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Lichtmalerei mit Lichterketten, LED-Bändern und Taschenlampen

Das ist ein Gastbeitrag von Markus Irgang, der damit am Wettbewerb „Mein bester Fototipp“ teilnimmt.

Das Thema rund um die Lichtmalerei ist in der letzten Zeit wieder sehr interressant geworden. Die Anfänge gehen in das Jahr 1949 zurück,wo bereits Paplo Picasso und der Fotograf Gijon damit die ersten Erfahrungen machten.

Basierend auf der Basis der Langzeitbelichtung in der Nacht, entstehen durch Lichtquellen in Bewegung vor der Kamera, Lichtspuren, die das menschliche Auge nur als wandernden Punkt sieht. Die Kamera hingegen, setzt diesen Weg als Strecke zusammen, so entsteht eine Lichtspur.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mit der Lichtmalerei und habe das Projekt Nacht-Sicht ins Leben gerufen.
Wir sind eine kleine Gruppe von Foto und Performancefreunden.

Alle Bilder sind in Echtzeit entstanden,das heißt, außer dem scallieren und schärfen wird nichts verändert. Manch einer geht hin, erarbeitet etwas im Studio und fügt es anschleißend ins Bild ein.
Das lehne ich ab,wir arbeiten immer „on Location“ es sei denn es ist eine reine Studioarbeit.

Was braucht man zur Lichtmalerei… ?

Nun zuerst einmal eine Kamera,die in der Lage ist eine Belichtung von mindestens 30 Sekunden durchzuführen. Viele Kameras bieten unter der Bezeichnung „Bulb“ eine zeitlich nicht begrenzte Möglichkeit an.

Hinzu benötigt man einen Fernauslöser, wobei es egal ist, ob dieser kabelgebunden,oder funkgesteuert ist.

Ein stabiles Stativ darf auch nicht fehlen. Hierzu möchte ich anmerken,das wir mit der Firma Bilora sehr gute Erfahrungen gemacht haben.
Top Qualität muss nicht unerschwinglicch sein. Als Beispiel hier das Bilora 1122 Professional (Amazon).

Das wichtigste überhaupt: Lichtquellen jeder Art. Jede dieser Lichtquellen hat eine andere Eigenschaft und erzeugt somit verschiedene Lichtspuren. Probiert es aus vor der Kamera, ihr werdet überrascht sein.

Nun sollte man sich überlegen,was macht ma eigentlich. Stellt eine Performance zusammen. Es ist von Vorteil mit mindestens zwie Personen zu arbeiten, alleine ist es sehr schwierig.

Ist eine Performance, also ein Bewegungsablauf gefunden, sollte der aktive Teil vor der Kamera dunkle Kleidung tragen. Das hat zum Vorteil, dass er in Bewegung nicht zu sehen ist. Versucht in Vorfeld zu überlegen, mit welcher Lichtquelle mache ich was. So ist zum Beispiel eine Taschenlampe mit einem bunten Tischtennisball ein prima Lichtpinsel, mit dem man verschiedenste Objekte malen kann. Nehmt dazu eine alte Wand, zeichnet mit Kreide vorher auf, was es werden soll und los geht es.

Malt diese Linien nach während einer Belichtung in der Nacht. Zeichnet keine Linien doppelt, denn dadurch entsteht eine größere Leuchtkraft auf dem anschließenden Bild. Damit ist der Grundstein gelegt, und die erste Performance ist entstanden.

Man kann Formen erzeugen, wie zb. Kugeln, die in der Scene der Lichtmaler Orbs genannt werden,oder Kreise und und und… Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt, Licht ist unendlich…

Wir versuchen mit unseren Bildern eine Geschichte zu erzählen. Die Lichtwerkzeuge dazu entwerfe ich selber. Lichterketten, die batteriebetrieben sind oder LED Bänder bilden ein tolles Ausgangsmaterial dafür. Hinzu kommen Taschenlampen, Knicklichter und manchmal auch Feuerelemente. Wobei bei der Feuerperformance immer die nötige Sicherheit beachtet werden muss. Sicherheit für Mensch und Umgebebung,sind absolut wichtig.

Nun wir verfolgen keinen kommerziellen Zweck und betreiben die Lichtmalerei „nur“ als Hobbby… naja,vielleicht etwas mehr 🙂
Nächtelang arbeiten wir an Ideen und der Umsetzung. Freuen würden wir uns über jeden Interessenten, der mehr erfahren möchte. Danke für das Interesse

Leuchtende Grüße Markus Irgang (Teamleiter Nacht-Sicht)

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Michael Omori Kirchner

About Michael Omori Kirchner

Ich arbeite als Fotograf in Heidelberg und gebe mein Wissen und meine Erfahrung als Business-Coach für Kreative weiter. Mehr

12 Kommentare

  • Carlo Schüller sagt:

    Die Bilder machen Lust es selber auszuprobieren. Hübsch und inspirierend.

  • Vielen Dank,
    es ist wie eine Sucht….einmal damit angefangen,kommt man nur sehr schwer davon wieder los.
    Es ist die Sucht nach der Dunkelheit,die man unterbrechen kann,mit einer Performance,mit Lichtquellen.
    Man versucht mit den Lichtspuren eine Geschichte zu erzählen,zieht eine Location mit hinein.
    Kleinste Bewegungsabläufe werden in der Langzeitbelichtungsphase in der Nacht bereits erkannt.
    So entstehen die Erfolge die jeder ab und an mal benötigt.Die Nacht mit ihrer Stille und ihrer Dunkelheit,läßt manchmal die Kreativität aufblühen.
    Manche Bilder haben eine sehr lange Vorbereitungszeit,doch jedes Sekunde hat sich gelohnt…..
    Anfangs standen bei mir nur sehr wenige Werkzeuge zur Verfügung…Wunderkerzen,Fahrradrücklichter und eine bunte Led Kette…so habe ich angefangen.Nach und nach kamen die Hochleistungs Led Lampen von der Firma Led Lenser hinzu und das Equipment wurde um einige Stative aus dem Hause Bilora erweitert.
    Über jeden,der neugierig geworden ist,und es einmal selber versuchen möchte,freue ich mich sehr und versuche auch immer wieder Tipps und Anleitungen zu geben……leuchtende Grüße…Markus ( Teamleiter Nacht-Sicht )

  • tom sagt:

    Wirklich sehr beeindruckend und inspirierend. Wie bekommt man eigentlich solche wunderschöne Halbkugeln hin?

  • Hallo Tom,diese Halbkugeln nennen sich Domes…Du kannst sie auf mehrere Arten performen.Zum Beispiel mit einem Fahrradreifen ( vorne) Befestige eine Lichterkette am äußeren Rand,das Batteriefach nach innen,an die Felge.Dann steckst du ein Rohr,ca 20 cm,abhängig von der Felgengröße,auf die Nabenschraube.Das ist nun dein Drehpunkt.Die Felge sollte nun etwas schräg stehen,mit dem Rohr ,welches Bodenkontakt hat…drehe sie dann einmal um sich selbst,langsam herum.Mit eingeschalteter Beleuchtung erzeugst du so eine Art Abrollung der Lichter.Drehe nur einmal,um Überschneidungen zu vermeiden…..das istr es schon 🙂
    Als Rohr eignen sich zum Beispiel Wasserrohre,keine Plastikrohre verwenden,da diese meistens zu instabil in der Drehung sind.Du findest auch unter youtube einige Anleitungen….How to perform a Dome….
    Viel Erfolg und leuchtende Grüße…Markus

  • Bernie sagt:

    Hi, danke für Deine offenen Tipps! Hab selbst vor einiger Zeit intensiv mit Licht gemalt. Sollte mal wieder mehr machen 😉
    Hier meine Resultate: http://www.lumenman.de
    Gruß, Bernie

  • Ja,Bernie…es sieht sehr erfolgversprechend aus.Achte bei den Orbs ( Kugeln ) auf den zentralen Mittelpunkt.
    Machmal ist eine langsamere Performance viel wirkunsvoller…..womit performest du ? Mit der Pflanzstange…?
    leuchtende Grüße…Markus

  • Bernie sagt:

    Hi Markus,
    Ich „performe“ mit einem eigenen Konstrukt aus LEDs an einer Dachlatte, und das ganze am Akkuschrauber. Bei ein paar Bildern sind auch umgebaute Leuchtstoffröhren im Einsatz.
    Hatte das ganze für eine Ausstellung 2010 gemacht und sogar mal in der „Foto digital“ einen Wettbewerb gewonnen. Seitdem ruht das Projekt (leider)…
    Vg
    Bernie

  • tom sagt:

    Hallo Markus,

    vielen Dank für Deine Tipps. Mich juckts wirklich in den Fingern, das auch einmal auszuprobieren. Ich wünsche Dir einen guten Start ins neue Jahr und jede Menge Doms und Orbs 🙂

    Vg
    Tom

  • @ Bernie….es gibt bei den Orbs auch die Möglichkeit mit einer Pflanzstange zu arbeiten.Diese erhält am Ende eine kleine Lichtquelle.Dann wird in der Mitte eine 10cm lange Stelle mit Klebeband markiert.Das ist dein Markierungsfeld in der Nacht-
    Nun kann man auf der anderen Seite von der Mitte ausgehend eine Lichtquelle mit einem Stück Farbrohr,welches verwendet wird um Neonröhren einzufärben,einsetzen.Damit erzeugst du eine innere Ebene in deiner Lichtkugel.Achte auf das austarrieren der Stange,das du eine ausgeglichene Mitte hast.Dieses kann man mit alten Batterien machen,indem sie an den Stab befestigt werden.Auch kannst du diese Stange mit einem Akkuschrauber drehen.Es gibt sehr viele Wege um ein Lichtwerkzeug zu bauen…..

    @ Tom…dann mal los..die Winternächte bieten den idealen Zeitpunkt.Es wird früh dunkel…Lichtwerkzeuge kannst du für wenige Cent erwerben …Halte immer die Augen offen und versuche dir vorzustellen,wie leuchtet dein Lichtwerkzeug in der Bewegung…welche Lichtspur kann es erzeugen.
    Dann geht es los….
    Euch wünsche ich einen guten Start ins neue Jahr und möge das Licht euch immer den richtigen Weg zeigen……leuchtende Grüße….Markus

  • Patrick sagt:

    Hi,
    ich wollte mich auch mal mit Langzeitbelichtung und Lichtmalerei versuchen. Gerade die Orbs haben es mir angetan. Jetzt habe ich schon mehre mMale Beschreibungen gelsen wie man die mit einem Fahrradreifen so schön hinbekommt. Verstanden hab ich es allerdings noch nicht ganz. Hat jemand vielleicht ein Bild von so einem „Gerät“?
    Das mit der Pflanzenstange kann ich mir leider auch nicht wirklich vorstellen.

    Über Hilfe würde ich mich freuen

  • Roland sagt:

    Hallo Markus,
    kuerzlich habe ich mit einem Bekannten die ersten Freiluftversuche mit Lichtmalerei gemacht. Das Ergebnis war aufmunternd.
    Auf der Suche nach einem Tipp fuer den Bau eines Geraetes fuer einen Dom, bin ich auf diese Seite gestossen. Danke fuer die gutenTipps, auch an die Beitragsschreiber. Heute Nachmittag probieren wir zu zweit mit zwei Models Lichtmalerei im Studio.

    LG Roland

  • Hallo,
    die Lichtmalerei ist eine interessante Sache. Ich setzte sie gerne gemeinsam mit Models ein.
    An der Stelle möchte ich für neulinge in der Lichtmalerei folgendes Forum empfehlen: lightpainting-helpdesk.de/index.php
    Einfach mal vorbei schauen und wenn hier Müncher gibt, die mal lust haben gemeinsam loszuziehen, ihr findet mich auch auf Facebook unter: http://fb.com/strohhut.fotografie

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