Reportage + Presse

Straßenfotografie: Ich wurde fotografiert und fühlte mich etwas seltsam


StrassenfotografieVor ein paar Wochen war ich in Hamburg an der Alster unterwegs. Ich ging einen Fußweg am Wasser entlang und sah schon von weitem einen anderen Spaziergänger entgegen kommen. Er hatte eine Kamera um den Hals hängen, soweit ich erkennen konnte eine Fuji X100.

Die Kamera hing vor seinem Bauch und der Auslösefinger befand sich auf dem Auslöser.

In dem Moment, in dem wir aneinander vorbei gingen, machte er mehrere Fotos von mir. Dabei schaute er ganz bewusst und demonstrativ von mir weg in eine andere Richtung. Damit wollte er offensichtlich erreichen, dass ich nicht bemerke, wie er mich gerade fotografiert.

Das hat mich dann doch ein wenig verwundert. Ich war zwar ein wenig belustigt, weil ich ihm auf die Schliche gekommen bin, fühlte mich aber auch ein wenig seltsam, weil ich so verdeckt „abgeschossen“ wurde.

Wenn ich selber auf der Straße fremde Menschen fotografieren, kann es schon einmal sein, dass sie mich dabei nicht bemerken. Ich mache das aber nie heimlich oder bewusst verdeckt, sondern immer offen erkennbar. Und wenn sie dann auf mich aufmerksam werden, lächele ich sie an und entschärfe damit die Situation. Ich habe auch schon einmal erlebt, dass ein so fotografierter Passant von mir verlangt hat, dass ich sein Foto auf der Speicherkarte lösche. Und das ist auch völlig in Ordnung so.

Für mich hat Fotografie in dem meisten Fällen etwas mit einer Kommunikation zwischen den Menschen vor und hinter der Kamera zu tun. Gerade davon lebt für mich die Fotografie. Ein „Abschießen“ von Personen, ohne dass sie es merken, ist eine ganz andere Art der Fotografie. Und ob ich es gut finde, in einer solchen Art fotografiert zu werden, muss ich mir noch überlegen. Zumindest würde ich es etwas seltsam finden, ein solches Foto anschließend irgendwo veröffentlicht zu sehen.

Wie geht es Euch? Fotografiert Ihr auf der Straße bewusst unauffällig, damit Ihr die Situation nicht zerstört? Und wie geht Ihr anschließend mit den unbemerkt erstellten Fotos um?

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Business- und Industrie-Fotograf in Heidelberg und helfe als zertifizierter Coach kreativen Menschen dabei, etwas in ihrem Leben zu bewegen und von ihrer Arbeit gut leben zu können. Mehr

41 Kommentare

  • bLacky sagt:

    Hai,
    ich fotografiere grundsätzlich immer offen und so, das die Leute mich sehen – alternativ gehe ich zu den Leuten hin und zeige ihnen das Foto – selbst bei öffentlichen Veranstaltungen ist das fair gegenüber den ‚Models‘. Bin kein Paparazzi, will ich auch nicht werden 😉

    lg bLacky

  • Oliver Teske sagt:

    Wenn ich den schonmal auf der Straße fotorafiere mache ich das ganz offen sichtbar, ich habe ja nicht zu verstecken. In der Regel fotografiere ich dabei nicht geziel einzelne Menschen sondern verwende sie höchstens als Dekoration und dann meist so, dass man sie nicht erkennt.
    Sollte ich dann mal doch wie letztes jahr in Rom
    http://oteske.wordpress.com/2012/11/08/menschen-in-rom/
    Menschern bewust fotografieren dann mache ich das in der Regel ohnehin mit dem 300 Tele, nicht um unentdeckt zu bleiben sondern weil ich den Effekt des Zusammenziehns gerade in Städte sehr mag. Ich achte dann aber darauf, die Menschen nicht irgend wie in peinlichen Situationen zu fotografieren, wenn man sie auf den Bildern einwandfrei erkennen kann. Will damit sagen, dass ich mich dabei nicht über die Menschen Lustig machen will sondern sie respektiere.

    Bei einem Bild mal wolte ich sogar, dass mir Menschen durch Bild laufen, wie sie es immer machen wenn ih das nicht will, um sie unscharf abzubilden, da haben alle, selbst die Jugendlichen, einen großen Bogen um mich gemacht. Ich muss aber sagen, dass ich Menschen nur sehr, sehr selten fotografieren mag.

    Gruß
    Oli

  • Gaby sagt:

    Das Thema ist sehr komplex und kann meiner Meinung nach nur situationsbezogen beantwortet werden. Grundsätzlich kann ich aber sagen: wenn ich nah dran bin, frage ich, wenn ich weit weg bin und damit unbemerkt bleibe, dann nicht. So fragte ich zum Beispiel eine Mutter mit ihrem Kind, ob ich sie beim Einsteigen in den Zug fotografieren dürfe. Das Bild kam sehr natürlich rüber, obwohl die Kleine just in dem Moment in die Kamera blickte. Die Leute beim hektischen Verlassen des Zuges habe ich auch fotografiert und da natürlich nicht gefragt. Da habe ich aber auch nicht einzelne Personen fotografiert.

    Leute offensichtlich einfach abschiessen geht irgendwie gegen meine Natur, das wäre mir peinlich. Zudem mache ich die Erfahrung, dass man meinem Anliegen zu fotografieren grösstenteils positiv gegenüber steht. Zurückhaltender sind ältere Menschen, so durfte ich zwei Frauen gesetzteren Alters beim gemütlichen Schwatz auf einer Bank nicht fotografieren. Das ist dann aber auch völlig in Ordnung, mit dieser „Ablehnung“ kann ich gut umgehen. Wären die alten Damen aber auf einer von weiter her gut sichtbaren Parkbank gesessen, hätte ich mir das Motiv mit dem Teleobjektiv völlig unbemerkt sichern können. Das hätte ich dann vermutlich auch gemacht, ohne erst zu fragen. Würde ich nachher zu ihnen hin gehen, das Bild zeigen und sie fragen? Ich weiss es nicht.

    LG
    Gaby

  • Volker Nowak sagt:

    Leider kein Einzelfall. Der Betreiber eines sehr bekannten deutschen Fotoblogs hat ja letztens in einem Artikel geschrieben, dass er mit schwarzer Tarnkleidung unterwegs ist, um noch unauffälliger an die Personen, die er fotografieren will heranzukommen. Nebenbei bemerkt fotografiert er schon relativ unauffällig mit dem iPhone. Wegen solchen Menschen, auch wenn es nur Einzelfälle sind, habe ich eine starke Abneigung gegen Straßenfotografie. Denn so ein Verhalten hat rein gar nichts mit Fotografie zu tun, sondern ist in meinen Augen einfach nur Stalking der übelsten Sorte.

  • Für mich ist Fotografie in vielen Fällen etwas Kommunikation zwischen Menschen zu Mensch, vor und hinter der Kamera. Gerade davon lebt für die Fotografie. Ein “Abschießen” von Personen, ohne dass sie es merken, ist eine Art die ich bei der Fotografie nicht mag. Ein nettes Wort und nettes Lächeln … das ist Fotografie für mich.
    Grüsse Daniela

  • @Volker: Das klingt ja schon ein wenig strange und entspricht so gar nicht meiner Art zu fotografieren. Ich habe das gar nicht mitbekommen, wahrscheinlich deswegen, weil ich den Blog eines Menschen, der solche Meinungen vertritt, ohnehin nicht lese 😉

  • Ralf Nöhmer sagt:

    Mich würde mal interessieren, warum Du ihn nicht angesprochen hast, wenn Du ihn schon „überführst“.

  • Gabriele sagt:

    Der Artikel spricht mir aus der Seele. Ich finde liebe es zu reisen und Bilder von Alltagssituationen meiner Reiseziele zu machen. Hier gerate ich aber auch immer in einen Konflikt: Einerseits möchte ich authentische Bilder machen, andererseits fühle ich mich dann wie ein Eindringling in das Leben anderer Menschen.

    Es ist eigentlich nicht in Ordnung Menschen zu fotografieren ohne deren Kenntnis, vor allem dann nicht, wenn man aus den Bildern Kapital schlägt. In diesem Falle müsste man allerdings auf so viele großartige Bilder verzichten, was auch wiederum schade wäre. Das Copyright Thema ist auch schon ein schwieriges Feld. Wie dem auch sei…ich bin vor kurzem auf Photocircle gestoßen http://www.photocircle.net/de/home

    Im Prinzip adressiert die Seite genau dieses Thema. Die Motive der Bilder sollen am Erfolg der Fotos beteiligt werden. Das Konzept spricht mir insofern aus der Seele…

  • Norman sagt:

    Hört sich sehr nach ……. ……. an…….
    (Name vom Admin anonymisiert)

  • Hallo Norman.

    mag sein, ich habe aber trotzdem den Namen, den Du genannt hast, hier anonymisiert.
    Mir geht es nicht darum, das Verhalten von irgendwelchen anderen Fotografen zu kritisieren. Die sind alle erwachsen und werden sich gut überlegt haben, warum sie sich so verhalten.
    Ich bin nicht davon betroffen und es kann mir ziemlich egal sein, warum sie das tun und wie sie das für sich begründen.
    Ich hoffe, Du verstehst das.

    Gruß Michael

  • Hallo Ralf,

    weil er mir durch seine Körpersprache eindeutig signalisiert hat, dass er an einer Kommunikation mit mir nicht interessiert ist. Und ich hatte auf dieser Basis ehrlich gesagt auch kein Interesse.

    Gruß Michael

  • Ralf Nöhmer sagt:

    Naja, aber er war zumindest in der Form an einer Kommunikation interessiert, dass er Dich ungefragt fotografiert hat. Ich persönlich finde sowas unverschämt und hätte ihn durchaus sofort darauf angesprochen.

    Ich hatte mal ein ähnliches Erlebnis, dass ein Mann in der Fußgängerzone meine Tochter (und andere Kinder) aus einer Deckung heraus fotografiert hat. Ich hatte meine Kamera dabei und habe ihn im Gegenzug ebenfalls abgelichtet, aber so, dass er es auch bemerken konnte. Er hat dann schnell Fersengeld gegeben, so dass ich ihn nicht direkt befragen konnte. Da es um Kinder ging, habe ich den Vorfall der Polizei gemeldet. Ok, die Ereignisse lassen sich nicht unbedingt vergleichen, bei Kindern reagiert man schon etwas empfindlicher. Aber in beiden Fällen weiss man nicht, was der „Fotograf“ mit den Bildern macht. Und das würde mir nicht passen, wenn ich das Opfer wäre.

  • Sascha sagt:

    Das man irgendwelche Bilder löscht, weil irgendwer das will, finde ich nicht „völlig in Ordnung“.

    Denn das erweckt ja den Eindruck als hätte der andere das Recht Kameras durchzuschauen und Bilder die ihm nicht genehm sind zu löschen oder Filme zu zerstören. Sowas gibt den Heerscharen der Querulanten nur Zucker!

    Meiner Erfahrung nach hätte ich von 90% der Menschen die je sowas von mir verlangt haben garkein Bild gehabt, daß man hätte löschen können. Meist geht es da nur darum sich mal an irgendwem abzuarbeiten.

  • Norman sagt:

    Hallo Michael,

    klar kann ich die Anonymisierung verstehen. Hätte mich aus reiner Neugier trotzdem interessiert ob es dieser jener welcher war. Dann kann ich nämlich dann meine Schlüsse ziehen und weiß das es nicht um das Foto als solches ging sondern um etwas ganz anderes.

    Aber mal zum Thema. Ich tue mich in der Straßenfotografie eh sehr schwer da mein Gerechtigkeitssinn zu sehr ausgeprägt ist. Ich fühle mich nicht gut bei dem Gedanken jemanden ungefragt zu fotografieren. Selbst im Gegenlicht wo die Person nicht drauf zu erkennen wäre würde ich immer im Kopf haben das ich jemanden für die Ewigkeit auf den Sensor oder Film gebannt habe und nicht sein Einverständnis habe auch wenn er nicht erkennbar ist.

    Wäre ich in der Situation das ich gefragt werde, würde ich wohl ablehnen wie 90% der anderen wohl auch. In jedem Fall würde ich das Foto sehen wollen und seine Kontaktdaten haben wollen. Weiß ich was dieser welcher mit dem Bild anstellt.

    Das mit dem Foto zeigen und löschen ist durchaus interessant. Ich gehe gerne mit der analogen durch die Stadt und suche Modelle für Shootings oder knipse ein wenig die Gebäude die mich interessieren. Mal angenommen ich hätte jemanden fotografiert, egal ob beabsichtigt oder nicht, das löschen als solches wäre nie möglich. Und ich würde es nie zulassen den Film wegen einem Foto zu zerstören. Insofern würde ich es auch im digitalen Bereich nicht sofort verlangen. Wenn alles im abgesprochenen Rahmen bleibt ist das akzeptabel. Am besten hat man für sowas noch eine Auswahl an Release Verträgen dabei.

    Street ist ein großes Thema und wird es wohl auch immer bleiben. Früher hat es niemanden gestört, heute sind wir sensibilisiert worden durch die Möglichkeiten der Fotografie. Es reicht aus wenn jemand sein Handy erhebt und man wird gleich wachsam.

    In diesem Sinne

  • Hallo Sascha,

    da ich keinen journalistischen Auftrag habe, möchte ich Menschen nicht gegen ihren Willen fotografieren. Aus Deiner Sicht als Journalist kann das natürlich ganz anders aussehen. Da gibt es noch andere Interessen, beispielsweise das Interesse der Allgemeinheit, informiert zu werden. Aber das lag in meinem Fall sicher nicht vor 😉

    Gruß Michael

  • Hallo Ralf,

    ja, bei Kindern muss man ganz besonders aufpassen. Ich wurde bereits einmal sehr kritisch beäugt, weil ich meine eigenen (!) Kinder auf dem Spielplatz mit einem Teleobjektiv (wegen des Bokehs) fotografiert habe ….

    Gruß Michael

  • Hallo Norman,

    das verstehe ich jetzt nicht. Um was soll es denn sonst gegangen sein, als um das Foto?

    Gruß Michael

  • Norman sagt:

    Wenn es dieser Fotograf war dann ging es um den Test einer Kamera. Ich verfolge ihn schon eine ganze Weile und er hat sehr wenig bis gar nichts mit Straßenfotografie am Hut. Sollte das Bild dort oben das Bild sein welches er gemacht hat dann gehe ich davon aus das er wusste wer du bist. Nicht zuletzt weil du das Bild sonst nicht hättest. Nicht zuletzt finde ich das Bild sehr gut, geht schon fast in Richtung Stockfotografie 🙂

    Aber das weißt nur du allein.

    • Oh, sorry Norman, das Bild oben ist nur ein illustratives Bild und hat nichts mit der beschriebenen Situation direkt zu tun.
      Es ist tatsächlich so eine Art Stockfoto, dass ich einmal mit einem professionellen Model gemacht habe. Es hat ja auch gar keine Ähnlichkeit mit mir 😉

      Den Fotografen, den Du benannt hast, habe ich bereits einmal persönlich getroffen und hätte ihn sicher sofort erkannt und auch sicher sofort auf die Situation angesprochen. Der hat nun gar nichts damit zu tun 😉

      Ich dachte, Du spielst auf den Post von Volker an und habe Dich einfach falsch verstanden, sorry. Wie gesagt, ich weiß nicht, welchen Fotoblog Volker damit meint und möchte das auch nicht zum Thema hier machen.

      Gruß Michael

  • Norman sagt:

    Das ändert die Sache aus meiner Sicht. Ich hätte das nicht geduldet, zumindest nicht ungefragt. Als Fotograf weiß man aber auch sehr viel über die schwarzen Schafe der Szene, die übrigens mehr Erfolg haben als welche die sich an Regeln halten.
    Zu dem ganzen Thema fällt mir das Youtube Format DigitalRev ein. Wenn man Kai beim fotografieren mal beobachtet dann fragt er nicht und ist wie wir deutschen sagen würden teilweise mehr als dreist. Der Oberhammer ist aber das die Videos 300.000-400.000 Klicks haben. Das ist nochmal ne Nummer schärfer.

  • Oliver Teske sagt:

    Eines verstehe ich bei der ganzen Diskusion nicht so ganz: Worum geht es eigentlich dabei? Warum ist ein Fotograf der in der Stadt ein Foto macht auf dem ein Fußgänger zu sehen ist den er nicht zuvor gefragt hat ob er einverstnaden ist fotografiert zu werden ein übler Mensch aber Jemand der Facebook verwendet und, wahrscheinlich sogar ohne sich dessen bewust zu sein, persönliche Daten all seiner Freunde raus gibt ein Mensch der modern mit der Zeit geht? Warum ist es OK, dass die USA jeder und wirklich jede Kontobewegung auf einer Bank verfogen können. Ich will jetzt gar nicht in die Tiefen des Internets eintauchen in wie weit da jeder von uns analysiert wird usw. Nur mal ehrlich wenn mich irgend Jemand in der Stadt fotografiert weil ich halt gerade so gut ins Bild passe macht mir das weniger aus als wenn bestimmt Behörden mich anhand meines Handys auf Schritt und Tritt verfolgen können. ICh denke das Thema wird zum Teil auch zimlich hochgekocht, evtl. weil es eben leichter ist einen Hoby Fotografen zur Schnecke zu machen als den BND oder ähnliche Einrichtungen. Mich würde mal von den älteren Lesern interssieren ob das vor 50-60 Jahren auch schon so war.
    Gruß
    Oli

  • Tom! sagt:

    @Oliver
    ganz so alt bin ich noch nicht. 😉

    Als ich anfing zu fotografieren, war das in der Öffentlichkeit in der Regel problemlos. Schwierig war es immer schon in manchen „politischen“ Bereichen (Hausbesetzer, Demos etc.) weil die Fotos dort evtl auch gegen den Abgebildeten verwendet werden konnten (auch wenn der Fotograf das nicht wollte).
    Aber es war eine immer weiter abnehmende Toleranz, die dazu führte, dass ab Mitte der 80iger (oder auch etwas eher) das Fotografieren in der Öffentlichkeit schwieriger wurde. (Ich vermute, das lag u.a. an Zeitungsberichten über den Themenbereich „Schadensersatz wegen Veröffentlichung“)

    An der Uni hatten wir mehre Streetphotographer aus USA und England usw. als Gäste, die auf unsere Frage, wie sie das mit den Veröffentlichungsgenehmigungen handhaben, uns Studenten mit großen Augen ansahen und meinte, so könnte man doch nicht arbeiten und dass sie dann in Deutschland eben nicht fotografieren würden.
    Mittlerweile scheint es im europäischen Ausland auch immer schlimmer geworden zu sein. Martin Paar hat heutzutage bei manchen Projekten angeblich ein oder mehrere Assistenten im Schlepptau, die nachträglich von den Fotografierten eine Veröffentlichungsgenehmigung einholen.

  • Hallo Oliver,

    worum es mir in dem Artikel vor allem ging, ist mein Gefühl zu beschreiben, das ich hatte, als ich so verdeckt fotografiert wurde. Als Fotograf steht man ja meistens auf der anderen Seite der Kamera und da tut es ganz gut, sich einmal in die Lage des Menschen vor der Kamera zu versetzen.

    Gruß Michael

  • Oliver Teske sagt:

    @ Tom
    Vielen Dank für die Antwort. So in etwa hatte ich das auch erwartet.

    @ Michael
    Ja, ja, ist schon klar was Du wolltest, ich verstehe Dich absolut.

    @ all
    Manschmal habe ich halt das Gefühl dass Dinge des persönlichen Rechtes und Datenschutzes dramatisiert (weil man es kann) werden während auf der anderen Seite die richtigen harten Dinge verharmlost werden (weil man dagegen machtlos ist). Ich denke eine pauschale Antwort auf solche Fragen ist gar nicht möglich. Wenn mich eine hüpsche rau fotogarfier finde ich das toll wenn es einer im ANzug mit Kabel am Ohr ist finde ich das übel.
    Ich denke man solte als Fotogarf wie als Fotografierter mit ein wenig Menschnverstand an die Sache ran gehen. Manscha Fotos sind gar nicht erst möglich wenn man zuvor fragt, weil sie dann gestelt sind, und manschmal ist es OK wenn man Fotografiert wird un dmanschmal ist es eben nicht OK.

    Durch mein anderes Hobby Römische-Antike (ich stelle dort einen Medikus da) werde ich im Jahr tausende male fotografiert. Mansche fragen mansche Fragen nicht. Bei nicht Reporter ist mir das auch echt egal, die müssen mit einem Bild von mir leben nicht ich, bei Zeitungsreporter stört es mich dann schon eher. Es ist dann auch nicht das Bild was mich stört sondern der Text der dazu geschrieben wird. Meist habe ich von dem geschrieben nichtgs gesagt und es ist meist der großte Bullsh…, das stört mich. Und im täglichen Leben ist es mir eigentlich auch egal, ich mache nichts wobei man mich nicht fotogarfieren dürfte, zumndest nicht auf der Straße 😉

    Gruß
    Oli

  • Das „Problem“ scheint mir irgendwie typisch deutsch zu sein.
    Seit fast acht Jahren lebe ich auf Teneriffa. Anfangs habe ich die Menschen gefragt ob ich sie fotografieren und die Bilder auch öffentlich im internet zeigen darf. Meist haben sie überhaupt nicht verstanden, was ich von ihnen wollte (was nicht an meinem Spanisch lag).
    Eine typische Antwort war: „Das ist doch deine Kamera. Du kannst doch damit machen was du willst und mit den Bildern, die du damit machst, auch.“
    Meist haben sie dann noch extra posiert um ihrer Meinung nach positiv auf den Fotos zu erscheinen. Mütter kämmten noch mal schnell ihre Kinder und setzten sie im Kinderwagen zurecht, eigentlich schienen alle Gefragten eher stolz, dass ein „extranjero“ sie fotografieren wollte. Und wenn ich z.B. einigen Marktfrauen später ein paar Abzüge brachte, gab es Honorar in Form von Kartofffeln, Wein und sehr viel Lächeln.
    Fazit: Die Canarios gehen mit dem „Problem“ ganz anders um alsdie meisten Deutschen, bzw. es ist für sie überhaupt kein Problem, für mich auch nicht mehr – nur in Deutschland 🙂

  • Oliver Teske sagt:

    @Ulrich
    Sag ich doch, da werden Themen dramatisiert. Als ich 1991 in Mexiko war haben die Menschen zum Teil darauf bestanden fotorafiert zu werden. Zu erst dachte ich die wolten Geld, ne nach dem das Foto gemacht war haben sie sich gefreut und sind gegangen.

    @ Michael
    Damit meine ich nicht dass Du etwas dramatisierst, verstehe mich bitte nicht falsch! Das ist ja ein Thema über das hierzulange viel diskutiert wird. So sind die Deutschen halt 😉

    Gruß
    Oli

  • Volker Nowak sagt:

    @ Ulrich Brodde: Das was Du schilderst ist genau das, was Straßenfotografen hierzulande eher nicht wollen. Da geht es mehr darum, das man Menschen oder Situationen ablichtet, die nicht gestellt sind. Und da kann man ja schwer von sprechen, wenn sich die Abgelichteten in Position werfen und die Kinder noch hübsch gemachen werden. 😉

  • Benjamin sagt:

    Die Antwort auf diese Frage ist m.E. nach ganz einfach: offen fotografieren und danach die Person direkt ansprechen, sollte man das Bild verwenden wollen. Erstens gebietet dies die Höflichkeit und zweitens ist das rein rechtlich nicht unerheblich. Ich habe in solchen Situationen sogar immer einen Model Release dabei, falls wirklich mal ein Volltreffer dabei ist. Am einfachsten fällt es mir, den Menschen ein ausgedrucktes Bild mitzugeben. Hierzu habe ich einen kleinen portablen Drucker dabei. Die Leute freuen sich und in den seltensten Fällen gibt es Widerspruch.

    Einfach heimlich herumzuknipsen ist peinlich und zeugt von wenig Selbstbewusstsein und fehlender sozialer Kompetenz. Ein ernst zu nehmender Fotograf handelt jedenfalls anders.

  • Benjamin sagt:

    PS: es ist im Übrigen völlig egal ob in Deutschland oder in Timbuktu, Anstand ist überall angebracht…

  • Oliver Teske sagt:

    Ich denke da hat Benjamin absolut Recht!
    Der Umgang macht den Ton.
    Gruß
    Oli

  • Norman sagt:

    Man stelle sich vor es gäbe dieses Persönlichkeitsrecht nicht. Jetzt kann man pauschalisieren das sobald man sich auf der Straße befindet, also der öffentliche Raum, kann jeder machen was er will, auch fotografieren. Das ist nur schwer vorstellbar weil Deutschland so viele Rechte und Pflichten auferlegt das wir einen Automatismus entwickelt haben bei jeder kleinen Unstimmigkeit gleich den Anwalt zu befragen oder Google als neuen „Rechtsberater“. Man dürfte also fotografieren und mit den Bilder machen was man will weil die Menschen sich in einem Öffentlichen Raum befinden. Es würde sich niemand beschweren, niemand. Das ist wie in Tokyo, es interessiert niemanden. Nur in Deutschland mit unseren einschränkenden Gesetzten usw.
    Und wieviele tolle Fotos der Streetfotografie werden über Agenturen vertrieben und als Bilder fürs heimische Wohnzimmer verkauft? Viele. Wieviele tolle Momente werden festgehalten die es ohne diese Art der Fotografie nicht geben würde?

    Ich denke das durch unsere Gesetze vieles gebremst wird, ob Absicht oder nicht ist erstmal egal. Noch ein Beispiel: Ich wollte für Youtube ein Video erstellen mit Hintergrund Musik. Es gibt ja dieses Jamendo für CC Musik. Aber wer garantiert mir das das in Deutschland kein Problem ist diese Musik kostenfrei zu verwenden? Niemand, könnte nämlich die GEMA antanzen und „dudu“ machen weil man keine Lizenz erworben hat. Diese Lizenz kostet dann nämlich wieder Geld, also nix mit kostenfreier CC Musik. DA beißt sich der Hund in den Schwanz.

    Um von meiner Seite einen Abschluss zu schaffen. Fotografieren okay, dann zeigen und fragen ob man es verwenden darf. Ggf. Kontaktdaten austauschen bei eventueller Stockfotografie. Ungefragt weitergehen und den Protagonisten anschauen als wäre nichts los gewesen ist nicht okay.

    Gruß Norman

  • Oliver Teske sagt:

    Sorry, ich glaube wir sind etwas vom Thema abgekommen.
    Um auf Michaels Frage zurück zu kommen. Ich würde mich in seiner Situation schon auch sehr wundern. Vorallem scheint der Fotograf nicht von der freundlichen Art zu sein. Das er das Bild so gemacht hat mag ja noch OK sein aber dann hätte ich ein „Hallo, ich bin der ….. und …. weil….“ erwartet. Mansche Bilder sind sicher kaum möglich wenn man erst fragt aber dann, und gerde wenn man so eine Nummer abgezogen hat, sollte auch eine Auflösung bieten. Das hätte ich zumindest so gemacht.
    Gruß
    Oli

  • Anne sagt:

    Also so wie Du fotografiert wurdest wäre das für mich ein absolutes No-Go! Ich hätte den Fotografen angesprochen und auch um das Löschen der Bilder gebeten. Im Notfall eventuell sogar einen Anwalt herangezogen oder zumindest angedroht, als Art Erziehungsmaßnahme. Ich kenne keinen Spaß mehr, wenn andere Leute in die Privatsphäre so unverschämt eindringen.
    Auf der anderen Seite habe ich hinter meiner Linse meist schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich Freunde fotografiere und im Hintergrund Passanten mit drauf sind (das ist allerdings kein Grund für mich, diese Leute anzusprechen). Wenn jemand wirklich in die Szene passt auf meinem Bild, und er ist der einzige darauf gehe ich hin und spreche mit ihm. Bin dann auch mit allen Antworten einverstanden.
    Viele Grüße
    Anne

  • @Volker Nowak
    Nur kurz zur Richtigstellung.
    Die „gestellten“ Fotos waren auch nicht meine Intention.
    Die entstanden dann erst auf Wunsch der Protagonisten nach dem Fragen.

    Zur ursprünglichen Frage von Michael:
    Mir ist es egal, wenn mich jemand fotografiert.
    Wenn ein(e) Fotograf(in) mich für wert befndet abgelichtet zu werden, bitte schön.

  • Hm, wie, Du warst in Hamburg und hast Dich nicht mal bei mir gemeldet? 🙁

  • Erich sagt:

    @Michael: spinnt mein Firefox oder fehlen oben in der Diskussion diverse Beiträge (da sind Antworten von Dir auf Beiträge, die ich nicht sehe 🙂

    Zum Thema: ich fotografiere zwar meist Dokumentationen oder Objekte – gelegentlich aber auch Street-Situationen. Für Street (kommt im Bereich Doku auch ab und an vor) hab ich immer Model-Release-Unterlagen in meiner Fototasche => ich fotografiere und spreche die betroffene Person dann hinterher an, zeige das Bild und bitte um Freigabe = Unterschrift. Falls diese dann verweigert wird (ist bisher nur ein mal passiert) lösche ich die Aufnahme in Gegenwart der betroffenen Person von der Speicherkarte.

    Tatsache ist, dass jedes ungewollte fotografieren von Personen (und vor allem die Veröffentlichung) gegen geltendes Recht verstößt und kann geahndet werden => das kann richtig teuer werden

    Ich für meinen Teil bewege mich da lieber auf der sicheren Seite.
    VG
    Erich

  • @ Erich: Bei mir sind alle Kommentare sichtbar. Welcher fehlt Dir denn?

    @ MiGel: Stimmt, mein Fehler, ich hatte zwar wenig Zeit, aber für ein gemeinsames Bierchen hätte es reichen sollen.

  • Erich sagt:

    @Michael: nach 2 x cc-cleaner sind alle wieder da – sorry, dass ich Dich evtl. erschreckt hab 😉

  • markus sagt:

    hi,

    ich muss gestehen, ich hab auch so ein foto. es entstand vor einigen jahren im herst im grüneburgpark. eine frau saß am fuße eines baumes und genoss die herbstsonne. der moment war grandios und so völlig authentisch, das foto gehört zu meinen lieblingen. leider habe ich die frau danach nicht darauf angesprochen, aber ich habe eh nicht vor es zu vermarkten. heute würde ich wohl auf sie zugehen, es würde ihr auch bestimmt gefallen so ein foto von sich zu haben.

    gruß

    markus

  • christdam sagt:

    Hallo,

    ich fotografiere seit gut einem Jahr. Einmal unternahm ich in den Straßen meiner Heimatstadt Straßenfotografie. Allerdings so, dass jeder mich und meine Kamera sehen konnte. Es kamen keinerlei Beschwerden. Niemand „huschte“ verschämt an meiner Kamera vorbei. Es nahmen – so kam es mir vor – auch nur wenige Menschen Notiz von mir. Als ich dann die Markthändler fotografieren wollte, ging ich zu ihnen und bat um ihre Erlaubnis, sie ablichten zu dürfen. Niemand sagte nein.

    Trotzdem habe ich Straßenfotografie eingestellt, denn irgendwie fühle ich mich dabei als „Fotograf“ nicht so ganz gut.

    LG

    Christian

  • […] “Seelenraub” diese Fragen ausführlich thematisiert und beantwortet. Auch wenn ich nicht in jedem Punkt seiner Meinung bin, kann ich seine Argumentation sehr gut nachvollziehen und respektiere seine […]

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