Foto-Business

5 Tipps für Webseiten von Fotografen

Die Bildagentur PhotoShelter hat eine umfangreiche Studie mit mehr als 500 Leuten durchgeführt, die professionell Fotografen beauftragen oder Fotografien einkaufen: Bildredakteure, Artdirektoren, Webdesigner und mehr.

Herausgekommen sind Ergebnisse, wie Webseiten von Fotografen aussehen sollten, damit Bildkäufer sie ansprechend und benutzbar finden. Hier eine Zusammenfassung der Wünsche.

1. Schnelligkeit

Wer die Besucher seiner Webseite zwingt, ein Flash-Intro anzuschauen, was nicht übersprungen werden kann, verärgert mit diesem ersten Eindruck fast alle Käufer. Wessen Webseite wegen aufwändiger Flash-Programmierung nicht innerhalb von 15 Sekunden zu öffnen ist, der verliert gleich wieder 71% der Besucher. Und daran denken: Nicht jeder surft im Internet mit VDSL.

2. Übersichtlichkeit

Wer Fotos anbietet, sollte sie auch zeigen. Viele Thumbnails sind gerne gesehen, entweder als großer „Haufen“ oder als Leiste unter bzw. rechts neben einer Großansicht. Da nicht jeder einen riesigen 26-Zoll-Monitor am Arbeitsplatz nutzen kann, bevorzugt die Mehrheit der Bildkäufer Fotos mit einer Höchstbreite von 700 Pixeln. Im Zweifel eher kleiner als größer.

Ärgerlich finden es Bildsucher, wenn die Pfeile zum Weiterklicken nicht an einer Stelle bleiben oder erst die Maus über eine Bildstelle bewegt werden muss, um zum nächsten Bild zu gelangen.

Die Fotos sollten nach Themen in Galerien geordnet sein. Zuviel erschlägt aber auch. 4-6 Galerien sind eine realistische Zahl, die sich Käufer auch anschauen würden.

3. Keine Ablenkung

Wer seine Fotos schützen will, hat es im Internet schwer. Unsichtbare Wasserzeichen sind schwierig zu handhaben und kleine Fotos schränken das Sehvergnügen ein. Bleibt oft nur ein Mittelweg. Sichtbare Wasserzeichen. Verständlich, dass Bildkäufer lieber keins wollen. Aber wenn schon, dann bitte wenigstens stark transparent und am Bildrand.

Ein Wasserzeichen kann aber auch einen Vorteil haben. Käufer laden gerne Vorschau-Bilder auf ihren Computer, um zu testen, ob ein Foto für ein Profekt oder Layout passen würde. Wer seinen Namen oder seine Internet-Adresse als Wasserzeichen nutzt, sorgt dafür, dass der Käufer sich erinnert, wo er das Foto überhaupt her hatte.

Auch der Hintergrund kann vom Betrachten der Fotos ablenken. Einfaches Schwarz oder Weiß sind am beliebtesten, grau ist auch okay. Was auf keinen Fall sein darf, sind Texturen.
Automatisch startende Musik ist ebenfalls störend. Noch störender ist es, wenn kein Button zum Ausschalten der Musik angeboten wird.

4. Zusatznutzen anbieten

Hilfreich ist es auch, dass Fotos auf der Webseite mit Suchbegriffen versehen sind und eine dafür passende Suchfunktion vorhanden ist. Die Email-Adresse und Telefonnummer des Fotografen sollte schnell zu finden sein. Lichtboxen und die Möglichkeit, Fotos runterzuladen, sind auch gerne gesehen. Werbung nicht.

5. Preise zeigen

Viele Bildkäufer wollen wissen, was an Kosten auf sie zukommt, bevor sie den Kontakt zu einem Fotografen suchen. Wie sind die Preise für die Fotos? Werden die Fotos lizenzfrei oder lizenzpflichtig angeboten? Gibt es Einschränkungen für die Verwendung, von denen Bildkäufer wissen sollten?

Wer eine Direktkauf-Funktion mit Download-Möglichkeit anbietet, stellt 82% der Kunden zufrieden, FTP-Download sollte den Rest erreichen. Fotos auf CD oder DVD wollen nur noch ganz wenige Bildkunden.

Die Umfrage kann hier in englischer Sprache runtergeladen werden.

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Robert Kneschke

About Robert Kneschke

Robert ist Bildproduzent mit Schwerpunkt Stockfotografie aus Köln und Autor des Fachbuchs "Stockfotografie - Geld verdienen mit eigenen Fotos" aus der Edition ProfiFoto.

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16 Kommentare

  • Omori sagt:

    Danke Robert für Deinen interessanten Gastartikel.

    Dazu habe ich gleich eine Frage: Es werden vor allem Fotografen-Websites betrachet, auf denen der Fotograf direkt seine Bilder vermarktet. Wie schätzt Du diesen Weg in Deutschland generell ein? Surfen Bildeinkäufer über dutzende von Fotografen-Websites auf der Suche nach Bildmaterial oder bedienen sie sich eher einer Bildagentur?
    Wie ist bei Dir der Anteil der Verkäufe über Bildagenturen im Verhältnis zu denen, die Du direkt verkaufst?

  • R. Kneschke sagt:

    Hallo Omori,

    ich verkaufe nur selten direkt über meine Webseite. Aber ich bin auch kein klassischer Auftragsfotograf, sondern in der Stockfotografie tätig, wo es viel eher üblich ist, Bilder über Agenturen zu kaufen. Insofern kann ich Dir das nicht so genau sagen.
    Ich glaube schon, dass Bildkäufer im höherpreisigen Editorial-Bereich gerne „neue Talente“ entdecken wollen, die sie bei Agenturen nicht finden würden. Beim Stöbern auf Webseiten von Fotografen können sie sich dann „avantgardistisch“ fühlen und vielleicht eine Bildsprache finden, die sie überzeugt.

  • Miram sagt:

    Hallo,

    ich kann nur als gelegentlicher Bildeinkäufer sagen, dass in Werbeagenturen hauptsächlich über die großen Bildagenturen (Getty, f1online, …) eingekauft wird.
    Hier hat man mehr Auswahl und einen guten Überblick.
    Eine selbstvermarktung ist schwierig. Außer man hat einen Einstieg über z.B. ein Buch, das vermarktet wird, wo die Bilder eines Fotografen gezeigt werden.
    Dann im Impressum die eigene www-Adresse mit einem Shop verbunden… Könnte klappen.
    Aber als alleiniges Standbein glaube ich eher weniger, dass eine Direktvermarktung klappt.

    Aber dennoch danke für den schönen Artikel!
    Ich hoffe, dass sich manche diverse Ratschläge zu Herzen nehmen.

  • Ludger sagt:

    Da ich mir nun endlich eine vernünftige Seite erstellen möchte, kommen Deine Anregungen zum richtigen Zeitpunkt.

    LG
    Ludger

  • gabriele sagt:

    den tipps kann ich nur zustimmen.
    auf der website sollte sich nicht der gestalter, sondern der fotograf verwirklichen.
    die seite muss sich schnell aufbauen, die menüführung so einfach wie möglich sein, intors sind nervig.
    in der hetzte des redaktionsalltags möchte man nicht lange nachdenken, wie man an die bilder kommt. und, auch wichtig, man muß die Kontaktdaten kopieren können
    und es muss aus ihnen hervorgehen, wo der fotograf angesiedelt ist.
    in der heutigen zeit wird vermehrt auch auf fotografen von „vor ort“ gesetzt.

    viel erfolg gabriele

  • […] # Photoshelter hat ja vor einer Weile eine Befragung von über 500 Leuten gemacht, welche sich Webseiten von Fotografen angeschaut und diese dann bewertet haben. Nun kann man sich entweder das PDF bestellen (kostenlos, sehr zu empfehlen) oder die Zusammenfassung drüben bei Fotografr lesen. […]

  • Martin sagt:

    Ich denke, es sind Tipps nicht nur für Fotografen – jeder Webmaster sollte sich daran halten.

  • herrMartin sagt:

    was übrigens auffällt, fast jeder fotograf aus dem bereich werbung, mode, editorial hat ne flash website mit preloadern -> das nervt gewaltig, oft is die navigation beschissen und man kann sich nich schnell genug durch die bilder klicken weil immer der dumme preloader erstmal kommt (ja preloader in flash machen das laden von inhalten massiv langsamer). ich find inzwischen eigentlich eine lösung auf basis von wp und co weit intelligenter, ok sieht halt nich so verdammt cool aus, aber viel effektiver und vorallem die leute finden einen auch per google. ich hab seit meine seite auf wp läuft die meisten aufträge durch leute die mich bei google finden und einfach anrufen…

  • Nicht vergessen werden sollte, dass die Site auch über die Suchmaschinen auffindbar sein sollen bzw. müssen.

    Die Schwierigkeit bei Flash Seiten, dass Sie Google nur wenig Inhhalt indexieren kann. Insofern ist einen klassische HTML Seite vom Aspekt der Auffindbarkeit besser.

    Bei genügend Backlinks von Seiten mit hohem Page Rank relativiert sich die wichtigkeit von indexierbaren Inhalten wieder ein wenig.

  • Michael A. Bender sagt:

    Guten Tag,
    sehr interessante Info. Mich würden aber nun auch Tipps für eine nützliche Software
    interessieren. Lightroom 2 zum Beispiel hat ja auch eine Web funktion, kann und sollte man ggfs damit
    arbeiten oder lieber doch nur Html.
    Möchte mich gern als Fotograf und Künstler im Web präsentieren
    und besitze bisher nur eine Flickr Seite

  • omori sagt:

    @ Michael Bender: Viele Webdesigner benutzen einen einfachen Editor (UltraEdit, Textpad oder Notepad ++). Oder es wird ein Content Management System eingesetzt (Joomla, Typo3 oder WordPress)

    Gruß Omori

  • Sven Kiesewetter sagt:

    Hallo!

    Ich habe im Laufe der Jahre einiges an Web-Software ausprobiert und bin schlussendlich bei 2 kostenlosen Produkten hängen geblieben.
    Zum ersten: die kostenlose Coppermine Photo Gallery. Einmal auf dem Webserver installiert und angepasst lässt sich das ganze schnell und einfach mit Bildmaterial füllen. Suchfunktion integriert und Web 2.0-Cloud an Suchwörtern ergibt sich aus den IPTC-Keywords. Einfacher geht es nicht.

    Zum zweiten: Das ebenfalls kostenlose JAlbum. Ein Betriebssystemunabhängiges Programm, in dem man die Möglichkeit hat, eine Ordnerverschachtelung relativ einfach zu erstellen. Das Programm versieht die Bilder automatisch mit Wasserzeichen, erstellt Vorschaublder und läd die Bilder inkl. der dazugehörigen Webseiten ganz einfach per FTP auf die eigene Homepage.

  • Danke für den Artikel. Nicht überraschend, aber sehr interessant.

  • Philipp sagt:

    Alles sehr interessante Aspekte welche hier angesprochen werden und mir bei meinem geplanten Auftritt weiterhelfen.*Danke*

    Aktuell bin noch im Status „vor dem Auftritt kommt der Hoster“.
    Ich bin mal gespannt wer bei mir das Rennen macht.

  • Sehr interessanter Bericht, allerdings lohnt es sich auch wirklich die Kommentare zu lesen. Da stehen viele hilfreiche Informationen drin! Vielen Dank an meine Vorredner!
    Ich selbst plage mich gerade seit Wochen mit dem Thema der Website herum …. D
    aher nochmals vielen Dank für die zahlreinen Informationen!

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