Unterschrift fehlen)

Hallo P., danke für Ihre Frage. Mal abgesehen davon, dass ich aufgrund Ihrer Angaben nicht erkennen kann, wer „Recht“ hat, spielt das in meinen Augen auch gar keine Rolle.

Sie haben als Dienstleister ein Angebot und suchen Kunden dafür. Eine mögliche Kundin ist mit dem Angebot nicht zufrieden und stellt es sich anders vor. Das Geschäft kommt nicht zustande. Das ist ein Vorgang, der in der Praxis eines Fotografen (und jedes anderen Dienstleisters) an der Tagesordnung ist. Und das ist auch nicht schlimm.

Was ich in solchen Fällen versuche: Freundlich bleiben, eventuelle Kränkungen herunterschlucken und besonnen und souverän seinen Standpunkt vertreten. Manchmal hilft es auch, sich in die Lage eines Kunden hineinzuversetzen: Was sind seine Erwartungen? Was sind seine Vorstellungen von der Dienstleistung? Und wenn man dann immer noch nicht zusammen kommt, lässt man den Kunden ziehen.

Und es ist gar nicht so selten, dass später doch noch eine Geschäftsbeziehung zustande kommt. Wenn sich beispielsweise herausgestellt hat, dass andere Fotografen auch kein besseres Angebot machen oder der Mitbewerber mit den sehr günstigen Preisen die gewünschte Qualität nicht liefern kann.

Frage an meine Leser: Wie hättet Ihr reagiert? Wie schätzt Ihr die Situation ein?

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

4 Kommentare

  • Ohne jetzt Details zu kennen, wie es hier genau gelaufen ist, spielt das klassische Missverständnis leider oft eine Rolle.

    Sagen wir Person A hat eine bestimmte Idee, für die sie Person B gewinnen möchte. Je nachdem, wie präzise oder unpräzise kommuniziert wird, kann es sein, dass B eine andere Erwartungshaltung hat. Sei es, weil B nicht genau verstanden hat, was der entscheidende Punkt der Idee von A ist, oder weil es eine frühere Erfahrung mit einer ähnlichen (aber nicht der gleichen) Idee gab.

    „Zusammenarbeit“ heisst gemeinhin: Beide investieren etwas und haben beide einen Nutzen davon. Man empfiehlt sich also z.B. gegenseitig – die Schule den Fotografen und der Fotograf die Schule. Oder der Fotograf fotografiert auf der Veranstaltung und beide dürfen die Bilder nachher für ihre eigene Werbung nutzen. – Je weniger präzise so etwas formuliert wird, oder je ungleicher der Nutzen verteilt ist, desto größer die Gefahr, dass einer von beiden verärgert oder erbost reagiert.

    Im Zweifelsfall also im Vorfeld darüber nachdenken, ob auch der andere genug von einer Zusammenarbeit profitieren kann und diesen Punkt bei der Vorstellung des Projektes deutlich herausstellen.

  • Anita Zander sagt:

    um neue Kunden im Bereich der Tierfotografie zu gewinnen sind solche Veranstaltungen sehr gut geeignet!
    Ich bin seit fast 10 Jahren als Pferdefotografin tätig und nutze solche Veranstaltungen , sei es jetzt ein Turnier , Fohlenschau oder ein Brenntermin,immer um neue Kunden zu gewinnen .
    Ich vereinbare mit dem Veranstalter ,die natürlich auch Bilder möchten ,das er ein Anzahl XY von Bildern in Webauflösung auf CD für seine Belange bekommt.
    Ich biete das immer schon im Vorfeld an bevor der Veranstalter seine Bedingungen aussprechen kann , bis jetzt gab es da nie Probleme :-)weil viele das nicht kennen…Ich muss aber gestehen das ich bis jetzt immer das Glück hatte das die Veranstalter auf mich zu kamen Ich denke mal auch das in og Fall aneinander vorbei geredet wurde.
    LG Anita

  • Es gibt immer wieder Veranstaltungen wo für beide es eine „win win“ Situation gibt. Eine Werbegeschichte die z..B. von einer Boutique oder Kosmetiksalon veranstaltet wird, wird die gesamte Werbung und Promotion übernommen und als Fotograf macht man die vorher – nachher Fotos, da gibt es dann für den Veranstalter und die Kundin ein Foto in Webauflösung und jedes weitere kann von der Kundin gekauft werden. Das wird im Vorfeld so vereinbart, der Fotograf arbeitet ohne Honorar, weil es eben eine Werbegeschichte ist für die er nichts bezahlen muss und eben auch kein Honorar erhält. Wenn jemand das nicht machen will, soll er es bleiben lassen. Meistens entsteht aus solchen Kampagnen im nachhinein ein Geschäft. LG Christine

  • Paritzsch sagt:

    Hallo zusammen,

    seid 3 Jahren bin ich nun Berufsfotograf, mein Motto „Wer Gibt Gewinnt“, meine Frage die sich mir stellt was kann ich für einen Nutzen daraus ziehen, und das wird sich die Kundin vermutlich genau so fragen.
    Sie lebt davon das Sie Hundehalter Ausbildet, wir Fotografen leben davon das wir Bilder verkaufen.

    Also meine Frage an Dich, was hättest Du für einen Nutzen von dieser Aktion?

    Grüße Jens

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